Dienstag, 24. Januar 2017

Titus im wintergrau

Es ist ruhig hier. Das Feuer knistert im Kamin, aber sonst ist nichts zu hören. Der dichte Nebel vorm Fenster taucht alles in ein verschwommenes grau. Nichts zu sehen, nichts zu hören. Grauer Wintertag. Himmlisch, eigentlich. Wäre da nicht das kranke Hasenkind im Nebenzimmer...


Die kleine Hasentochter schläft im Wohnzimmer, niedergestreckt von einem fiesen Virus. Ich habe also die letzten Tage (Na gut. Seit Sonntag Nacht. Meine Kinder haben normalerweise eine relativ robuste Konstitution. Ich jammere also auf hohem Niveau. :D) damit verbracht, das fiebernde Kind zu betüddeln.


Ich verbringe die Zeit mit der glühenden Tochter auf meinem Schoß, in meinem Arm oder direkt neben mir, lese Bücher vor, spreche Mut zu, halte ihre Haare, wenn sie spucken muss und schüttle ihr die Decke aus.


Der Haushalt muss zurückstecken, die Unterrichtsvorbereitung läuft in 10-Minuten-Raten, bis wieder ein klägliches "Maaaamaaaaa" vom Sofa ertönt und ich bin froh, dass die Gefriertruhe genug Vorräte hergibt, dass die große Tochter nicht verhungern muss. Das Leben läuft langsamer, wenn ein Kind krank ist.


Was aber die wirkliche Herausforderung ist, ist im Moment die Vereinbarkeit zwischen einem kranken Kind, einem Kindergartenkind (inklusive der täglichen Bring- und Abholzeiten) und zwei Jobs. Puh. Die Organisationsarbeit, die vor jedem Tag läuft, damit alle Familienmitglieder ihren Alltag stemmen können, ist wirklich nicht zu unterschätzen.


Wir haben das große Glück, dass meine Schwiegermama viel daheim ist und auch mein krankes Tochterkind sich bereitwillig von Oma versorgen lässt. (Ihr einziges Problem war, ob Oma wohl auch ihre Haare über der Spuckschüssel so effektiv halten kann wie ich. Nachdem ich mit einem Haargummi und zwei Haarspangen eine absolut spucksichere Frisur gezaubert habe, sind aber alle Bedenken ausgeräumt... ;) ). Wenn aber ich in der Schule bin und Oma das kranke Mäuschen betüddelt, kann niemand die Große vom Kindergartenbus abholen. Nachdem ich heute nur zwei Sportstunden geben muss, darf sie mich also ausnahmsweise in die Schule begleiten. Freude pur auf Tochterseite. Immerhin.


Morgen muss der Göttergatte vormittags zuhause bleiben, und dann hoffe ich wirklich, dass dieser Virus gegessen und verdaut ist - und die Große nicht als nächstes flach liegt. Der Donnerstag wird bringt nämlich sonst ein dickes Problem. Da kann nämlich eigentlich keiner daheim bleiben... :P


Das hatte ich definitiv unterschätzt. Und ich frage mich ernsthaft, wie sich da Leute behelfen, die eben keine Oma in der Nähe haben, die das kranke Kind versorgen kann. Oder deren Kinder eben nicht nur zweimal im Jahr krank sind (fest auf Holz klopf). Wie MACHT ihr das bloß?


Jedenfalls schicke ich allen Mamas, die auch gerade irgendeine Art von Lazarett versorgen, ganz viele liebe Grüße und viel Ausdauer. Und sorge mit diesen Lieblingsbildern vom kleinen Tochterkind hoffentlich für gute Laune und ein bisschen Sonnenstimmung im Kopf. Das ist nämlich eines meiner absoluten Lieblingsoutfits an ihr. Die Hose ist aus einer aussortierten Nadelstreifenhose meiner Schwester upgecycelt nach dem wirklich obergenialen Hosenschnitt "Titus" von FinnLeys. Eine aboslut lässige Hose - ein Jerseyexemplar an meiner Großen hab ich euch vor einer Weile schon *HIER* gezeigt. Obendrüber gab's eine Lotty von kibadoo - und auch das Strickoberteil ist aus einem aussortierten Strickpulli einer Freundin upgecycelt, von dem ich die angeschlagenen Ärmelsäume und das Loch im Bauchsaum einfach abgeschnitten und den Rest zum lässigen Oversizepulli umfunktioniert habe. Sooo lässig, die Kleinste im Haus, findet ihr nicht?

Hier geht's zum Ebook "Titus Kids"

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Im Moment schläft die kranke Tochter friedlich auf dem Sofa (nachdem ich telefonierenderweise die "Maaamaaaa"-Rufe gekonnt auf "gleeeeiheeeeich" verschoben habe, ist sie während des Wartens eingeschlafen), und nachdem sie das nun schon seit einer knappen Stunde relativ ruhig tut, hoffe ich, dass sie auf dem Weg der Besserung und bald wieder auf den Beinen ist. Solange beziehe ich hier meinen Posten als Krankenschwester und Kuschelkissen (mit kurzen Unterbrechungen). Mamajob eben. Und da soll einer sagen, ich arbeite nicht genug. :)

Hasenwilde Grüße
Johanna

Montag, 9. Januar 2017

Freunde eben

Wisst ihr, was interessant ist? Ich habe dieses Wochenende die Erfahrung gemacht, dass es mich tatsächlich mehr stresst, wenn ein Kind nicht da ist, als wenn es da ist. Das ist selbstverständlich abhängig davon, wo es gerade steckt. Aber lasst mich von vorn anfangen.


Meine große Tochter, inzwischen stolze fünf Jahre alt und Vorschulkind, ist seit den Herbstferien Mitglied im Kinderchor des Nachbarortes. Finde ich eine gute Sache - Singen ist ein tolles Hobby, sie lernt viele neue Kinder aus verschiedenen Altersstufen da kennen und hat auch echt Spaß daran. Hier aus dem Dorf gehen ziemlich viele Kinder dahin, es gibt nette Fahrgemeinschaften, ihre Freundinnen sind dabei und die Kinder bekommen auch reichlich Gelegenheit für Auftritte. Gute Sache das, also.


Nachdem meine Große ja nun mal meine Große ist, bin ich immer relativ unbedarft, wenn sie etwas Neues anfangen will. Keine älteren Geschwister, keine älteren Cousinen und Cousins, von deren Erfahrungswerten wir profitieren könnten - wir probieren also immer einfach mal. DIe Tochter springt ins kalte Wasser, und ich springe irgendwie mit. Mal mit mehr, mal mit weniger gutem Erfolg. So also auch die Chorsache. Samstag vormittags, in nettem Ambiente und guter Gesellschaft singt das Tochterkind nun also regelmäßig.


Und dann kam ganz schnell etwas, womit ich so gar nicht gerechnet hatte: das jährliche Kinderchorwochenende. Drei Tage auswärts mit zwei Übernachtungen in einem Jugendhaus, 50 Kinder und Jugendliche jeden Alters, und die Tochter als eine der Jüngsten mittendrin. Ich sage euch, mir ist das Herz schon Wochen vorher bei dem Gedanken in die Hose gerutscht. :D


Wir haben uns schließlich darauf geeinigt, dass sie Samstag und Sonntag als "Tageskind" teilnehmen darf - also zuhause übernachtet und via Privatchauffeuse morgens dort angeliefert und abends nach Programmende wieder abgeholt wird. Das schien mir für alle Beteiligten (inklusive der Chorleiterin) ein fairer Kompromiss.
"Was macht sie denn für ein Theater??", werdet ihr jetzt vielleicht denken. Naja, mal abgesehen davon, dass ich der Meinung bin, dass das große Kind trotzdem noch ein bisschen klein ist (der Meinung bin ich übrigens schon immer, und ich sehe nicht, dass sich in absehbarer Zeit daran etwas ändert... ;) ), ist meine Tochter ein eher ruhiges Kind. Jemand, der viel beobachtet, bevor er sich anschließt. Jemand, der sich von zu vielen Eindrücken manchmal einfach überfahren lässt. Dachte ich.


Samstag morgen also hatten zwei Mitglieder im Hause hasenwild ordentlich Muffensausen. :D :D Die Tochter versuchte, ihre Teilnahme kurz vor der Abfahrt doch noch zu revidieren und ich war nahe dran, ihr einfach zuzustimmen. :D Da ich aber weiß, dass es manchmal nur einen kleiner Stups in die richtige Richtung zum großen Glück braucht, haben wir beschlossen, uns die Sache zumindest zusammen anzusehen. Mit gepacktem Rucksack für einen langen Tag standen wir also dann morgens um halb neun vor dem Jugendhaus Schloss Pfünz und blickten die Fassade hoch. Ziemlich klein vor dem großen Schloss.


Als wir dann gemeinsam den Speisesaal mit der versammelten Kindermannschaft beim Frühstück betraten, das Kind neben mir den Rucksack fest umklammert, passierte etwas wunderbares. Die versammelten Kinder unserer Ortschaft kamen fröhlich lachend auf meine Tochter zu - bestimmt 7 Kinder, große und kleine, Jungs und Mädels, ein bunt gemischter Haufen - begrüßten sie mit Begeisterung und haben sie einfach mitgenommen. Ich habe dem selig lächelnden Kind zugesehen, wie es in einer Traube Kinder den Gang entlang verschwunden ist. Und ich weiß noch, dass ich dachte "Welch ein Glück, dass es euch gibt".


Als es zuhause langsam Abend wurde, habe ich gewartet. Darauf, dass jemand anruft und mir sagt, meiner Tochter wäre das alles viel zu viel und zu laut und zu lang und ich solle sie doch bitte abholen. Ich sah sie in meinem Kopf in irgendeiner Ecke sitzen, sehnsüchtig auf mich wartend und zu schüchtern, um das laut zu sagen. Ich sage euch, ich bin durch die Wohnung gelaufen wie ein eingesperrter Tiger. Schrecklich, so ein Mamaherz, manchmal....


Im Endeffekt habe ich meine Tochter nachts um halb zehn in bester Laune zurückbekommen (und ohne jedes Verständnis, warum sie eigentlich an diesem wunderbaren Ort nicht übernachten durfte). Sie war komplett aufgedreht, sprudelte quasi über vor lauter Erfahrungen und Neuigkeiten und Begeisterung und meinte mit leuchtenden Augen: "Mama, jetzt hab ich so viele Freunde, dass ich sie gar nicht mehr zählen kann." Und ich? War mir nicht sicher, ob jemand mein Kind vielleicht heimlich ausgetauscht hat... Habe mit ihr gestaunt, mich mit ihr gefreut und mal wieder festgestellt, dass ich ihr ruhig mehr zutrauen darf, der kleinen großen Maus.


Am Sonntag habe ich sie wieder hingefahren und sie ist mit einer Selbstverständlichkeit zwischen den Kindern abgetaucht, über die ich nur den Kopf schütteln kann. Sie hatte nicht mal mehr Zeit zum Winken. Mittags waren wir Eltern eingeladen, in einem Konzert zu hören, was sich die Kinder übers Wochenende erarbeitet hatten. Und es klang, als hätten sie miteinander eine tolle Zeit gehabt.


Jedesmal, wenn mir dieses Wochenende durch den Kopf geht, sehe ich vor mir die Szene im Speisesaal, bei unserer Ankunft. Die Szene, die das ganze Wochenende bestimmt hat. Wären in dem Moment nicht die anderen Kinder gekommen und hätten meine Maus unter ihre Fittiche genommen - wer weiß, ob sie geblieben wäre. Wer weiß, wie es gelaufen wäre. Dieses Selbstverständnis, mit dem sie sie integriert und mitgenommen haben, finde ich so wunderschön. Klar kennen sich die Kinder untereinander - aber es ist dennoch nicht selbstverständlich. Gerade die Großen, die Schulkinder, die großen Schulkinder haben ja durchaus auch ganz viel anderes zu tun, als so ein Vorschulkind mitzuziehen. Und trotzdem. Trotzdem haben sie ihr den bestmöglichen Start in das Wochenende ermöglicht, den man nur haben kann. Und gerade die beiden Firmlinge, die da dabei waren, haben meine Tochter das ganze Wochenende über immer wieder begleitet. Haben ihr geholfen, haben ihre Schuhe und ihren Rucksack in ihrem Zimmer gebunkert und waren da, wenn sie Hilfe brauchte. Freunde eben. Und wisst ihr was? Ich bin mir sicher, dass die Welt genau diese Menschen braucht. Kinder mit Mitgefühl, mit einem Auge auf die Kleinen, mit Empathie und sozialem Einfühlungsvermögen. Denn aus ihnen werden tolerante und hilfsbereite Erwachsene werden. Und das Schönste - so, wie meine Tochter das jetzt erlebt hat, und auch die anderen Kinder in der Gruppe, so werden sie das irgendwann weitergeben. Irgendwann werden sie die "Großen" sein. Irgendwann werden sie im Speisesaal lächelnd auf einen Neuanfänger zulaufen und ihn herzlich in die Gruppe aufnehmen. Und damit die Welt ein Stückchen besser machen.


Hasenwilde Grüße
Johanna


Schnell noch ein paar Infos zu den Fotos:
Die Tunika ist meine geliebte "Sommerliebe hoch 3" von der "Drahtzieherin" Iris
Das Shirt darunter ist ein Upcyclingprojekt aus einem ausgedienten Teenie-Shirt einer Freundin, als Schnitt habe ich das Basic-Longshirt von Lillesol und Pelle genäht
Und die wunderbare XXL-Borte in gelb durfte ich für Nadine von Namijda vernähen, die in ihrem Shop inzwischen nicht mehr nur fantastischen Tüddelkram, sondern auch die wunderschönsten Stoffe hat - absolute Einkaufsempfehlung von mir! Die wunderbare hellgelbe Wäschespitze findet ihr hier:
*KLICK*
Und die Applikationsvorlagen für die Eis-am-Stiel-Applikation ist von Din-Din und ihr bekommt sie hier: *KLICK*

Samstag, 7. Januar 2017

Cheers!

Gutes neues Jahr, ihr Lieben! Ich hoffe, ihr habt alle die Weihnachtstage genossen und startet jetzt voll Elan in ein gesundes und frohes Jahr 2017, mit ganz viel Staunen, mit vielen ersten Malen und vielen kleinen Glücksmomenten zum Sammeln!
Auch wir sind gut angekommen. Nach einer längeren Familienpause, die einfach mal nötig war, sortiert sich schön langsam wieder alles hier - und wir sind schön langsam wieder startklar für den Alltag.


Ich habe das Gefühl, ich bin schön langsam wieder ganz im Schulleben angekommen. Dass sich die Umstellung doch so lange zieht, hätte ich gar nicht gedacht - ich bin ja eigentlich nur für ein paar Stunden und nur drei Tage die Woche da. Trotzdem musste irgendwie alles neu sortiert werden. Der Alltag zuhause, die Hausarbeit, die Unterrichtsvorbereitung und natürlich die Zeit mit den Kindern - es hat ein paar Wochen schieben und ausprobieren und umstrukturieren gebraucht, bis sich der Alltag wieder für alle passend eingelaufen hat. Die Näherei ist dabei etwas auf der Strecke geblieben, und der Blog erst recht.


Aber ich habe festgestellt, dass mir diese Pause von der Nähwelt eigentlich wirklich gut getan hat. Ich starte jetzt wieder mit richtig viel Elan durch, habe auch schon wieder einige Schnitte fertig für die Nähmaschine und habe mir wieder meine kleinen Nähpausen im Alltag eingerichtet, die einfach nur zum Abschalten, für mich und mein Hobby gedacht sind. Und ich bin gespannt, was das neue Jahr in der Hinsicht alles bringen wird.


Die Bilder, die ihr heute seht, lagern schon eine ganze Weile auf meiner Festplatte - aber das Teil, das ihr darauf seht, ist jahreszeitentechnisch ein Allrounder. Endlich gibt es Mamasliebchens "Carmina" auch für Damen. Sehr lässig fallend, in lang und kurz, mit dem typischen Off-Shoulder-Look und in ganz vielen Variationen tragbar. Am besten näht sie sich aus Viskosejersey. Ich mag so weite Teile ja total gern mit Gürtel - entweder direkt unter der Brust gebunden oder im Hüftbereich. Beides lässig, beides kaschiert so ein bisschen die weihnachtlichen Plätzchenpfunde und lässt sich tatsächlich zu jeder Jahreszeit tragen. Mit Longshirt drunter oder mit einem schicken Schal und einer dicken Strumpfhose absolut wintertauglich und im Sommer luftigleicht mit Caprileggings. Ich mag so Schnitte ja total gern, die das ganze Jahr irgendwie Saison haben. Ihr findet das Schnittmuster hier:
*KLICK*


Ich öffne jetzt dann also einen neuen Ordner "Probenähen 2017" und lasse mich überraschen, womit er sich im Laufe des Jahres füllen wird. Und ich habe euch so viel zu erzählen. Einige Nähwerke sind vom letzten Jahr noch übrig, die ich euch noch nicht gezeigt habe, und in den vergangenen eineinhalb Monaten hat sich einiges getan, abgesehen vom Schulstart - meine Mäuse standen das erste Mal auf Skiern, wir hatten ein paar wundervolle Tage im bayerischen Wald, haben ganz viel Familie genossen, aber auch das erste Weihnachtsfest ohne meinen Schwiegervater feiern müssen. Die Großfamilie hat mit meinem ersten Neffen Zuwachs bekommen und ganz viel dreht sich um den kleinen süßen Kerl meiner Schwägerin. Ihr seht, ich habe einiges zu berichten - und das in nächster Zeit sicherlich wieder regelmäßiger. Ich freue mich, dass ihr trotzdem immer noch da seid, hier in meinem kleinen virtuellen Wohnzimmer. Dass ihr mich begleitet, auch wenn das Leben zwischendrin den Blog überrollt. Ich stoße mit euch an - auf ein hasenwildes Jahr 2017! Cheers!


Hasenwilde Grüße
Johanna

Samstag, 19. November 2016

Schule

Funkstille. Mal wieder. Das ist wirklich der Nachteil vom Blog - Für euch zumindest. Wenn es im Hause hasenwild zeitlich hoch her geht, schaffe ich keine Blogbeiträge. Wenn ich nur auf FB posten würde, wäre das sicher einfacher, weil's einfach schneller geht. Viel weniger Text, weniger Bilder, die wichtigsten Links. Aber das will ich nicht. Ich schreibe gerne. Auch wenn es länger dauert. Ich will, dass auch die Leute, die nur auf dem Blog schnuppern, alle meine Bilder sehen. Blogbeiträge sind beständiger, länger sichtbar, immer nachzulesen. Eine Chronik des hasenwilden Lebens. Und Pausen hier bedeuten - das Leben tobt. 😀


Lasst mich also mal Luft holen und von vorne anfangen, mit der im Moment einschneidensten Veränderung in meinem Leben. Sie nennt sich - Schule.


Ich weiß nicht, ob ihr überhaupt schon mitbekommen habt, dass ich im wirklichen Leben Grundschullehrerin bin. Seit fast sechs Jahren in Elternzeit. Meine beiden Kinder liegen mit knapp zwei Jahren so nah zusammen, dass ich zwischendrin nicht arbeiten gegangen bin. Dass ich wieder damit anfangen möchte, wenn beide den Kindergarten besuchen, war klar. Allerdings war das Elternzeitende auf Mitte Januar festgesetzt - und ich hatte mich auf ein paar Wochen gefreut, in denen beide Mädels vormittags im Kindergarten sind und ich vormittags hier richtig was schaffe. Die Ruhe vor dem Sturm, sozusagen. :)


Langweilig war mir während der 6 Jahre nie. Ich habe mir immer die ein oder andere Beschäftigung gesucht. Habe mich in der Flüchtlingsarbeit und bei anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten engagiert, Babymassagekurse gegeben, Instrumentalunterricht. Trotzdem - ich habe mich gefreut, wieder in der Schule anzufangen. Lehrer ist ja oft nicht nur Beruf, sondern auch Berufung. Und ich mag diesen Job. Meistens jedenfalls. Dass es allerdings jetzt doch so schnell gehen würde, hätte ich dann auch nicht gedacht.


Ich weiß nicht, wie das bei euch so ist, aber hier in Bayern herrscht im Moment chronischer Lehrermangel an Grundschulen. Aufgrund vieler Ausfälle werden händeringend Lehrer gesucht, egal woher sie kommen. Und so bekam auch ich einen Anruf vom Schulamt, doch bitte so schnell wie möglich die Elternzeit zu beenden und wieder anzufangen. Am besten gestern.


Ja, und so bin ich ruckzuck innerhalb weniger Tage wieder ins Arbeitsleben katapultiert worden. Mit drei Unterrichtstagen an einer netten Schule und einem wunderbaren Stundenplan. Aber sechs Jahre Pause sind sechs Jahre Pause. Und meine Welt steht Kopf gerade. 😁


Nicht nur, dass schnell organisiert werden musste, wer meine Mädels
mittags vom Kindergartenbus abholt (an dieser Stelle ein dickes DANKE an die Schwiegermama, die das überhaupt erst möglich macht), ich habe auch wirklich keinen Plan von der ersten Klasse. Zum Glück ist meine Mama auch Lehrerin und kann mit Tipps und Material aushelfen. Reinfinden muss man sich trotzdem erst wieder - in die Stundenvorbereitung, aber auch in das Unterrichten selbst.


Interessant fand ich auch, wie sehr meine Kinder die Tatsache getroffen hat, dass ich wieder arbeiten gehe. Als ich ihnen davon erzählt habe, sind sogar Tränen geflossen - das Konzept kannten sie bisher ja nur von ihrem Papa, und der ist schließlich jeden Tag bis abends unterwegs. Da bedurfte es vieler klärender Worte und Streicheleinheiten - und viel Zuwendung nachmittags, um die beiden wieder auf Spur zu bringen. Das war tatsächlich für mich unerwartet. Aber es funktioniert trotz allem sehr gut, denn die beiden Mäuse lassen sich ja eigentlich gern von der Schwiegermama abholen - die bietet dann nämlich auch immer noch nen leckeren Mittagessensservice an... 😉


Für mich stelle ich fest, dass nicht nur die positiven Aspekte dieses Jobs zurückkommen - die Tatsache, dass Kinder so wunderbar ehrliche Partner sind; das Vertrauen, dass sie einem entgegenbringen; die unkonventionelle Art zu denken und Dinge anzupacken; ihre Offenheit und Begeisterung; und ja, auch der Spaß daran, Stunden pädagogisch aufzubereiten, sich Gedanken darüber zu machen, Bildkarten und Arbeitsblätter zu gestalten. Die Freude, wenn so eine Stunde dann nach Plan läuft und die Schüler nicht nur Spaß haben, sondern etwas für's Leben mitnehmen. Die ersten Freundebücher in meiner Schultasche, die ersten selbstgemalten Bilder für mich. Ich liebe das. Aber auch die Tatsache, dass unser Schulsystem diverse Macken hat, kommt zurück. Die Tatsache, dass ein Lehrer für über 20 Schüler in vielen Situationen zu wenig ist. Dass man oft so leicht helfen könnte, wenn man sich mit bestimmten Schülern auch mal 15 Minuten alleine beschäftigen könnte. Das aber nicht geht, weil da noch 22 andere sitzen, die Aufmerksamkeit brauchen. Was oft gerade Situationen ziemlich schwierig macht, in denen ein Schüler auf Konfrontationskurs ist. Die räumlichen Einschränkungen, die es einem teilweise so schwer machen, die Schüler etwas individueller arbeiten zu lassen. Das hat sich leider in den vergangenen sechs Jahren nicht geändert.


Ich versuche also, einen neuen Alltag zu finden. Den Haushalt so zu komprimieren, dass unterm Strich nicht das komplette Chaos herrscht, aber trotzdem noch genug Zeit für meine Kinder nachmittags übrigbleibt. Und auch das ein oder andere Zeitfenster, das ich für mich nutzen kann. Gar nicht so einfach. Da ich aber nicht die erste arbeitende Mama auf der Welt bin, gehe ich davon aus, dass sich das einpendeln wird. 😁😁


Die Näherei bleibt im Moment auch zugegebenermaßen etwas auf der Strecke - aber das ein oder andere Teil entsteht nach wie vor. Wie dieses schicke Ballonkleid hier für die kleine Hasentochter (die mit dem Kleiderfaible, ihr erinnert euch?). :D "Marie" von Feefee ist einer meiner Lieblingsschnitte, nach wie vor, und gerade für die kühlere Jahreszeit absolut unschlagbar. Ich durfte den wundervollen Bio-Jersey "Foliage" von Stoffversand4u in "mint" vernähen. Mal wieder ein absoluter Alleskönner - das zarte Blättermuster ist nicht nur für Kinder was, sondern macht sich auch als Erwachsenenklamotte total gut! Was ich auch klasse finde - sowohl in "mint" als auch in der zweiten Farbstellung "taupe" gibt es farblich exakt passenden Unijersey aus der Reihe "Fenja" (auch Bio!)! Das Webband kam mir im Nähzimmerchaos eher zufällig in die Hände, das horte ich schon ewig -. und die Farbkombi hat mir so gut gefallen, dass ich direkt mit braunem Sommersweat und lila Bündchen kombinieren musste. Ich mag die Farbkombi total gern. Die dicke Kordel bekommt ihr bei Alles-für-Selbermacher in ganz vielen Farben!

Hier geht's zu "Foliage" in mint:

BIO Jersey Single - Foliage - mint hell - EXKLUSIV DESIGN

Und da findet ihr die Kordeln: *KLICK*

Hasenwilde Grüße
Johanna

Montag, 7. November 2016

Wackelzahn

Habe ich euch schon erzählt, dass die erste Zahnlücke hier im Haus Hasenwild Einzug gehalten hat?


Sehr überraschend, das kann ich euch versichern. Ich war von bevorstehenden Wackelzähnen und Zahnlücken in etwa so weit entfernt, wie der Mond von der Sonne. Also ziemlich weit.


Ich meine, schließlich ist auch die Große noch ein bisschen klein mit ihren 5 Jahren. Ein Kindergartenkind eben. Das Wort Vorschule will ich jetzt nicht hören. Wirklich nicht.


Jedenfalls kam sie eines Abends zu mir und jammerte ein bisschen (wirklich nur ein bisschen. Quasi kaum erwähnenswert), dass ihr der Zahn wehtut. Ich darauf (Rabenmutter, die ich bin): "Jetzt putzt du dir halt erst mal ordentlich die Zähne und schaust, ob die Zahnschmerzen davon weggehen. Wenn nicht, schau ich mir das morgen genauer an." Nachdem sie dann friedlich eingeschlafen ist, habe ich den Gedanken ad acta gelegt. Wenn Kind so ruhig schlafen kann, können die Zahnschmerzen schließlich nicht so schlimm sein. Außerdem waren wir ja erst bei der zahnärztlichen Kontrolle. Also.


Am nächsten Morgen hat sich das Tochterkind dann wohlweislich den Papa als Ansprechpartner ausgesucht, der dann prompt den Wackelzahn im Mund ausmachen konnte. Ich kann euch gar nicht beschreiben, was da in meinem Kopf vorging. "Wackelzahn? Wie? Hat sie sich gestoßen?".


Bis sich mein Gehirn langsam um die Idee wickelte, dass das tatsächlich einfach ein altersgerechter Wackelzahn sein könnte, hat es gedauert. Ihr werdet jetzt denken: "Was macht die denn für nen Elefanten aus diesem Wackelzahn???".


Und recht habt ihr. Er war wirklich nicht der Rede wert. Eigentlich. Aber irgendwie war es ja nicht nur der erste Wackelzahn meiner Tochter, sondern auch meiner. Ihr wisst schon. Ein greifbares Zeichen dafür, dass sie jetzt groß ist. Ein Vorschulkind. Bald ein Schulkind. Ein selbstständiges kleines Mädchen mit eigenen Ideen, dem langsam Flügel wachsen.


Und ja, ich hätte sie am liebsten festgebunden in dem Moment. Hätte ihr den Wackelzahn am liebsten mit Sekundenkleber wieder angetackert und ihr mit fester Stimme befohlen, doch gefälligst noch ein bisschen klein zu bleiben. Ich meine, die Sache mit den Wackelzähnen könnten wir nächstes Jahr auch noch angehen. In der ersten Klasse würde das auch noch reichen. Ernsthaft mal, so viel Neuerungen sind einem zarten Mamaherzen wirklich nicht auf die Schnelle zuzumuten, oder?


Naja, das Ende vom Lied war, dass gleich mittags beim Essene in lautstarkes Knirschen aus ihrem Mund zu hören war und sie ihren Wackelzahn beinahe mitgegessen hätte. Und jetzt ist da die Zahnlücke. Stolzes Beweisstück für ein reifes Vorschulkind, ihrer Meinung nach. Jeder muss sie sehen. Und der Zahn nebenan wackelt auch schon. Halleluja.


Aber es hilft wohl nichts. Nachdem das Fernziel ja wohl doch heißt, das Kind zu einem selbstständigen, respektvollen und verantwortungsvollen Erwachsenen (!) zu erziehen, muss ich da wohl durch. Wahrscheinlich wird es leichter mit jedem Wackelzahn. Aber irgendwie ist jeder auch ein bisschen Abschied.


Naja, und große Kinder it Zahnlücken brauchen coole Outfits. Die "Bandits" von Andrea Lauren waren da gerade richtig für die Zahnlückenfee. Vor allem, wenn man ganz genau guckt, ist da an ein paar seltenen Ecken ein Banditeneinhorn drauf. Und das ist der absolute Inbegriff der Coolness. :D :D Genäht habe ich aus dem weichen Sommersweat von Alles-für-Selbermacher eine Sweat-Version von Titus, der neuen cool-Hose von FinnLeys. Und ich habe alle Titus-Register gezogen. Hosentaschen, Aufsetztaschen hinten, eine Cargotasche an der Seite, Fake-Knopfleiste. Volles Programm. Ziel der Sache war eine weiche, kindergartentaugliche Hose, die gut unter den Schneeanzug passt, so dass das Tochterkind bei Schnee gut eingepackt ist und sich im Kindergartengarten die tollsten Schneeballschlachten liefern kann, drinnen aber trotzdem ordentlich angezogen ist. Jeans unterm Schneeanzug geht nämlich hier gar nicht. Ich erinnere, dass der Bequemlichkeitsfaktor bei uns eine tragende Rolle spielt. Dank des Gummizugs in den Beinen rutscht da dann auch nichts unter der Schneehose raus - und sie wächst ein Weilchen mit. Und weil eine Hose allein nur die Hälfte des Körpers bedeckt, gab's dazu noch ein einfaches Basic-Longsleeve von Lillesol und Pelle, mit Banditeneinhorn (stoffgemalt und appliziert).
Und bevor ihr fragt: Eigentlich sollte weiß kein Problem sein. Denn eigentlich soll die Hose ja draußen ausschließlich unterm Schneeanzug stecken. So die Theorie. Die Praxis sieht braun, matschig und begeistert aus. Was willste machen? :D :D


Hier bekommt ihr die "Bandits" in drei schicken Farbstellungen:

Sweat - Bandits - GOTS - Andrea Lauren - Weiß


Und da geht's zur Hose "Titus" in all ihrer Raffiniertheit (der näht sich übrigens auch super aus Nicht-dehnbaren Stoffen, deswegen habe ich für die Sweatversion einen Touch Weite rausgenommen) in den Größen 74-134:

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Hat euch der erste Wackelzahn auch so getroffen? Erzählt mal!

Hasenwilde Grüße
Johanna