Mir ist eingefallen, ich habe euch ja noch gar nicht von
unserem neuen Familienmitglied erzählt!
Seit Ostern wohnt er schon bei uns, der Neue. Er ist groß
und stark, genau wie ich mir das gewünscht hatte. Power hat er ohne Ende und
der tägliche Umgang mit ihm ist wirklich ein Vergnügen.
Wer das nun ist, wollt ihr wissen? Alhambra ist sein Name.
Seat Alhambra. Und ich bin sehr verliebt in seine dunkelblaue Hautfarbe. :D
Ich sage euch, es war allerhöchste Zeit für eine ordentliche
Familienkutsche. Und es war eine schwere Geburt. Weil der alte Audi einfach
nicht aufgeben wollte. Ich gebe zu, für die Hausbauphase ist so ein älteres
Modell schon praktisch. Man kann ohne schlechtes Gewissen Betonsäcke, Sandeimer
und sonstige dreckige Teile in den Kofferraum werfen. Ohne siebenunddreißig
Plastiktüten umzuwickeln. Weil’s eh wurscht ist. Weil er beim Saugen sowieso
nicht mehr streifenfrei und porentief rein wird.
Aber die Hausbauphase ist jetzt vier Jahre her. Und wenn man
die beendet hat, ist ein altes Auto einfach wieder nur alt. Und unser Audi, die
„Tante“, wie er liebevoll (vor langer Zeit) von uns getauft wurde, hat eine
Macke nach der anderen entwickelt. Man hat ja doch eine Beziehung zu so einem
Auto und nimmt einiges in Kauf. Aber lästig wird es schon irgendwann.
Das erste, was versagt hat, war die Heizung. Im Winter kein
Spaß, ich sage es euch. In drei Decken eingewickelte Kinder mit blauen Nasen
von hier nach da zu transportieren ist nur mäßig witzig. Dann fing die
Beifahrertür an zu klemmen. Eines kalten Wintertags, als das Schloss komplett
gestreikt hat, musste ich sie mit einem dicken Schal an der Gangschaltung
festbinden… :D Dann folgte der Kofferraum, der nicht mehr offen bleiben wollte.
Die erste Reparaturversion mit einem Kabelbinder hat ein Weilchen gehalten,
dann half nur noch der obligatorische Stock im Kofferraum, den man bei Bedarf
in die Kofferraumklappe spreizen kann. Ich sage euch, wenn man den
versehentlich beim Einladen umkickt, ist das wirklich kein Spaß für den
Hinterkopf… ;)
Ich hätte ihn schon lang abgegeben, den Audi. Die Tante.
Aaaber es war nicht mein Auto, sondern das meines Mannes. Und der hat die
kleinen Spinnereien sehr geduldig ertragen. Und ehrlich, es wäre mir auch egal
gewesen, wenn ich nicht damit fahren hätte müssen. Aber mein Auto ist als
Familienkutsche einfach zu klein. Und der Audi war zu klapprig. Mal abgesehen
von den ständigen Umbauarbeiten, wenn die Schwiegermama mitfahren wollte. Und
der Tatsache, dass wir für jeden Urlaub das Auto meines Papas ausleihen mussten,
weil wir Angst hatten, dass der Audi irgendwo im Nirgendwo seinen letzten
dieseligen Atemzug tun würde.
Es war also klar – ein Neues muss her. Auch relativ schnell,
welches Modell es sein sollte. Man möchte meinen, man könnte das entsprechende Auto dann einfach
kaufen. Oder wenigstens bestellen. Ha. Da kennt ihr meinen Göttergatten
schlecht. Der kann nämlich mit absoluter Tiefenentspannung ein Dreivierteljahr
(!!!!!!!) nach dem ultimativen Angebot suchen…. ;)
Er hat mich wirklich in den Wahnsinn getrieben. Eigentlich
beide. Der Mann und das Auto. Aber, glaubt es oder glaubt es nicht, irgendwann
war es da. Das ultimative Angebot. Puh. Selbstverständlich habe ich mir den
Neuen direkt unter den Nagel gerissen. :D Macht ja auch Sinn, weil ich
schließlich die meiste Zeit die Kinder kutschiere. Und drei Leute haben mehr
Anspruch auf das große Auto als einer. Seht ihr auch so, oder? :D
Jedenfalls ist die Autofahrerei ein Traum seither. Er
schnurrt und läuft und fährt und schnurrt. Der Kofferraum funktioniert, die
Türen schließen, und es ist genug Platz für Schwiegermama, ohne irgendetwas
umbauen zu müssen. Außerdem spricht er mit mir. Mit einer sehr angenehmen,
rauchigen Männerstimme. Er wählt meine Telefonnummern und gibt die Richtung an,
wenn ich mich nicht auskenne. Er piepst fröhlich und anhaltend bei allen
Gelegenheiten. Eine tolle Sache, wirklich. Na schön, manchmal nervt das auch.
:D Wir haben ihn jedenfalls sehr ins Herz geschlossen. Auch wenn ich manchmal
in der Garage stehe, und die Tante vor mir sehe. Die vielen Fahrten, die wir
mit ihr gemacht haben. Urlaube. Küsse. Spuckende Kleinkinder. Abenteuer.
Lachen. Musiklautstärke auf Anschlag. Vergessen werden wir sie sicher nicht,
die alte treue Lady. Und hoffen, dass der Neue mit uns genauso viele
Erinnerungen sammelt. <3
Nähtechnisch sehe ich im Moment schon unseren großen Urlaub in wenigen Tagen vor mir. Die erste große Prüfung für den Neuen. Und weil ich,
fernwehgeplagt wie ich bin, ständig an den Urlaub denke, nähe ich eigentlich
auch nur Sachen, die wir dafür brauchen können. Dieses Mal sind es zwei schicke
Sweathoodies geworden, zum Drüberziehen am Abend. Wenn den lauen Sommerabend
ein kühler Wind vom Meer auffrischt. Hach, ich freu mich schon. Und sehe die
Mädels schon vor mir, den Wind im Haar und mit ihren wundervollen Einhornpullis
durch die Nacht hüpfen. Genäht habe ich nach dem Schnitt „Zoe und Fynn“ von
Muckelie. Eine Version mit Kapuze, eine mit Kragen. Ansonsten braucht der
Hoodie gar nicht viel. Die wunderschönen Einhornstoffe sind ein Design von Andrea Lauren und ich durfte sie für Alles-für-Selbermacher
vernähen. Der Sommersweat mit Bio-Druck fühlt sich traumhaft an und das Design gefällt mir
unheimlich gut – nicht zu kitschig, lässt sich wunderbar kombinieren und auch
für mein Fast-Schulkind geeignet.
Hier findet ihr die wundervollen Einhorn-Sommerweats:

Die Hoodies werden uns jedenfalls sicherlich nicht nur in
den Urlaub, sondern auch in den Herbst begleiten. Zusammen mit unserem neuen,
großen, blauen Begleiter. Wir freuen uns schon darauf!
Hasenwilde Grüße
Johanna










































