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Freitag, 18. August 2017

Der Neue


Mir ist eingefallen, ich habe euch ja noch gar nicht von unserem neuen Familienmitglied erzählt!



Seit Ostern wohnt er schon bei uns, der Neue. Er ist groß und stark, genau wie ich mir das gewünscht hatte. Power hat er ohne Ende und der tägliche Umgang mit ihm ist wirklich ein Vergnügen.


Wer das nun ist, wollt ihr wissen? Alhambra ist sein Name. Seat Alhambra. Und ich bin sehr verliebt in seine dunkelblaue Hautfarbe. :D


Ich sage euch, es war allerhöchste Zeit für eine ordentliche Familienkutsche. Und es war eine schwere Geburt. Weil der alte Audi einfach nicht aufgeben wollte. Ich gebe zu, für die Hausbauphase ist so ein älteres Modell schon praktisch. Man kann ohne schlechtes Gewissen Betonsäcke, Sandeimer und sonstige dreckige Teile in den Kofferraum werfen. Ohne siebenunddreißig Plastiktüten umzuwickeln. Weil’s eh wurscht ist. Weil er beim Saugen sowieso nicht mehr streifenfrei und porentief rein wird.


Aber die Hausbauphase ist jetzt vier Jahre her. Und wenn man die beendet hat, ist ein altes Auto einfach wieder nur alt. Und unser Audi, die „Tante“, wie er liebevoll (vor langer Zeit) von uns getauft wurde, hat eine Macke nach der anderen entwickelt. Man hat ja doch eine Beziehung zu so einem Auto und nimmt einiges in Kauf. Aber lästig wird es schon irgendwann.


Das erste, was versagt hat, war die Heizung. Im Winter kein Spaß, ich sage es euch. In drei Decken eingewickelte Kinder mit blauen Nasen von hier nach da zu transportieren ist nur mäßig witzig. Dann fing die Beifahrertür an zu klemmen. Eines kalten Wintertags, als das Schloss komplett gestreikt hat, musste ich sie mit einem dicken Schal an der Gangschaltung festbinden… :D Dann folgte der Kofferraum, der nicht mehr offen bleiben wollte. Die erste Reparaturversion mit einem Kabelbinder hat ein Weilchen gehalten, dann half nur noch der obligatorische Stock im Kofferraum, den man bei Bedarf in die Kofferraumklappe spreizen kann. Ich sage euch, wenn man den versehentlich beim Einladen umkickt, ist das wirklich kein Spaß für den Hinterkopf… ;)


Ich hätte ihn schon lang abgegeben, den Audi. Die Tante. Aaaber es war nicht mein Auto, sondern das meines Mannes. Und der hat die kleinen Spinnereien sehr geduldig ertragen. Und ehrlich, es wäre mir auch egal gewesen, wenn ich nicht damit fahren hätte müssen. Aber mein Auto ist als Familienkutsche einfach zu klein. Und der Audi war zu klapprig. Mal abgesehen von den ständigen Umbauarbeiten, wenn die Schwiegermama mitfahren wollte. Und der Tatsache, dass wir für jeden Urlaub das Auto meines Papas ausleihen mussten, weil wir Angst hatten, dass der Audi irgendwo im Nirgendwo seinen letzten dieseligen Atemzug tun würde.


Es war also klar – ein Neues muss her. Auch relativ schnell, welches Modell es sein sollte. Man möchte meinen, man könnte das entsprechende Auto dann einfach kaufen. Oder wenigstens bestellen. Ha. Da kennt ihr meinen Göttergatten schlecht. Der kann nämlich mit absoluter Tiefenentspannung ein Dreivierteljahr (!!!!!!!) nach dem ultimativen Angebot suchen…. ;)


Er hat mich wirklich in den Wahnsinn getrieben. Eigentlich beide. Der Mann und das Auto. Aber, glaubt es oder glaubt es nicht, irgendwann war es da. Das ultimative Angebot. Puh. Selbstverständlich habe ich mir den Neuen direkt unter den Nagel gerissen. :D Macht ja auch Sinn, weil ich schließlich die meiste Zeit die Kinder kutschiere. Und drei Leute haben mehr Anspruch auf das große Auto als einer. Seht ihr auch so, oder? :D


Jedenfalls ist die Autofahrerei ein Traum seither. Er schnurrt und läuft und fährt und schnurrt. Der Kofferraum funktioniert, die Türen schließen, und es ist genug Platz für Schwiegermama, ohne irgendetwas umbauen zu müssen. Außerdem spricht er mit mir. Mit einer sehr angenehmen, rauchigen Männerstimme. Er wählt meine Telefonnummern und gibt die Richtung an, wenn ich mich nicht auskenne. Er piepst fröhlich und anhaltend bei allen Gelegenheiten. Eine tolle Sache, wirklich. Na schön, manchmal nervt das auch. :D Wir haben ihn jedenfalls sehr ins Herz geschlossen. Auch wenn ich manchmal in der Garage stehe, und die Tante vor mir sehe. Die vielen Fahrten, die wir mit ihr gemacht haben. Urlaube. Küsse. Spuckende Kleinkinder. Abenteuer. Lachen. Musiklautstärke auf Anschlag. Vergessen werden wir sie sicher nicht, die alte treue Lady. Und hoffen, dass der Neue mit uns genauso viele Erinnerungen sammelt. <3


Nähtechnisch sehe ich im Moment schon unseren großen Urlaub in wenigen Tagen vor mir. Die erste große Prüfung für den Neuen. Und weil ich, fernwehgeplagt wie ich bin, ständig an den Urlaub denke, nähe ich eigentlich auch nur Sachen, die wir dafür brauchen können. Dieses Mal sind es zwei schicke Sweathoodies geworden, zum Drüberziehen am Abend. Wenn den lauen Sommerabend ein kühler Wind vom Meer auffrischt. Hach, ich freu mich schon. Und sehe die Mädels schon vor mir, den Wind im Haar und mit ihren wundervollen Einhornpullis durch die Nacht hüpfen. Genäht habe ich nach dem Schnitt „Zoe und Fynn“ von Muckelie. Eine Version mit Kapuze, eine mit Kragen. Ansonsten braucht der Hoodie gar nicht viel. Die wunderschönen Einhornstoffe sind ein Design von Andrea Lauren  und ich durfte sie für Alles-für-Selbermacher vernähen. Der Sommersweat mit Bio-Druck fühlt sich traumhaft an und das Design gefällt mir unheimlich gut – nicht zu kitschig, lässt sich wunderbar kombinieren und auch für mein Fast-Schulkind geeignet.


Hier findet ihr die wundervollen Einhorn-Sommerweats:


 



Und da geht es zu „Zoe und Fynn“ von Muckelie: *KLICK*


Die Hoodies werden uns jedenfalls sicherlich nicht nur in den Urlaub, sondern auch in den Herbst begleiten. Zusammen mit unserem neuen, großen, blauen Begleiter. Wir freuen uns schon darauf!



Hasenwilde Grüße

Johanna

Montag, 7. November 2016

Wackelzahn

Habe ich euch schon erzählt, dass die erste Zahnlücke hier im Haus Hasenwild Einzug gehalten hat?


Sehr überraschend, das kann ich euch versichern. Ich war von bevorstehenden Wackelzähnen und Zahnlücken in etwa so weit entfernt, wie der Mond von der Sonne. Also ziemlich weit.


Ich meine, schließlich ist auch die Große noch ein bisschen klein mit ihren 5 Jahren. Ein Kindergartenkind eben. Das Wort Vorschule will ich jetzt nicht hören. Wirklich nicht.


Jedenfalls kam sie eines Abends zu mir und jammerte ein bisschen (wirklich nur ein bisschen. Quasi kaum erwähnenswert), dass ihr der Zahn wehtut. Ich darauf (Rabenmutter, die ich bin): "Jetzt putzt du dir halt erst mal ordentlich die Zähne und schaust, ob die Zahnschmerzen davon weggehen. Wenn nicht, schau ich mir das morgen genauer an." Nachdem sie dann friedlich eingeschlafen ist, habe ich den Gedanken ad acta gelegt. Wenn Kind so ruhig schlafen kann, können die Zahnschmerzen schließlich nicht so schlimm sein. Außerdem waren wir ja erst bei der zahnärztlichen Kontrolle. Also.


Am nächsten Morgen hat sich das Tochterkind dann wohlweislich den Papa als Ansprechpartner ausgesucht, der dann prompt den Wackelzahn im Mund ausmachen konnte. Ich kann euch gar nicht beschreiben, was da in meinem Kopf vorging. "Wackelzahn? Wie? Hat sie sich gestoßen?".


Bis sich mein Gehirn langsam um die Idee wickelte, dass das tatsächlich einfach ein altersgerechter Wackelzahn sein könnte, hat es gedauert. Ihr werdet jetzt denken: "Was macht die denn für nen Elefanten aus diesem Wackelzahn???".


Und recht habt ihr. Er war wirklich nicht der Rede wert. Eigentlich. Aber irgendwie war es ja nicht nur der erste Wackelzahn meiner Tochter, sondern auch meiner. Ihr wisst schon. Ein greifbares Zeichen dafür, dass sie jetzt groß ist. Ein Vorschulkind. Bald ein Schulkind. Ein selbstständiges kleines Mädchen mit eigenen Ideen, dem langsam Flügel wachsen.


Und ja, ich hätte sie am liebsten festgebunden in dem Moment. Hätte ihr den Wackelzahn am liebsten mit Sekundenkleber wieder angetackert und ihr mit fester Stimme befohlen, doch gefälligst noch ein bisschen klein zu bleiben. Ich meine, die Sache mit den Wackelzähnen könnten wir nächstes Jahr auch noch angehen. In der ersten Klasse würde das auch noch reichen. Ernsthaft mal, so viel Neuerungen sind einem zarten Mamaherzen wirklich nicht auf die Schnelle zuzumuten, oder?


Naja, das Ende vom Lied war, dass gleich mittags beim Essene in lautstarkes Knirschen aus ihrem Mund zu hören war und sie ihren Wackelzahn beinahe mitgegessen hätte. Und jetzt ist da die Zahnlücke. Stolzes Beweisstück für ein reifes Vorschulkind, ihrer Meinung nach. Jeder muss sie sehen. Und der Zahn nebenan wackelt auch schon. Halleluja.


Aber es hilft wohl nichts. Nachdem das Fernziel ja wohl doch heißt, das Kind zu einem selbstständigen, respektvollen und verantwortungsvollen Erwachsenen (!) zu erziehen, muss ich da wohl durch. Wahrscheinlich wird es leichter mit jedem Wackelzahn. Aber irgendwie ist jeder auch ein bisschen Abschied.


Naja, und große Kinder it Zahnlücken brauchen coole Outfits. Die "Bandits" von Andrea Lauren waren da gerade richtig für die Zahnlückenfee. Vor allem, wenn man ganz genau guckt, ist da an ein paar seltenen Ecken ein Banditeneinhorn drauf. Und das ist der absolute Inbegriff der Coolness. :D :D Genäht habe ich aus dem weichen Sommersweat von Alles-für-Selbermacher eine Sweat-Version von Titus, der neuen cool-Hose von FinnLeys. Und ich habe alle Titus-Register gezogen. Hosentaschen, Aufsetztaschen hinten, eine Cargotasche an der Seite, Fake-Knopfleiste. Volles Programm. Ziel der Sache war eine weiche, kindergartentaugliche Hose, die gut unter den Schneeanzug passt, so dass das Tochterkind bei Schnee gut eingepackt ist und sich im Kindergartengarten die tollsten Schneeballschlachten liefern kann, drinnen aber trotzdem ordentlich angezogen ist. Jeans unterm Schneeanzug geht nämlich hier gar nicht. Ich erinnere, dass der Bequemlichkeitsfaktor bei uns eine tragende Rolle spielt. Dank des Gummizugs in den Beinen rutscht da dann auch nichts unter der Schneehose raus - und sie wächst ein Weilchen mit. Und weil eine Hose allein nur die Hälfte des Körpers bedeckt, gab's dazu noch ein einfaches Basic-Longsleeve von Lillesol und Pelle, mit Banditeneinhorn (stoffgemalt und appliziert).
Und bevor ihr fragt: Eigentlich sollte weiß kein Problem sein. Denn eigentlich soll die Hose ja draußen ausschließlich unterm Schneeanzug stecken. So die Theorie. Die Praxis sieht braun, matschig und begeistert aus. Was willste machen? :D :D


Hier bekommt ihr die "Bandits" in drei schicken Farbstellungen:

Sweat - Bandits - GOTS - Andrea Lauren - Weiß


Und da geht's zur Hose "Titus" in all ihrer Raffiniertheit (der näht sich übrigens auch super aus Nicht-dehnbaren Stoffen, deswegen habe ich für die Sweatversion einen Touch Weite rausgenommen) in den Größen 74-134:

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Hat euch der erste Wackelzahn auch so getroffen? Erzählt mal!

Hasenwilde Grüße
Johanna

Sonntag, 6. März 2016

Stark wie ein Tiger

Stark wie ein Tiger - das möchte doch jeder sein! Es allen anderen zeigen, von allen Seiten respektiert und gefürchtet werden und alles bekommen, was man möchte, wenn man nur seine Zähne zeigt. Und es scheint so einfach, sich seinen Weg zum Ziel zu erschlagen, erkratzen und erbeißen. Auch meine Kinder würden das hin und wieder so sehen. Wenn da nicht Mama wäre. Mama und ihre strikte keine-Gewalt-Politik. :D :D


Wisst ihr, wie jeder andere auch erziehe ich meine Kinder nach bestem Wissen und Gewissen. Dazu gehört hier im Haus, dass nicht geschlagen wird, nicht gekratzt, gebissen, getreten, gezwickt. Absolutes NoGo, und das setze ich auch mit aller mir zur Verfügung stehenden Konsequenz durch.


Ich will das nicht. Ein Schlag provoziert immer einen Gegenschlag. Auch wenn man sich nur verteidigen will. Und ich bin relativ erfolgreich mit meinem Konzept bei meinen Kindern. Mag auch daran liegen, dass sie von Natur aus zwei recht friedliebende Menschen sind. Aber manchmal - manchmal meldet sich der kleine Teufel auf meiner rechten Schulter und flüstert: "Liebe Johanna, du erziehst deine Kinder vollkommen lebensunfähig. Die prädestinierten Opfer." Gerade wenn ich manchmal höre, wie es später auf den weiterführenden Schulen zugeht, macht mir das zugegebenermaßen wirklich Angst.


Ja, dieser Gedanke macht mir echt zu schaffen. Selbstverständlich versuche ich, meinen Töchtern Alternativen an die Hand zu geben. Reden, zuallererst, am besten BEVOR der Streit ausbricht. Ich versuche, ihnen genug Selbstbewusstsein mit in die Welt zu geben, um aufrecht zu stehen und ein klares "NEIN, ich will das nicht!!" aussprechen zu können. Genug Intelligenz, um im Zweifelsfall auch mal einen Schritt zurücktreten zu können. Und genug eigenen Willen, um auch in einer schwierigen Situation ihre eigene Meinung vertreten zu können, um trotzdem das zu erreichen, was ihnen wichtig ist. Gewaltfrei.


Aber seien wir mal ehrlich - das ist schon ziemlich viel verlangt von einer 3- und einer 5jährigen. Dass das noch nicht komplett so hinhauen kann, ist vollkommen klar. Aber das ist die Richtung, in die ich gehen möchte. Und ich stelle immer wieder fest, wie schmal der Grat ist, auf dem wir balancieren. Ich möchte nicht, dass die beiden wegen jeder Kleinigkeit laut heulend zum Petzen kommen. Aber ich will auch nicht, dass sie zu(rück)schlagen. Und ich will trotzdem, dass sie versuchen, ihre Streitigkeiten ohne meine Hilfe zu lösen. Und das Ganze, ohne jedes Mal zurückstecken zu müssen. Das ist ganz schön viel verlangt, ich WEIß das.  Wenn ich manchmal sehe, wie meine Große hilflos dasteht, wenn ihr jemand in der Bücherei das Buch, in dem sie gerade blättert, einfach aus der Hand reißt, zerreißt es mir das Herz.


Aber wenn sie es schafft, sich dann in der Situation vor denjenigen hinzustellen und laut und deutlich zu sagen: "Gib das zurück, ich habe noch darin gelesen - du kannst es nach mir haben!!", dann geht mir das Herz auf - besonders, wenn sie damit Erfolg hat! Und auf diese kleinen Erfolge bauen wir, in der festen Hoffnung, dass ich mir hier zwei selbstbewusste, starke, friedliche und kompromissbereite Menschen erziehe. Und keine Mobbingopfer.


Als letztens der Stoff von Alles-fuer-Selbermacher mit den Tigern zum Vernähen ankam, hat ihn die Große direkt für sich beansprucht - und ein richtig cooles Outfit daraus bekommen. Als sie es das erste Mal anhatte, strahlte sie: "Mama, jetzt bin ich stark wie ein Tiger!". Ich habe ihr erklärt, dass sie der stärkste Tiger ist, den ich kenne - weil sie nicht mit den Fäusten stark ist, sondern mit dem Kopf und mit dem Herzen. Denn darin liegt die wahre Stärke. "Dann bin ich im Herz ein Tiger!". Definitiv. Der mutigste und stärkste Tiger im Herz, der mir je untergekommen ist. <3 <3 <3



Und diese Botschaft finde ich so schön und so wichtig, dass ich euch das passende Motiv von Andrea Lauren nur ans Herz legen kann. Damit jedes Kind daran denkt, dass man am besten im Herzen und im Kopf stark wie ein Tiger ist, und nicht mit der Faust. Denn dann sind alle meine Sorgen unbegründet und wir ziehen eine wunderbare, friedliche neue Generation heran. Die endlich alle Kriege beendet, redet statt zuschlägt und ihre Probleme friedlich löst. Eine Generation mit Tiger im Herz. <3 Ist euch zu pathetisch? Macht nichts. Man braucht ja wohl ein Ziel vor Augen. Oder nicht?


Mit einem Klick auf das Bild könnt ihr den wundervoll weichen (und GOTS-zertifizierten) Sommersweat bestellen. Rock, Beanie und Raglanshirt sind aus dem neuen Klimperklein-Buch. Tigerstark, oder?

Sweat - Tiger - GOTS - Andrea Lauren - Vanille

Hasenwilde Grüße
Johanna


Montag, 15. Februar 2016

Warum...?

"Mama, warum....?". Kennt ihr das? Wenn jeder einzelne Satz mit einem dicken "warum" startet und der Fragensteller alles, aber auch wirklich alles über Gott und die Welt wissen will, bis man das Gefühl hat, man hätte tatsächlich Löcher im Bauch von der ganzen Fragerei?


Was meine große Tochter alles wissen will ist jedenfalls unglaublich. Jede Situation, jeder Blick, jede neue Erfahrung kann einen ganzen Fragenmarathon aufwerfen - und die Antworten sind manchmal gar nicht alle so einfach aus dem Ärmel zu schütteln. Jede in den Augen der großen Hasentochter ungenügende Antwort hat außerdem mindestens zehn weitere Fragen zur Folge. :)


Und was sie da alles so wissen will! Warum sagt man bei Schafen "Herde" und bei Wölfen "Rudel"? Und wie leben dann Rehe? Ob das Kamel heiße Füße bekommt, wenn es in der Wüste zu lange auf einem Platz steht? Und warum haben Zwillinge am selben Tag Geburtstag, aber sie und ihre Schwester nicht? Und wie viele Glühwürmchen braucht man auf dem Kopf, damit man mit dem Licht in der Dunkelheit ein Buch anschauen kann? (Die letzte Frage kam gestern Abend auf, die finde ich besonders philosophisch :D )


Ihre Neugier ist ungebrochen, sie will die Welt für sich entdecken und alle ihre Geheimnisse lüften. Ich finde das so spannend zu beobachten. Und so als gerade-Fünfjährige ist sie selbstverständlich der Meinung, dass die Mama auf alle Fragen der Welt eine Antwort hat. Wobei wir hin und wieder schon auch was nachlesen müssen. Oder damit leben, dass eine Frage auch mal unbeantwortet bleiben muss. :)


Das Hasenkind kann sich aber auch irre viel merken. Eine Frage stellt sie selten zweimal und die Antworten, die sie nach bestem Wissen und Gewissen von mir bekommt, werden im Kopf hin und her gedreht, umformuliert, dann bekommt Anna (von unserer unsichtbaren Mitbewohnerin habe ich euch ja letzte Woche HIER schon erzählt) die Sachlage nochmal erklärt, wahlweise auch die kleine Schwester, und dann sitzt das im Langzeitgedächtnis. Jederzeit abrufbar, in den unmöglichsten Situationen. Wahrscheinlich für immer. Wenn nicht noch länger. Beneidenswert einerseits. Andererseits leidet dafür hin und wieder die Speicherkapazität für Kurzaufträge. "Deck bitte den Tisch" überschreitet zum Beispiel offensichtlich bereits nach dem zweiten Teller das Speichervolumen.... ;) Kein Wunder, wenn die Hirnschubladen mit so viel wichtigeren Informationen belegt sind.... :D


Jedenfalls war mir vollkommen klar, was aus dem wunderschönen Fuchs-Jersey werden sollte, den mir Alles-für-Selbermacher zum Vernähen zur Verfügung gestellt hat: Ein Schlaufuchs-Hoodie sollte es sein für die kleine Weltentdeckerin. Schnittgrundlage ist die Hoodie-Variante der Issy von Feefee (geliebter Schnitt!!). Aufgepeppt habe ich den unifarbenen Jerseysweat zunächst mit Glitzerspray und Glitzerfarbe, um die Glühbirne später zum Leuchten zu bringen. Danach habe ich den Fuchs, die Glühbirne und das Schlaufuchs-Schildchen freihand aufgenäht. Die Buchstaben sind mit Textilfarbe auf grobes Leinen gestempelt. Die mit eingefassten Bindebändchen am Rand der Passe und die beiden Knöpfe vorn an der Kapuze schicken den Hoodie noch ein bisschen auf, und TADAAAAA! :D


Der Fuchsjersey ist GOTS-qualifiziert und wunderbar angenehme Qualität, direkt zum Reinlegen und Einwickeln. Und der Pulli ist auf der Liste der Lieblingspullis sowohl beim Hasenkind als auch bei mir ganz nach oben gewandert. Mit den Bündchen hat er noch richtig Wachspotenzial und wird hoffentlich den kleinen Schlaufuchs noch ein Weilchen begleiten! Bei den Fotos mit der Glühbirne hatte das Kind übrigens richtig Spaß - ihr ist ständig ein Licht aufgegegangen... ;) Auch wenn ich hinterher eine große Fragerunde über mich ergehen lassen musste, angefangen mit: "Mama, warum leuchtet die Glühbirne in meiner Hand nicht?".... ;)


Den Fuchsjersey nach dem Design von Andrea Lauren findet ihr hier *KLICK* - und dann könnt ihr euch an die Schlaufuchsausstattung für eure eigenen Schlaufüchse machen!! Wie praktisch, dass der Stoff sowohl für Schlaufuchsjungs als auch für Schlaufuchsmädels passt! Auf dass allen Kindern der Welt ein Licht aufgehe! :D :D


Hasenwilde Grüße Johanna

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Tief

Ich glaube, ich habe ein Tief. Ein Nähtief. Hatte ich noch nie.


Kennt ihr das? Wenn man tatsächlich keine Lust auf die Nähmaschine hat? Zum Glück ist es gerade probenähtechnisch bei mir sowieso ein bisschen ruhiger - ein Teil habe ich im Nähkeller liegen, das schon zugeschnitten ist, aber das hat zum Glück keine Eile.


Und ich? Mache körbeweise Wäsche, schaue hin und wieder auch mal einen Film, bringe den Haushalt auf Vordermann und setze mich endlich an die leidige Schreibtischarbeit, die schon seit Ewigkeiten laut nach mir schreit. Gerade merke ich, wie viel Zeit ich tatsächlich in mein Hobby stecke.


Vielleicht sollte ich mir so eine Näh-Auszeit öfter nehmen. Das bereinigt schon so ein bisschen das latent schlechte Gewissen, das ich sonst an der Nähmaschine oft habe, weil einfach viel anderes liegen bleibt. Ich liebe mein Hobby, und ich habe nicht nur wahnsinnigen Spaß am Nähen, sondern auch an der Probenäherei, dem gegenseitigen Austausch und nicht zuletzt dem Fotografieren. Aber wie bei so vielen Dingen - eine Pause schafft wieder eine distanziertere Sicht auf die Dinge - und hebt nicht zuletzt den Spaß an der Sache wieder!


Ich lasse das Tief also einfach Tief sein, beschäftige mich mit anderen Dingen, freue mich, dass gerade nähtechnisch nichts eilt und warte auf die nächste Hochphase - und die kommt bestimmt. So ein bisschen fühle ich sie schon kribbeln. :D


Zum Glück geht mir fototechnisch das Futter für euch nicht aus - ich habe noch so einiges zu zeigen hier auf meinem Laptop! Los geht's erst mal mit diesem schönen Schnitt hier - es gibt ihn noch gar nicht zu kaufen, aber er kommt euch sicher bekannt vor! "Freya", den erfolgreichen Pullunderschnitt von FinnLeys, gibt es jetzt endlichendlich bald auch für uns große Mädels unter dem Namen "Freya Ladies". Der Schnitt steht in den Startlöchern und ist ganz bald auch für euch zu haben. Bid dahin könnt ihr euch schon mal inspirieren lassen - die ersten Freya-Bilder werden nämlich heute schon hier und da zu sehen sein! Ich habe hier die Variante mit den seitlichen Passen und Einstecktaschen genäht, außerdem habe ich mir den kuscheligen Kragen ausgesucht. Den finde ich ja besonders klasse, weil der Hals so schön warm bleibt. Natürlich wird es "Freya" auch mit Kapuze, mit der bewährten Rabaukentasche und sogar mit Mufftasche (wie ihr sie vielleicht von der Lotta kennt) geben. Und das alles ladytauglich, kuschelwarm und als Drüberzieher für alle Gelegenheiten - meine zwei Freya haben beide schon den ersten Waschgang hinter sich, so häufig werden sie getragen!


Das hier ist die zweite Ladung GOTS-zertifizierter Heavy-Bio-Sweat, den ich für stoffversand4u probenähen durfte. HIER konntet ihr ja schon den grau-melierten Sweat begutachten - das hier ist aprikose. Und ich hab echt nix zu meckern daran - superkuschelig, vernäht sich total gut, und die Farben sind satt. Und, naja, Bio halt. :D Klickt rüber zu stoffversand4u, den gibt's in ganz vielen wunderschönen Farben: *KLICK* Kombiniert habe ich mit den weiß-schwarzen Ringeln vom Stoffonkel, mit denen man einfach alles kombinieren kann - und außerdem passt zu dem aprikosefarbenem Sweat PERFEKT der Campingbear von Andrea Lauren, den ich hier noch liegen hatte - exakt der gleiche Farbton in den Dreiecken. Ich liebe sowas. Wenn Sachen passen. :D :D

Meine Freya Ladies schicke ich zu RUMS und zu Ich-näh-Bio. Und ich widme mich dann wieder meinem Schreibkram und warte geduldig auf das nächste Näh-Hoch. Weil es immer am sinnvollsten ist, das Leben zu nehmen, wie es eben kommt. <3

Hasenwilde Grüße
Johanna