Samstag, 15. Juni 2019

Abendlektüre

Ihr Lieben,
heute nur ein ganz kurzes "Hallo" von mir.
Wir sind frisch aus dem Urlaub zurück. Eine knappe Woche haben wir mit dem Wohnwagen in den Bergen verbracht. Zum Einen, um das Ende des ersten Elternzeitmonats meines Mannes nochmal so richtig gemeinsam als Familie zu genießen - zum Anderen, um herauszufinden, ob der Babysohn wohnwagen- und urlaubstauglich ist.
Lange Rede, kurzer Sinn: Ist er. Er hat die Tage mit so viel Ruhe und Entspanntheit gemeistert und genossen, dass es eine wahre Freude war. Ich erzähle euch definitiv nochmal genauer, was wir alles getrieben haben - heute wollte ich euch aber nur kurz mein wichtigstes Urlaubsutensil zeigen: Meinen Ebook-Reader.


Fünf Menschen auf engstem Raum in unserem relativ kuschelig-kleinen Wohnwagen, das ist eine kleine Herausforderung. Jeder hat andere Bedürfnisse, Wünsche und bevorzugte Bettzeiten. Trotzdem schaffen wir es im Urlaub eigentlich immer, dass am Ende alle zufrieden in ihren Betten liegen. Ich genieße dann gern noch ein bisschen Paarzeit mit meinem Göttergatten. Draußen. Nur wir zwei. Allerdings wird es gerade in den Pfingstferien abends oft noch ungemütlich kalt, und dann verziehe ich mich auch gern zu den Kindern in den warmen Wohnwagen.


Und dann liege ich da, drei Kinder schlafen friedlich um mich herum, und ich will noch lesen. Ich will IMMER lesen, wenn ich ins Bett gehe. Das ist mein persönliches Ritual zum Abschalten am Abend. Und ich finde es katastrofürchterlich, wenn ich dann kein Licht andrehen kann, weil ich sonst die Kids wecke. Und da kommt der Reader ins Spiel. Eigentlich bin ich ein Fan von Büchern aus Papier. Ich mag die Haptik, das Geräusch beim Umblättern, den Geruch von Papier, die Tatsache, dass man genau sieht, wie viel vom Buch noch fehlt. Aber. Bevor ich gar nicht lese, lese ich lieber auf dem Reader. Der hat nämlich ein beleuchtetes Textfeld und weckt trotzdem mit seinem sanften Licht niemanden - und ich kann meiner Lektüre frönen, bis ich schlafend umkippe. :D


Vor Jahren hab ich meinem Reader zum Schutz eine Lederhülle genäht. Die war aber inzwischen ordentlich abgeschrubbelt und einfach nicht mehr schön - mal davon abgesehen, dass die Gummis innen und außen so ausgeleiert waren, dass der Reader einfach rausgerutscht ist. Es musste also was Neues her. Nach der Anleitung von Schnabelina habe ich aus so Korkstoffdingens mit Goldflitterglitter eine neue Hülle genäht und bin sehr happy damit. In Kombination mit dem fröhlichen apfelgrün macht sie echt was her, finde ich - da kann ich auch verschmerzen, dass ich statt einem Papierbuch ein elektronisches Exemplar in den Händen halte. Dankbarerweise teilt meine Mama ihre E-Bücherei mit mir und so hab ich auch keinen Mangel an Lesefutter. Gelesen hab ich übrigens "Fräulein Hedy träumt vom Fliegen" von Andreas Izquierdo - ein wunderwundervolles Buch, das ich euch nur ans Herz legen kann. Der nächste Urlaub kommt nämlich bestimmt!

Wie sieht's aus, habt ihr denn auch Lesetipps für mich? Was war euer letztes Urlaubsbuchhighlight? <3

Hasenwilde Grüße
Johanna

Montag, 3. Juni 2019

Entwicklungsschritte und letzte Male

Jetzt weiß ich wieder, wie das mit den Fotos ging. Man platziere das zu fotografierende Objekt einfach mitten in einem Haufen Blumen. Wie konnte ich das nur vergessen? :D :D Endlich bin ich jedenfalls wieder happy mit meinen Bildern und werde euch deswegen heute gleich eine ganze Flut davon zeigen.


 Dieses Outfit war zu groß, als ich es genäht habe. Wenn man bedenkt, dass das erst ein paar wenige Wochen her ist, ist das eigentlich schon erschreckend. Der Babybub wächst so furchtbar schnell! Ich komme da gar nicht mit dem Gucken hinterher!!


Ich weiß noch, wie das bei meiner ältesten Tochter war. Als die so klein war, hatte ich da so ein Buch. "Babys Entwicklung" oder sowas. Ihr wisst schon, so ein fetter Wälzer, in dem die Entwicklungsschritte dokumentiert sind. Und in dem genau steht, wann ein Baby was lernen muss. Wann es lacht. Wann es greift. Wann es sich dreht. Und ich habe wöchentlich nachgelesen, welcher unglaubliche Meilenstein uns als nächstes bevorsteht. Und darauf habe ich dann gelauert. Selbstverständlich bin ich in Freudenschreie ausgebrochen, wenn sie den nächsten Entwicklungsschritt getan hatte. Und dann habe ich flott nachgelesen, was als nächstes kommt. :D


Dann kam Kind Nummer zwei. Die Mitteltochter. Bei der war ich schon wesentlich entspannter, was die Entwicklungsschritte anging. Schließlich war Fräulein Erstgeboren bei Tochter Zwei's Geburt erst knapp zwei Jahre alt und ich hatte alle Hände voll zu tun. Manchmal hätte ich auch durchaus noch ein Paar mehr gebrauchen können. :D :D Die Maus lernte in Windeseile von ihrer großen Schwester, das Entwicklungsbuch verstaubte im Regal und wir machten immer wieder große Augen, wenn das Kind plötzlich wieder eine neue Technik beherrschte und verfeinerte, mit der wir noch gar nicht gerechnet hatten.


Und jetzt gibt es den Babybub. Den zuckersüßen. Der voraussichtlich der letzte seiner Art sein wird. Das letzte Baby im Haus Hasenwild. Und wie ist das jetzt? Dieses Entwicklungsbuchdingens, ich habe keine Ahnung, ob es das noch gibt. Oder ob ich es irgendwann aussortiert und verschenkt habe. Ich weiß ja jetzt schon, dass sich Babys entwickeln. Und dass es gar nicht wichtig ist, wann sie was lernen. Beim Babybub genieße ich jetzt in vollen Zügen - gerade, weil es mit den beiden großen Schwestern wesentlich entspannter zugeht, als das der Fall war, als das Mittelkind geboren wurde.


Ich genieße jeden Moment in dem vollen Wissen, dass es vielleicht das letzte Mal sein könnte. Das letzte Mal, dass der Babykopf in meinem Arm so verführerisch nach Baby riecht. Das letzte Mal, dass er an meiner Brust schmatzt und mich nebenher mit seinen kleinen Fingerchen streichelt. Das letzte Mal, dass er die Beine wie ein kleiner Frosch anzieht, wenn ich ihn hochhebe. Das letzte Mal, dass er während des Trinkens drei Mal anhalten muss, um zu gucken, ob ich auch noch da bin. Das letzte Mal, dass er auf dem Bauch nach mir ruft, damit ich ihn umdrehe. Dass er sich in fröhlichen Gurrtönen mit mir unterhält. Dass er, wenn er müde ist, seinen Kopf in meine Armbeuge drückt und sich mit beiden Händen an meinem Oberteil festhält, bevor er einschläft. Wie sich diese klitzekleinen Babyfüße anfühlen. Wisst ihr, man weiß nämlich nie, welches Mal das letzte Mal ist, bis es das letzte Mal war. Deshalb macht es ziemlich viel Sinn, solche Dinge ganz fest zu genießen und festzuhalten, solang man sie bekommt.


Versteht mich nicht falsch, es macht auch keinen Sinn, ständig dem nachzutrauern, was man nicht mehr hat. Dann ist man ja dauernd unglücklich. Aber wenn man die entscheidenden Momente in vollem Bewusstsein genossen hat, solange sie da waren, kann man getrost später mit ganz viel Liebe und Dankbarkeit im Herzen daran zurückdenken. Ohne das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Und dann widmet man sich ganz bewusst den Dingen, die man gerade bekommt - und die vielleicht heute das letzte Mal stattfinden. Und genießt. <3


Auf den Bildern seht ihr die dritte Ssp von Rosarosa, die ich genäht habe. Mit stylischem Streifen an der Seite. Kombiniert mit einem fröhlich-türkisen Shirt nach dem Schnittmuster Mini-Miez und einer Beanie mit Öhrchen, ebenfalls beide von Rosarosa. Die fetzige Chamäleon-Weste habe ich nach einem Jackenschnitt aus einem der klimperklein-Bücher abgewandelt. Den Chamäleon-Stoff und den passenden zimtfarbenen Sweat hab ich bei Tina von Steinblau gekauft, die Big Dots in türkis sind von Namijda. Und fertig ist die Sommer-Kombi - und wird gerade rauf und runter getragen. <3


Und mit diesem Set und den Bildern - mit denen ich dieses Mal auch wirklich glücklich bin - husche ich schnell wieder rüber ins Wohnzimmer und knuddle mein Baby noch ein bisschen. Ich muss dringend nochmal an ihm riechen - wer weiß, wie lange sich der Babyduft noch hält.... <3

Hasenwilde Grüße
Johanna

Samstag, 1. Juni 2019

Hobbyzeit

Ihr Lieben,
Endlich habe ich wieder richtig Lust zum Nähen und Bloggen. Aber so richtig. Irgendwie scheint das doch mit der Elternzeit zusammenzuhängen. Meine To-Sew-Liste umfasst satte 27 Posten - von Ausbesserungsarbeiten über Schultüten (jepp, das mittlere Fräulein ist auch schon fast ein Schulkind. Uffz.), Windeltaschen, lang versprochene Kuscheltiere, Sommergarderobe für den Babybub bis hin zu bereits zugeschnittenen Teilen, die eigentlich nur noch unter die Nähmaschine müssen. Alles dabei.


Alles, was mir jetzt noch zu meinem Glück fehlt, ist mehr Zeit. :D :D Tagsüber frisst der Haushalt leider nach wie vor einen großen Zeitanteil (irgendwie ist das mit jetzt 5 statt 4 Personen auch nicht weniger geworden. Besonders die Wäsche. :P). Und abends - tja, abends stoppt mich der Babyboy, der süße.


Der darf nämlich normalerweise bis halb neun/neun wachbleiben, weil der die Stunde schwesternfreie Zeit am Abend noch genießt - und ich auch. Da geht dann noch eine Runde Babymassage, oder wir spielen noch ein bisschen, oder er sitzt einfach noch ein Weilchen in meinem oder Papas Arm, während wir auf der Terrasse den Abend ausklingen lassen. Bis der dann ins Bett gebracht ist, habe ich ungefähr eine knappe Stunde Puffer - und dann fällt ihm meistens auf, dass er ganz allein im Schlafzimmer liegt. Und das findet er dann nicht so prickelnd. Naja, und bis ich den dann wieder beruhigt (und meistens noch gefüttert) habe, ist dann auch zehn/halb elf und ich bleibe meistens gleich im Schlafzimmer. Mamasein macht nämlich müde! :D


Womit aber meine abendliche Nähzeit quasi nicht existent ist. Wo ich doch so motiviert wäre. Leute, ich sage euch, 27 Nähprojekte!!!


Hobbyzeit ist wichtig. Meine Hobbyzeit ist mir wichtig. Die brauche ich als Ausgleich, als für-mich-Zeit. Denn wenn ich mit mir zufrieden bin, dann bin ich es erfahrungsgemäß auch mit dem Rest der Welt. :D Selbstverständlich sehe ich zu, dass meine Kinder nicht darunter leiden. Ich lasse den Babyboy nicht brüllen, während ich mich an die Nähmaschine setze. Es bleibt immer ein Kompromiss. Aber ich kann schon mal ein bisschen Haushalt ignorieren und während der Kleine schläft und die Große Hausaufgaben macht, zwischendrin ein Schnittmuster abpausen, Stoff zuschneiden, Fotos bearbeiten oder einen Blogbeitrag einschieben. Das brauche ich einfach.


Die Zeit an der Nähmaschine, die muss ich mir allerdings wirklich stehlen, denn die steht im Nähzimmer im Keller. Da muss dann schon wirklich mein Mann für die Kids da sein, sonst unterbreche ich meine Arbeit alle zwei Minuten, und dann macht's auch keinen Spaß. Und das müssen wir tatsächlich planen, sonst klappt es nicht. Aber hin und wieder schaffen wir auch das. Und dann bin ich sehr zufrieden, mit mir und mit dem Rest der Welt. Und es entstehen feine Dinge nebenher. :D


Eines meiner letzten Projekte war die "Lynn" von Meine Herzenswelt. Am Anfang war ich ehrlich gesagt eher skeptisch - so lang? So eng? Ist das was für mich? - und so ging es ganz vielen in der Probenähgruppe. Und dann hat plötzlich eine aktue Lynngitis um sich gegriffen, als wir allesamt festgestellt haben, dass der Schnitt nicht nur saubequem ist (auch wenn er nicht so aussieht - die Beinfreiheit ist unglaublich!), sondern auch an jeder Art Frau eine gute Figur macht. Vollkommen egal, ob kurz, lang, breite oder dünne Hüften, Bauch oder nicht, ich habe so viele wundervolle Probenähergebnisse zu diesem Schnitt gesehen, dass ich euch mit absoluter Überzeugung sagen kann - Lynn kann jeder tragen. Die Paradeversion waren dünne Streifen und eine Jeansjacke. Und weil ich zugegebenermaßen manchmal ein bisschen Lemming in mir habe, musste ich auch so ein Exemplar haben. Den Rock gibt's auch noch in Midi und Mini - ein zweites Beispiel zeige ich euch noch. Superschnell genäht ist Lynn dann auch noch - mein absolutes Sommer-Must-Have!! Noch kriegt ihr den Schnitt zum Einführungspreis für 2,75 Euro - da kann man wirklich nichts falsch damit machen! Übrigens gibt es auch die Curvy-Version - und auch da sind die Designbeispiele atemberaubend! HIER geht's zum Schnittmuster!


So, und ich werde jetzt flott eine Ladung Wäsche wegarbeiten und dann entscheiden, ob ich endlich die Winterschuhe wasche oder doch ein bisschen wohltuende Hobbyzeit einlege. Für mich. Ich tendiere zu Zweiterem. :D

Hasenwilde Grüße
Johanna

(Werbung! :D)