Posts mit dem Label Pech und Schwefel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Pech und Schwefel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 14. November 2020

Gewichtung

Hallo Ihr Lieben,

gerade sortiere ich die Bilder dieses Jahres ein bisschen. Der alljährliche Kalender steht an, und der wird allseits geliebt. Meistens gibt es drei Versionen davon - eine mit den Cousins der einen Familienhälfte (für die eine Oma), einen mit der Cousine der anderen Familienhälfte (für die andere Oma/Opa) und einen für uns mit nur unseren Kindern. Ich liebe diese Kalender - wenn man die durchblättert, hat man die Highlight-Fotos des Jahres auf einen Blick und kann super zurückblättern, wie die Kinder gewachsen sind.


Das Probenähen ist da eine sehr praktische Sache, das garantiert nämlich normalerweise viele schicke Spiegelreflex-Bilder von den Kindern. Ich nähe aber gar nicht mehr viel Probe, deswegen ist da - gerade von den großen beiden - nicht mehr so an Bildmaterial übrig. Und jetzt stelle ich fest - dieses Jahr war fototechnisch kein Gutes. So viele Ausflüge sind ausgefallen, die Familienfeiern waren - wenn sie überhaupt stattgefunden haben - im kleinsten Kreis, Urlaube haben wir größtenteils gestrichen. Naja, und zu Hause, im Alltag, fotografiere ich einfach nicht wirklich viel.


Jetzt sitze ich vor einem recht kärglichen Haufen an Bildern (davon die Hälfte mit Maske vorm Gesicht) und sehe wieder, wie wichtig es ist, Erinnerungen zu schaffen. Für die nächste Zeit nehme ich mir fest vor, auch zuhause die Kamera wieder öfter in die Hand zu nehmen. Wenn ich so rekapituliere, haben wir nämlich trotzdem einiges unternommen, nur eben anders als sonst. Wir waren im Wald, im Garten, in Omas Pool (da haben wir den halben Sommer verbracht), wir haben gebastelt, gespielt, wir sind Fahrrad gefahren und vieles mehr. Ich habe es nur nicht festgehalten, weil es mir so alltäglich schien. Was für ein Unsinn.


Wenn uns dieses Jahr etwas gelehrt hat, dann doch wohl, dass es hin und wieder gar nicht das Schlechteste ist, sich auf die kleinen Dinge im Leben zurückzubesinnen. Wie die Welt aussieht, wenn man einen Gang zurückschaltet. Wenn man nicht mit Vollgas durchs Leben rauscht, sondern ein Stück des Weges zu Fuß geht.


Und dann vor allem - dass man diese kleinen Dinge als Erinnerungen, als lebenswert und bemerkenswert wahrnimmt - nicht mehr und nicht weniger, als tolle Ausflüge, als Urlaub am Meer und große Familienfeste. Was zweiteres nicht weniger liebens- und lebenswert macht. Nur eben nicht allein. 


Klar sind wir genervt von der aktuellen Situation. Klar hat es uns ausgebremst und wir hätten heuer so viel mehr und anderes erleben wollen. Vieles war geplant, vieles ist ins Wasser gefallen. Trotzdem. Wenn ich zurückdenke, war das Jahr alles andere als umsonst. Es war langsamer und bedächtiger. Anders eben. Aber auch heuer gab es Vieles, für das ich heute sehr dankbar bin. Auch wenn ich es in dem Moment nicht als foto- und erinnerungswürdig eingestuft habe.


Ich nehme mir fest vor, den kleinen Dingen wieder mehr Gewicht zu geben und sie als genauso wertvoll und erinnerungswürdig wie die tollen großen Erlebnisse zu sehen. Und die Kamera wieder öfter einzustecken. :D


Auf den Bildern sehr ihr heute mal wieder ein selten gewordenes Exemplar - das wunderbare große Tochterkind. Was ist die gewachsen in diesem Jahr, innen und außen. So ein wundervoller Mensch. Witzig, tiefsinnig, wortgewandt, sensibel und mitfühlend, kreativ. Es macht Spaß, ihr beim Wachsen zuzusehen. Hier seht ihr das Fräulein in einer Lima von Pech und Schwefel - gibt's für Kinder und Erwachsene HIER, und die Teilung eignet sich so genial zum Stoffe-Mischen. Vernäht habe ich dafür den letzten Geniestreich von Sabrina von "Am liebsten Sorgenfrei", die "Feels like fall"-Stoffe (gibt's wie die letzten auch bei Alles-fuer-Selbermacher!!). Die Große hat sich in das Rotkehlchen-Paneel aus Sommersweat sofort verliebt. Die passenden Streifen dazu geben dem Shirt und es ist bereits im Dauereinsatz!


Hasenwilde Grüße
Johanna

Montag, 4. November 2019

herbstbunt

Heute morgen hat die Sonne geschienen, vom strahlend blauen Himmel.


Weil abzusehen war, dass das wunderbare Herbstfeeling mit den letzten bunten Blättern und der Sonnenschein nicht lange anhalten, habe ich mir den Babybub in der Trage auf den Rücken gepackt und bin schon frühmorgens eine ordentliche Runde gelaufen.


Mit Blätterrascheln, Sonnengekitzel auf und Herbstduft in der Nase. Und einem Hörbuch. Zeit für mich, Baby auf dem Rücken oder nicht. Ich suche schließlich das Hörbuch aus. :D


Wir waren knapp eine Stunde unterwegs und sind durch den Herbst gestapft. Also, gestapft bin hauptsächlich ich. Der Babybub ist auf meinem Rücken selig eingeschlafen.


Dass er eingeschlafen ist, war eher semioptimal, denn den Vormittagsschlaf, den ich gerne für allerhand Haushalt und eine entspannte Dusche nutze, konnte ich dann natürlich knicken. Und das Baby stand beim Duschen an der Scheibe der Duschkabine und hat mich klopfenderweise zur Eile angehalten. :D Aber eine Stunde Me-Time im herbstlichen Sonnenschein ist eine Stunde Me-Time im herbstlichen Sonnenschein, Vormittagsschlaf hin oder her. Und die habe ich sehr genossen. :)


Auch sehr herbstlich ist mein neuer Walkrock nach dem Schnittmuster "Wien" von Pech und Schwefel. Den Walk habe ich vor Jahren mal für eine Kinderjacke gekauft, die ich nie verwirklicht habe. Auf der Suche nach dem passenden Stoff für "Wien" ist er mir dann aus dem Stoffregal quasi in den Schoß gefallen. Und, ganz im Ernst, einfacher kann man keinen Rock nähen. Walk braucht man weder versäubern noch säumen, und so ist das gute Stück mit zwei Nähten und einem Bündchen fertig. Tatsächlich ein 15-Minuten-Projekt. Mein Walk dehnt sich leicht und ist super angenehm - am liebsten mag ich darunter noch einen Unterrock, das macht den Rock noch ein bisschen feiner. Obendrüber habe ich mir eine Filou von Feefee in absoluter Basicversion genäht. Den Sweat und die passenden Bündchen (in exakt derselben Farbe!!!!! Ist das cool oder ist das cool?????) hab ich mir bei Tina von Steinblau bestellt. Voll mein Ding, das Outfit. Herbstbunt. Ich mag's.


HIER findet ihr das Schnittmuster "Wien" von Pech und Schwefel. Kann man übrigens in vier Längen nähen - ich hab hier die kurze Version gewählt!

Hasenwilde Grüße
Johanna

Donnerstag, 8. Juni 2017

Dreifach für mich

Schon ewig gab's hier kein RUMS mehr - kein Teil für mich, das ich so richtig begeistert gezeigt hätte. Aber heute hab ich mal wieder was. Ein komplett genähtes Outfit, das mir wirklich gut passt und das ich total gerne trage. Eins aus drei Teilen. Dreifach-RUMS sozusagen. :D


In letzter Zeit habe ich nicht so viel für mich genäht - irgendwie waren die Schnitte, die zur Wahl standen, nicht mein Ding. Entweder zu oversize oder zu kurz, ungünstig geteilt, nicht passend zu meinem Alltag, irgendwie nicht mein Ding. So einfach es ist, meine Töchter zu benähen - denen steht nämlich einfach alles - so schwierig finde ich es für mich.


Wenn ich in meinen Kleiderschrank schaue, dann ist mein erster Gesichtspunkt, nach dem ich das Tagesoutfit auswähle: Bequem soll es sein. Ich bin kein Fan von "Wer schön sein will muss leiden". :D Mein Outfit muss sich meinem Tag anpassen. Beweglich sein, nicht stören - und wenn es dann trotzdem noch gut aussieht, dann umso besser... ;)


Deswegen fällt meine Wahl oft auf Rock und Leggings oder Tunika und Leggings. Irgendwas Nettes obendrüber, am besten im Lagenlook, so dass ich für alle Eventualitäten gerüstet bin - und dann ab in den Tag.


Gut, dass Ricarda von Pech&Schwefel da mit einem für mich optimalen Set an Schnitten daherkam... :D Es wurde aber auch wirklich mal wieder Zeit, dass etwas für mich unter der Nähmaschine entstanden ist. Ein hasenwildes Outfit, in dem ich mich rundum wohl fühle!


Kombiniert habe ich drei Schnitte von Pech&Schwefel: Billund, das Raglanshirt gibt es schon länger. Ich hab den Schnitt schon einige Male genäht und finde die Passform optimal gerade über Röcke - nicht zu lang und nicht zu weit, aber trotzdem mit genug Bewegungsfreiheit. Mit dem breiten Saumbündchen unten sitzt das Shirt perfekt da, wo ich es haben will. Hier mit kurzen Ärmeln genäht. Endlich haben die schicken Blockstreifen, die ich mir vor einer Weile bei Mamasliebchen bestellt habe, auch ihre Bestimmung gefunden! Für kühlere Tage eine Strickjacke drüber, fertig.
Wentorf heißt die Leggings - und Leggings (Leggingse? Leggingsens? Legginge?) gehen immer bei mir. Diese hier hat die optimale Passform für mich und ist in den gern-immer-wieder-Stapel gewandert. Hier habe ich für den Sommer eine Dreiviertel-Version aus weichem Viskosejersey genäht. Ein absolutes Zieh-ich-nach-der-Wäsche-gleich-wieder-an-Teil. War sicher nicht die letzte.
Und zuletzt der Rock, entstanden aus einem ausgemusterten Jeanskleid einer Freundin. Upcycling Deluxe, sozusagen. Blankenese wird in der Taille geschlossen und fällt dann locker nach unten - und verdeckt damit zuverlässig jede Art von Röllchen... ;) Mit dem Rock kann man super Essen gehen. Da ist viel Platz drunter... ;)


Hier findet ihr die Schnitte:

Das Shirt: Billund
Billund-afsm-Shop-Frauen


Der Rock: Blankenese
Produktbild-ps

 Die Leggings: Wentorf
Wenttorf-Ps

Meine unbedingte Nachnähempfehlung habt ihr für alle drei Teile! Und jetzt wird noch schnell zu RUMS verlinkt. :D

Hasenwilde Grüße
Johanna





Sonntag, 5. März 2017

Knigge vs. Ellenbogen

Letztens war ich mit Freundinnen auf einem Vortrag im Nachbardorf. Es ging um Knigge. Um gute Manieren, gutes Benehmen in der Öffentlichkeit, um How-Tos und Not-Tos.



Das meiste kannte ich schon, manches war mir nicht so bewusst, manches fand ich auch überspitzt pingelig. Insgesamt glaube ich, dass ich sagen kann, dass mir die Knigge-Grundbegriffe geläufig sind und ich versuche, diese meinen Kindern zu vermitteln. Bitte und Danke. Teilen. Abgeben. Hinten anstellen. Sich nicht mit den Ellbogen holen, was man möchte, sondern fragen. Und auch mal zurückstecken. Solche Dinge.


Daraus hat sich eine sehr interessante Diskussion hinterher zwischen mir und meinen Freundinnen entwickelt. Erziehungstechnisch liegen wir ziemlich auf der gleichen Wellenlänge, muss ich sagen. Ich würde die Kinder meiner Freundinnen als sehr wohlerzogen betiteln und es ist mir ein Vergnügen, sie um sich zu haben. Obwohl fast alle älter als meine beiden Damen, nehmen sie die beiden mit und lassen sie mit einkommen. Meine beiden Mädels nehmen so viel mit von diesen Treffen, beobachten, lernen, übernehmen und bewundern und lieben ihre großen Freunde über alles. Sie agieren rücksichtsvoll untereinander, teilen, helfen, warten. Eine wunderbare Gruppendynamik zwischen unterschiedlich alten Kindern.


Leider funktioniert das nur, wenn alle Kinder sich an die gleichen Regeln halten. Und darum drehte sich unsere Diskussion. Benachteiligen wir unsere Kinder, weil man mit zu viel Manieren und Rücksichtnahme einfach zu nichts kommt? Weil in einer Ellbogengesellschaft untergeht, wer keine Ellbogen hat? Weil man sich heutzutage lautstark präsentieren muss, um gesehen zu werden?


Ein Beispiel: Jedes Jahr im Sommer veranstaltet einer der Vereine hier am Ort eine Radtour für Kinder und Familien. Es werden drei unterschiedliche Schwierigkeitsgruppen gebildet, denen man sich anschließen kann, und nach der Radtour gibt es ein gemeinsames Essen am Spielplatz - und als Belohnung hinterher ein Eis für alle Kinder. Da kommt dann also jemand mit einer dicken Kühlbox, vollbepackt mit "Steckerleis" (Eis am Stiel). Es macht PUFF und alle Kinder stürmen auf diese Eisbox zu. Schieben, drängeln, brüllen von hinten "Ich will einen Tornado!" "Ich will ein Colaeis!", greifen in die Kiste und wutschen davon. Die meisten nicht grob, aber sehr energisch und bestimmt. Hinten steht meine große Tochter. Versucht, in dem Kreis um die Eisbox das Ende der Schlange auszumachen. Stellt sich irgendwo an. Ein Eis nach dem anderen geht weg, die Kinder rutschen auf, der Kreis bleibt dicht. Meine Tochter steht an. Hinten. Bis fast alle anderen weg sind. In der Kiste liegen dann noch ein paar übrige Eis am Stiel - manche, weil sie abgebrochen sind, andere, weil sie keiner wollte. Die Tochter sucht sich eines aus, bedankt sich höflich und kommt zu mir zurück. Und fragt flüsternd, warum sie eigentlich nie ein Eis mit Gummibärchen im Stiel bekommt.


Versteht mich nicht falsch, ich mache den übrigen Kindern keinen Vorwurf. Sie haben gelernt, dass es bei einer begrenzten Menge Ressourcen eben Sinn macht, sich seinen Platz in der Reihe zu erkämpfen. Schnell zu sein. Dass man in der Situation mit Rücksichtnahme und Hinten-Anstellen in den sauren Apfel (oder das abgebrochene Eis) beißt. Und sie haben vollkommen Recht damit. Nur, was mache ich jetzt mit meiner Tochter, die sich eigentlich nur akribisch an meine Regeln hält?


Ich konnte diese Frage bisher für mich noch nicht zufriedenstellend beantworten. Vielleicht wird meine Tochter im Laufe der Zeit die ein oder andere Überlebensstrategie entwickeln, um nicht leer auszugehen. Vielleicht wird sie ihre Ellenbogen für sich entdecken. Was ich dann mache? Keine Ahnung. Hoffentlich situationsangemessen und kindgerecht reagieren. Auf dem Grat zwischen Manieren und Ellenbogen balancieren und versuchen, nicht herunterzufallen.


Schnell noch ein paar Infos zu dem wunderschönen Schnitt, den meine Tochter da trägt: Das Kleid Winterhude von Pech und Schwefel gibt es jetzt endlich auch für Kinder - und als Drehkleid ist es prädestiniert für die Damen im Haus Hasenwild. :D Der amerikanische Ausschnitt bringt noch ein bisschen Pepp ins Spiel - und so ist ruckzuck ein all- und feiertagstaugliches Teil fertig. Übrigens lassen sich Rock und Oberteil auch einzeln nähen um die Frühjahrsgarderobe aufzustocken! <3
Hier findet ihr das Schnittmuster:
https://www.pechundschwefel.eu/shop/winterhudemaedchen/


Und jetzt erzählt doch mal! Wie steht ihr zu der Manieren-Ellenbogen-Problematik? Kennt ihr das Problem? Wie geht ihr damit um?


Hasenwilde Grüße
Johanna

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Der Nähzimmerteufelskreis

Kurzer Zwischenstand hier: Ich räume aktuell mein Nähzimmer auf. Mal wieder. Und ich weiß wirklich nicht, wie es immer wieder zu diesem ausgeprägten Chaos kommen kann. :D :D


Es ist ja nicht so, dass ich ein ordentliches Nähzimmer nicht zu schätzen wüsste. Ich freu mich jetzt total, wenn alles mal wieder an seinem Platz ist - nebenher gibt es auch ein paar Neuerungen, wie etwa neue Regale an den Wänden, so dass all die vielen Stoffkisten ihren Platz finden können. In der Hoffnung, dass mehr Übersichtlichkeit mehr Ordnung bringt.


Immer, wenn das Nähzimmer dann wieder komplett wiederhergestellt ist, wenn alles an seinem Platz ist, man den Zuschneidetisch tatsächlich auch zum Zuschneiden nutzen kann und die Stoffe ordentlich auf Pappscheiben aufgerollt sind (das mache ich tatsächlich. Ist ne tolle, platzsparende Methode!), dann sitze ich da und freue mich wie ein Schneekönig. Ich genieße es, dass ich nicht nach dem Nahttrenner suchen muss, dass alle Garnfarben auf einen Griff bereitstehen - und es sieht einfach schön aus. Groß. Sauber. Angenehm.


In diesem Augenblick schwöre ich mir jedes Mal, es nicht mehr so weit kommen zu lassen. Einfach alle Schnittmuster, die ich brauche, hinterher wieder zu verpacken. Stoffe nach Gebrauch wieder aufzurollen. Und den Nahttrenner einfach wieder ins vorgesehene Glas zu stecken. Das klingt so einfach in dem Moment.


Das klappt dann auch eine Weile ganz gut. Bis es mal wieder eilt. Das erste Schnittmuster bleibt liegen, weil ich eventuell noch ein zweites Teil daraus nähen will. Irgendwann. Die ersten Stoffreste liegen am Boden, weil das Projekt zwar fertig ist, aber vielleicht noch eine Mütze dazu passen würde - und da könnte man ja die übrigen Stoffreste aufbrauchen. Die ersten Bänder liegen auf dem Tisch. Der Nahttrenner untendrunter. Wie gehabt. :D


Und wenn es dann erstmal so weit ist, dass ich mir denke - müssteste mal aufräumen! - dann geht es rapide abwärts. Wenn ich nämlich keine Zeit zum Aufräumen habe (und die habe ich selten :D), mache ich mir dann auch nicht die Mühe, so ein Einzelteil wegzuräumen. Ich räum ja eh bald auf, dann geht das in Einem. Denke ich mir. Und staple fröhlich vor mich hin. Der aufzuräumende Berg wird immer größer - und direkt proportional dazu schrumpft die Motivation, endlich mal anzupacken.


Das Ende vom Lied ist dann immer, dass mich das Chaos irgendwann so ankekst, dass ich es eben doch anpacke - und dann eine ganze Woche damit beschäftigt bin. Wenigstens sieht man hinterher einen Unterschied. :D Ich sitze in meinem sauberen, aufgeräumten Nähzimmer, freue mich wie ein Schneekönig - und schwöre mir, es nicht mehr so weit kommen zu lassen.... :D :D


Noch im Chaos entstanden und voll mein Ding ist dieses Outfit hier. .D Die Socken habe ich mir letztes Jahr auf dem Christkindlesmarkt gekauft - und irgendwie fehlte seither das perfekte Outfit dazu. Da kam "Lisette" gerade recht - den wundervollen Jersey nach dem Design von Regenbogenbuntes gibt es bei Alles-für-Selbermacher in jeder der fünf Farbstellungen in drei Mustern, die wunderbar harmonieren. Ich habe mich hier für "stone" entschieden und die Schmetterlinge zu einem  Billund-Raglanshirt von Pech und Schwefel und einer passenden MyHedy kombiniert. Als Saum kam da der dritte Kombistoff gerade recht. Rot-grau ist eine meiner liebsten Winterfarbenkombis, und dieses Set wird mich sicher öfter begleiten, damit bin ich nämlich total happy!


https://www.alles-fuer-selbermacher.de/Jersey---Regenbogenbuntes---Lisette---Stone

Kennt ihr den Nähzimmer-Teufelskreis auch? :D Erzählt mal, wie ihr so euer Chaos bekämpft! Ich für meinen Teil schicke meinen Beitrag noch flott zu RUMS und widme mich dann wieder der Chaosbekämpfung. Ein Ende ist in Sicht! Für's erste jedenfalls... :D

Hasenwilde Grüße
Johanna

Donnerstag, 25. August 2016

Kartoffelfeuer

Hättet ihr gedacht, dass wir nochmal so richtig schicke heiße Sommertage kriegen? So richtig mit Hitze, klarblauem Himmel und lauen Abenden?


Gestern haben wir die Gelegenheit genutzt und waren spätnachmittags im Freibad. Meine Schwester und meine Mama haben die Kids richtig ausgepowert, wir hatten ein leckeres Picknick zum Abendbrot dabei und die Mädels sind spät, müde und glücklich ins Bett gewandert.


Am Wochenende wartet voraussichtlich dann auch noch ein besonderes Highlight: die Kartoffelernte!
Ich weiß nicht, ob ich euch schon erzählt habe, dass im Hause hasenwild der Göttergatte der mit dem grünen Daumen ist. Ich bin ausschließlich für die Zimmerpflanzen zuständig, und da überleben nur Orchideen und Grünlilien... :D :D


Mein Mann liebt die Gartenarbeit. Er bewirtschaftet zwei große Gartenflächen, baut alles an, liest sich ein und bringt regelmäßig selbstgezogenes Biogemüse auf den Tisch. Lecker. Ich verarbeite alles, was er mir so bringt (gut, dass wir zwei Gefriertruhen und einen Biokeller haben - da fallen manchmal ja schon ganz schöne Mengen an. Unter 70 Lauchpflanzen fängt der Beste nämlich gar nicht an. :D :D). Ich bin also eher für den Küchenanteil der Gartenarbeit zuständig.


Unter anderem gibt es auch ein Stück Kartoffelacker. Ein kleines. Also, groß genug für einen Familienjahresvorrat, aber im Vergleich zu richtigen Kartoffeläckern halt doch eher klein. :D Weil man unseren Kartoffelacker mit einem normal großen Traktor und aktuellen Kartoffelpflügen nicht bewirtschaften kann, weil er einfach nicht groß genug ist, hat der Göttergatte all die alten Pflüge und Kartoffelbewirtschaftungsteildingense von anno dazumal ausgemottet und in Schuss gebracht, denn für reine Handarbeit ist die Ackerfläche dann doch wieder ganz schön groß.


Das Kartoffelsetzen mit dem alten Kartoffelleger ist im Frühjahr immer der absolute Bringer. Da darf dann Frau hasenwild mit traditionellem Tüchlein auf dem Kopf hinten auf die Maschine und eine Kartoffel nach der anderen in den Setzteller legen. Wie in alten Zeiten eben. Macht schon irgendwie Spaß. :D


Und bei der Kartoffelernte fährt einer den (kleinen. uralten. aber süßen. :D) Traktor, und der andere führt hinten den Kartoffelpflug. Hinterher werden die jungen Kartoffeln von Hand gesammelt. Die Kinder sind natürlich immer dabei und helfen fleißig mit, manchmal lassen sich auch Mitglieder von meiner oder der Schwiegerfamilie motivieren - hinterher gibt's nämlich Kartoffelfeuer. Eigentlich werden dabei die dürren Kräuter verbrannt, aber da unser Acker so klein ist, brauchen wir meistens noch Unterstützung von ein paar Holzscheiten... :D :D Über dem Feuer wird dann gegrillt, es gibt die ersten frischen Kartoffeln dazu und für die Kinder hinterher Stockbrot.


Wenn der Abend schön lau ist, ist das wunderschön. Der Kartoffelacker und der zugehörige Schuppen liegen etwas außerhalb der Ortschaft, die Aussicht ist wunderschön, das Feuer knistert und auf ein oder zwei Biertischgarnituren gibt es ein fröhliches Essen, Ratschen, Feiern. Wir (und besonders die Mädels) freuen uns jedes Jahr wie die Schnitzel und funzeln bis spät in der Nacht mit ihren Taschenlampen. Wenn ich an die Gitarre denke, wird das ein oder andere Lagerfeuerlied gesungen. Sommerstimmung pur.


Für solche langen Sommerabende, an denen abends nicht nur die Grillen zirpen, sondern leider auch die Stechmücken fliegen, gibt es ja kleidungstechnisch nur ein Optimum: Lange, dünne Hosen. :D Gut, dass ich mir letztens ein Exemplar nach dem Pech und Schwefel genäht habe. Der Stoff stammt aus der Restekiste vom Stoffladen in der Umgebung, ich weiß nicht genau was das ist - irgendeine Art Crepe vielleicht? Jedenfalls fällt er total luftig und schwingt locker um die Beine. Die kleinen Lederstreifen und die Knöpfe am Saum sind ein witziger Hingucker und machen die Hose dann auch stadttauglich. Mallorca lässt sich in verschiedenen Weiten und Variationen nähen - ein absoluter Allrounder unter den Hosen! Obendrüber gab's ein "Teneriffa"-Trägertop. Den Schnitt habe ich mir jetzt schon zum dritten Mal genäht, der sitzt einfach super. Der Saxophonspieler ist mit Hilfe von Freezerpapier aufschabloniert, den leicht rosa schimmernden Hintergrund habe ich mit Sprühtextilfarbe gestaltet. Für kühlere Tage passt wunderbar ein Bolero drüber - aber am Wochenende werde ich den hoffentlich nicht brauchen! <3


Hier könnt ihr euch das Ebook "Mallorca" genauer ansehen:


Und hier gibt's das Trägertop "Teneriffa":


So, und mit diesem Sommeroutfit kann ich jetzt endlich mal wieder bei RUMS aufschlagen. :D

Hasenwilde Grüße
Johanna