Ihr Lieben,
im Urlaub, in diesen entspannten Tagen, habe ich vorab zwei Blogbeiträge für euch geschrieben. Weil ich Zeit hatte. Weil ich gern schreibe. Und weil sie mir eben so in den Sinn kamen. Heute bekommt ihr den ersten der beiden zu lesen.
Jedes Jahr, bevor wir in den Urlaub fahren, holen wir ein
paar Tage vorher den Wohnwagen aus Opas Stadel und stellen ihn vor unser Haus.
Da meine Eltern ihn im Moment kaum nutzen ist er meistens ein bisschen
verstaubt vom Winter und ich putze und lüfte erst mal ordentlich durch. Im
Eingangsbereich befindet sich ein schmales Regal, dafür hat mein Papa eigens
ein paar passende Holzkistchen angefertigt, die genau hineinpassen. Wo ich also
schon so am Saubermachen und Durchwischen war, habe ich mir die Kistchen
gegriffen und dachte mir, ich schau mal, was da eigentlich so alles drin
lagert.
Wenn ich euch jetzt erzähle, dass mein Papa ein alter
Sammler und Bastler ist, der alles brauchen und nichts wegwerfen kann, könnt
ihr euch wahrscheinlich schon vorstellen, dass das eine durchaus interessante
Sache war… :D :D
Ich sitze also im Schneidersitz auf der Stufe vor unserem
Haus, die Sonne scheint und ich fördere zu Tage, was sich da so versteckt. Von
den drei alten Weckgummis kommt zumindest einer wieder in die Kiste. Man kann
nie wissen. Das Häufchen alter Büroklammern und die drei zerbrochenen Kulis
wandern in den Müll. Wenn er das wüsste, würde er grummeln: „Immer schmeißen
sie alles weg, die Preindls! Kein Respekt vor recycelbaren Raritäten!“. Ich
grinse vor mich hin – ich glaube nicht, dass er das
Kugelschreiberersatzteillager vermissen wird. Die zwei uralten
Stoffeinkaufsbeutel werfe ich aufgrund des modrigen Geruches in den
Wäschekeller, ersetze sie aber durch neue. Was steckt da noch? Plastiktüten,
Panzertape, eine durch Drehen aufladbare Taschenlampe (dieses Ding habe ich
mein Lebtag nicht im Einsatz gesehen, und ich kenne diesen Wohnwagen jetzt seit
25 Jahren. Bisher haben noch immer die guten alten Batterietaschenlampen im
Notfall ihren Dienst getan. :D), ein Bewegungsmelder (Wofür? Wofür??????), eine
alte Glühbirne (von der ich fest glaube, dass sie kaputt ist und nach dem
Austauschen einfach wieder in die Schachtel gewandert ist – sicher bin ich mir
aber nicht), ein Knicklicht, verschiedene Rechnungen, ein Mini-Nähset ohne
Nadel, Kabelbinder, diverse Kabelstücke und Schrauben, Angelhaken. Angelhaken?
Ich erinnere mich dumpf an eine Fahrt vor vielen Jahren, in der mein Papa sich
eine Angel zugelegt hat und voller Motivation auf die Jagd ging. Ich glaube
nicht, dass er was gefangen hat – seither liegt die Angel aber „für alle Fälle“
in einem der Wohnwagenfächer und wartet
auf bessere Zeiten. Der selbstgebastelte Urlaubskartenhalter aus Tonpapier war
vor vielen Jahren ein Geniestreich von mir und hat glaube ich nie eine einzige
Karte gehalten. :D :D
Ich packe einen kleinen Teil der Utensilien, die da auf
der Stufe ausgebreitet liegen, wieder in die Holzkästchen (Panzertape und
Kabelbinder kann man immer mal brauchen, da gebe ich meinem Papa ja vollkommen
recht), das meiste landet in einer Extrakiste. Wegwerfen darf man ja nix hier.
:D Die Kiste deponiere ich im Keller. Nicht nur, dass im Wohnwagen jedes
Zusatzgewicht auffällt, meine Kinder jagen solche Trophäen mit Begeisterung und
ich habe keine Lust, diese Kisten den ganzen Urlaub lang täglich wieder
einzuräumen, nur weil die Damen sie interessant finden.
Kopfschüttelnd stelle
ich die Pappkiste in ein Regal. Diesen Sammeltrieb werde ich nie verstehen.
Wirklich, da bin ich vollkommen anders. Ich werfe Dinge weg, anstatt sie für
Jahrhunderte in irgendeiner Ecke zu bunkern. Wo ich schon im Keller bin,
beschließe ich, aus meinem Nähzimmer schnell die Schlafsäcke zu holen. Während
ich mit beiden Händen Stoffstücke vom Sofa räume und dabei versehentlich in
eine der Tüten mit alten Jeansresten zum Vernähen trete, muss ich lächeln. Ich
stelle energisch noch zwei Kisten Bastelutensilien auf den Boden und kann
endlich das Schlafsofa hochklappen, um an die Schlafsäcke darunter
heranzukommen. Hat er doch Glück gehabt, mein Vater. Dass aus diesen Genen eine
vollkommen rational denkende Tochter ohne jeglichen Sammeltrieb geworden ist,
das hätte wohl keiner gedacht. :D :D
Hier noch schnell die Details zu den Bildern: Der Rock ist ein Freebook von Frau Liebstes/kibadoo und heißt einfach Jerseyrock Kids. Mit der Teilung lässt sich unglaublich gut mit verschiedenen Stoffen spielen - da kommt auch der tolle Simply-Apples-Jersey von Hamburger Liebe richtig gut zur Geltung! Das Tüpfelchen auf dem i ist aber die XXL-Häkelborte in altrosa, die ich für Nadine von Namijda vernähen durfte. Die verleiht dem Rock nochmal eine besonders pfiffige Note. Kombiniert habe ich das Röckchen mit einem ganz einfachen Basicshirt (Schnitt: Longsleeve von Lillesol und Pelle) aus den Big Dots von Lillestoff. Die Malia-Ballonmütze von Pom und Pino hab ich euch ja schon ein paar Mal gezeigt.
Hier geht's zur Häkelborte: (der Shop von Namijda ist übrigens ideal, wenn ihr Stoffe und Tüddelkram zum Kombinieren sucht - tolle Qualität und faire Preise für schicke Kombis. Ich hab schon mehrmals bestellt und werde definitiv dabei bleiben - die Sachen sind nämlich auch noch ruckzuck da!)
Hasenwilde Grüße
Johanna














