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Sonntag, 5. März 2017

Knigge vs. Ellenbogen

Letztens war ich mit Freundinnen auf einem Vortrag im Nachbardorf. Es ging um Knigge. Um gute Manieren, gutes Benehmen in der Öffentlichkeit, um How-Tos und Not-Tos.



Das meiste kannte ich schon, manches war mir nicht so bewusst, manches fand ich auch überspitzt pingelig. Insgesamt glaube ich, dass ich sagen kann, dass mir die Knigge-Grundbegriffe geläufig sind und ich versuche, diese meinen Kindern zu vermitteln. Bitte und Danke. Teilen. Abgeben. Hinten anstellen. Sich nicht mit den Ellbogen holen, was man möchte, sondern fragen. Und auch mal zurückstecken. Solche Dinge.


Daraus hat sich eine sehr interessante Diskussion hinterher zwischen mir und meinen Freundinnen entwickelt. Erziehungstechnisch liegen wir ziemlich auf der gleichen Wellenlänge, muss ich sagen. Ich würde die Kinder meiner Freundinnen als sehr wohlerzogen betiteln und es ist mir ein Vergnügen, sie um sich zu haben. Obwohl fast alle älter als meine beiden Damen, nehmen sie die beiden mit und lassen sie mit einkommen. Meine beiden Mädels nehmen so viel mit von diesen Treffen, beobachten, lernen, übernehmen und bewundern und lieben ihre großen Freunde über alles. Sie agieren rücksichtsvoll untereinander, teilen, helfen, warten. Eine wunderbare Gruppendynamik zwischen unterschiedlich alten Kindern.


Leider funktioniert das nur, wenn alle Kinder sich an die gleichen Regeln halten. Und darum drehte sich unsere Diskussion. Benachteiligen wir unsere Kinder, weil man mit zu viel Manieren und Rücksichtnahme einfach zu nichts kommt? Weil in einer Ellbogengesellschaft untergeht, wer keine Ellbogen hat? Weil man sich heutzutage lautstark präsentieren muss, um gesehen zu werden?


Ein Beispiel: Jedes Jahr im Sommer veranstaltet einer der Vereine hier am Ort eine Radtour für Kinder und Familien. Es werden drei unterschiedliche Schwierigkeitsgruppen gebildet, denen man sich anschließen kann, und nach der Radtour gibt es ein gemeinsames Essen am Spielplatz - und als Belohnung hinterher ein Eis für alle Kinder. Da kommt dann also jemand mit einer dicken Kühlbox, vollbepackt mit "Steckerleis" (Eis am Stiel). Es macht PUFF und alle Kinder stürmen auf diese Eisbox zu. Schieben, drängeln, brüllen von hinten "Ich will einen Tornado!" "Ich will ein Colaeis!", greifen in die Kiste und wutschen davon. Die meisten nicht grob, aber sehr energisch und bestimmt. Hinten steht meine große Tochter. Versucht, in dem Kreis um die Eisbox das Ende der Schlange auszumachen. Stellt sich irgendwo an. Ein Eis nach dem anderen geht weg, die Kinder rutschen auf, der Kreis bleibt dicht. Meine Tochter steht an. Hinten. Bis fast alle anderen weg sind. In der Kiste liegen dann noch ein paar übrige Eis am Stiel - manche, weil sie abgebrochen sind, andere, weil sie keiner wollte. Die Tochter sucht sich eines aus, bedankt sich höflich und kommt zu mir zurück. Und fragt flüsternd, warum sie eigentlich nie ein Eis mit Gummibärchen im Stiel bekommt.


Versteht mich nicht falsch, ich mache den übrigen Kindern keinen Vorwurf. Sie haben gelernt, dass es bei einer begrenzten Menge Ressourcen eben Sinn macht, sich seinen Platz in der Reihe zu erkämpfen. Schnell zu sein. Dass man in der Situation mit Rücksichtnahme und Hinten-Anstellen in den sauren Apfel (oder das abgebrochene Eis) beißt. Und sie haben vollkommen Recht damit. Nur, was mache ich jetzt mit meiner Tochter, die sich eigentlich nur akribisch an meine Regeln hält?


Ich konnte diese Frage bisher für mich noch nicht zufriedenstellend beantworten. Vielleicht wird meine Tochter im Laufe der Zeit die ein oder andere Überlebensstrategie entwickeln, um nicht leer auszugehen. Vielleicht wird sie ihre Ellenbogen für sich entdecken. Was ich dann mache? Keine Ahnung. Hoffentlich situationsangemessen und kindgerecht reagieren. Auf dem Grat zwischen Manieren und Ellenbogen balancieren und versuchen, nicht herunterzufallen.


Schnell noch ein paar Infos zu dem wunderschönen Schnitt, den meine Tochter da trägt: Das Kleid Winterhude von Pech und Schwefel gibt es jetzt endlich auch für Kinder - und als Drehkleid ist es prädestiniert für die Damen im Haus Hasenwild. :D Der amerikanische Ausschnitt bringt noch ein bisschen Pepp ins Spiel - und so ist ruckzuck ein all- und feiertagstaugliches Teil fertig. Übrigens lassen sich Rock und Oberteil auch einzeln nähen um die Frühjahrsgarderobe aufzustocken! <3
Hier findet ihr das Schnittmuster:
https://www.pechundschwefel.eu/shop/winterhudemaedchen/


Und jetzt erzählt doch mal! Wie steht ihr zu der Manieren-Ellenbogen-Problematik? Kennt ihr das Problem? Wie geht ihr damit um?


Hasenwilde Grüße
Johanna

Sonntag, 17. Juli 2016

Manchmal ist weniger mehr

Heute nur schnell zwischendurch, ohne viele Worte, aber mit wunderschönen Bildern.


Wir hatten heute einen wunderbaren Tag - eine kleine Radtour mit den Mädels zum Fischerfest in Eichstätt. Auch die Kleine hat die 8km Strecke mit ihrem 12-Zoll-Rad mit den Minireifen wirklich bemerkenswert gemeistert.


Es war warm, die Sonne kam hinter den Wolken hervor, wir haben Freunde getroffen und gemeinsam eine gegrillte Makrele zum Abendessen genossen. Solche Tage muss man wirklich im Herzen festhalten. Eigentlich keine große Sache. Ein bisschen radeln, ein Abendessen. Nichts besonderes. Aber irgendwie ist manchmal weniger mehr - ein relaxter Ausflug ohne riesiges Programm. Gut für den Kopf und gut für die Seele. <3


Das neue Kleid von der Großen war vormittags schon im Einsatz - ich musste gestern schon volle Überzeugungsarbeit leisten, damit sie es überhaupt zum Schlafengehen ausgezogen hat. :D Die Meerjungfrauen sind aber auch der Oberhammer, findet ihr nicht?


Ich hatte so viel vor mit dem Stoff von Nikiko, als ich ihn zum ersten Mal auf einem Bild sah und wusste, dass ich ihn für Alles-für-Selbermacher vernähen darf. Eine große applizierte Meerjungfrau, ein glitzernder und schillernder Schwanz, Perlen, Tüddelü.


Und dann kam der Stoff mit dem tollen Namen "Water Symphony" an - und hat durch sein Design einfach so bestochen, dass ich all meine Ideen über den Haufen geworfen und beschlossen habe, die Meerjungfrauen einfach nur durch ein paar Farbakzente in Szene zu setzen. Manchmal ist weniger eben einfach mehr. <3


Das Satin-Schrägband, das ich zum Einfassen genutzt habe, glänzt schön und verleiht dem Kleid einen Touch "edel", und der Schnitt "Delilah" von Mariele tut ein übriges. Das Kleid mit dem Tellerrock habe ich schon für die Kleine genäht (ich hätte schwören können, dass ich euch das schon gezeigt habe, aber nach eingehender Suche muss ich zugeben - offensichtlich nicht. Hole ich nach. Ganz bald. <3), und es ist eines der meistgetragenen Kleiderstücke aus ihrem Schrank - weil es sich aber auch wirklich so wunderbar dreht. Zeit wurde es, dass die Große auch ein Kleid nach dem Schnitt bekommt!!


Ja, und mehr brauchen Stoff und Schnitt dann auch gar nicht. Ich finde die Kombi wunderschön.


Die Meerjungfrauen gibt es übrigens nicht nur in grau meliert, sondern auch in Aprikose, und die Lieferung war innerhalb kürzester Zeit shcon ausverkauft - aber ihr könnt eure Water Symphony ab sofort vorbestellen! Also schnell einen Meter bei AfS sichern:

VORBESTELLUNG - Jersey - Water Symphony - Meerjungfrau - NIKIKO - Grau Meliert

Hier auch nochmal der Link zum Drehkleid "Delilah" *KLICK*


Ich habe heute jedenfalls Lust, einfach mal die Füße hochzulegen und mich mit einem guten Buch noch ein Weilchen auf die Terrasse zu setzen. Laue Abende muss man schließlich nutzen, wie sie kommen!!


Ich wünsche euch noch einen angenehmen und ruhigen Sonntagabend!
Hasenwilde Grüße
Johanna