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Sonntag, 8. November 2015

sweet(ie)s zur Entschleunigung

Wir sind wieder beste Freunde. Juhu. Die Nähmaschine und ich haben uns wieder versöhnt und können uns im Moment gar nicht so recht trennen, deswegen hört ihr auch so wenig von mir....


Bei der Versöhnung geholfen hat mir ein ganz besonderer Schnitt aus einem ganz besonderen Probenähen....


Aber lasst mich von vorne anfangen. Inzwischen bewerbe ich mich nur noch selten bei Probenähen. Ich arbeite in ein paar Stammteams mit, die mir sehr am Herzen liegen, und das aktuelle Näh-Arbeitspensum ist so wirklich optimal für mich. Da bleibt nebenher normalerweise noch schön Zeit für Familie, Haushalt (naja... ;) ) und hin und wieder auch ein nähfreier Abend. Manchmal häufen sich die Schnitte ein bisschen, manchmal ist es dafür wieder recht ruhig. Gerade richtig, so für mich.


Aber hin und wieder komme ich an einem Schnitt außerhalb meiner Stammteams nicht vorbei. Der ein oder andere tendiert dazu, mich anzuspringen. Mitten ins Gesicht und mitten ins Nähherz. Und dann MUSS ich mich einfach darauf bewerben. Bei dem Rock "Ginny" von rosarosa habe ich mir eigentlich keine großen Chancen ausgerechnet. Da waren soooo viele Bewerber mit so vielen tollen Seiten. Umso höher bin ich vor Begeisterung gehüpft, als ich tatsächlich ins Probenähteam für "Ginny" eingeladen wurde. Hin und wieder braucht man ja so einen kleinen Glückshormonschub.... ;)


Und der Schnitt ist aber auch genial. Mal wieder was anderes. Eigentlich mehr wie Patchwork als Kleidernähen. Ein Baumwollschnitt aus 14 einzelnen Bahnen, die jeweils kellergefaltet werden, oben schön schmal anliegend und unten fluffig, weit und bequem.


Ich nähe ja schon gern mal so Nase mal Pi. Nahtzugabe frei Auge und sowas. Bei einem normalen bequem sitzenden Jerseyoberteil fällt das ja auch nicht so wesentlich ins Gewicht. Aber bei 14 Webware-Bahnen plus Belegen plus Kellerfalten, also in der Breite 46 Nähten, spielt jeder Millimeter eine entscheidende Rolle.


Ginny ist kein 5-Minuten-Projekt. Da muss man sich allein beim Zuschneiden schon Zeit nehmen. Und ein Lineal. Aber der Rock macht wahnsinnig Spaß. Gerade nach den vielen Oversize-Teilen, die ich in letzter Zeit so für mich genäht habe, ist das mal wieder ein ganz anderes Arbeiten. Erstens sind die süßen Details wie die Schleifentaschen oder die Knopfleiste echt zum Verlieben. Und dann ist es ein absolutes Hochgefühl, wenn dieser Rock oben dann auch wirklich genau passt. Dinge, die man sich richtig erarbeitet hat, haben eben hinterher auch den größten Wert für einen selber.


Schwierig zu nähen ist Ginny deswegen nicht. Mal davon abgesehen, dass die einzelnen Arbeitsschritte wirklich narrensicher erklärt und bebildert sind, ist auch eigentlich nichts dabei. Man braucht eben ein bisschen Geduld dafür. Und in der heutigen Zeit, in der alles schnell-schnell und sofort funktionieren muss, ist so ein Projekt eine richtige Oase - das Stichwort Entschleunigung passt da wunderbar. Die Gedanken kreisen lassen und nebenher vierzehn Mal exakt dieselbe Naht setzen. Und durchschnaufen. Ich warne euch, man kann auch süchtig werden davon. :D


Unser Ginny-Exemplar hier habe ich aus festem Canvas genäht. Der Stoff mit den süßen Bonbongläsern lagert schon ein Weilchen in meinem Regal und wartet auf einen würdigen Verwendungszweck - gefunden, würde ich sagen! :D Kombiniert habe ich den Rock mit einem einfachen Longsleeve von Lillesol und Pelle mit appliziertem Bonbonglas, Stulpen und einer Issy von FeeFee, dieses Mal als Bolero. Dass vorne das untere Teil des Boleros oben angenäht ist, ist selbstverständlich Absicht. :P Nicht, dass ihr denkt, ich hätte irgendwie ein Problem mit rechts und links (und oben und unten und überhaupt.... ;) ) Ich finde ihn aber trotzdem schick, aus rosa Glitzersweat - und schön warm ist er auch noch! Naja, und bei den vielen Sweets auf dem Rock musste für das Shooting dann natürlich ein Lolli her. Ausnahmsweise. :D


Der Rock dreht inzwischen schon die zweite Runde in der Waschmaschine - und ich sage euch, für den überwinde ich sogar meine angeborene Bügelophobie, und das will was heißen! :D

Habt ihr auch Lust bekommen auf Ginny? Dann klickt mal rüber zu Christinas Shop und schaut euch durch die fantastischen Probenähbeispiele!! Und wenn ihr ganz schnell seid - nur heute noch gibt es Ginny zum Einführungspreis!

 
Ich habe für heute mit der Näherei abgeschlossen - noch ein paar Fotos bearbeiten und dann freue ich mich auf einen gemütlichen Abend auf dem Sofa! Das muss nämlich auch mal sein! <3
 
Hasenwilde Grüße
Johanna

Mittwoch, 12. August 2015

Die Nacht der Wünsche

Sternschnuppennacht. Die Nacht der Wünsche. Die Nacht, in der Träume wahr werden. Im Radio haben sie gesagt - 100 Sternschnuppen in der Stunde. Ich rechne: Das sind auf alle Fälle mehr als eine in der Minute!!! Wahnsinn!! Ich muss das ausnutzen. Ich hab so viel zu wünschen...



23.00 Uhr. Ich gehe nach draußen. Die Nacht ist lau, die Grillen zirpen. Ich schnappe mir einen Klappstuhl und wandere ums Haus. Auf der Suche nach Straßenlampenschatten. Determiniert stelle ich mir den Stuhl zwischen dem Gemüsegarten-to-be-Erdhaufen und dem Traktor auf. Ich habe eine Agenda. Heute Nacht werde ich allen Ballast loswerden. Heute Nacht werde ich alle Sorgen wegwünschen, die mir im Magen liegen. Alles, was auf der Seele brennt. Heute Nacht werde ich meine kleine Heile-Welt-Blase wieder herstellen. Ich setze mich auf den Stuhl und starre konzentriert in den Himmel. Meine Augen brauchen kurz, um sich auf die Dunkelheit einzustellen. Aber dann breitet sich der Nachthimmel über mir aus wie ein dunkles Tuch und die Sterne funkeln um die Wette. Also. Her mit den Schnuppen.



Im Radio haben sie gesagt, Wünsche gehen nur in Erfüllung, wenn man sie fertigwünscht, bevor die Sternschnuppe erloschen ist. Der Wunsch muss sozusagen gewünscht sein, bevor die Sternschnuppe nicht mehr zu sehen ist. Es ist also sinnvoll, sich vorher seine Wünsche möglichst kurz und knackig zu formulieren, damit man sofort loswünschen kann, wenn sich eine Sternschnuppe zeigt. Ich drehe meine wichtigsten Wünsche im Hirn. Streiche sie zusammen auf die wichtigsten Grundbegriffe. Stelle mental eine absteigende Wunschwichtigkeitsliste auf. Man muss ja schließlich vorbereitet sein.



Niemand hat mir gesagt, wie schnell die Dinger sind!! Bei den ersten Sternschnuppen schaffe ich es überhaupt nicht, irgendwas wünschenswertes zu denken. Außer vielleicht "Oh!". Das ist ja gerade mal ein Wimpernschlag!!! Wie soll denn das funktionieren? Ich kürze meine Wünsche weiter. Ein Stichwort pro Wunsch muss reichen. Das Universum wird schon wissen, was zu tun ist.


Ich drehe meinen Stuhl in die andere Richtung. Vielleicht sind auf der Seite die Sternschnuppen ein bisschen langsamer. Ich murmle meinen nächsten Wunsch leise vor mich hin. Vielleicht taucht die Sternschnuppe gerade dann auf, wenn ich das Wort sage. Ich sitze angespannt auf meinem Stuhl, die Stirn gerunzelt, voll Konzentration. Ich meine, hallo?? Ich ARBEITE hier für meine Familie! Schlage dem Schicksal ein Schnippchen! Jetzt macht doch mal jemand diese verflixten Fliegedinger ETWAS langsamer!!!!!!!!


Ich bin frustriert. Ich bin zu langsam. Ich schaffe es nicht. Keinen einzigen Wunsch habe ich bisher zeitgleich zu einer Sternschnuppe gewünscht. Agenda gescheitert. Ziel verfehlt. Zu langsam, zu langsam, zu langsam.


Und dann? Höre ich auf. Höre auf zu wollen, zu müssen, zu wünschen. Und fange an, zu sehen. Lege meine Füße auf den Traktoranhänger, und lasse sie einfach nur kommen, die Sternschnuppen. Da eine. Und noch eine. Wie schön sie sind. Wie die Grillen zirpen. Und wie weit der Himmel ist, in dieser warmen Sommernacht. Wie klein ich und meine Probleme. Und wie einfältig mein Plan. Ich muss lachen. Und sehe sie mir nochmal an, meine Wünsche. Ja, es sind alles Herzenswünsche. Nichts materielles dabei. Und trotzdem. Bei dem ein oder anderen könnte ich vielleicht doch selbst Hand anlegen. Dem Schicksal einen kleinen Stups geben. Selbst aktiv werden. Und die anderen? Die, zu denen ich nichts beitragen kann? Die lege ich in dieser großen, sternklaren Sternschnuppen-Wunschnacht einfach in Gottes Hand. Und fühle mich so frei, wie schon lange nicht mehr.


Kurz noch ein paar Worte zu den Bildern: Entstanden sind diese Bilder an einem ebenso lauen Sommerabend wie heute, kurz vor Sonnenuntergang, und geschossen hat sie meine liebe Schwester. Und ihr seht darauf mein neues Sommerkleid nach dem Schnitt von Killertasche "Fifties Fever Dressed Up". Endlich mal was für Große aus Webware. Vielleicht kommt euch der Unterrock-Stoff bekannt vor? Den Rest davon habe ich euch schon als Tuula-Hose für die kleine Hasentochter gezeigt. Die Kombi aus Braun, Beige und Türkis finde ich wirklich super gerade!! Schaut euch unbedingt Monas Kleiderschnitt genauer an - er beinhaltet soooo viele Möglichkeiten!! Genäht habe ich hier das knöpfbare Oberteil ohne Ärmel zusammen mit einem dezenten Basic-Rock mit Spitze unten. Hier findet ihr das Ebook in der Kleidervariante:

http://de.dawanda.com/product/85639015-fifties-fever-dressed-up--dress-

Und eine Tunikaversion gibt's auch noch:

http://de.dawanda.com/product/85639275-fifties-fever-dressed-up-tunika--

Klickt euch unbedingt durch Monas KillerTasche-Shop - da findet ihr nämlich auch noch eine Kombiversion von Tunika und Kleid und eine Kombiversion von Mama- und Tochterschnitt!!


Dieser Beitrag und mein Sommerkleid schicke ich auf alle Fälle zu RUMS. Und ich glaube, ich setze mich jetzt noch ein paar Minuten nach draußen. Jetzt, wo ich endlich in der Lage bin, den Sternschnuppenregen einfach zu genießen....

Hasenwilde Grüße
Johanna

Sonntag, 5. April 2015

Osterneela

Hallo ihr Lieben!

Na, steckt ihr noch mitten in der österlichen Relax- und Familienzeit? Ich genieße die Tage gerade sehr....


Schon die Vorbereitungen auf Ostern mag ich wahnsinnig gerne. Eier aufhängen. Eier bemalen. Fensterdeko. Die ersten blühenden Sträuße auf den Tisch stellen. Da lacht so richtig der Frühling im Haus.


Osterlamm backen. Ostereier färben. Osterfladen in den Ofen. Osterschinken besorgen. Das ganze Haus duftet, alles ist farbenfroh und bei uns legt der Osterhase schon in der Woche vor Ostern hin und wieder ein Schokoei in den Garten, was dann Entzückensschreie bei den Mädels auslöst. Bei uns gibt's relativ viele Hasen, die kommen teilweise bis in unseren Garten! Naja, und wenn man dann den Osterhasen vor dem Fenster hüpfen sieht, ist es ja schließlich schon nachvollziehbar, die selbstgebauten Nester zu kontrollieren... ;)


Heuer war ich zum ersten Mal seit der Geburt unserer großen Tochter vor gut 4 Jahren zum ersten Mal wieder in der Osternacht. Bisher habe ich sowohl Ostern als auch Weihnachten bei den spätabendlichen Gottesdiensten immer die Kinderschicht geschoben. Zur Hälfte, weil das mit Stillkindern einfach die praktischere Lösung ist. Und zur anderen Hälfte, weil die großen Festgottesdienste meinem Mann wichtig sind. Und ich ihm die gönne.


Trotzdem war es richtig schön, dass ich heuer mal wieder dabei war. Die Stimmung. Die vielen Kerzen. Wenn beim Gloria die Orgel einsetzt und die Glocken bimmeln. Doch. Ich habs sehr genossen und pflichtbewusst meinem Göttergatten das Osterlicht heimgetragen. Damit er auch was davon hat. :D


Am Ostersonntag sind wir immer bei meiner Familie zum Osterbrunch eingeladen. Da biegt sich der Tisch vor lauter Leckereien und Omas, Opas, Uroma und -opa, Tanten, Eltern und Enkel wuseln, reden und quasseln wild durcheinander. Die ganze Familie (oder zumindest fast) um den Tisch vereint. Hinterher werden im Garten die Osternester gesucht und heuer hat sich die Uroma für unsere Mädels etwas ganz besonderes ausgedacht.


Eierscheiben. Fragt mich nicht, warum das so heißt, aber das ist ein altes Osterspiel, das in Uromas Kindheit zu Ostern gespielt wurde. Zwei runde Stäbe werden mit ein bisschen Abstand nebeneinander an einen Eimer gelehnt, so dass sich eine schmale Bahn ergibt. Und auf dieser Bahn dürfen dann die Ostereier nach unten rollen. Ursprünglich war das Ziel des Spieles, nacheinander die Eier nach unten rollen zu lassen und dabei die bereits liegenden Eier der anderen Mitspieler zu treffen und möglichst so intelligent anzudeppern, dass das eigene Ei mit heiler Haut davonkommt - das Ei, das am Ende noch am besten aussieht, hat gewonnen. :D :D


Unseren Mädels hat es allerdings gereicht, die Eier einfach herunterkugeln zu lassen. Und nochmal. Und nochmal. Uuuuund nochmal.... :D :D Gut, die Kleine ist auf das ein oder andere Ei im Eifer des Gefechts draufgestiegen, aber ein bisschen Schwund darf ja auch sein, oder? :D :D


Nachmittags war dann die andere Hälfte der Familie zum Kaffeetrinken da und abends sind die Mädels vollkommen fertig und glücklich ins Bett gefallen. An solchen Tagen wird mir wieder bewusst, wie viel Glück wir haben mit zwei gesunden Kindern und so einer lieben Familie. Ist nicht selbstverständlich.


Ihr habt sicher schon gemerkt, dass ich euch nebenher ein paar festliche Feiertagsbilder untergejubelt habe... :D :D Ilona von "Meine Herzenswelt" hat einen absolut wunderbaren neuen Schnitt kreiert, der nicht nur für Fest- und Feiertage der absolute Oberhammer und Mädchentraum ist.


Ein Ballon-Wendekleid hat sie da entworfen, das es echt in sich hat. Total raffiniert gemacht, einfach zu nähen und ein absoluter Hingucker. Und endlich mal wieder eine Gelegenheit, den Webware-Vorräten an den Kragen zu gehen... Nachdem die große Hasentochter ja nach wie vor im Kleider-Streik ist hat nur das kleine Hasenkind von dem Schnitt profitiert. Findet ihn aber super. Und ich auch, weil mit der Wendemöglichkeit reicht endlich auch bei uns ein einziges Kleid einen ganzen Feiertag lang.... :D :D :D


Passend zum Kinderkleid gibt es ein Puppenschnittmuster, damit die Puppenmamas mit ihren Töchtern im Partnerlook losmarschieren können. Hier auf dem Foto seht ihr "Salah". Fragt mich nicht, warum die Puppe uuuuuunbedingt einen Namen mit "r" haben musste, den die Hasentochter dann nicht aussprechen kann. Aber gut. Kann man nix machen. Wie heißt's so schön? Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.... ;)


Schaut euch unbedingt auf Ilonas Seite die vielen Probenähbeispiele an!! Ich habe selten ein Probenähen gesehen, bei dem sosososo viele wunderbare Ergebnisse herausgekommen sind. Ich bin immer noch ganz hin und weg. Muss an dem Schnitt liegen.... :D

Ich lasse euch mal noch den Link zu Ilonas Shop da, da könnt ihr ein bisschen stöbern und euch dann entweder "Neela" in den Größen 74 - 146 zulegen oder das süße Puppenschnittmuster in den Größen 30/36/42/48 oooooder aber beides im Kombipack besorgen und ein Partnerlookoutfit nähen: http://de.dawanda.com/shop/MeineHerzensweltDIY

Ich kehre jetzt in meine österliche Familienzeit zurück, genieße den Ostermontag mit meinen Lieben in vollen Zügen und wünsche euch eine wunderbare Woche!

Hasenwilde Grüße
Johanna