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Mittwoch, 16. September 2020

Herbst-Update

Ihr Lieben,

das Sommerloch ist überwunden, weiter geht es hier mit neuer Motivation. Ich weiß schon, das sage ich dauernd, und dann dauert es wieder 6 Wochen, bis ihr was von mir lest. Aber was soll ich sagen? Das Bloggen braucht einfach seine Zeit, und manchmal stecke ich die lieber in die Nähmaschine. Oder sonstige Dinge. Was zu einem gewissen Rückstau an hübschen Fotos (und leider auch einem Rückstau an unfotografierten Mama-Kleidern) geführt hat. Machen wir uns mal dran, ne?



Also. Der Schulalltag ist zurück. Zumindest einigermaßen. Das hat Vor- und Nachteile. 

Dickster aller dicken Nachteile: Das frühe Aufstehen. Nicht mal der Kleinste in der Familie schlägt zur Ferienzeit seine Äuglein vor halb neun auf. Klar, dafür stehen die Kids auch einfach etwas länger abends auf der Matte - aber damit kann ich gut leben. Solange sie sich unauffällig verhalten. Das wissen sie. :D :D Jedenfalls haben mein Biorhythmus und der morgendliche Wecker irgendwie keinen direkten Draht zueinander, und auch die Ladies muss man mehrmals wecken und irgendwann mit schlimmsten Konsequenzen bedrohen, bevor sie sich aus ihrer Schlafstatt erheben. :D :D Ich weiß auch nicht, woher sie das haben. 😇


Ich habe euch, glaube ich, schon ein paar Mal erzählt, dass ich niemand bin, der das Ferienende herbeisehnt. Ich komme gut mit mir selbst klar, und auch meine Mädels kommen da nach mir - die beschäftigen sich recht harmonisch miteinander oder eben einfach mit einem Buch, einem Hörbuch, mit Bastelmaterial oder was ihnen sonst noch so einfällt. Von uns aus könnten die Ferien immer doppelt so lang dauern. Ich könnte auch nicht sagen, dass es da keinen Lernzuwachs gibt. Die beiden haben haufenweise Bücher gelesen, Geschichten erfunden, die Große hat der Mittleren die Schreibschrift gezeigt und mit ihr in mühevoller Kleinstarbeit ein Schreibschriftplakat gestaltet und sie haben - wie schon ihr ganzes Leben lang - mir Löcher in den Bauch gefragt. Über dies und das, Sternbilder, Wiesentiere, Politisches, über Corona und allgemein Infektionskrankheiten, über Soziales und was sie eben sonst so beschäftigt hat. Und ich bin Rede und Antwort gestanden, soweit ich helfen konnte, und habe mit ihnen das Internetz befragt, wenn dem nicht so war.


Wir haben also den Schulstart nicht herbeigewartet, aber jetzt, wo er da ist, ist es auch nicht schlecht. Das frühe Aufstehen garantiert definitiv einen produktiveren Vormittag, der Kleine hat exklusive Mamazeit, das Chaos, das ich vormittags beseitige, wächst nicht parallel dazu in unermessliche Höhen und die Kinder fallen abends wirklich müde in die Federn. Trotzdem haben wir die Wochen schon gezählt, bis die Herbstferien kommen... ;)


Der Beinbruch der Großen ist inzwischen wieder gut verwachsen, alle Schrauben sind entfernt (bis auf eine kleine Beilagscheibe, die leider nicht mehr vom Knochen zu trennen war und deshalb als ewiges Andenken darin verblieben ist) und das Kind läuft wieder krückenfrei. Sie humpelt immer noch ein bisschen, weil sie sich die Schonhaltung wirklich sehr konsequent angewöhnt hat, aber ansonsten sitzt alles bombenfest. Ab morgen geht's zur Krankengymnastik um die Gelenkkapsel, die durch die Narben etwas starrer geworden ist, wieder gut elastisch zu kriegen. Und dann traut sich die Maus hoffentlich auch bald wieder auf's Fahrrad. Die Familienradtouren gehen mir nämlich inzwischen richtig ab.


Mit großen Schritten geht es auch endlich auf die Kommunionsfeier zu, die im April ja nicht stattfinden konnte. Die Planungen laufen auf Hochtouren und das Kind hat ein arbeitsreiches Wochenende mit Beichtaktion, Kirchenführung und diversen Gottesdiensten vor sich. Und wenn das Kind ein arbeitsreiches Wochenende hat, betrifft das die Mama meistens parallel mit. Ärgerlich, das. Aber wir freuen uns auf die Kommunion und ich drücke wirklich die Daumen, dass dieses Mal alles klappt. Ich muss euch hinterher unbedingt erzählen, was sie bekommen hat. Sie wird ausflippen, da bin ich sicher. :D :D


Jetzt muss ich euch direkt noch was zu den süßen Fotos und dem geliebten Outfit vom Bub erzählen. Der Body ist nämlich aus einem von mir sehr neuerdings entdeckten Stoff - Wolle-Seide. Unglaublich, das Zeug. Fühlt sich an wie ein Schmetterlingsflügel auf der Haut und reinigt sich quasi von selber. Größere Flecken bürste ich aus oder gehe mal mit ein bisschen Wasser drüber, ansonsten muss das Teil einfach nur gut durchlüften und es ist (und riecht) wie neu. Beim Vernähen muss man ein bisschen vorsichtig sein, dass man keine Löcher zieht, das werden nämlich Laufmaschen (für euch ausprobiert und geflickt... ;)) Und der Preis ist nicht ohne. Die Qualität aber auch nicht. :D Die nächsten beiden liegen jedenfalls schon unter der Nähmaschine. Als Schnittmuster habe ich den Body mit amerikanischem Ausschnitt aus dem Klimperklein-Buch genutzt und den wundervollen Regenbogenstoff habe ich bei Danisch pur bestellt.


Obendrüber gab's eine Liekedeler Latzhose von Rabaukowitsch. Hab ich vorher noch nie genäht. Dauert seine Zeit, ist aber jede Minute wert. Als Stoff hab ich ein aussortiertes Cordhemd von meinem Papa genutzt. Das ist butterweich, nicht zu warm, aber schön robust. Die Knie- und Poverstärkung sind aus einer alten Outdoorhose geschnitten und halten das Kind auch bei Schmuddelwetter schön trocken. Die Hose ist schon eine Weile fertig und ich liebe die. Dauernd am Kind. Wenn das Wetter dafür passt, zumindest. Die Mütze obendrüber ist eine Malia von Pom und Pino aus denselben Stoffen. Und wir haben sie verloren, erst letzte Woche. Ich bin echt traurig, die war so toll. Ich hoffe immer noch, dass sie an irgendeinem Eck unvermutet auftaucht.


So, das war für's Erste mal wieder - eine schnelle Zusammenfassung und ein paar wirklich stimmungsvolle Bilder - ich gebe mir Mühe, die Lücke bis zum nächsten Blog nicht ganz so üppig ausfallen zu lassen!

Hasenwilde Grüße
Johanna

Sonntag, 22. Oktober 2017

Geschichten vom kleinen Mädchen

Heute ist es soweit. Ernsthaft. Ihr begleitet mich jetzt schon so lange, ihr lest hier mein Leben, bekommt Einblicke in unseren hasenwilden Alltag und seid meine virtuellen Wohnzimmergäste. Und das muss belohnt werden. Heute. Ich werde euch nämlich mein allerwertvollstes Erziehungswerkzeug verraten. Nur euch. Und wer weiß - vielleicht wird es euer pädagogisches Dasein revolutionieren.... ;)


Na schön, vielleicht auch nicht. Aber wissen kann man nie. Und mir leistet es nun schon seit bald sieben Jahren ziemlich gute Dienste. Das kleine Mädchen.


"Wer??", fragt ihr? Also. Da müssen wir ein Stück weit zurückgehen.

Es war einmal ein Familienvater, der hatte vier Töchter. Eine bildhübscher und blitzgescheiter als die andere. Die Älteste war selbstredend die Umwerfendste. :D :D Jedenfalls waren diese Töchter mit einer großen Ladung an Wissbegierde und Begeisterung gefüllt und liebten Geschichten. Vorlesen konnte man ihnen Tag und Nacht, dann waren sie glücklich. Nun trug es sich aber zu, dass in manchen Situationen zwar eine Geschichte gefordert, aber kein Buch zur Hand war. Besonders akut war das Verlangen beim Kinderarzt oder im Auto.... ;) So griff der Vater in seiner Not zu einer Alternative - er erfand Geschichten selber. Jede Geschichte fing an mit "Es war einmal ein kleines Mädchen...." und blieb, der Einfachheit und der jeweils zugrundeliegenden komplexen Situation halber, möglichst nah an der Realität - und griff eben das jeweilige Kinderleben auf. Das kleine Mädchen ging in den Geschichten in den Kindergarten oder zur Schule, musste zum Arzt oder auf eine lange Autofahrt.... und meisterte diese Situationen bravourös. Was soll ich sagen, Autofahrten und Arztbesuche wurden erfolgreich überlebt, die Töchter waren zufrieden - und als die vier heranreiften und groß wurden, blieb das kleine Mädchen in den Köpfen....


Genau. So begleitet mich das kleine Mädchen eigentlich schon seit meiner Kindheit. Dass es sich aber bei meinen Töchtern (besonders bei der Großen) so gut einsetzen lässt, habe ich erst nach und nach herausgefunden...


Meine große Maus ist ein absoluter Madita-Verschnitt. Ideen ohne Ende im Kopf und schneller an der Umsetzung, als man blinzeln kann. Wie oft stand ich hin- und hergerissen zwischen Begeisterung und Entsetzen vor diesem Kind. Sie hat komplette Kleiderschränke geleert und daraus Nester und Höhlen gebastelt, hat sich eine Sandgrube aus Haferflocken auf dem Flurboden gebaut und ihr komplettes Kinderzimmer mit Penatencreme eingeschmiert und Ohrenstäbchen darin aufgeklebt. Um nur ein paar Beispiele zu nennen.


Meistens hat es ordentlich Zeit gedauert, um das Chaos, in dem sie dann zufrieden gespielt hat, wieder aufzuräumen - aber ich kam nicht umhin, ihre Fantasie zu bewundern. Leider gab es auch die Ideen, mit denen ich mich gar nicht anfreunden konnte - schlichtweg, weil sie gefährlich waren. Aus dem Garten verschwinden und allein den Weg zur Oma suchen zum Beispiel. Oder beim Laufradfahren den Helm lieber der Puppe als sich selbst aufsetzen. Auf fremde Leitern klettern. Solche Dinge.


Leider war das Kind mit den fixen Ideen oft gar nicht so leicht davon zu überzeugen, etwas verlässlich sein zu lassen. Quasi belehrungsresistent - weil sie oft nicht verstanden hat, warum ich Dinge, die ihr so spaßig vorkamen, verboten habe. Und so habe ich zum ersten Mal eine Geschichte erzählt. Eine Geschichte vom kleinen Mädchen, das ohne Bescheid zu sagen die Oma besuchen wollte, und auf dem Weg gestürzt ist. Und weil keiner wusste, wo das Mädchen war, hat es lang gedauert, bis es endlich gefunden wurde. Ich habe erzählt, wie sehr sich die Mama gesorgt hat, als sie das kleine Mädchen nicht im Garten finden konnte. Und wie sehr das Mädchen gehofft hat, dass die Mama schnell kommt. Mein Tochterkind (genauso geschichtenliebend wie ich in dem Alter) hat mir mit großen Augen zugehört. Hat die Geschichte mit ihren Worten wiedergegeben. Und das war das letzte Mal, dass sie sich vom Grundstück entfernt hat, ohne Bescheid zu sagen.


Ich war begeistert. Eine GEHEIMWAFFE! :D :D Das kleine Mädchen ist von dem Zeitpunkt an immer wieder aufgetaucht, um für das Tochterkind die Konsequenzen einer Handlung aufzuzeigen. Um zu erklären, warum es manche Verbote gibt - und warum sie mir so wichtig sind. Aber auch, um in manchen Situationen Alternativen aufzuzeigen. Mal ging es um das Getrödel in der Früh, mal darum, dass man keine fremden Katzen im Garten füttert. Gerade mit 3/4 Jahren ist es meiner Tochter viel leichter gefallen, der Geschichte zu folgen als meiner theoretischen Erklärung. Jede Geschichte hatte selbstverständlich ein gutes Ende für das kleine Mädchen und alle Unstimmigkeiten haben sich in Luft, Friede, Freude und Eierkuchen aufgelöst. Und wir konnten viele Dinge ohne großen Aufwand beiseite schaffen.


Inzwischen ist die Maus schon sechs Jahre alt und braucht das kleine Mädchen kaum mehr. Aber manchmal - und so bin ich auf diesen Blogbeitrag gekommen - manchmal helfen die Geschichten heute noch. Erst vor ein paar Tagen haben wir uns gemeinsam auf das Wohnzimmersofa gekuschelt und ich habe ihr die Geschichte vom kleinen Mädchen erzählt, das seine Hausaufgaben immer ewig vor sich hergeschoben hat - und dann nicht spielen gehen konnte, als das Nachbarskind vor der Türe stand. Und was soll ich sagen - der Erfolg war an den letzten beiden Nachmittagen durchschlagend. Und mehr als dieses Erfolgserlebnis, wenn dann tatsächlich jemand an der Türe klingelt und alle Hausis erledigt sind, braucht es dann oft gar nicht, damit sich die nachmittäglichen Diskussionen in Luft auflösen - ich hoffe sehr, ein für alle Mal!


Mein kleines großes Mädchen seht ihr hier auf den Fotos in ihrer neuen "Coom" von Feefee - ein wunderbares Ebook, vielfältig und individuell wie seine Vorgänger. Die Pulliversion ist definitiv auch jungsgeeignet - aber meinen Mädels hat es die tolle Vokuhila-Mädelversion mit dem  Rockteil angetan. Den V-Kragen und die Ärmeleinsätze habe ich aus einem alten Strickkleid upgecycelt, den Waldstoff hat sich das Fräulein selbst ausgesucht. Mit der passenden gelben Biggi-Leggings drunter eine ideale Herbstkombi und hier im Dauereinsatz. Wem der V-Kragen nicht gefällt, der kann auch einen Rundhals nähen - oder an den V-Kragen eine Kapuze anhängen. Das Oberteil fällt wunderbar Oversize-lässig und gehört ab sofort zu unseren Favoriten im Kleiderschrank!
Hier könnt ihr euch sowohl die Mädels- als auch die Jungsversion nochmal genauer anschauen:

Coom Girl:
Coom Boy


Ich hoffe, euch gefällt meine Geschichte vom kleinen Mädchen - und vielleicht könnt ihr ja damit auch bei euren Kindern was anfangen. Und wenn nicht, dann lege ich euch zumindest den wunderschönen Schnitt ans Herz.... ;) Erzählt mal - was sind denn eure Lieblingserziehungsgeheimwaffen?

Hasenwilde Grüße
Johanna

Dienstag, 24. Januar 2017

Titus im wintergrau

Es ist ruhig hier. Das Feuer knistert im Kamin, aber sonst ist nichts zu hören. Der dichte Nebel vorm Fenster taucht alles in ein verschwommenes grau. Nichts zu sehen, nichts zu hören. Grauer Wintertag. Himmlisch, eigentlich. Wäre da nicht das kranke Hasenkind im Nebenzimmer...


Die kleine Hasentochter schläft im Wohnzimmer, niedergestreckt von einem fiesen Virus. Ich habe also die letzten Tage (Na gut. Seit Sonntag Nacht. Meine Kinder haben normalerweise eine relativ robuste Konstitution. Ich jammere also auf hohem Niveau. :D) damit verbracht, das fiebernde Kind zu betüddeln.


Ich verbringe die Zeit mit der glühenden Tochter auf meinem Schoß, in meinem Arm oder direkt neben mir, lese Bücher vor, spreche Mut zu, halte ihre Haare, wenn sie spucken muss und schüttle ihr die Decke aus.


Der Haushalt muss zurückstecken, die Unterrichtsvorbereitung läuft in 10-Minuten-Raten, bis wieder ein klägliches "Maaaamaaaaa" vom Sofa ertönt und ich bin froh, dass die Gefriertruhe genug Vorräte hergibt, dass die große Tochter nicht verhungern muss. Das Leben läuft langsamer, wenn ein Kind krank ist.


Was aber die wirkliche Herausforderung ist, ist im Moment die Vereinbarkeit zwischen einem kranken Kind, einem Kindergartenkind (inklusive der täglichen Bring- und Abholzeiten) und zwei Jobs. Puh. Die Organisationsarbeit, die vor jedem Tag läuft, damit alle Familienmitglieder ihren Alltag stemmen können, ist wirklich nicht zu unterschätzen.


Wir haben das große Glück, dass meine Schwiegermama viel daheim ist und auch mein krankes Tochterkind sich bereitwillig von Oma versorgen lässt. (Ihr einziges Problem war, ob Oma wohl auch ihre Haare über der Spuckschüssel so effektiv halten kann wie ich. Nachdem ich mit einem Haargummi und zwei Haarspangen eine absolut spucksichere Frisur gezaubert habe, sind aber alle Bedenken ausgeräumt... ;) ). Wenn aber ich in der Schule bin und Oma das kranke Mäuschen betüddelt, kann niemand die Große vom Kindergartenbus abholen. Nachdem ich heute nur zwei Sportstunden geben muss, darf sie mich also ausnahmsweise in die Schule begleiten. Freude pur auf Tochterseite. Immerhin.


Morgen muss der Göttergatte vormittags zuhause bleiben, und dann hoffe ich wirklich, dass dieser Virus gegessen und verdaut ist - und die Große nicht als nächstes flach liegt. Der Donnerstag wird bringt nämlich sonst ein dickes Problem. Da kann nämlich eigentlich keiner daheim bleiben... :P


Das hatte ich definitiv unterschätzt. Und ich frage mich ernsthaft, wie sich da Leute behelfen, die eben keine Oma in der Nähe haben, die das kranke Kind versorgen kann. Oder deren Kinder eben nicht nur zweimal im Jahr krank sind (fest auf Holz klopf). Wie MACHT ihr das bloß?


Jedenfalls schicke ich allen Mamas, die auch gerade irgendeine Art von Lazarett versorgen, ganz viele liebe Grüße und viel Ausdauer. Und sorge mit diesen Lieblingsbildern vom kleinen Tochterkind hoffentlich für gute Laune und ein bisschen Sonnenstimmung im Kopf. Das ist nämlich eines meiner absoluten Lieblingsoutfits an ihr. Die Hose ist aus einer aussortierten Nadelstreifenhose meiner Schwester upgecycelt nach dem wirklich obergenialen Hosenschnitt "Titus" von FinnLeys. Eine aboslut lässige Hose - ein Jerseyexemplar an meiner Großen hab ich euch vor einer Weile schon *HIER* gezeigt. Obendrüber gab's eine Lotty von kibadoo - und auch das Strickoberteil ist aus einem aussortierten Strickpulli einer Freundin upgecycelt, von dem ich die angeschlagenen Ärmelsäume und das Loch im Bauchsaum einfach abgeschnitten und den Rest zum lässigen Oversizepulli umfunktioniert habe. Sooo lässig, die Kleinste im Haus, findet ihr nicht?

Hier geht's zum Ebook "Titus Kids"

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Im Moment schläft die kranke Tochter friedlich auf dem Sofa (nachdem ich telefonierenderweise die "Maaamaaaa"-Rufe gekonnt auf "gleeeeiheeeeich" verschoben habe, ist sie während des Wartens eingeschlafen), und nachdem sie das nun schon seit einer knappen Stunde relativ ruhig tut, hoffe ich, dass sie auf dem Weg der Besserung und bald wieder auf den Beinen ist. Solange beziehe ich hier meinen Posten als Krankenschwester und Kuschelkissen (mit kurzen Unterbrechungen). Mamajob eben. Und da soll einer sagen, ich arbeite nicht genug. :)

Hasenwilde Grüße
Johanna

Dienstag, 5. Juli 2016

Abgefahren

Manchmal habe ich wirklich Lust, etwas abgefahrenes zu tun. Aus der "Normalität" auszubrechen, die Standards zu sprengen und mal ganz neu denken.


Unsere genähten Kleidungsstücke gehen ja auch schon in die Richtung. Kleidung zu tragen, die sonst keiner hat. Individuell sein. Und auch nicht immer massenkonform - man sieht den Kleidungsstücken, die ich für mich und meine Mädels nähe, ja schon durchaus an, dass sie selbstgemacht sind.


Hin und wieder ist mal eines drunter, bei dem sich der nichtnähende Betrachter vielleicht nicht sicher ist, ob das nun genäht oder gekauft ist - aber im Normalfall sieht man es den Kleidungsstücken schon an, wenn sie unter der hasenwilden Nähmaschine durchgelaufen sind.


Trotzdem - so abgefahren wie heute war es glaub ich noch nie. :D :D :D


Ich hatte wirklich Lust, mich mal wieder an einem komplett neuen Schnitt auszuprobieren. Zu sehen, wie er fällt, was man daraus machen kann. Bis zum Schluss war ich mir aber nicht sicher, ob die Hose nicht zu sehr aus dem "normalen", landlebenstauglichen Rahmen fällt. Als ich sie dann am Kind im Set gesehen habe, dachte ich - "Nö. Saaaaaucoool." Entschuldigt die Wortwahl. :D


Die große Hasentochter jedenfalls fand die Hose wirklich gut - ausgezogen hat sie sie nach den Fotos jedenfalls nicht mehr. Sie steht ja eh so auf Bequemzeug, das nirgends drückt und maximale Bewegungsfreiheit mitbringt. Am öftesten sieht man sie nachmittags in Leggings jeder Form und Farbe, wobei auch die Chill@Home oft und gern getragen wird. Ich denke, dass auch dieses Outfit in die gemütlicher-Nachmittag-Kategorie wandern wird.


Vernähen durfte ich den zuckersüßen Jersey "Strawberry Vanilla Ice" von Alles-für-Selbermacher, den ihr ganz bald wieder im Shop bestellen könnt. Der Hosenschnitt ist die Sarouelhose "Panteloni" von Fetzengaudi (die Hosentaschen sind selbstgebastelt) kombiniert mit einer upgecycelten Weste mit passender Freihandstickerei. Die Weste habe ich bei meinen Sachen aussortiert und musste sie dann nur noch oben und seitlich verkleinern - den unteren Saum und den Reißverschluss habe ich beibehalten, den Kragen abgeschnitten, etwas gekürzt und neu angesetzt. Einen Reißverschluss in einem Kleidungsstück zu haben, ohne ihn selber angenäht zu haben, finde ich ja schon wirklich praktisch.... :D :D :D Die Erdbeermütze ist der neueste Streich von Annas Country und nennt sich Be Mützi - die Beanieversion der schon länger existierenden "Mützi". Mit den eingesetzten Streifen und dem Schirm (ich liebe ja Schirme an Mützen) ein absoluter Hingucker, und das sicher nicht nur für den Sommer!!


Hier könnt ihr euch den Schnitt "Be Mützi" genauer anschauen:

http://de.dawanda.com/product/102235787-e-bookanleitung-be-muetzi---fuer-gross-und-klein
 
 
Was meint ihr dazu? Zu abgefahren? Oder cool abgefahren?
 
Hasenwilde Grüße
Johanna

Dienstag, 28. Juni 2016

Herzenserlebnis

Manchmal hat man ja so Erlebnisse, die den ganzen Tag ein bisschen heller machen. Mir ging es gestern Nachmittag so. Und ein leichtes Lächeln in den Mundwinkeln ist mir bis jetzt geblieben.


Ich war einkaufen. (So beginnen übrigens viele gute Geschichten... :D ). Also, ich war einkaufen bei Netto im Nachbarort. Schon vormittags war ich da, das große Hasenkind im Schlepptau, eine lange Liste in der Hand. Wir haben alles gefunden, was auf der Liste stand, sind erfolgreich nach Hause zurückgekehrt - und ich habe (wie meistens) festgestellt, dass ich doch etwas vergessen hatte. Nicht notiert, nicht bedacht, nicht gekauft.


Also bin ich eine Weile später nochmal schnell alleine los (zum Glück ist der Netto im Nachbarort nur 2km entfernt, da ist der Umweg nicht ganz so gravierend). Zitronen und Puderzucker für den Zuckerguß des Sonntagskuchens nur schnell in der Hand geschnappt und flott zurück an die Kasse.


Die Schlange war relativ lang, bestimmt 6 Leute standen vor mir an, einer oder zwei nach kurzer Zeit hinter mir. Nach einer Weile wurde es vorne an der Kasse unruhig. Eine Familie stand da, mit etwa fünfjährigem Kind, offensichtlich Ausländer mit wenig Deutschkenntnissen. Köpfe reckten sich, neugierige Blicke wurden geworfen und schnell wurde der Grund des Staus ausgemacht - "die haben wohl den Geldbeutel zuhause vergessen..", "die haben kein Geld dabei!", "die können nicht zahlen", raunte es durch die Schlange.


Während Mutter und Vater relativ verzweifelt an der Kasse standen, fragte eine Dame relativ weit vorne: "Sollen wir den Einkauf einfach gemeinsam übernehmen?" Zustimmendes Gemurmel, einige "Ja, klar" waren zu hören. "Oder einer legt das Geld einfach aus" kam von einer anderen Ecke. Die Hilfsbereitschaft war mit Händen greifbar - und sofort da. Ohne zu hinterfragen, ohne zu zögern, ohne jeden Widerspruch.


Irgendwie hat sich keiner getraut, die Familie direkt anzusprechen. Ich habe mich dann an die Familie gewandt (ich arbeite ja schon länger mit den Flüchtlingen vor Ort zusammen, da sind vielleicht die Berührungsängste einfach schon etwas kleiner - wobei ich diese spezielle Familie nicht kannte) und konnte schnell herausfinden, dass es eine Flüchtlingsfamilie aus dem Nachbarort war. Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass ich mit der Mutter schnell zu ihrem Haus fahre, damit sie den vergessenen Geldbeutel holen kann. Der Vater und das Kind haben derweil mit dem Einkaufswagen im Supermarkt gewartet.


Ich war wirklich beeindruckt von der Hilfsbereitschaft der Leute. Genauso hätten sie anfangen können zu schimpfen und zu wettern. Dass kein einziges böses Wort gefallen ist, fand ich schon wundervoll - dass die Menschen sofort ihre Hilfe angeboten haben, hat noch eins draufgesetzt. Ein Zeichen für eine friedliche Grundstimmung, die hier Ausländern gegenüber herrscht. Das hat mich wirklich berührt. Bei dem kurzen Gespräch mit der Familie konnten die Leute dann sehen, dass die Flüchtlingsfamilien hier gut genug Deutsch gelernt haben, um sich in einfachen Worten zu verständigen - und wie dankbar sie waren, Hilfe zu bekommen. Vielleicht ebnet das dem ein oder anderen noch den Weg, sie beim nächsten Mal einfach selbst anzusprechen. Es war jedenfalls schön zu beobachten.


Eine kurze Szene nur, ein wenigen Minuten passiert. An einer einfachen Supermarktkasse, mitten im Alltag der Leute. Und doch geht ein richtiger Zauber davon aus, finde ich. Genau diese Situationen sind es, die mein Weltbild wieder gerade rücken. Über die ich mich unglaublich freuen kann, und die mir zeigen, dass ein friedliches Miteinander möglich ist, zwischen Menschen aller Kulturen.


Auf den Bildern konntet ihr nebenher die große Hasentochter in einem der neuesten Outfits sehen. Der neue "Ethno Glam" von Alles-für-Selbermacher ist meine große Liebe, und irgendwie passt er mit seinem orientalisch anmutenden Muster mit den kleinen Dreiecken in hellgrau, taupe, schwarzbraun, apricot und in glitzerndem Gold auch wunderbar zur obigen Situation. Kombinieren kann man ihn mit so ziemlich allem - hier ist eine kurze "Sverre" von Meine Herzenswelt daraus geworden, die das Design mit den  grauen Einsätzen nochmal richtig gut zur Geltung bringt.


Obendrüber gab's ein Mini-20-Minuten-Shirt von Muckelie, upgecycelt aus einem aussortierten Oberteil einer lieben Freundin. Meine hellblonden Kinder brauchen immer einen kräftigen Farbkontrast zu weißlastigen Stoffen, da bot sich das korallefarbene Shirt absolut dafür an. Hier habe ich wirklich absolut Basic gearbeitet, der Druck war schon auf dem Shirt - und da ist so ein schickes Oberteil auch wirklich in 20 Minuten fertig!! Passend dazu gab's die erste "Tullelue" von "Tullebunt und Lille Sno". So ein wunderschöner Schnitt. Ich hätte mich ewig dran verkünsteln können. Ich habe mich aufgrund der Tatsache, dass der Tochter schon immer Mützen gerne nach oben über den Hinterkopf rutschen für die Version "Mias Tullelue" entschieden - und was soll ich sagen? Passt perfekt. Da werden sicherlich noch viele folgen!!

Bis ich hier getippt hatte, war "Ethno Glam" leider schon wieder ausverkauft - aber ich könnte mir gut vorstellen, dass es von diesem Knallerstoff noch eine Nachbestellung gibt. Wenn er wieder auftaucht, sage ich euch auf alle Fälle Bescheid - vorsichtshalber könnt ihr ja die AfS-Seite auch selber ein bisschen im Auge behalten... :D :D

Hier geht's zum 20-Minuten-Shirt:

https://www.makerist.de/patterns/das-mini-20-minuten-shirt
 
Und auch die Hose Sverre *KLICK* und die Tullelue *KLICK* habe ich euch nochmal verlinkt.

Und jetzt freue ich mich noch ein bisschen über mein Herzenserlebnis von gestern. Hattet ihr auch schon solche Momente? Situationen, in denen ihr entdeckt habt, wie schön so ein harmonisches, hilfsbereites und rücksichtsvolles Miteinander sein kann? Erzählt doch mal!

Hasenwilde Grüße
Johanna

Montag, 4. April 2016

Backsteinmethode

Endlich Draußenbilder!!

Wir freuen uns hier so an den Sonnenstrahlen! Schade nur, dass die Ferien schon vorbei sind. Das Aufstehen heute morgen fiel nämlich nicht nur den Kindern schwer.... ;)

 
Wir haben gestern den letzten Ferientag in vollen Zügen genossen. Es gab ein langes verspätetes Osterfrühstück, weil die eine Hälfte der Familie über Ostern im Urlaub war. Danach haben wir die Fahrrades entstaubt und eine Runde gedreht - bei der Wirtschaft im Nachbarort vorbei, da gibt's nämlich schon Steckerleis ( = Eis am Stiel).


Die große Hasentochter fährt ja seit Ende letzten Jahres Fahrrad, da schadet ein bisschen Übung gar nicht - und sie macht ihre Sache wirklich gut. Fehlen nur noch ein paar Muskeln an der richtigen Stelle....


Die Kleine hat die halbe Strecke mit dem Laufrad zurückgelegt, da hat sie sich ganz schön ins Zeug gelegt. Auf dem Heimweg durfte sie dann in den Kindersitz auf meinem Fahrrad und der Papa hat das Laufrad hinten auf den Gepäckträger geschnallt. Allerdings hat sie die Tatsache, dass ihre Schwester schneller unterwegs war als sie, doch irgendwie gefuchst - jedenfalls mussten wir zuhause SOFORT das kleinste Fahrrad für sie herrichten und einstellen. Sie stellt sich wirklich gar nicht dumm damit an, ich rechne damit, dass sie das diesen Frühling noch packt.


Und dann? Habe ich zwei große, fahrradfahrende Kinder. Wahnsinn. Wie die Zeit vergeht. Inzwischen saust auch die Kleine tagsüber ohne Windel herum, die Wickelkommode können wir abbauen und ab Herbst darf auch Nummer zwei den Kindergarten besuchen. Sie werden so schnell groß. Vielleicht teste ich doch mal die Methode mit dem Backstein auf dem Kopf, damit sie ein wenig länger klein bleiben. 3 und 5 Jahre, das ist ein wunderbares Alter, finde ich. So könnte es ewig bleiben. <3


Jedenfalls war das eine gute Gelegenheit, um eines der neuen Outfits auszuführen - und für dieses hier hat sich das Hasenkind entschieden. Da steckt nämlich alles drin, was sie liebt: blau, schwarz und Glitzer! Der Rock ist mal wieder ein Upcycling-Projekt aus einem Damen-Minirock. Ich habe einfach seitlich zwei Streifen herausgenommen und oben einen Gummi eingezogen, damit er auch noch ein Weilchen mitwächst. Das Shirt mit dem amerikanischen Ausschnitt ist von Lillesol und Pelle und die Ballonmütze nennt sich "Malia" ganz neu von Ulrike von Pom&Pino. Gerade nähe ich sie zum vierten Mal. :D :D Ich habe beschlossen, eine "Malia" passt heuer zu jedem Sommeroutfit. Der Schirm spendet Schatten, die Kinderkopf ist vor der Sonne geschützt und die empfindlichen Hasenohren sind gut eingepackt - von diesem Multitalent gibt's definitiv noch seeeeeeehr viele!! Hier könnt ihr euch euer Malia-EBook sichern: *KLICK*


Ja, und das Highlight? Den schwarzen Kokeshi-Glitzersweat habe ich geraaaaade eben bei Alles-für-Selbermacher wieder entdeckt! Der war nämlich vor ein paar Wochen ruckzuck ausverkauft - wenn ihr euch jetzt also noch ein Stückchen davon sichern wollt, dann nichts wie hin:

http://www.alles-fuer-selbermacher.de/Sweat---Kokeshi---Glitter---Schwarz---Gold?filter_name=kokeshi