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Dienstag, 28. Juni 2016

Herzenserlebnis

Manchmal hat man ja so Erlebnisse, die den ganzen Tag ein bisschen heller machen. Mir ging es gestern Nachmittag so. Und ein leichtes Lächeln in den Mundwinkeln ist mir bis jetzt geblieben.


Ich war einkaufen. (So beginnen übrigens viele gute Geschichten... :D ). Also, ich war einkaufen bei Netto im Nachbarort. Schon vormittags war ich da, das große Hasenkind im Schlepptau, eine lange Liste in der Hand. Wir haben alles gefunden, was auf der Liste stand, sind erfolgreich nach Hause zurückgekehrt - und ich habe (wie meistens) festgestellt, dass ich doch etwas vergessen hatte. Nicht notiert, nicht bedacht, nicht gekauft.


Also bin ich eine Weile später nochmal schnell alleine los (zum Glück ist der Netto im Nachbarort nur 2km entfernt, da ist der Umweg nicht ganz so gravierend). Zitronen und Puderzucker für den Zuckerguß des Sonntagskuchens nur schnell in der Hand geschnappt und flott zurück an die Kasse.


Die Schlange war relativ lang, bestimmt 6 Leute standen vor mir an, einer oder zwei nach kurzer Zeit hinter mir. Nach einer Weile wurde es vorne an der Kasse unruhig. Eine Familie stand da, mit etwa fünfjährigem Kind, offensichtlich Ausländer mit wenig Deutschkenntnissen. Köpfe reckten sich, neugierige Blicke wurden geworfen und schnell wurde der Grund des Staus ausgemacht - "die haben wohl den Geldbeutel zuhause vergessen..", "die haben kein Geld dabei!", "die können nicht zahlen", raunte es durch die Schlange.


Während Mutter und Vater relativ verzweifelt an der Kasse standen, fragte eine Dame relativ weit vorne: "Sollen wir den Einkauf einfach gemeinsam übernehmen?" Zustimmendes Gemurmel, einige "Ja, klar" waren zu hören. "Oder einer legt das Geld einfach aus" kam von einer anderen Ecke. Die Hilfsbereitschaft war mit Händen greifbar - und sofort da. Ohne zu hinterfragen, ohne zu zögern, ohne jeden Widerspruch.


Irgendwie hat sich keiner getraut, die Familie direkt anzusprechen. Ich habe mich dann an die Familie gewandt (ich arbeite ja schon länger mit den Flüchtlingen vor Ort zusammen, da sind vielleicht die Berührungsängste einfach schon etwas kleiner - wobei ich diese spezielle Familie nicht kannte) und konnte schnell herausfinden, dass es eine Flüchtlingsfamilie aus dem Nachbarort war. Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass ich mit der Mutter schnell zu ihrem Haus fahre, damit sie den vergessenen Geldbeutel holen kann. Der Vater und das Kind haben derweil mit dem Einkaufswagen im Supermarkt gewartet.


Ich war wirklich beeindruckt von der Hilfsbereitschaft der Leute. Genauso hätten sie anfangen können zu schimpfen und zu wettern. Dass kein einziges böses Wort gefallen ist, fand ich schon wundervoll - dass die Menschen sofort ihre Hilfe angeboten haben, hat noch eins draufgesetzt. Ein Zeichen für eine friedliche Grundstimmung, die hier Ausländern gegenüber herrscht. Das hat mich wirklich berührt. Bei dem kurzen Gespräch mit der Familie konnten die Leute dann sehen, dass die Flüchtlingsfamilien hier gut genug Deutsch gelernt haben, um sich in einfachen Worten zu verständigen - und wie dankbar sie waren, Hilfe zu bekommen. Vielleicht ebnet das dem ein oder anderen noch den Weg, sie beim nächsten Mal einfach selbst anzusprechen. Es war jedenfalls schön zu beobachten.


Eine kurze Szene nur, ein wenigen Minuten passiert. An einer einfachen Supermarktkasse, mitten im Alltag der Leute. Und doch geht ein richtiger Zauber davon aus, finde ich. Genau diese Situationen sind es, die mein Weltbild wieder gerade rücken. Über die ich mich unglaublich freuen kann, und die mir zeigen, dass ein friedliches Miteinander möglich ist, zwischen Menschen aller Kulturen.


Auf den Bildern konntet ihr nebenher die große Hasentochter in einem der neuesten Outfits sehen. Der neue "Ethno Glam" von Alles-für-Selbermacher ist meine große Liebe, und irgendwie passt er mit seinem orientalisch anmutenden Muster mit den kleinen Dreiecken in hellgrau, taupe, schwarzbraun, apricot und in glitzerndem Gold auch wunderbar zur obigen Situation. Kombinieren kann man ihn mit so ziemlich allem - hier ist eine kurze "Sverre" von Meine Herzenswelt daraus geworden, die das Design mit den  grauen Einsätzen nochmal richtig gut zur Geltung bringt.


Obendrüber gab's ein Mini-20-Minuten-Shirt von Muckelie, upgecycelt aus einem aussortierten Oberteil einer lieben Freundin. Meine hellblonden Kinder brauchen immer einen kräftigen Farbkontrast zu weißlastigen Stoffen, da bot sich das korallefarbene Shirt absolut dafür an. Hier habe ich wirklich absolut Basic gearbeitet, der Druck war schon auf dem Shirt - und da ist so ein schickes Oberteil auch wirklich in 20 Minuten fertig!! Passend dazu gab's die erste "Tullelue" von "Tullebunt und Lille Sno". So ein wunderschöner Schnitt. Ich hätte mich ewig dran verkünsteln können. Ich habe mich aufgrund der Tatsache, dass der Tochter schon immer Mützen gerne nach oben über den Hinterkopf rutschen für die Version "Mias Tullelue" entschieden - und was soll ich sagen? Passt perfekt. Da werden sicherlich noch viele folgen!!

Bis ich hier getippt hatte, war "Ethno Glam" leider schon wieder ausverkauft - aber ich könnte mir gut vorstellen, dass es von diesem Knallerstoff noch eine Nachbestellung gibt. Wenn er wieder auftaucht, sage ich euch auf alle Fälle Bescheid - vorsichtshalber könnt ihr ja die AfS-Seite auch selber ein bisschen im Auge behalten... :D :D

Hier geht's zum 20-Minuten-Shirt:

https://www.makerist.de/patterns/das-mini-20-minuten-shirt
 
Und auch die Hose Sverre *KLICK* und die Tullelue *KLICK* habe ich euch nochmal verlinkt.

Und jetzt freue ich mich noch ein bisschen über mein Herzenserlebnis von gestern. Hattet ihr auch schon solche Momente? Situationen, in denen ihr entdeckt habt, wie schön so ein harmonisches, hilfsbereites und rücksichtsvolles Miteinander sein kann? Erzählt doch mal!

Hasenwilde Grüße
Johanna

Donnerstag, 12. Mai 2016

Gemütlichkeit zum Anziehen

Angesichts der Temperaturen, die uns laut Wetterbericht in den nächsten Tagen hier erwarten, habe ich heute geeeenaaaaau das richtige für euch: Einen Jogginganzug. Auch Kuschelsweat. Ultimative Gemütlichkeit zum Anziehen, quasi.


Meine große Tochter liebt ja Joggies heiß und innig. Das ist so ein Bequemkind, das als erstes nach dem Kindergarten nach oben läuft und die Jeans gegen eine Leggings, eine Jogginghose oder etwas ähnliches tauscht. Damit beim Spielen nichts drückt und nichts zwickt und vor allem nichts vond en wunderbaren Fantasiewelten ablenkt, in die sie dann für den Nachmittag abdriftet.


Ich kann ihr das gut nachfühlen, ich bin ja auch so ein Bequem-Typ, der es abends gar nicht erwarten kann, endlich in gemütliche Klamotten zu schlüpfen. Und so ein Jogginganzug ist ja nicht nur eine tolle Sache, wenn es draußen regnerisch und ungemütlich ist - auch jeder noch so warme Sommertag wird irgendwann abends kühl. Und wenn man dann noch ein bisschen im Garten sitzen bleiben möchte, eine Kerze auf dem Tisch stehen hat und den Grillen beim Zirpen zuhört, gibt es doch nichts besseres als eine kuschelige Hose und einen passenden Sweater.


Der letzte Jogginganzug (mit dem gestickten Zebra. Erinnert ihr euch?) ist leider inzwischen nun wirklich zu klein (auch wenn er die Große wirklich lang begleitet hat) und ist in den Kleiderschrank der kleinen Schwester gewandert. Und das ging ja nun mal gar nicht. Kennt ihr das, wenn in den Kinderaugen die ersten Tränen schwimmen? Und die Unterlippe so zu zittern anfängt? Ja?


Naja, was soll ich sagen. Ein neuer Jogginganzug musste her. Selbstverständlich wieder mit Zebra. Fehlende Kontinuität kann man dem Kind nun wirklich nicht vorwerfen. :D Nachdem die Freihandstickerei ja doch etwas arbeitsaufwendiger war, dachte ich mir dieses Mal: Nimmste Stoffmalfarbe, geht schneller. Also - nein. Geht nicht schneller. Vor allem dann nicht, wenn man mit selbstgemachtem Freezerpapier arbeiten will und schon ewig an der Vorlage herumschnipselt. Aber ich muss sagen - sieht auch gut aus. Doch, wirklich. Und der Zebrakopf hat auch schon die ersten Waschmaschinendurchgänge überstanden. Scheint recht gut zu halten. :)


Jedenfalls kann ich euch jetzt mit Stolz die perfekten Schnitte dafür präsentieren: Als Oberteil, wie gehabt, das Longsleeve von Lillesol und Pelle. Oftmals getestet und für gut befunden. Hier bereits in Größe 128 - so ein Jogginganzug verträgt schon ein bisschen Wachspuffer - mit den Bündchen rutscht da normalerweise nichts. Auch die Hose ist mir ein bisschen lang geraten, aber da wächst das Kind, das einem Pfifferling in der Beziehung alle Ehre macht, schon rein. Wahrscheinlich wieder schneller, als ich überhaupt gucken kann. Der lässige Schnitt nennt sich "deine Sverre", ist einer der neuesten Streiche von Ilona von "Meine Herzenswelt" - und universal einsetzbar.


Die eingesetzten Passen im Schritt finde ich total stylisch - hier habe ich sie nur mit bunten Fakepaspeln betont. Ansonsten gibt Sverre, ganz Meine-Herzenswelt-like wieder ganz viel Variationspotenzial her - von der Passe am Rücken über aufsetzbare Taschen, Eingrifftaschen, verschiedenen Längen und verschiedenen Bundvarianten geht so ziemlich alles - und am besten gefällt mir, dass sich Sverre auch aus Webware wie Jeans und Cord nähen lässt und nicht nur eine Fake- sondern alternativ auch eine echte Knopfleiste mitbringt. Total klasse. Ich muss unbedingt noch die ein oder andere Jeans-Draußenvariante nähen. Übrigens gibt's den Schnitt nicht nur für Kids (56 - 128) sondern inzwischen auch für Teens (134 - 170). Wenn da nicht für jeden was dabei ist, weiß ich auch nicht. :D Übrigens, dass die Sverre auch ganz anders kann und auch in dreiviertellang, oililyfarben und sommerfrisch eine tolle Figur abgibt, zeige ich euch demnächst noch...


Deine Sverre Kids könnt ihr (mitsamt einiger wunderbarer Designbeispiele!!) hier genauer ansehen:

https://www.makerist.de/patterns/ebook-12-sverre-kids-hose-groesse-56-128
 
 
 
Habt ihr auch so Jogginganzug-bequem-gemütlich-Kinder?
 
Hasenwilde Grüße
Johanna