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Mittwoch, 12. August 2015

Die Nacht der Wünsche

Sternschnuppennacht. Die Nacht der Wünsche. Die Nacht, in der Träume wahr werden. Im Radio haben sie gesagt - 100 Sternschnuppen in der Stunde. Ich rechne: Das sind auf alle Fälle mehr als eine in der Minute!!! Wahnsinn!! Ich muss das ausnutzen. Ich hab so viel zu wünschen...



23.00 Uhr. Ich gehe nach draußen. Die Nacht ist lau, die Grillen zirpen. Ich schnappe mir einen Klappstuhl und wandere ums Haus. Auf der Suche nach Straßenlampenschatten. Determiniert stelle ich mir den Stuhl zwischen dem Gemüsegarten-to-be-Erdhaufen und dem Traktor auf. Ich habe eine Agenda. Heute Nacht werde ich allen Ballast loswerden. Heute Nacht werde ich alle Sorgen wegwünschen, die mir im Magen liegen. Alles, was auf der Seele brennt. Heute Nacht werde ich meine kleine Heile-Welt-Blase wieder herstellen. Ich setze mich auf den Stuhl und starre konzentriert in den Himmel. Meine Augen brauchen kurz, um sich auf die Dunkelheit einzustellen. Aber dann breitet sich der Nachthimmel über mir aus wie ein dunkles Tuch und die Sterne funkeln um die Wette. Also. Her mit den Schnuppen.



Im Radio haben sie gesagt, Wünsche gehen nur in Erfüllung, wenn man sie fertigwünscht, bevor die Sternschnuppe erloschen ist. Der Wunsch muss sozusagen gewünscht sein, bevor die Sternschnuppe nicht mehr zu sehen ist. Es ist also sinnvoll, sich vorher seine Wünsche möglichst kurz und knackig zu formulieren, damit man sofort loswünschen kann, wenn sich eine Sternschnuppe zeigt. Ich drehe meine wichtigsten Wünsche im Hirn. Streiche sie zusammen auf die wichtigsten Grundbegriffe. Stelle mental eine absteigende Wunschwichtigkeitsliste auf. Man muss ja schließlich vorbereitet sein.



Niemand hat mir gesagt, wie schnell die Dinger sind!! Bei den ersten Sternschnuppen schaffe ich es überhaupt nicht, irgendwas wünschenswertes zu denken. Außer vielleicht "Oh!". Das ist ja gerade mal ein Wimpernschlag!!! Wie soll denn das funktionieren? Ich kürze meine Wünsche weiter. Ein Stichwort pro Wunsch muss reichen. Das Universum wird schon wissen, was zu tun ist.


Ich drehe meinen Stuhl in die andere Richtung. Vielleicht sind auf der Seite die Sternschnuppen ein bisschen langsamer. Ich murmle meinen nächsten Wunsch leise vor mich hin. Vielleicht taucht die Sternschnuppe gerade dann auf, wenn ich das Wort sage. Ich sitze angespannt auf meinem Stuhl, die Stirn gerunzelt, voll Konzentration. Ich meine, hallo?? Ich ARBEITE hier für meine Familie! Schlage dem Schicksal ein Schnippchen! Jetzt macht doch mal jemand diese verflixten Fliegedinger ETWAS langsamer!!!!!!!!


Ich bin frustriert. Ich bin zu langsam. Ich schaffe es nicht. Keinen einzigen Wunsch habe ich bisher zeitgleich zu einer Sternschnuppe gewünscht. Agenda gescheitert. Ziel verfehlt. Zu langsam, zu langsam, zu langsam.


Und dann? Höre ich auf. Höre auf zu wollen, zu müssen, zu wünschen. Und fange an, zu sehen. Lege meine Füße auf den Traktoranhänger, und lasse sie einfach nur kommen, die Sternschnuppen. Da eine. Und noch eine. Wie schön sie sind. Wie die Grillen zirpen. Und wie weit der Himmel ist, in dieser warmen Sommernacht. Wie klein ich und meine Probleme. Und wie einfältig mein Plan. Ich muss lachen. Und sehe sie mir nochmal an, meine Wünsche. Ja, es sind alles Herzenswünsche. Nichts materielles dabei. Und trotzdem. Bei dem ein oder anderen könnte ich vielleicht doch selbst Hand anlegen. Dem Schicksal einen kleinen Stups geben. Selbst aktiv werden. Und die anderen? Die, zu denen ich nichts beitragen kann? Die lege ich in dieser großen, sternklaren Sternschnuppen-Wunschnacht einfach in Gottes Hand. Und fühle mich so frei, wie schon lange nicht mehr.


Kurz noch ein paar Worte zu den Bildern: Entstanden sind diese Bilder an einem ebenso lauen Sommerabend wie heute, kurz vor Sonnenuntergang, und geschossen hat sie meine liebe Schwester. Und ihr seht darauf mein neues Sommerkleid nach dem Schnitt von Killertasche "Fifties Fever Dressed Up". Endlich mal was für Große aus Webware. Vielleicht kommt euch der Unterrock-Stoff bekannt vor? Den Rest davon habe ich euch schon als Tuula-Hose für die kleine Hasentochter gezeigt. Die Kombi aus Braun, Beige und Türkis finde ich wirklich super gerade!! Schaut euch unbedingt Monas Kleiderschnitt genauer an - er beinhaltet soooo viele Möglichkeiten!! Genäht habe ich hier das knöpfbare Oberteil ohne Ärmel zusammen mit einem dezenten Basic-Rock mit Spitze unten. Hier findet ihr das Ebook in der Kleidervariante:

http://de.dawanda.com/product/85639015-fifties-fever-dressed-up--dress-

Und eine Tunikaversion gibt's auch noch:

http://de.dawanda.com/product/85639275-fifties-fever-dressed-up-tunika--

Klickt euch unbedingt durch Monas KillerTasche-Shop - da findet ihr nämlich auch noch eine Kombiversion von Tunika und Kleid und eine Kombiversion von Mama- und Tochterschnitt!!


Dieser Beitrag und mein Sommerkleid schicke ich auf alle Fälle zu RUMS. Und ich glaube, ich setze mich jetzt noch ein paar Minuten nach draußen. Jetzt, wo ich endlich in der Lage bin, den Sternschnuppenregen einfach zu genießen....

Hasenwilde Grüße
Johanna

Sonntag, 21. Juni 2015

Fifties-Fever zum Fest

Huhu ihr Lieben!

Jetzt war es ja ein Weilchen still im Blog - wir waren nämlich im Urlaub. Zwei wunderbare Wochenenden mit dem Wohnwagen, über den Gardasee in die Toskana und mit einem Zwischenstop in Südtirol wieder nach Hause. Wunderschön war's. Relaxt. Entspannend. Zum Kraft tanken. Hach. Ich glaube, ich hätte noch ein Weilchen so weitermachen können.... :D Ich hab ein paar Sachen für den Urlaub genäht und auch fotografiert, da bekommt ihr sicher noch einiges zu sehen! Aber irgendwie muss sich der Urlaub, die Eindrücke und die Erinnerungen erst mal setzen. Es gibt noch einiges aus- und aufzuräumen - und vieleviele Fotos zu sortieren und zu bearbeiten!


Deswegen hab ich heute erstmal zwei wunderschöne Kleider für euch, die schon im Mai entstanden sind. In voller Löwenzahnblütenzeit. <3


Meine zwei Hasenmädels haben heute ebendiese Kleider an, deswegen passen die mir heute so gut ins Konzept. Heute ist nämlich "Festsonntag" hier in unserem Ort. Kennt ihr das? "Fest" im Ort? Die Kirche hier ist dem heiligen Johannes dem Täufer geweiht, und weil der heute gefeiert wird, ist das eben der "Festsonntag". Manche Ortschaften feiern an dem Tag auch groß Kirchweih. Bei uns ist eben einfach "Fest".


Eigentlich ist dieser Tag im Jahr gar nicht so sehr anders als alle anderen - aber eben irgendwie festlicher. Meistens trifft sich die Familie zum Mittagessen oder Kaffeetrinken. Wir wurden heut von meiner Familie zum Essen eingeladen, das hat gerade gut gepasst - im Kühlschrank herrscht nämlich urlaubstechnisch noch ziemlich gähnende Leere.... :D


Genäht habe ich die beiden Kleider für die Hochzeit meiner Cousine. Das war ein super Anlass für den schicken Schnitt! Und das beste ist, farb- und stiltechnisch passen die Kleider wunderbar in verschiedenste Richtungen! Auf der Hochzeit war ich im Dirndl und mein Mann mit der Lederhose, und die Kleider passen auch dazu ganz wunderbar - die blau gemusterten Stoffe geben schon irgendwie sowas volkstümliches her, finde ich. Wir hätten aber auch ganz klassisch in Anzug und Kleid gehen können, und die Kinder hätten trotzdem dazugepasst. Lustigerweise habe ich eigentlich nur für die kleine Hasentochter ein Kleid genäht, die Große verweigert ja eigentlich aus Prinzip Kleider. Aber dieses hier hat ihr total gefallen, und so ist auch noch ein zweites im Partnerlook entstanden. Unter Ausnutzung jedes allerwinzigsten Stofffitzels in den Blautönen. :D


Der Schnitt nennt sich "Fifties Fever Dress" und stammt aus der Feder von Mona von Killertasche. Ein wunderschöner Kleiderschnitt für Baumwollstoffe mit gaaaaanz vielen unterschiedlichen Variationen.


Ich habe mich hier für ein Patchwork-Rockteil entschieden, so dass die vier blaugemusterten Stoffe gut zur Geltung kommen. Das Oberteil ist vorne geknöpft (so mit richtigen Knopflöchern!! Ehrlich!!) und weil der strukturierte weiße Stoff so extrem dünn war, habe ich es mit einem leichten Futter abgefüttert und die Ärmel mit Gummiband zusammengerafft.


Das Knotenband für die Taille und das Stirnband mit Schleife (nach einem kostenlosen Tutorial von Hamburger Liebe) sind aus einem dunkelblauen, leicht schimmernden Stoff. Mir gefällt die Kombi echt total gut.


Und die zwei sehen sich echt ähnlich so.... sie waren auf der Hochzeit auf alle Fälle ein Hingucker! Heute tragen sie ihre Kleider allerdings mit Strumpfhose und einem langärmeligen weißen Oberteil drunter. Brrrr. Ist es bei euch eigentlich auch so kalt? Nach zwei Wochen 28 Grad sind wir die Kälte gar nicht mehr gewöhnt.... außerdem dachte ich wirklich, es wäre auch daheim SOMMER!!!! :D


Bevor ich jetzt dann den Hasengatten aus dem Festsonntagsschlaf wachküsse (oder anderweitig aufwecke.... ;) ) und die Hasentöchter zum Festsonntagsspaziergang nach draußen in den eiskalten Nieselregen scheuche (uääääääh.... ;) ), lasse ich euch noch die wichtigsten Infos zum Schnitt da:

Also, den Fifties-Fever-Dress könnt ihr in Größe 80 - 170 auch als Vokuhila- oder einfarbige Basicversion untenherum nähen. Obenrum sind im Schnittmuster auch eine Fassung ohne Knöpfe mit Gummizug oder eine Version mit Bindebändern ohne Ärmel enthalten. Alle süß. :D Das Kleid näht sich zugegebenermaßen nicht in einer halben Stunde, aber es macht echt was her - das lohnt die Arbeit auf alle Fälle! Außerdem gibt es noch einen wunderbaren Pettycoat-Schnitt dazu, der die Kleider dann nochmal Fifties-Style-mäßig aufpuscht. <3

Das Schnittmuster bekommt ihr hier:
http://de.dawanda.com/product/82297063-ebook-fifties-fever-dress

Hier gibt's den passenden Pettycoat:

http://de.dawanda.com/product/82297299-ebook-fifties-fever-petticoat

Natürlich gibt's die beiden Ebooks auch in Kombination:

http://de.dawanda.com/product/82297503-ebook-fifties-fever-dress-petticoatduo-ebook

Die Stoffe sind alle aus meinem Fundus oder vom Stoffmarkt!


Und mit diesem hasenwilden Geschwisterliebefoto verabschiede ich mich zu den festsonntäglichen Aktivitäten. Wäsche waschen wär zum Beispiel gut. :D

Hasenwilde Grüße
Johanna