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Donnerstag, 7. April 2016

Déjà-vu

"Fällt der denn gar nichts Neues ein??", werdet ihr sagen. Habt ihr gerade ein Déjà-vu, wenn ihr an meinen letzten Rock aus dem grünen Nelvita-Stoff von raxn denkt? Naja - in dem Fall nein. Ich gebe zu, ich habe für raxns zweiten Stoff in sand-olivgrün schon wieder eine MyHedi genäht. Und ich habe denselben Kombistoff nochmal genutzt. ABER. :D :D


...das hat ja auch alles seine Gründe. Zum Einen kommt mir immer ein Rock in den Sinn, wenn ich an Susn, also Frau raxn, denke. Ich hab sie ja schon länger nicht mehr gesehen, weil wir beide ein schon ewig angedachtes gemeinsames Kaffeetrinken einfach nicht auf die Reihe kriegen - aber wenn ich so an sie denke, dann hat sie einen Rock an. Wenn ich sie jetzt malen müsste, dann würde ich sie mit einem Cordrock, einer Strumpfhose, einem dieser knallengen Oberteile, die sie unverschämterweise nach 4 Kindern tragen kann und hohen schwarzen Stiefeln zeichnen. Naja, und wenn ich dieses Bild dann schon im Kopf habe, dann ist der Rock schon drin in meinem Kopf... :D :D



Zum Zweiten finde ich die gemusterten Stoffe einfach toll für nen Rock. Das ist nicht ganz so viel Fläche wie ein Oberteil (zumindest ist das bei mir so... :D :D), und das Muster lässt sich total gut mit Unis oder melierten Stoffen ergänzen. Dann springt einen der Rock so richtig an und das Muster nimmt trotzdem nicht überhand. Mag ich total gerne so.


Zum Dritten liebe ich die Kombi aus sand und olive. Das sind einfach voll meine Farben. Den MUSSTE ich für mich haben. Da gab's gar nichts zu diskutieren.


Und der Kombistoff eignet sich einfach fantastisch, weil das ein ganz schwerer, dicker Sweat ist. Und ich habe für mich entdeckt, dass ein Saum aus so einem schweren Stoff dafür sorgt, dass der Rock nicht ständig die Leggings hochkrabbelt. Kennt ihr das, wenn man bei jedem dritten Schritt in irgendeine Richtung den Rock zurechtzuppeln muss, weil er sonst gefühlt bis über den Bauchnabel hochwandert? Schrecklich. Der schwere Saum hält den Rock wunderbar an seinem Platz. Für Jersey mag ich nämlich nicht so gern Innenfutter, weil erstens die Dehnbarkeit verloren geht und ich zweitens einfach gern den weichen Stoff um die Oberschenkel habe.


Und überhaupt - ich liebe Leggings mit Rock. Ich glaube, ich besitze keine einzige Hose die so ein angenehmes Tragegefühl macht wie Leggings mit Jerseyrock. Da drückt nichts, da rutscht nichts, da schneidet nichts ein, der Rock macht schicke lange Beine und die Leggings sorgt dafür, dass man sich nicht ständig Gedanken machen muss, wie man sich hinsetzt - und macht so einen Sommerrock ganzjahrestauglich. Überaus praktisch.


Ihr seht also, "Markuna" in sand konnte gar nichts anderes werden als ein Rock. Und von meinen Rockschnitten ist mir für weiche Stoffe eben MyHedi von Petit et Jolie am liebsten, der macht eine schöne Form, hat mit der Passe hinten und den Kellerfalten vorne das gewisse Etwas und ist (zumindest wenn man wie in meinem Fall hier die Paspeltaschen weglässt) ruckzuck genäht.


Dazu gab's dann eine passende braune Leggings nach dem Ebook "Stelzenhülle" von Fadenkäfer, einen Loop und eine passende MyCuddleMe von Schaumzucker aus weichem oliv-meliertem Strick mit sandfarbenen Bündchen. Mit einem T-Shirt drunter auch ein Outfit für jede Wetterlage, das sich ruckzuck von "kuschelig" in "sommerfrisch" verwandeln lässt.
Den GOTS-zertifizierten Jersey findet ihr bei Alles-fuer-Selbermacher. Und man kann auch andere Dinge draus nähen. Aber ehrlich - als Rock ist er doch am schönsten.... ;) Klickt einfach auf's Bild und seht ihn euch genauer an!

http://www.alles-fuer-selbermacher.de/Jersey---GOTS---Markuna---raxn---SandOlive?page=1
 
Ich schicke mein Markuna-Outfit und die schicken Fotos, die letztens spontan in der Morgensonne entstanden sind, noch flott zu RUMS!

Hasenwilde Grüße
Johanna

Mittwoch, 23. September 2015

Stil und Ehrlichkeit

DAS ist er. Das ist mein Stil. So will ich mich anziehen und so fühle ich mich wohl. Dieses Outfit ist absolut mein Ding. Meine Farben, genau das richtige Maß an Tüddelei, die für mich perfekte Rocklänge, lauter kuschelige Sweats, angenehm zu tragen, ohne einzuengen. Eben genau mein Stil.



Gar nicht so einfach herauszufinden, was "mein Stil" ist. Was zu mir passt. Zu meiner Art. Zu meiner Persönlichkeit. Mal davon abgesehen, dass sich "mein Stil" ja ständig ändert. Nicht dauernd und nicht grundlegend, aber ich trage heute nicht mehr die gleichen Sachen wie vor 10 Jahren. Und natürlich lasse ich mich beeinflussen - von der aktuellen Mode, von Leuten, die ich schätze und bewundere, von Designbeispielen, die mir so unter die Finger kommen. Aber ich versuche, aus all diesen Einflüssen etwas eigenes zu machen. Meinen Stil eben. Je weiter dieser "mein Stil" vom aktuellen Modefluss abweicht, desto mehr Mut braucht es dafür. Diesen Stil nicht nur zu entwickeln und zu finden, sondern auch in der Öffentlichkeit zu zeigen. In der Stadt, beim Bäcker, beim Spazierengehen. Und noch ein bisschen mehr Mut braucht es, die Sachen im eigenen Stil im Netz zu zeigen.



Ich liebe ja gerade die Seiten, deren Stil unverkennbar ist. Die ein bisschen extravagant sind. Besonders. Die aus der Menge stechen durch besondere Ideen, witzige Kombinationen, rasante Farbkombis. Die sich ihren Stil selber machen. Und ihn dann als Inspiration einem breiten Publikum im Netz zugänglich machen. Das sind manchmal auch Kleidungsstücke, die meinem Stil so gar nicht entsprechen und die ich so vielleicht nicht anziehen würde. Trotzdem kann ich sie schätzen - für die Idee, die dahintersteckt, für eine handwerklich saubere Arbeit, für den Charme, den sie ausstrahlen, für ihre Besonderheit, für die Art, wie sie fotografiert und in Szene gesetzt sind.



Jedes Mal, wenn ich hier einen Beitrag online stelle, schwingt da ein bisschen Nervosität mit. Ich präsentiere hier ja nicht nur Klamotten, sondern auch das, was dahinter steht - ganz viel Herzblut, Überlegung, Zeit und Liebe. Entsprechend freue ich mich natürlich, wenn das, was ich mache, bei euch gut ankommt. Wenn viele Leute meine Beiträge anklicken und lesen, wenn ich den ein oder anderen Kommentar darunter finde, sehe, dass sich jemand meine Sachen angesehen und sich damit beschäftigt hat. Manche Bilder kommen bei euch wahnsinnig gut an, obwohl ich gar nicht damit gerechnet hatte. Andere Outfits, die ich total liebe, bekommen wenig Rückmeldung. Das ist auch vollkommen in Ordnung so - Geschmäcker sind einfach verschieden. Und das ist wichtig und richtig.



Wo ich allerdings wirklich meine Fassung verlieren kann, sind die vernichtenden Kommentare, die sich oft unter Posts finden. Ich muss sagen, ich bin bisher größtenteils davon verschont geblieben (ich scheine ziemlich liebenswerte Leser in euch gefunden zu haben.... :D ) - aber ich lese sie immer wieder. In Nähgruppen. Oder unter Posts von Kreativseiten. "Gruselig" steht dann da unter einem Bild von einem genähten Rock, oder "´total altbacken", auch "der macht dich voll dick" und "schrecklich". Und wenn dann jemand Einspruch einlegt oder den Verfasser eines solchen Kommentares zur Rede stellt, lese ich immer und immer wieder: "Ich bin doch nur ehrlich."



Da stellen sich mir alle Nackenhaare auf. Ehrlich? EHRLICH? Nein, das ist nicht ehrlich. Das ist respektlos und unverschämt. Die Ehrlichkeit hat nämlich in einem sozialen Gefüge auch eine Grenze, und die nennt sich Respekt gegenüber dem Nächsten. Und so ein Kommentar, der unter der Gürtellinie trifft und dessen einziger Sinn es ist, jemanden damit zu treffen und zu verletzen ist vollkommen frei von Respekt. Ich glaube, im anonymen Netz vergessen manche Leute, dass hinter jedem Bild, das gepostet wird, ein Mensch steht. Jemand mit Gefühlen und Ängsten, jemand der lang hinter der Nähmaschine gesessen ist, um dieses Werk zu erschaffen. Jemand, der da Liebe und Zeit und Material reingesteckt hat und zurecht stolz darauf ist. Jemand, der hier seinen Stil erschaffen hat - auch wenn der vielleicht nicht jedermanns Geschmack trifft.




"Ehrlich kann eben auch mal unbequem sein" kommt dann. Stimmt. Eine eigene Meinung ist wichtig, und auch, diese vertreten zu können. Ohne ehrliche Kritik ginge in unserer Gesellschaft nichts voran. Wenn Missstände nicht angeprangert werden, wird auch nichts dagegen unternommen. Aber ehrliche, konstruktive Kritik hat immer ein positives Ziel. Will etwas verbessern. Etwas, das einem wichtig ist, das einem auf die Nerven geht, ein Zustand, der nicht haltbar ist. Ich glaube ein Kleidungsstück, das einem nicht gefällt, fällt nicht in diese Kategorie. Verlangt ja keiner, dass jemand in Lobeshymnen ausbricht, dem das Ding gar nicht gefällt. Aber dezentes Schweigen und Weiterscrollen ist ja auch eine Lösung - vor allem eine Lösung, die niemanden verletzt.... Ehrlichkeit hin oder her. Und wenn man sich schon gar nicht auf die Zunge beißen kann, dann macht auch die Formulierung ganz viel aus - konstruktive Kritik zeigt immer einen Weg auf. "Schrecklich" ist nicht konstruktiv. "Du könntest vielleicht nächstes Mal...." schon eher. Und wenn das dann noch begleitet wird von einem "Gut gefällt mir an deinem Teil...", ist das doch wesentliche leichter verdaulich als so ein Schlag mit dem Zaunpfahl.



Wahrscheinlich hätte ich euch das gar nicht erzählen brauchen. Wenn ihr, meine lieben Mitleser, nämlich Menschen wärt, die mit erniedrigenden und respektlosen Kommentaren um sich schlagen würden, dann hätte ich das sicherlich schon bemerkt. Trotzdem musste das mal raus - weil mich das wirklich betroffen macht, diese Art, mit anderen Menschen umzugehen. Und weil ich mich mit diesem Blogpost ganz öffentlich, ehrlich und mit meiner ganzen Überzeugung gegen diese Art stelle, miteinander umzugehen. Weil ich der Meinung bin, dass mein Stil und dein Stil, so unterschiedlich sie auch sein mögen, ganz wunderbar nebeneinander existieren können. Denn das macht die Welt bunt.



Und jetzt schlagen wir einen eleganten Bogen zurück zu meinem Stil und meinem Outfit, und vor allem zu dem gigantischen Stoff, den ich hier für Alles-für-Selbermacher vernähen durfte. "Nelvita" habt ihr bestimmt schon entdeckt, das ist der neue GOTS-Sweat von AfS - aus der Feder von Susn alias raxn. Susn ist eine der wenigen Nähkolleginnen, die ich auch persönlich und im realen Leben kenne, weil sie gar nicht so weit weg von mir wohnt - umso mehr freue ich mich, dass ich hier ihr Debüt-Textildesign in Szene setzen durfte. "Nelvita" trifft absolut meinen Nerv und gefällt mir wahnsinnig gut - mal davon abgesehen, dass oliv, weinrot und beere zu meinen Lieblingsfarben gehören. Und dieser Sommersweat vernäht sich wie Butter, außerdem ist er kuschelweich! <3 Kombiniert habe ich mit einem grünen Wintersweat mit weißen Punkten, der noch in meinem Stoffregal lagerte, einer glänzenden grünen Paspel für die Passe hinten und ein bisschen beerefarbigem Tüddelband unten.



Genäht habe ich hier den Sweatrock "MyHedy" von Petit et Jolie, der schon länger auf meiner Will-Haben-Liste stand. Ich bin total begeistert von dem Ebook - durch den Sweat fällt der Rock schön schwer und wandert im Gegensatz zu meinen vielen Sommerröcken auch nicht ständig die Leggings hoch - der ideale Herbst- und Winterschnitt und ganz sicher nicht der letzte seiner Art hier im hasenwildschen Kleiderschrank. :D Die Paspeltaschen brauchen etwas Zeit, sind aber supergut erklärt und machen echt was her auf dem fertigen Rock! Die Beanie ist - mal wieder - nach dem Tutorial von Hamburger Liebe genäht, die restlichen Teile sind aus meinem Kleiderschrankbestand.



Raxns "Nelvita" ist leider schon in zwei Farben ausverkauft - aber von diesem wundervollen olive gibt es noch etwas, also nichts wie hin da! Der Stoff ist als B-Ware ausgezeichnet, weil er kleine weiße Punkte haben kann - wobei ich auf meinem grünen Meter keinen einzigen entdeckt habe. Dafür ist der Preis unschlagbar!

Sweat - GOTS - Nelvita - Olive -raxn-kleine Fehler 

Mit diesem Outfit in meinem Stil und mit diesen meinen Gedanken zur Ehrlichkeit stelle ich meinen Post rüber zu RUMS. Und bin gespannt, was ihr so dazu sagt. :)


Hasenwilde Grüße
Johanna