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Sonntag, 27. September 2020

Herbstputz

Ihr Lieben,

heute habe ich ein Outfit für euch, von dem ich überzeugt war, dass ich es euch schon längst gezeigt habe. Der Bub trägt es ständig. Momentan liegt es allerdings auf dem Nähtisch, weil ich versucht habe, ein paar hartnäckigen Flecken bei 60 Grad den Garaus zu machen, und das hat leider das Label nicht überlebt. Ich hab das aber noch drei bis zwölfmal (von Laleloup ist das übrigens, meine Top-Adresse für witzige Labels) in meiner Schublade, also kein Problem - einmal ausgetauscht, Lektion gelernt, Hose zurück in den Schrank. :D


Wir stecken gerade mitten im Herbstputz. Doch, habt ihr richtig gehört. Den Frühjahrsputz haben wir irgendwie verpasst. Alle Menschen um uns herum haben während der Shutdown-Corona-Zeit ihr Haus auf Vordermann gebracht, aber mein Mann konnte (glücklicherweise) ganz normal arbeiten und ich war mit drei Kindern und Homeschooling doch dezent eingespannt (zudem wir ja die Omas nicht in Beschlag nehmen wollten), und deswegen habe ich - gefühlt als einziger Mensch auf dieser Welt - während dieser Zeit noch weniger im Haushalt zustande gebracht als sonst.


Ich bin grundsätzlich mit dem täglichen Kram (Spülmaschine, Bäder halbwegs sauber halten, Kochen, Küche, Wäsche,...) durchaus ausgelastet. Nebenher betreue ich den Bub und nachmittags die Mädels bei den Hausaufgaben, halte meine Kurse und was ich sonst so an Nebenjobs angesammelt habe und verbringe auch sehr gerne intensiv Zeit mit den Kindern, egal womit. Dabei bleiben die "Specials" im Haushalt - Fenster putzen, Schubladen auswischen und durchsortieren und solche Sachen - oft liegen. 


Ich kann ja ganz gut mit ein bisschen familiärem Chaos leben. Dafür nehme ich mir hin und wieder Zeit für mich. Aber manchmal braucht man einfach einen Anlass, um mal wieder das ganze Haus auf den Kopf zu stellen und so richtig durchzupusten. Wenn dann alles ordentlich und geputzt ist, mag ich das nämlich schon auch recht gerne. :D


Wir nutzen jedenfalls die anstehende Erstkommunion nächsten Sonntag, um mal wieder so richtig klar Schiff zu machen. Eigentlich kommen zu diesem Fest ziemlich genau die Menschen, die auch zu jedem unserer Geburtstage kommen, und dafür stellen wir auch nicht das ganze Haus auf den Kopf. Aber wie gesagt, manchmal braucht man eben einen Anlass. Und so verbringen wir gerade allesamt unsere Zeit damit, Kinderzimmer komplett durchzusortieren und auszumisten, Fenster zu putzen, Küchenfronten und Schubladen zu schrubben und was sich eben so an zusätzlicher Putzarbeit angesammelt hat, abzuarbeiten.


Die Kinder helfen mal mit mehr, mal mit weniger Motivation (auf Schränke klettern, um oben Staub zu wischen, finden sie beispielsweise recht lustig) und schön langsam lichtet sich die üppige To-Do-Liste. Die Woche wird sicherlich noch voll, aber wir freuen uns schon auf ein richtig schönes Familienfest im kleinen Kreis am Sonntag - schließlich wartet das Tochterkind schon seit Ende April auf ihren großen Tag. Wahrscheinlich fegt am Sonntag dann die Verwandtschaft, die momentan mit vielen Kleinkindern gesegnet ist, wie ein Tornado durch's Haus. :D Aber dann ist es zumindest wieder sauberes Chaos. :D


Unser Kleinster wuselt jedenfalls geschäftig mit uns durch die Zimmer, patscht fröhlich im Putzwasser oder klettert unerlaubterweise die aufgestellten Leitern hoch und runter. Je bequemer die Kleidung da ist, desto besser. Ich liebe ja Latzhosen an dem kleinen Kerl. Erstens sehen sie superlässig aus an ihm und zweitens rutscht die Hose einfach nicht dauernd über den süßen kleinen Kinderhintern, sondern bleibt relativ zuverlässig da, wo sie hingehört. Und gerade in der Herbstzeit - das hat meine Oma schon immer gesagt - müssen die Nieren warm bleiben. Sonst, Kind, wirst du krank. So ist das nämlich. Hätte sie nicht so viel reden müssen, wenn ich einfach bis ins Erwachsenenalter Latzhosen getragen hätte. :D


Die Hose ist nach dem Overall-Ebook von Lowland entstanden. Das ist ein superschicker Schnitt, allerdings auf Englisch! Den Stoff "Light Stripes" durfte ich für die liebe Sabrina von "Am liebsten Sorgenfrei" vernähen, die ihn für Alles-für-Selbermacher designt hat - und da gibt es auch noch ein paar Restchen, die verlinke ich euch direkt HIER. Obendrauf eine Jeanstasche, die ich einer aussortierten Jeans entwendet habe. Dazu gab's eine Mietze von rosarosa aus Stoff aus dem Fundus, ein Tuch nach dem Freebook von rosarosa und die Mütze ist eine Käptn Kukka von Rabaukowitsch aus einem leichten Leinenstoff von Namijda vom letzten Jahr. Das Kind ist DIY. Und gut gelungen. Nur, falls ihr euch wundert.


Hasenwilde Grüße
Johanna

Donnerstag, 23. Januar 2020

Große Tochter - eine Liebeserklärung

Ihr Lieben,

wir befinden uns mal wieder im Geburtstagsmarathon. Irgendwie haben wir es ja geschafft, dass die Geburtstage unserer fünf Familienmitglieder zwischen 10. Januar und 20. Februar situiert sind. Plus zwei weitere Familiengeburtstage und ein Namenstag. Was den Januar immer sehr ereignisreich macht. :D Dafür ist dann den Rest des Jahres Ruhe!


Was gibt es also Neues bei uns? Wir starten mal wieder mit einer Update-Runde. Heute geht's los mit der großen Tochter. Von der hab ich nämlich schon lange nichts mehr berichtet. Mein großes Kind, meine Erstgeborene. Mein Baby, das kein Baby mehr ist. Wie werden die nur so schnell groß, könnt ihr mir das sagen?
In guten zwei Wochen wird das Fräulein 9 Jahre alt. Sie geht gerade in die dritte Klasse und probt ihre Selbstständigkeit. Übernachtungen bei Freundinnen, Nachmittage bei Freundinnen, alles ein Kinderspiel. Dieses meine Kind, das am liebsten das Haus nie verlassen hat und dem Kindergeburtstage immer zu laut, zu grell und zu viel waren, übernachtet jetzt mit drei anderen Hühnern im selben Bett. Und kommt morgens nicht überfordert und schlecht gelaunt sondern bestens amüsiert nach Hause. Unglaublich, irgendwie. <3


Sie singt gern und wirklich gut, spielt Blockflöte und Geige und hat sich jetzt einen zweiten Chor ausgesucht, den sie unbedingt besuchen möchte. Ich bin noch ein bisschen skeptisch, ob ein weiteres Hobby die Woche nicht arg voll für sie macht. Aber sie ist Feuer und Flamme. Mal sehen - wir warten mal eine weitere Schnupperwoche ab. Denn noch sind (zum Glück) auch ihre Schleichpferde und das tägliche Spiel mit ihrer Schwester noch hoch im Kurs - und die Zeit dafür scheint den beiden immer zu kurz!


Sonst ist Madame vom Voltigieren zum Reitunterricht gewechselt, den sie voll Begeisterung besucht. Sie mag morgens nicht aufstehen und abends nicht ins Bett gehen (ganz die Mama... ;)), geht aber nach wie vor sehr gern zur Schule, wofür ich unglaublich dankbar bin. Die ersten Schrittchen in Richtung Pubertät lässt sie uns schon manchmal spüren, wenn sie über alles und jedes mit mir diskutiert und meine Grenzen auch manchmal ordentlich austestet. Wichtig ist ihr und mir aber nach wie vor, dass wir versöhnt ins Bett gehen. Ein abendliches klärendes Gespräch im Bett ist dann noch Pflicht, damit sich das Fräulein beruhigt unter die Decke kuscheln kann.


Mit der kleinen Schwester gibt es hin und wieder Krach, meistens sind die beiden aber nach wie vor ein sehr starkes Team und können stundenlang in ihren Spielwelten versinken. Ich höre zu gerne von der Küche aus zu, wenn sie im Wohnzimmer im "Gefängnis" hinter dem Laufgitter sitzen und sich durch ihre Pferdefantasien spielen - gut geschützt vom kleinen Bruder, der neugierig an den Gitterstäben steht und zuguckt. Ein Pferd wird auch immer für ihn reserviert, damit er auch was zum Mitspielen hat. :D


Auch sonst liegt ihr ihr "Krolli", wie sie den Babybub liebevoll nennt, sehr am Herzen. Er wird betüddelt und gestreichelt, er darf in ihrem Zimmer die Schleichpferde durcheinander bringen und wenn er weint, geht die halbe Welt unter.

Modetechnisch weiß sie inzwischen ganz genau, was sie anziehen will und was nicht - genähte Sachen in ihrem Kleiderschrank werden weniger. Momentan sind Röcke oder kurze Hosen(Latzhosen in Kombination mit Strumpfhosen ihr Ding, auch eine Treggings geht hin und wieder, schnöde Jeans werden nach wie vor komplett verschmäht. Außerdem muss es kurzärmelig sein, mit einer Strick- oder Sweatjacke drüber. Trotzdem findet das ein oder andere Wunschteil den Weg unter meine Nähmaschine. Umso mehr freue ich mich dann, wenn es ein Lieblingsteil wird und so oft getragen wie dieser Rock und die passende Mütze.


Ein ganz besonderes Thema ist für die Große heuer die Erstkommunion. Die Vorbereitungsstunden haben schon begonnen und sie hat bereits die ganze Familie zu ihrem großen Fest eingeladen. Gestern waren wir beide ein wunderbares Kommunionkleid aussuchen und dieses Wochenende geht es zu einem Kommunionsvorbereitungswochenende in ein Jugendhaus. Nur sie und ich. In einer Familie mit drei Kindern ist ein ganzes Wochenende Extrazeit mit Mama schon etwas sehr besonderes - die kleine Schwester fragt heute schon, ob ich das mit ihr in zwei Jahren auch machen werde.


Ja, groß ist sie geworden, meine älteste Tochter. Ein witziges, liebenswertes, ideenreiches und kreatives Mädchen mit einem großen Herz, das immer selbstbewusster wird, ihren Weg geht und genau weiß, was sie will. Ich bin so stolz auf sie. Zum Glück ist sie noch nicht zu groß, um sich an mich ranzukuscheln und sich ihre Streicheleinheiten abzuholen. Ich hoffe, das bleibt noch sehr lange so. <3 <3 <3


Auf den Fotos seht ihr die beiden Schwestern in bester Blödel- und Kuschellaune. Beide tragen einen YAY!-Rock, den ich für Christina von rosarosa probenähen durfte. Kombiniert habe ich die beiden Röcke mit der Lagenbeanie "Kitt", auch von rosarosa. Den Leosweat dafür habe ich bei Namijda bestellt - die Mädels waren hochbegeistert, als sie den glitzerigen Leoprint gesehen haben!


So, ich werde jetzt das kränkelnde Bronchitisbaby wieder auf meine Hüfte setzen (meine Arme sind inzwischen gefühlt doppelt so lang) und sehen, ob ich einhändig ein leckeres Mittagessen zustande bringe. :D

Hasenwilde Grüße
Johanna

Freitag, 27. Dezember 2019

zwischen den Jahren

Ihr Lieben,

jetzt ist es schon wieder vorbei, das Weihnachtsfest. Und wie immer nach Weihnachten breitet sich Ruhe hier aus. Und ich bin unglaublich dankbar, dass jetzt noch einige Ferientage vor uns liegen. Zum Runterkommen. Ich schätze diese Zeit zwischen den Jahren sehr. Da scheint alles langsamer zu laufen, es liegen keine Verpflichtungen und Termine vor uns und alles ist sehr chillig hier im Hause hasenwild.


Der beste Maßstab dafür, wann die Zeit zum Runterfahren gekommen ist, ist meine große Tochter, die schon immer sehr sensibel ist, was Eindrücke angeht. Spätestens am 26. Dezember nachmittags, während wir noch bei der Verwandtschaft sitzen und ratschen, rundum Kinder rufen und lachen und laufen, kuschelt sie sich an mich und fragt mich leise, ob wir bald heimfahren. Es wäre ihr dann jetzt genug. Und dann packen wir zusammen, drücken nochmal jeden ganz herzlich und gehen nach Hause. Und genießen die Stille. Die Abwesenheit von Trubel. Das ist nämlich auch Weihnachten. Gut, dass wir sie haben, die große Räubertochter.


Neu unter unserem Christbaum und unser größtes Geschenk heuer war der Babybub. Dieser fröhliche, verschmitzte, blonde Sonnenschein, der nochmal so viel Licht in unsere Familie gebracht hat. Wir haben dem Christbaum ein Gefängnis verpasst, damit das Krabbelkind es nicht ganz so leicht damit hat, ihn abzuräumen.
Mein Mann hat aus einem alten Laufgitter eine Barriere zwischen Sofa und Wand gebaut, hinter der der Lichterbaum momentan sicher ist - aber schon mit dem Hintergedanken, dass das nächste halbe Jahr den Mädels diese Ecke gehören soll. Damit auch mal ein Puzzle oder ein Spiel, Playmobilkleinzeug oder Schleichsachen zum Spielen liegen bleiben können, wenn der Bub aus dem Mittagsschlaf aufsteht. Momentan müssen da nämlich ganz oft angefangene Sachen wieder abgeräumt werden. Vieles ist schon in die Zimmer der Mädels gewandert, aber manchmal sitzen sie einfach auch noch gern im Wohnzimmer - und da gehört ihnen jetzt dann wieder eine Ecke. Bis der Babybub rausfindet, wie man über das Sofa in das Gefängnis klettert zumindest. Aber das ist hoffentlich noch eine Weile hin.


Heuer hatte ich den Eindruck, dass mir jemand vor Weihnachten mindestens einen zusätzlichen Tag geschenkt hat. Und das war wunderbar. Wir sind mit allem, was wir uns vorgenommen hatten, stressfrei fertig geworden. Das hab ich sehr genossen. Mein persönliches Highlight war die Kinderchristmette, an der meine beiden Großen bei einem Krippenspielmusical mitgewirkt haben. Die Große war ein Hirte, die mittlere ein Engel. Beide haben Flöte gespielt, gesungen, geschauspielert und es war die schönste Kinderchristmette, die wir jemals hatten. Ohne Übertreibung. Soooo schön. Mit Gänsehautfaktor.


Am ersten Weihnachtsfeiertag haben wir meine Familie besucht, am zweiten die meines Mannes. Wir haben gut und viel gegessen, haben geratscht, umarmt, Weihnachtslieder gesungen, Geschenke ausgepackt und abends müde und glückliche Kinder ins Bett geküsst.


Doch, ich liebe Weihnachten. Nach wie vor. Mit all seiner Magie. Und auch mit all der Betriebsamkeit, die es mit sich bringt. Ich genieße jede Sekunde. Und dann, wenn Weihnachten vorbei ist, dann genieße ich die Ruhe, die hinterher kommt. Jetzt ist Entspannung dran. Langsam machen. Mit den Kindern spielen. Spazieren gehen. Durchatmen. Kraft schöpfen. Das finde ich genauso wichtig, wie das Weihnachtsfest selber.


Wenn ich es irgendwie schaffe, verschicke ich jedes Jahr Weihnachtspost. Viel zu selten, finde ich, schicken wir uns heutzutage Post. So echte analoge, die mit dem Briefträger kommt. Die mit Liebe und Gedanken geschrieben ist. Das ist mir wichtig. Und dazu gibt es jedes Jahr ein Foto von meinen Kindern. Heuer zum ersten Mal mit allen dreien. Da kam Ilonas Aufruf gerade recht, ob jemand die verbesserte Version von Vanja nochmal mitnähen möchte. Im Ebookmakers-Adventskalender gab's die für einen Tag umsonst, habt ihr gesehen? Wenn nicht, findet ihr das Ebook für Kids, Teens und Erwachsene in Ilonas Shop! Ich habe aus dem Rentierstoff, den ich erst bei Namijda bestellt und dann, weil ich mal wieder ein bisschen daneben kalkuliert hatte (Musterverlauf und so), bei Steinblau nochmal nachbekam, für jedes Kind eine Vanja genäht. Beim Jüngsten habe ich in die Raglannaht vorsichtshalber eine Knopfleiste eingesetzt. Und das war dann heuer unser Weihnachtskartenmotiv. Meine drei Hasen im kuscheligen Rentierlook. Ich lieb sie schon sehr. <3 <3 <3


Jetzt wünsche ich euch eine geruhsame Zeit zwischen den Jahren! Macht, was euch gut tut. Entspannt euch. Und rutscht gut hinüber in ein neues und vor allem gesundes Jahr 2020!


Hasenwilde Grüße
Johanna

Dienstag, 29. Oktober 2019

gefährlich

Diese Woche sind hier in Bayern. Wir freuen uns allesamt. Der Göttergatte hat die ganze Woche frei, die Mädels genießen die erste Pause von Hausaufgaben, morgendlichem Aufstehen und Kopfarbeit und ich freue ich über eine ruhige, fast terminfreie Woche.


Eigentlich wollten wir weg fahren. Nochmal ein bisschen Urlaub machen. Aber nachdem wir das ganze letzte Wochenende auf einer Familienfahrt waren, hat der Familienrat einstimmig beschlossen, dass uns ein bisschen ruhige Zeit zu Hause auch gut tut.


Es läutet also morgens kein Wecker. Nur das Mittelkind, das mit der Zeitumstellung seit jeher auf Kriegsfuß steht, steht täglich morgens um halb sechs vor meinem Bett und macht ihren Auftritt. Nicht, dass sie sich nicht allein beschäftigen könnte. Aber die Welt (respektive der Göttergatte und ich, wahlweise auch der kleine Bruder gleich mit) soll immerhin wissen, dass sie jetzt aufgestanden ist. Was willste machen. Gut, dass das Baby das Langschläfergen geerbt hat, und so sinken wir nach der Vermeldung wieder in tiefen Schlaf und sind vor acht Uhr nicht aktiv.


Tagsüber genießen wir die letzten bunten Herbsttage mit ihren vielen Farben, den raschelnden Blättern und dem erntereifen Gemüse, das nach und nach unseren Biokeller füllt. Ich muss schon gucken, dass der Babybub und ich überhaupt unseren nachmittäglichen Spaziergang unterkriegen, weil es jetzt so früh dunkel wird. Die Route ist meistens ähnlich, wir gucken nach Spätzle, dem geretteten Reh, das bei einem Bauern untergekommen ist, nach den Kühen, den Hühnern, den Schafen und nach Hund und Katze in verschiedenen Höfen und Häusern. Der Babybub liebt diese Spaziergänge und sitzt zu gerne stundenlang mit großen, staunenden Augen kuschelig eingepackt in seinem Kinderwagen.


Abgesehen von der Zeitumstellung mag ich auch die dunklen Herbstabende gern. Der Kachelofen wird befeuert, es knistert und funkelt, sämtliche Decken sind auf dem Sofa ausgebreitet und sorgen für den Kuschelfaktor und auch mein Mann muss notgedrungen bei Dunkelheitsanbruch seinen geliebten Garten ruhen lassen. Wir haben genug Zeit, um gemütlich Abendzuessen, und danach ist immer noch Platz für ein Spiel, eine Geschichte, oder einen Film.


Ein Film. Man glaubt es nicht, aber wir gucken schön langsam so richtige Filme. Also, längere als 25 Minuten. Am Samstag habe ich den Damen "Madagascar" präsentiert. Und es hat ihnen richtig gut gefallen! Lange haben wir nur Bibi Blocksberg, Mondbär, Petterson und Findus, Löwenzahn und ähnliche Formate geguckt. In vielfacher Wiederholung. Dass die Mädels viel Fantasie haben, ist eine tolle Sache, gerade beim gemeinsamen Spielen. Der Nachteil ist, dass sie bei spannenden Filmen so mitgelitten haben, dass sie hinterher nächtelang nicht schlafen konnten. Besonders die Große war und ist in der Beziehung total empfindlich.


"Gefährlich" heißen diese Filme bei uns. "Gefährlich" kann auch einfach sehr spannend sein. Und viele, viele Male haben wir einen Film abgebrochen, weil er zu "gefährlich" war. Weil die Mädels mit Tränen in den Augen und kalkweißen Gesichtern in der Sofaecke saßen. Und haben uns lieber wieder auf Pippi Langstrumpf beschränkt. Ganz ehrlich, wenn ihr mal wieder eine Folge Pippi Langstrumpf anschaut, fällt euch erst auf, wie schnell und wild und laut die Bildfolge in so manchem Film heutzutage ist.


Jedenfalls sind die Mädels jetzt 6 und 8, und langsam wollen sie upgraden. Ganz vorsichtig noch. Aufgeteilt auf zweimal Gucken. Und nur Filme, die ich kenne. Und mit der Option, dass wir sofort ausschalten, wenn es gefährlich wird. Oder die Szene überspringen. Und überhaupt. Nur, wenn es gut ausgeht. Madagascar war jedenfalls ein Winner. Genauso wie die alte Mary-Poppins-Version und Karlsson vom Dach. Aristocats war auch gut. Trolls war zu gefährlich. Wohingegen Drei Nüsse für Aschenbrödel vollkommen wunderbar ist. Da hör ich die Weihnachtszeit schon läuten. :D :D


Wir tasten uns also langsam vor in die Welt der Spielfilme. Der ungefährlichen, versteht sich. Und ich freue mich auf viele herbstliche Abende. Manche vor dem Fernseher. Manche vor einem Spiel. Oder einem Buch. Oder mit einer Horde Schleichpferde am Boden. Auf alle Fälle immer mit Kachelofen und Familie. <3


Der Babybub guckt noch keine Filme. Aber auch er liebt die Herbststimmung. Die gemeinsamen Abende. Und seine Herbstspaziergänge. Das raschelnde Laub hat es ihm besonders angetan. Manchmal, wenn es nicht zu kalt ist, darf er durchwuseln. Mit seiner neuen kuscheligen Jacke ist das kein Problem - da bleibt er schön warm eingepackt! Genäht habe ich eine gefütterte Jumi von rosarosa mit Reißverschluss. Den wundervollen Grobstrick in marine und den senfgelben Jersey, mit dem ich die Jacke gefüttert habe, hat mir die liebe Sabrina von "einfach spitze" zur Verfügung gestellt, genauso wie die Kordel und das tolle Lederlabel. Auf der Rückseite habe ich die "Freche Möwe" von Lange Hand freihand appliziert. Die Hose ist eine Biesenhose von FrleinFaden. Ein echt toller Schnitt, hier mit Biesen aus dunkelblauem Bündchenstoff in Kombination mit dem coolen used-Look-Jeansjersey von Namijda - und da ist auch die NICE-Kordel her. Die Kombi ist genial und der Babybub sieht zuckersüß in seinem neuen Herbstoutfit aus!


So, und jetzt werde ich mal für den heutigen Familienabend herrichten - die Mädels wollen gern Kürbislaternen schnitzen!

Hasenwilde Grüße
Johanna

PS: Da war ein bisschen Werbung drin! :D

Dienstag, 8. Oktober 2019

kastaniengefüllt

Ihr Lieben,

heute hab ich mal wieder was vom Babybub für euch. Der süße Kerl macht einen Schub nach dem anderen, ich sags euch - und inzwischen macht das Fotoshooting mit ihm richtig Spaß, ist aber auch echt anstrengend! Hier ein kleines Update mit ganz vielen süßen Fotos!


Inzwischen setzt sich der kleine Kerl zuverlässig selbstständig hin. WOHIN, das ist ihm vollkommen schnuppe. Wenn da ein Blumentopf, ein Fuß, oder ein Hausschuh im Weg steht, rutscht er mit dem kleinen Windelpops einfach so lange hin und her, bis da Platz ist zum Sitzen. Die Sitzplätze seiner Wahl sind nämlich alternativlos. :D :D


Er zieht sich hoch. An allem. Und jedem. Er steht im Laufstall, am Kamingitter, an Stühlen, Tischbeinen, Menschenbeinen, Regalen, am Sofa und bei Bedarf auch im Schlafsack im Bett. Zur Schlafenszeit, versteht sich. Die Taktik ist einzigartig: Aus dem Knien hochschieben, so dass er quasi auf der Oberseite der Zehen steht, dann dreht er die Füße richtigrum. Und quittiert seine neue Lage mit einem begeisterten "Ouiiiiiiiiiiiii!"


Und er krabbelt. Wie eine Rakete. Dabei wackelt der kleine Windelhintern wie ein kleiner Propeller hin und her, wenn er in rasendem Krabbelgalopp durch die Räume fegt. Was heißt, notgedrungen wird hier gerade wieder viel geputzt. Denn jede Staubflocke, die an den kleinen Händen hängen bleibt, wird hingebungsvoll abgeleckt. Mjam.


Der kleine Held ist außerdem ein bisschen verdellt. Denn manchmal schieben die Füße schneller, als die Hände krabbeln können, und das Hirn tritt einen steilen Sinkflug Richtung Fußboden an. Stein, versteht sich. Hin und wieder testet er auch, ob er schon ohne Festhalten stehen kann. Kann er nicht. Und kippt rückwärts um wie eine kleine Statue. Mit einem sehr verblüfften Gesichtsausdruck, der fast schon wieder lustig ist.


Jetzt kommen wir zu den ernsten Themen des Lebens: Das Essen. Feste Nahrung findet der Kerl immer noch so naja. Also, an die Lieblingsnahrungsquelle unter Mamas Oberteil kommt das Breizeug ja beileibe nicht ran. Leider tendiert er deswegen dazu, sich nachts den Bauch vollzuschlagen, um tagsüber meine Breiangebote großzügig ausschlagen (bzw weitschweifig ausspucken) zu können. Aber es wird. Der abendliche Pre-Milch-Brei scheint ganz in Ordnung, und überhaupt ist alles interessant, was er inzwischen schon hier und da vom Familientisch probieren darf. Gedünstete Kartoffel- oder Karottenstückchen, Gurke oder ein Stück Vollkornnudel. Manchmal kommen die Stückchen dann beim Zu-Bett-Bringen vor der abendlichen Stillmahlzeit aber auch wieder zum Vorschein. Leicht ausgelutscht.


Zähnchen hat der Babybub inzwischen zwei. Das reicht auch, finden wir, so nörgelig wie der beim Zähnekriegen wird. Zwei ist vollkommen genug. Echt. Mein Papa hat die Theorie, dass die Bernsteinkette, die ihm das Zahnen erleichtern soll, die Zähne alle drinnen hält - und würde ich ihm die mal abnehmen, würde das ganze Gebiss auf einmal heraushüpfen. Wer weiß. Ich teste das aber lieber nicht. Erst, wenn er alt genug für Schmerztabletten oder sowas ist. :D :D


Der Schlaf. Mh. Leidiges Thema. Klappt phasenweise gut. Und dann eben auch nicht. Nachdem sich der junge Herr ja nachts immer sattfuttern muss, unterbreche ich die Nächte momentan eher häufiger - aber nach dem Essen schläft er normalerweise sofort wieder ein, und auch morgens ist er normalerweise vor halb acht/halb neun nicht freiwillig aus der Nachtruhe zu holen. Geschlafen wird im Moment nur mit Nachtlicht, weil der Bub bei Dunkelheit die komplette Krise bekommt. Aber was tut man nicht alles - wenn er dann schläft. Süß ist er nämlich schon im schlafenden Zustand. Sehr süß.


Das herbstliche Outfit ist komplett aus Schnitten von Rabaukowitsch entstanden - die Hose, Käptn Floki, stand schon ganz lang auf meiner Liste. Davon brauche ich unbedingt auch noch so eine lässige Knickerbocker-Version, die finde ich soo soo süß! Hier habe ich sie aus etwas festerem Strickstoff von Namijda genäht und mit Lederpatches gepimpt. Und mit Paspel. Wenn ich Ingas Schnitte nähe, fällt mir immer wieder ein, wie viel Spaß Paspeln machen. Ich hab gleich vorsichtshalber wieder einen ganzen Schwung bestellt, damit ich das nicht nochmal vergesse.


Die Mütze heißt Käptn Kukka, und ihr findet sie bei mir immer wieder - für den Babybub ist das schon die dritte Version. So lässig - da kommt kein anderer Mützenschnitt ran!! Und aus dem Strick und mit Bündcheneinsatz hält sie auch im Herbst den kleinen Babykopf kuschelig warm!


Und jetzt der Pulli. Der ist neu, heißt Schlawittchen, und ich durfte ihn probenähen. So ein endgenialer Schnitt, echt! Im Schnitt ist ein Cardigan mit Knopfleiste oder Reißverschluss enthalten, aber für den kleinen Kerl fand ich die Pulliversion einfach superpraktisch! Den gelben Kuschelsweat hab ich bei Tina von Steinblau gekauft, und kombiniert habe ich mit einem Reststück Sweat und Dreifach-Paspel. Die Seitenpassen kann man ganz raffiniert mit Tascheneingriffen verbinden, und auch die Rückenpasse macht echt was her. Sieht er nicht zum Knutschen aus, der kleine Held?
HIER findet ihr den Schlawittchen-Schnitt. Den muss man haben. Das sag ich nicht nur so, das meine ich. Mit jeder Faser. Ehrlich!!! Und eigentlich braucht man auch die Floki und die Kukka!!!


Übrigens hat er beim Fotografieren jede dieser Kastanien mindestens einmal im Mund gehabt. JEDE. Auf manchen Bildern sieht man das. Die Hamsterbacken sind also nicht angeboren, sondern nur kastaniengefüllt. :D :D


Da habt ihr heute aber eine volle Babybilderdröhnung bekommen. Aber was sein muss, muss sein. Die zweite Kombi mit einem genähten Schlawittchen ist aber auch zuckersüß, wartet nur ab... <3

Hasenwilde Grüße
Johanna

Samstag, 14. September 2019

ganz von vorn

Ihr Lieben,

ich hatte euch ja noch Bilder vom kompletten Babybub-Outfit versprochen. Dann mal los. :)

8 Monate ist er jetzt alt, der kleine Mann. 8 Monate!!! Kann man sich das vorstellen? Wo ist denn dieses Jahr so schnell hin??




Immer wieder höre ich: "Ihr wart doch schon so weit mit euren großen Mädels. Ihr hattet schon wieder so viele Freiheiten. Wie konntet ihr da nochmal von vorn anfangen??". Grundsätzlich stimmt das. Die beiden Großen sind einfach schon... ziemlich groß. Selbstständig. Klar brauchen die zwei mit 6 und 8 Jahren auch noch Zeit und Zuwendung und Betreuung, aber nicht mehr in dem Maße wie ein Baby. Wir konnten vor dem Babybub zu zweit abends fortgehen, ich konnte die zwei einfach schnell allein zu Hause lassen und einkaufen gehen oder ein bisschen Sport machen. Das abendliche Bettgehritual war easy und schnell und die Nächte - oh ja, die waren ganz und gar durchschlafen. (An dieser Stelle gähne ich heimlich. :D)


Und trotzdem. Oder gerade deswegen genieße ich unseren Babybub so unglaublich. Der ist nämlich ein absolutes Wunschkind. Ein ziemlich lang gewünschtes Wunschkind sogar. Und wir waren vom Gefühl her einfach unvollständig. Noch nicht fertig als Familie. Klar, wenn er sich nicht mehr eingestellt hätte, der Babybub, dann wären wir trotzdem zufrieden gewesen, mit unseren zwei tollen Mädels. Aber die Tatsache, dass ihn uns Mutter Natur doch noch geschenkt hat, hat uns mehr als glücklich gemacht.


Und ich habe heute, mit zwei ziemlich großen Kindern und einem Baby, einen ganz großen Vorteil: Ich kann ein bisschen in die Zukunft sehen. Bei der großen Räubertochter schien jede Phase eine Unendlichkeit zu dauern. Es fühlte sich manchmal so an, als würde sie ihr und mein Leben lang nicht durchschlafen. Oder Zähne kriegen. Heute weiß ich das besser. Beim dritten Kind kann ich ganz klar sagen: Es geht vorbei. Jede Phase ist zeitlich begrenzt. Und jede hat ihre schönen und ihre schwierigen Seiten. Es geht darum, sich auf die schönen Dinge zu konzentrieren und sie in vollen Zügen zu genießen und die schwierigen möglichst stressfrei zu überstehen. Denn schon morgen kann der Babybub den nächsten Entwicklungsschritt tun. Und dann sind mitsamt den Dingen, die manchmal anstrengend sind, auch Dinge weg, die ich so sehr liebe. Ich kann also die im Moment zweistündig unterbrochenen Nächte recht relaxt hinnehmen in dem Wissen, dass das vorbeigeht. Dafür schließe ich bei jeder Stillrunde die Augen, genieße die kleinen Hände auf meiner nackten Haut und das zufriedene Babyschmatzen, ich streichle über den kleinen, weichen Babykopf mit dem süßen blonden Flaum und atme den Babyduft ein. Gefühlt sind in der Nacht, im Dunkeln, nur er und ich auf der Welt. Wenn der Bub nämlich wieder besser schläft, werden die nächtlichen Stillmahlzeiten ganz schnell weniger. Dann freue ich mich eben über mehr Schlaf. Nein, ich kann nicht behaupten, dass ich in irgendeiner Weise bereue, nochmal "ganz von vorn" angefangen zu haben. Im Gegenteil.


Zu dem süßen Anzug, den ich euch letzte Woche gezeigt habe, gab es auch noch eine kuschelige Strickjacke. Die hat der kleine Mann im Moment ganz viel an - für den sich anbahnenden Herbst ist das nämlich genau das Richtige. Ich habe eine Jumi von Rosarosa aus dem tollen Grobstrick in Jeans meliert von Namijda genäht - da ist auch der XXL-Aufnäher her. Ich bin total begeistert von dem Stoff, der hat sich super vernähen lassen und ist ganz weich, gar nicht kratzig. Vielleicht nähe ich mir auch noch eine Strickjacke, ich könnte eine brauchen. Mal sehen.

Hasenwilde Grüße
Johanna