Ich muss euch heute jemanden vorstellen. Wie ihr wisst, besteht Familie Hasenwild aus Mama, Papa und zwei hasenwilden Räubertöchtern. Das ist aber noch nicht alles. Denn außerdem gibt es da noch Anna. Anna ist vor einem guten Vierteljahr bei uns eingezogen und genießt seither das hasenwilde Leben bei uns. Sie ist mal mehr, mal weniger präsent, aber schon meistens voll ins Leben integriert. Besonders in das Leben der großen Hasentochter.
Ihr fragt euch jetzt sicher, wer Anna eigentlich ist. Naja, so ganz genau kann ich euch diese Frage auch nicht beantworten - Anna ist nämlich durch und durch unsichtbar. Zumindest für mich. Für die große Hasentochter ist sie mehr als real. Und unglaublich wichtig.
Anna begleitet das Hasenkind in allen Situationen, die ihm Angst machen. Anna lässt sich geduldig erklären, welches Legobauwerk welchem Zweck dient, wenn die Mama keine Zeit hat. Anna hört sich überhaupt alles an, was die große Tochter entdeckt, erkennt, versteht, aufnimmt und erlebt. Meine Große hat schon immer alles versprachlicht, was sie bewegt hat. Inzwischen führt sie viele ihrer Dialoge mit Anna und erklärt ihr die Welt. Manchmal stehe ich in der Küche und höre ihr zu. Lasse das Gemüse Gemüse sein und lausche, lasse mich einen Moment mitnehmen in die unglaubliche Welt der Fantasie und lächle oft genug in mich hinein, wenn Anna mal wieder nicht einsehen will, dass Schafe in Herden leben und Wölfe in Rudeln. Und nicht andersherum.
Ich kann euch gar nicht sagen, wann genau Anna hier eingezogen ist. Sie hat sich so eingeschlichen. Als die Hasentochter anfing, von Anna zu erzählen, dachte ich zuerst, Anna wäre einfach ein neues Kindergartenkind. Erst nach und nach habe ich die unsichtbare Mitbewohnerin kennenlernen dürfen. Ihr Alter bleibt unbestimmt. Mal geht sie schon in die Schule und erzählt, was da so los ist. Mal ist sie aber auch einfach noch klein und braucht die Hilfe und die Unterstützung des Tochterkindes. Die Kleine hat Anna einfach mit übernommen, so wie sie sich (fast) alles von ihrer großen Schwester abschaut. Für sie ist Anna ein vollkommen normales Familienmitglied - sie erkundigt sich regelmäßig nach ihr, redet auch hin und wieder mit ihr und hat Anna voll in ihren Tag integriert. Neben Anna gibt es übrigens auch noch den Kater Eddie und (seit neuestem) Baby Caroline, aber die beiden waren bisher eher sporadisch zu Besuch - unsere Konstante bleibt Anna.
Ich habe Anna nie in Frage gestellt. Sie ist hier sicherlich nicht ohne Grund eingezogen, und manchmal habe ich das Gefühl, dass Anna nicht nur für die hasenkindsche Entwicklung ein wichtiger Faktor ist, sondern genauso für meine. Wenn ich mit meiner Tochter schimpfe, ist es zum Beispiel oft so, dass sie kurze Zeit später meine Ermahnungen genauso an Anna weitergibt. Teilweise wortwörtlich. Oft kann ich dabei im Nebenzimmer lächeln - aber es kommt auch vor, dass ich mir erst an diesem Punkt darüber klar werde, dass der vorhin in der Hitze des Momentes erteilte "Anschiss" vielleicht doch nicht immer so gerechtfertigt war. Oder er zumindest anders formuliert werden hätte können. Anna bringt mich immer mal wieder dazu, Dinge nochmal aufzugreifen, wenn ich merke, dass meine Tochter meine Reaktion in der Situation so nicht nachvollziehen konnte. Oder mich auch mal hinterher zu entschuldigen, wenn ich vorschnell geurteilt habe oder in der Wortwahl danebenlag.
Alles in allem genieße ich Annas Gegenwart. Es ist ja auch nicht selbstverständlich, der Ehre einer unsichtbaren Freundin zuteil zu werden. Ganz abgesehen von der Katze und dem Baby. :D Ich staune manchmal über die lebhafte Fantasie meiner Tochter - und davon hat sie mehr als genug. In ihren Händen verwandeln sich Holzstücke, Bausteine, Bälle, Kiesel und noch vieles mehr in die unglaublichsten Dinge und ich glaube wirklich, ich habe von ihr noch nie das Wort "langweilig" gehört. Ihr fällt immer etwas ein. Sie sprudelt nur so vor Ideen. Allerdings arten diese Ideen manchmal in mehr Chaos im Haus aus, als in einem Familienhaushalt zumutbar ist - dann muss ich die Bremse ziehen. Aber meistens macht es einfach Spaß, ihr zuzusehen. Und mit ihr (und Anna) die Welt zu entdecken.
Auf den Bildern konntet ihr meine Große so nebenher in ihrer neuen Lieblingsbluse beobachten. Christina von rosarosa hat sich da wieder was wundervolles einfallen lassen. Die raffinierte Doppelfalte vorne und der Tropfenverschluss mit Bindebändchen hinten sorgen für eine tolle Optik, so dass der Schnitt gar nicht viel mehr Klimbim braucht, um zu wirken. Die Ärmel können auch als Puffärmel genäht werden und sind vorne mit einem Gummi gerafft. Unten kann die Bluse wahlweise offen getragen oder mit einem Gummi ein toller Balloneffekt erzielt werden - und Liz lässt sich auch als Kleid verlängern und mit Gürtel tragen. Und das beste ist, das Schnitt wirkt nicht nur mit Webware klasse, sondern lässt sich auch wunderbar aus Jersey nähen. Ein echter Kleiderschrankallrounder. <3 Wenn ihr einen genaueren Blick darauf werfen wollt - bis heute Abend findet ihr das Ebook noch zum Einführungspreis in Christinas Shop (*KLICK*) oder bei Dawanda!
Wie sieht es bei euch so aus? Haben/Hatten eure Kinder auch unsichtbare Freunde? Ich bin ja echt neugierig darauf, wie viele unsichtbare Seelentröster, Spielkameraden und Dialogpartner noch so unterwegs sind - erzählt doch mal!
Während ich hier so schreibe, ist die große Hasentochter außer Haus. Sie darf heute bei ihrer Oma übernachten. Anna hat sie vorsichtshalber mitgenommen - falls sie über Nacht doch ein bisschen Angst bekommt. Zum Glück braucht Anna nicht viel Platz, sie kuschelt sich in Omas Gästezimmer einfach auf der Couch zusammen und passt auf das schlafende Hasenkind auf. Da hat man doch als Mama gleich ein besseres Gefühl - und als Kind erst recht... Gut, dass wir Anna haben. :) Ich für meinen Teil freue mich, wenn morgen alle beide wohlbehalten wieder bei mir ankommen.
Hasenwilde Grüße
Johanna
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Samstag, 6. Februar 2016
Montag, 4. Januar 2016
Herzensdosen
Endlich hat mich jemand aufgeklärt. Endlich wusste jemand, wie die Welt tatsächlich funktioniert. Endlich hat mir jemand eine Erklärung geliefert, die alles ins rechte Licht rückt. Eine hochphilosophische Weltanschauungstheorie, der ich total verfallen bin.
Wer dieser schlaue Mensch war, wollt ihr wissen? Ob er einen Doktortitel hatte? Ob es eine schriftliche Arbeit über seine Theorie gibt, die ihr nachlesen könnt? Mmmmh.... Nein.
Eine Theorie mit so viel Tiefblick und Hintersinn kann nur von einem Kind kommen. Klar, oder? Ich staune immer wieder, mit welcher Ernsthaftigkeit und Kombinationsgabe unsere jungen Erdenbürger die Welt erklären. In diesem Fall war es ein junger Freund der Familie, 5 Jahre alt. Und ein wirklich kluger Kopf.
Der Auslöser des Ganzen war ein Video. Ein witziges YouTube-Video von einer Familie mit Krabbelkind an Weihnachten, das an Weihnachten vergnügt die Christbaumkugeln abdekorierte, den Baum kippte, den Plätzchenteig auffutterte und sich am Weihnachtsabend aussschließlich für die Schachteln und das Geschenkpapier statt dessen Inhalt interessierte. Eines von diesen Videos, in denen man sich gerne mal wiederfindet. In den Erinnerungen an das erste Weihnachten mit Kind.
Jedenfalls hat mein kleiner Freund darüber nachgedacht, warum dieses Baby die Regeln und Konventionen, die in so einem Haushalt herrschen (sollten), noch nicht kennt, während er das doch alles schon durchschaut hat und weiß. Seine Theorie lautete folgendermaßen:
Jeder Mensch wird mit einer Dose im Inneren geboren. Einer Herzensdose sozusagen. In dieser Dose befinden sich alle Regeln, guten Manieren, Konventionen, Gesprächsregeln - eben alle Verhaltensgrundlagen, die man im sozialen Umgang miteinander so braucht. Diese Dose ist am Anfang fest verschlossen. Und nach und nach schafft man es eben, das Deckelchen abzuheben und eine gute Verhaltensidee nach der anderen gelangt aus der Dose in den Kopf. Und wenn der Deckel ganz offen und die Dose leer ist, dann ist man ein sozialer, mitfühlender, toleranter und respektvoller Mensch.
Ist das nicht eine wundervolle Idee? Und, wie ich bereits sagte, sie erklärt ALLES. Auch, warum Menschen manchmal vollkommen unsozial handeln. Ich könnte mir gut vorstellen, dass hin und wieder die ein oder andere Regel unten am Dosenboden kleben bleibt. Oder dass der Deckel nur unvollständig geöffnet wird. Oder dass jemand irgendwann aus irgendeinem Grund den Deckel wieder auf die Dose drückt, und dann bleiben Toleranz und Respekt für immer eingesperrt.
Das Schönste an dieser Theorie, finde ich, ist die Botschaft, die sie vermittelt: JEDER hat alle "Zutaten" in sich zu einem freundlichen Miteinander, egal woher er kommt, wer er ist, wie er erzogen wurde, die Dose ist auf der ganzen Welt mit den gleichen Informationen gefüllt. Man muss nur offen bleiben. Im wahrsten Sinne des Wortes. Das ist die Lösung gegen jeden Streit, jede Ungerechtigkeit, jeden Krieg, jede Auseinandersetzung: Offen bleiben und ganz viel auf sein Inneres hören. Und das muss einem eben erst mal ein Fünfjähriger erklären. <3
Begleitet haben diese wunderbare Weltanschauungstheorie Bilder von einer der Lieblingshosen meiner Großen - eine TwoLegs von Sara&Julez. Gerade jetzt, wo endlich die ersten Schneeflocken vom Himmel tanzen, sind diese bequemen Jerseyhosen bei uns ganz hoch im Kurs - da kann man nämlich ganz praktisch und bequem einfach den Schneeanzug drüberziehen, ohne dass was drückt oder stört.
Und mit der Knopfleiste, den Einstecktaschen vorne, der Fake-Knopfleiste und den Potaschen ist sie auch durchaus ausgeh- und kindergartentauglich. Die hinteren Taschen habe ich ein bisschen verändert und mit einer Kellerfalte gepimpt - wie ich das gemacht habe, hab ich mitfotografiert, das wird sicher nochmal ein Tutorial für euch. Wenn ich Zeit habe. :D
Passend zur Hose gab's ein upgecyceltes Shirt aus einem alten Strickpulli und einen passenden Loop. Für das Shirt habe ich das Schnittmuster "Little Michi" von Schnittgeflüster als Grundlage verwendet und die vorhandenen kurzen Ärmel einfach von innen noch verlängert.
Hier noch der Link zur TwoLegs, falls ihr auch noch ein paar Wohlfühlhosen brauchen könnt:
***KLICK***
ÜBRIGENS hat die Mama des Fünfjährigen seine Theorie mit der Überlegung gekontert, dass sie eventuell auch etwas mit der Verhaltensregelsache zu tun haben könnte, da sie ihn ja täglich mehrmals auf Unstimmigkeiten in seinem sozialen Verhalten hinweise. Das findet er vollkommen abwegig.... ;) ;) ;)
Also, denkt dran: Offen bleiben. Nach innen hören. Guckt mal, ob eure Dosendeckelchen schon alle offen sind! :D
Hasenwilde Grüße
Johanna
Wer dieser schlaue Mensch war, wollt ihr wissen? Ob er einen Doktortitel hatte? Ob es eine schriftliche Arbeit über seine Theorie gibt, die ihr nachlesen könnt? Mmmmh.... Nein.
Eine Theorie mit so viel Tiefblick und Hintersinn kann nur von einem Kind kommen. Klar, oder? Ich staune immer wieder, mit welcher Ernsthaftigkeit und Kombinationsgabe unsere jungen Erdenbürger die Welt erklären. In diesem Fall war es ein junger Freund der Familie, 5 Jahre alt. Und ein wirklich kluger Kopf.
Der Auslöser des Ganzen war ein Video. Ein witziges YouTube-Video von einer Familie mit Krabbelkind an Weihnachten, das an Weihnachten vergnügt die Christbaumkugeln abdekorierte, den Baum kippte, den Plätzchenteig auffutterte und sich am Weihnachtsabend aussschließlich für die Schachteln und das Geschenkpapier statt dessen Inhalt interessierte. Eines von diesen Videos, in denen man sich gerne mal wiederfindet. In den Erinnerungen an das erste Weihnachten mit Kind.
Jedenfalls hat mein kleiner Freund darüber nachgedacht, warum dieses Baby die Regeln und Konventionen, die in so einem Haushalt herrschen (sollten), noch nicht kennt, während er das doch alles schon durchschaut hat und weiß. Seine Theorie lautete folgendermaßen:
Jeder Mensch wird mit einer Dose im Inneren geboren. Einer Herzensdose sozusagen. In dieser Dose befinden sich alle Regeln, guten Manieren, Konventionen, Gesprächsregeln - eben alle Verhaltensgrundlagen, die man im sozialen Umgang miteinander so braucht. Diese Dose ist am Anfang fest verschlossen. Und nach und nach schafft man es eben, das Deckelchen abzuheben und eine gute Verhaltensidee nach der anderen gelangt aus der Dose in den Kopf. Und wenn der Deckel ganz offen und die Dose leer ist, dann ist man ein sozialer, mitfühlender, toleranter und respektvoller Mensch.
Ist das nicht eine wundervolle Idee? Und, wie ich bereits sagte, sie erklärt ALLES. Auch, warum Menschen manchmal vollkommen unsozial handeln. Ich könnte mir gut vorstellen, dass hin und wieder die ein oder andere Regel unten am Dosenboden kleben bleibt. Oder dass der Deckel nur unvollständig geöffnet wird. Oder dass jemand irgendwann aus irgendeinem Grund den Deckel wieder auf die Dose drückt, und dann bleiben Toleranz und Respekt für immer eingesperrt.
Das Schönste an dieser Theorie, finde ich, ist die Botschaft, die sie vermittelt: JEDER hat alle "Zutaten" in sich zu einem freundlichen Miteinander, egal woher er kommt, wer er ist, wie er erzogen wurde, die Dose ist auf der ganzen Welt mit den gleichen Informationen gefüllt. Man muss nur offen bleiben. Im wahrsten Sinne des Wortes. Das ist die Lösung gegen jeden Streit, jede Ungerechtigkeit, jeden Krieg, jede Auseinandersetzung: Offen bleiben und ganz viel auf sein Inneres hören. Und das muss einem eben erst mal ein Fünfjähriger erklären. <3
Begleitet haben diese wunderbare Weltanschauungstheorie Bilder von einer der Lieblingshosen meiner Großen - eine TwoLegs von Sara&Julez. Gerade jetzt, wo endlich die ersten Schneeflocken vom Himmel tanzen, sind diese bequemen Jerseyhosen bei uns ganz hoch im Kurs - da kann man nämlich ganz praktisch und bequem einfach den Schneeanzug drüberziehen, ohne dass was drückt oder stört.
Und mit der Knopfleiste, den Einstecktaschen vorne, der Fake-Knopfleiste und den Potaschen ist sie auch durchaus ausgeh- und kindergartentauglich. Die hinteren Taschen habe ich ein bisschen verändert und mit einer Kellerfalte gepimpt - wie ich das gemacht habe, hab ich mitfotografiert, das wird sicher nochmal ein Tutorial für euch. Wenn ich Zeit habe. :D
Passend zur Hose gab's ein upgecyceltes Shirt aus einem alten Strickpulli und einen passenden Loop. Für das Shirt habe ich das Schnittmuster "Little Michi" von Schnittgeflüster als Grundlage verwendet und die vorhandenen kurzen Ärmel einfach von innen noch verlängert.
Hier noch der Link zur TwoLegs, falls ihr auch noch ein paar Wohlfühlhosen brauchen könnt:
***KLICK***
ÜBRIGENS hat die Mama des Fünfjährigen seine Theorie mit der Überlegung gekontert, dass sie eventuell auch etwas mit der Verhaltensregelsache zu tun haben könnte, da sie ihn ja täglich mehrmals auf Unstimmigkeiten in seinem sozialen Verhalten hinweise. Das findet er vollkommen abwegig.... ;) ;) ;)
Also, denkt dran: Offen bleiben. Nach innen hören. Guckt mal, ob eure Dosendeckelchen schon alle offen sind! :D
Hasenwilde Grüße
Johanna
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