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Freitag, 18. August 2017

Der Neue


Mir ist eingefallen, ich habe euch ja noch gar nicht von unserem neuen Familienmitglied erzählt!



Seit Ostern wohnt er schon bei uns, der Neue. Er ist groß und stark, genau wie ich mir das gewünscht hatte. Power hat er ohne Ende und der tägliche Umgang mit ihm ist wirklich ein Vergnügen.


Wer das nun ist, wollt ihr wissen? Alhambra ist sein Name. Seat Alhambra. Und ich bin sehr verliebt in seine dunkelblaue Hautfarbe. :D


Ich sage euch, es war allerhöchste Zeit für eine ordentliche Familienkutsche. Und es war eine schwere Geburt. Weil der alte Audi einfach nicht aufgeben wollte. Ich gebe zu, für die Hausbauphase ist so ein älteres Modell schon praktisch. Man kann ohne schlechtes Gewissen Betonsäcke, Sandeimer und sonstige dreckige Teile in den Kofferraum werfen. Ohne siebenunddreißig Plastiktüten umzuwickeln. Weil’s eh wurscht ist. Weil er beim Saugen sowieso nicht mehr streifenfrei und porentief rein wird.


Aber die Hausbauphase ist jetzt vier Jahre her. Und wenn man die beendet hat, ist ein altes Auto einfach wieder nur alt. Und unser Audi, die „Tante“, wie er liebevoll (vor langer Zeit) von uns getauft wurde, hat eine Macke nach der anderen entwickelt. Man hat ja doch eine Beziehung zu so einem Auto und nimmt einiges in Kauf. Aber lästig wird es schon irgendwann.


Das erste, was versagt hat, war die Heizung. Im Winter kein Spaß, ich sage es euch. In drei Decken eingewickelte Kinder mit blauen Nasen von hier nach da zu transportieren ist nur mäßig witzig. Dann fing die Beifahrertür an zu klemmen. Eines kalten Wintertags, als das Schloss komplett gestreikt hat, musste ich sie mit einem dicken Schal an der Gangschaltung festbinden… :D Dann folgte der Kofferraum, der nicht mehr offen bleiben wollte. Die erste Reparaturversion mit einem Kabelbinder hat ein Weilchen gehalten, dann half nur noch der obligatorische Stock im Kofferraum, den man bei Bedarf in die Kofferraumklappe spreizen kann. Ich sage euch, wenn man den versehentlich beim Einladen umkickt, ist das wirklich kein Spaß für den Hinterkopf… ;)


Ich hätte ihn schon lang abgegeben, den Audi. Die Tante. Aaaber es war nicht mein Auto, sondern das meines Mannes. Und der hat die kleinen Spinnereien sehr geduldig ertragen. Und ehrlich, es wäre mir auch egal gewesen, wenn ich nicht damit fahren hätte müssen. Aber mein Auto ist als Familienkutsche einfach zu klein. Und der Audi war zu klapprig. Mal abgesehen von den ständigen Umbauarbeiten, wenn die Schwiegermama mitfahren wollte. Und der Tatsache, dass wir für jeden Urlaub das Auto meines Papas ausleihen mussten, weil wir Angst hatten, dass der Audi irgendwo im Nirgendwo seinen letzten dieseligen Atemzug tun würde.


Es war also klar – ein Neues muss her. Auch relativ schnell, welches Modell es sein sollte. Man möchte meinen, man könnte das entsprechende Auto dann einfach kaufen. Oder wenigstens bestellen. Ha. Da kennt ihr meinen Göttergatten schlecht. Der kann nämlich mit absoluter Tiefenentspannung ein Dreivierteljahr (!!!!!!!) nach dem ultimativen Angebot suchen…. ;)


Er hat mich wirklich in den Wahnsinn getrieben. Eigentlich beide. Der Mann und das Auto. Aber, glaubt es oder glaubt es nicht, irgendwann war es da. Das ultimative Angebot. Puh. Selbstverständlich habe ich mir den Neuen direkt unter den Nagel gerissen. :D Macht ja auch Sinn, weil ich schließlich die meiste Zeit die Kinder kutschiere. Und drei Leute haben mehr Anspruch auf das große Auto als einer. Seht ihr auch so, oder? :D


Jedenfalls ist die Autofahrerei ein Traum seither. Er schnurrt und läuft und fährt und schnurrt. Der Kofferraum funktioniert, die Türen schließen, und es ist genug Platz für Schwiegermama, ohne irgendetwas umbauen zu müssen. Außerdem spricht er mit mir. Mit einer sehr angenehmen, rauchigen Männerstimme. Er wählt meine Telefonnummern und gibt die Richtung an, wenn ich mich nicht auskenne. Er piepst fröhlich und anhaltend bei allen Gelegenheiten. Eine tolle Sache, wirklich. Na schön, manchmal nervt das auch. :D Wir haben ihn jedenfalls sehr ins Herz geschlossen. Auch wenn ich manchmal in der Garage stehe, und die Tante vor mir sehe. Die vielen Fahrten, die wir mit ihr gemacht haben. Urlaube. Küsse. Spuckende Kleinkinder. Abenteuer. Lachen. Musiklautstärke auf Anschlag. Vergessen werden wir sie sicher nicht, die alte treue Lady. Und hoffen, dass der Neue mit uns genauso viele Erinnerungen sammelt. <3


Nähtechnisch sehe ich im Moment schon unseren großen Urlaub in wenigen Tagen vor mir. Die erste große Prüfung für den Neuen. Und weil ich, fernwehgeplagt wie ich bin, ständig an den Urlaub denke, nähe ich eigentlich auch nur Sachen, die wir dafür brauchen können. Dieses Mal sind es zwei schicke Sweathoodies geworden, zum Drüberziehen am Abend. Wenn den lauen Sommerabend ein kühler Wind vom Meer auffrischt. Hach, ich freu mich schon. Und sehe die Mädels schon vor mir, den Wind im Haar und mit ihren wundervollen Einhornpullis durch die Nacht hüpfen. Genäht habe ich nach dem Schnitt „Zoe und Fynn“ von Muckelie. Eine Version mit Kapuze, eine mit Kragen. Ansonsten braucht der Hoodie gar nicht viel. Die wunderschönen Einhornstoffe sind ein Design von Andrea Lauren  und ich durfte sie für Alles-für-Selbermacher vernähen. Der Sommersweat mit Bio-Druck fühlt sich traumhaft an und das Design gefällt mir unheimlich gut – nicht zu kitschig, lässt sich wunderbar kombinieren und auch für mein Fast-Schulkind geeignet.


Hier findet ihr die wundervollen Einhorn-Sommerweats:


 



Und da geht es zu „Zoe und Fynn“ von Muckelie: *KLICK*


Die Hoodies werden uns jedenfalls sicherlich nicht nur in den Urlaub, sondern auch in den Herbst begleiten. Zusammen mit unserem neuen, großen, blauen Begleiter. Wir freuen uns schon darauf!



Hasenwilde Grüße

Johanna

Freitag, 5. Mai 2017

halbkrank

Heute habe ich Stubenarrest. Was heißt, dass ich mit dem Laptop auf den Knien tatsächlich mal wieder Zeit für einen ausführlicheren Blogbeitrag habe. Die meisten Dinge im Leben haben ja auch die ein oder andere positive Seite, so ätzend sie sein mögen.


Eingebrockt hat mir meinen Stubenarrest die kleine Tochter, die unvorsichtigerweise ein paar blöde Viren mit nach Hause gebracht hat und jetzt fiebernderweise das Sofa hütet.


Nein, es ist eigentlich gar nicht schlimm. Sie ist nicht mal erkältet. Nur leichtes Fieber. Allerdings kann das ja durchaus noch werden, nicht wahr? Ich bin ja froh, dass es ihr soweit ganz gut geht - aber dieses "nur ein bisschen krank" hat auch durchaus seine Tücken...


Zu krank für den Kindergarten, aber zu gesund um zu schlafen. Bedeutet für mich nicht nur vier abgesagte Termine heute, sondern eben auch Stubenarrest um's Wohnzimmer herum. Zu krank, um sich alleine zu beschäftigen, aber zu gesund, um sich beschäftigungslos nicht furchtbar zu langweilen ist sie nämlich auch.... ;)


Ich meine, solange sich diese Krankheitstage nicht übermäßig häufen, ist das ja auch alles ganz ok. Es hat was, alle Tagestermine absagen zu müssen und zum chillen verdammt zu sein... ;) Wir haben Lotti Karotti gespielt, ich habe zwei Bücher vorgelesen, ein bisschen fernsehen war natürlich auch drin (das ist der Patientenbonus hier), und ganz viel Kuscheln auf dem Sofa.


Im Moment läuft die Lieblings-Donikkl-CD, die Tochter ruht mit dem Kopf auf mir und ich tippe nebenher. Auch gut. Nutzen wir den Tag eben zum Kraft tanken. Oma hat Apfelstrudel für's Mittagessen vorbeigebracht, was dann auch noch die mittägliche Kocherei erspart und den Instrumentalunterricht, den ich normalerweise nachmittags gebe, habe ich abgesagt.


Ich hatte Zeit für einen gemütlichen Kaffee, eine ausführliche Blogrunde - und nicht zu vergessen diesen Blogpost hier. Wenn später die große Tochter aus dem Kindergarten kommt, bin ich vielleicht dann auch wieder ein bisschen entbehrlicher hier auf der Wohnzimmer-Krankenstation und schaffe ein wenig Haushalt. Und mehr muss es heute dann auch gar nicht sein.


Nachdem mir die kleine Tochter hier immer wieder über die Schulter schaut, darf es heute dann auch eines ihrer Lieblingsteile sein. Hihi, dass ich das mal von einem Kleidungsstück behaupten darf, welches KEIN Kleid ist, hätte ich ja auch nicht für möglich gehalten.... :D :D Aber Tatsache, diese Sweatjacke ist der absolute Renner - und wir beide warten sehnsüchtig auf etwas wärmeres Sweatjacken-Wetter, damit sie auch wieder mehr nach draußen darf, die Jacke.


Genäht habe ich auf den Tipp einer Freundin hin "Bandito", ein Papierschnittmuster von Farbenmix. Ich finde das Schnittmuster mit den schicken Passen total süß. Eigentlich ist die Jacke im Original noch kürzer - ich habe ein bisschen verlängert. Ich habe da dank meiner Oma ein wenn-die-Nierengegend-nicht-komplett-unter-der-Jacke-versteckt-ist-wirst-du-in-Kürze-einen-qualvollen-Tod-sterben-Trauma.... :D :D Jedenfalls sitzt die Jacke total gut. Auch von Farbenmix ist das Tutorial, wie man bei einer einlagigen Jacke den RV innen mit Webband abschließen kann. Das ist ganz easy, sieht sehr ordentlich aus und sorgt nochmal für einen Extra-Hingucker, wenn die Jacke oben nicht ganz geschlossen ist. Die Blockstreifen sind mein letztes Vernäh-Werk von Stoffversand4u, und die wunderschöne Appli-Datei mit dem Elefanten und der Nerdy-Eule namens "Elifunt" habe ich mir bei Emma&Pünktchen gekauft. Und die ist definitiv auch der Hauptgrund, warum das Kind die Jacke so abgöttisch liebt.... Der Elefant und die Eule sind aber auch zu süß... <3
Hier findet ihr das Tutorial von farbenmix: *KLICK*


Ich widme mich dann mal wieder dem halbkranken Hasenkind und schiebe Omas Apfelstrudel in den Ofen. Und genieße die Ruhe und das heruntergefahrene Tempo heute. Man muss nehmen, was man kriegt, oder was meint ihr?

Hasenwilde Grüße
Johanna

Samstag, 19. November 2016

Schule

Funkstille. Mal wieder. Das ist wirklich der Nachteil vom Blog - Für euch zumindest. Wenn es im Hause hasenwild zeitlich hoch her geht, schaffe ich keine Blogbeiträge. Wenn ich nur auf FB posten würde, wäre das sicher einfacher, weil's einfach schneller geht. Viel weniger Text, weniger Bilder, die wichtigsten Links. Aber das will ich nicht. Ich schreibe gerne. Auch wenn es länger dauert. Ich will, dass auch die Leute, die nur auf dem Blog schnuppern, alle meine Bilder sehen. Blogbeiträge sind beständiger, länger sichtbar, immer nachzulesen. Eine Chronik des hasenwilden Lebens. Und Pausen hier bedeuten - das Leben tobt. 😀


Lasst mich also mal Luft holen und von vorne anfangen, mit der im Moment einschneidensten Veränderung in meinem Leben. Sie nennt sich - Schule.


Ich weiß nicht, ob ihr überhaupt schon mitbekommen habt, dass ich im wirklichen Leben Grundschullehrerin bin. Seit fast sechs Jahren in Elternzeit. Meine beiden Kinder liegen mit knapp zwei Jahren so nah zusammen, dass ich zwischendrin nicht arbeiten gegangen bin. Dass ich wieder damit anfangen möchte, wenn beide den Kindergarten besuchen, war klar. Allerdings war das Elternzeitende auf Mitte Januar festgesetzt - und ich hatte mich auf ein paar Wochen gefreut, in denen beide Mädels vormittags im Kindergarten sind und ich vormittags hier richtig was schaffe. Die Ruhe vor dem Sturm, sozusagen. :)


Langweilig war mir während der 6 Jahre nie. Ich habe mir immer die ein oder andere Beschäftigung gesucht. Habe mich in der Flüchtlingsarbeit und bei anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten engagiert, Babymassagekurse gegeben, Instrumentalunterricht. Trotzdem - ich habe mich gefreut, wieder in der Schule anzufangen. Lehrer ist ja oft nicht nur Beruf, sondern auch Berufung. Und ich mag diesen Job. Meistens jedenfalls. Dass es allerdings jetzt doch so schnell gehen würde, hätte ich dann auch nicht gedacht.


Ich weiß nicht, wie das bei euch so ist, aber hier in Bayern herrscht im Moment chronischer Lehrermangel an Grundschulen. Aufgrund vieler Ausfälle werden händeringend Lehrer gesucht, egal woher sie kommen. Und so bekam auch ich einen Anruf vom Schulamt, doch bitte so schnell wie möglich die Elternzeit zu beenden und wieder anzufangen. Am besten gestern.


Ja, und so bin ich ruckzuck innerhalb weniger Tage wieder ins Arbeitsleben katapultiert worden. Mit drei Unterrichtstagen an einer netten Schule und einem wunderbaren Stundenplan. Aber sechs Jahre Pause sind sechs Jahre Pause. Und meine Welt steht Kopf gerade. 😁


Nicht nur, dass schnell organisiert werden musste, wer meine Mädels
mittags vom Kindergartenbus abholt (an dieser Stelle ein dickes DANKE an die Schwiegermama, die das überhaupt erst möglich macht), ich habe auch wirklich keinen Plan von der ersten Klasse. Zum Glück ist meine Mama auch Lehrerin und kann mit Tipps und Material aushelfen. Reinfinden muss man sich trotzdem erst wieder - in die Stundenvorbereitung, aber auch in das Unterrichten selbst.


Interessant fand ich auch, wie sehr meine Kinder die Tatsache getroffen hat, dass ich wieder arbeiten gehe. Als ich ihnen davon erzählt habe, sind sogar Tränen geflossen - das Konzept kannten sie bisher ja nur von ihrem Papa, und der ist schließlich jeden Tag bis abends unterwegs. Da bedurfte es vieler klärender Worte und Streicheleinheiten - und viel Zuwendung nachmittags, um die beiden wieder auf Spur zu bringen. Das war tatsächlich für mich unerwartet. Aber es funktioniert trotz allem sehr gut, denn die beiden Mäuse lassen sich ja eigentlich gern von der Schwiegermama abholen - die bietet dann nämlich auch immer noch nen leckeren Mittagessensservice an... 😉


Für mich stelle ich fest, dass nicht nur die positiven Aspekte dieses Jobs zurückkommen - die Tatsache, dass Kinder so wunderbar ehrliche Partner sind; das Vertrauen, dass sie einem entgegenbringen; die unkonventionelle Art zu denken und Dinge anzupacken; ihre Offenheit und Begeisterung; und ja, auch der Spaß daran, Stunden pädagogisch aufzubereiten, sich Gedanken darüber zu machen, Bildkarten und Arbeitsblätter zu gestalten. Die Freude, wenn so eine Stunde dann nach Plan läuft und die Schüler nicht nur Spaß haben, sondern etwas für's Leben mitnehmen. Die ersten Freundebücher in meiner Schultasche, die ersten selbstgemalten Bilder für mich. Ich liebe das. Aber auch die Tatsache, dass unser Schulsystem diverse Macken hat, kommt zurück. Die Tatsache, dass ein Lehrer für über 20 Schüler in vielen Situationen zu wenig ist. Dass man oft so leicht helfen könnte, wenn man sich mit bestimmten Schülern auch mal 15 Minuten alleine beschäftigen könnte. Das aber nicht geht, weil da noch 22 andere sitzen, die Aufmerksamkeit brauchen. Was oft gerade Situationen ziemlich schwierig macht, in denen ein Schüler auf Konfrontationskurs ist. Die räumlichen Einschränkungen, die es einem teilweise so schwer machen, die Schüler etwas individueller arbeiten zu lassen. Das hat sich leider in den vergangenen sechs Jahren nicht geändert.


Ich versuche also, einen neuen Alltag zu finden. Den Haushalt so zu komprimieren, dass unterm Strich nicht das komplette Chaos herrscht, aber trotzdem noch genug Zeit für meine Kinder nachmittags übrigbleibt. Und auch das ein oder andere Zeitfenster, das ich für mich nutzen kann. Gar nicht so einfach. Da ich aber nicht die erste arbeitende Mama auf der Welt bin, gehe ich davon aus, dass sich das einpendeln wird. 😁😁


Die Näherei bleibt im Moment auch zugegebenermaßen etwas auf der Strecke - aber das ein oder andere Teil entsteht nach wie vor. Wie dieses schicke Ballonkleid hier für die kleine Hasentochter (die mit dem Kleiderfaible, ihr erinnert euch?). :D "Marie" von Feefee ist einer meiner Lieblingsschnitte, nach wie vor, und gerade für die kühlere Jahreszeit absolut unschlagbar. Ich durfte den wundervollen Bio-Jersey "Foliage" von Stoffversand4u in "mint" vernähen. Mal wieder ein absoluter Alleskönner - das zarte Blättermuster ist nicht nur für Kinder was, sondern macht sich auch als Erwachsenenklamotte total gut! Was ich auch klasse finde - sowohl in "mint" als auch in der zweiten Farbstellung "taupe" gibt es farblich exakt passenden Unijersey aus der Reihe "Fenja" (auch Bio!)! Das Webband kam mir im Nähzimmerchaos eher zufällig in die Hände, das horte ich schon ewig -. und die Farbkombi hat mir so gut gefallen, dass ich direkt mit braunem Sommersweat und lila Bündchen kombinieren musste. Ich mag die Farbkombi total gern. Die dicke Kordel bekommt ihr bei Alles-für-Selbermacher in ganz vielen Farben!

Hier geht's zu "Foliage" in mint:

BIO Jersey Single - Foliage - mint hell - EXKLUSIV DESIGN

Und da findet ihr die Kordeln: *KLICK*

Hasenwilde Grüße
Johanna

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Schwestern eben

Bei diesem tristen Regenwetter hilft nur eines - Farbe ins Grau! :D


Da kommen die Rainbow-Stoffe von Stoffversand4u ja gerade rechtzeitig - das ist nämlich die ultimative Farbexplosion bei Regenwetter. Bunt gegen schlechte Laune, sozusagen.


Die Mädels haben sich sehr gefreut, dass mal wieder eine Geschwisterkombi für die beiden rausgesprungen ist. Die Kleine will ja nach wie vor immer das, was die Große hat. Daran hat sich in den letzten dreieindreiviertel Jahren nichts geändert. :D


Und die Große stört es eigentlich nicht, wenn ihre Schwester die gleiche Brotzeit, die gleiche Farbe Luftballon, das gleiche Kleid, die gleiche Art Jacke braucht. Die zwei verstehen sich wirklich gut und spielen wirklich meistens total schön miteinander. Nur, wenn es dann um bestimmte Spielzeuge geht, kriegen sie sich manchmal in die Haare.


Weil die kleine Madame Hasenwild immer das spielen muss, was sich die Große gerade hergerichtet hat. Meistens funktioniert das ganz gut und sie spielen dann mit- oder nebeneinander - aber manche Dinge teilen sich auch schlecht. Tiptoibücher zum Beispiel. Aber ich gebe zu, Rabenmutter, die ich bin, sehe ich nicht ein, alles doppelt zu kaufen. Die beiden müssen in der Hinsicht einfach das Abwechseln lernen - und das schadet beiden sicher nicht. :)


Interessanterweise zieht regelmäßig die Große den Kürzeren, wenn es um Spielzeugdiskussionen geht. Der kleine Sturkopf ist da einfach penetranter. Manchmal kann ich nur den Kopf schütteln, wenn die Große nachgibt, zum nächsten Spielzeug zieht und sofort von der Kleinen (wenn sie einen schlechten Tag hat) verfolgt wird, die ihr auch das wieder abnimmt. Wenn das dann ein paar Mal so ging, steht meine große Tochter mit Tränen in den Augen vor mir und findet die Welt ziemlich doof. Verständlicherweise.


Manchmal macht mir das ein bisschen Angst, dass es ihr so schwer fällt, sich energisch durchzusetzen. Irgendwie braucht man das im Leben, denke ich. Traurigerweise gehen die, die sich immer hinten anstellen, oft leer aus. Auf der anderen Seite - auch die Große hat ihre Mittel und Wege, das zu bekommen, was sie möchte. Sie zeichnet sich durch eine Beharrlichkeit aus, die an einen tropfenden Wasserhahn erinnert. Und sie ist geduldig. Irgendwann legt die kleine Schwester das Tiptoibuch, den Pferdestall, die Puppe aus der Hand und wendet sich anderen Dingen zu - und dann schnappt die Große zu und verzieht sich mit ihrer Beute schleunigst in ihr Zimmer. Friedlich, ohne Streit, ohne laut zu werden - und trotzdem erfolgreich. :D


Jede hat so ihre Überlebensstrategie. Bestimmt werden sie beide gut durchkommen - die eine eher leise und zurückhaltend, die andere energischer, aber mit einer unglaublichen Empathie. Jede auf ihre Art. Jede anders und doch ähnlich. Sie werden sich unterstützen, sich die Meinung sagen, streiten, versöhnen und sich aufeinander verlassen können. Schwestern eben. <3


Für Stoffversand4u durfte ich die regenbogenbunten Bio-Blockstreifen-Jerseys "Rainbow Blockstreifen Boys" und "Rainbow Blockstreifen Girls" vernähen. Zwei Issy-Tunikas von Feefee sind es geworden und gepimpt habe ich sie mit einer Freihandstickerei nach dem Freebie von Missichen. Das Herbstmädchen mit dem Regenschirm passt nämlich hervorragend zum aktuellen Nieselwetter - und man kann sie super über Leggings, Jeggings, Treggings tragen, was im Moment die absolute Bedingung der Hasenkinder ist. Strikte Knopfhosenverweigerung betreiben die beiden nämlich aktuell. :D



Hasenwilde Grüße
Johanna

Sonntag, 31. Januar 2016

Streifenmarie

Ich liebe Streifen. Ich besitze Unmengen von Streifenkombistoffen, und ich finde sie passen überall dazu.


Mir stehen sie leider nicht. Aber den Hasentöchtern umso mehr. Den weichen rot-weiß-gestreiften Bio-Interlock, den ihr hier auf den Bildern seht, habe ich von Stoffversand4u zum Vernähen bekommen. Und damit endlich einen schon lange gehegten Wunsch meiner Großen erfüllt: Ein "weiches Kleid". Eins aus Jersey. Mit Bewegungsfreiheit, kindergartentauglich und trotzdem hübsch.


Mein Schnitt der Wahl: "Marie" von Feefee. Geht immer, in jeder Größe und schafft mit dem süßen Ballonteil und der stylischen Kapuze recht geschickt den Spagat zwischen "süß" und "cool", finde ich - und damit kann man das Kleidchen einfach zu allen Gelegenheiten tragen. Mit dem Interlock fällt es unten schön weich und pludert ein bisschen auf. Ziemlich zum Verlieben, finde ich.


Nachdem das Wetter draußen mistig, dunkel, trist und verregnet war, habe ich für die Bilder erstmals meine neuen Tageslichtlampen aufgebaut. Ich habe definitiv noch Übungsbedarf, was "Drinnenbilder" betrifft - aber die hier können sich schon mal sehen lassen, oder?


Verziert habe ich das Kleidchen mit dunkelblauen Glitzerjerseynudeln, einer roten Satinschleife und einem freihandgestickten Papierboot mit Bär. Der Bär ist übrigens aus dem Freundejersey von Herrn Pfeffer geklaut. :D Der sah einfach so aus, als würde er gern mal auf große Fahrt gehen.... ;)


Jerseykordeln und ähnliches nähe ich immer nur auf der Vorderseite von Seitennaht zu Seitennaht fest - dann kann man mit den überhängenden Kordeln das Kleid schön auf Taille binden, hat hinten nochmal einen schicken Hingucker in Form von Schleife oder Knoten und herunterhängenden Kordelenden, und auf die Art passt das Kleid ewig. Die Ärmel habe ich gut lang zugeschnitten, die Bündchen halten sie ja auf dem Platz - und so kann das Kleid später auch noch gut als Tunika über einer schmalen Jeans seinen Dienst tun. Ich mag ja echt gern so Mitwachskleidungsstücke. Da lohnt sich der Aufwand auf alle Fälle!


Wir werden uns jetzt noch ein bisschen ins Faschingsgetümmel vor Ort stürzen - das Schafkostüm, das ich gestern für die Große noch schnell unter der Nähmaschine hervorgezogen habe, wartet schon auf seinen großen Auftritt - das ein oder andere Bild gibt's bestimmt noch davon zu sehen! Und ganz vielleicht erhascht ihr dann auch einen Blick auf mich in meinem fabelhaften (von meinem Papa ausgeliehenen) Kuh-Onesie.... ;)

Bis dahin könnt ihr euch ja mal bei Stoffversand4u die schicken Streifen (mit GOTS-Siegel!) in rot-weiß, blau-weiß, braun-caramel und schwarz-weiß ansehen: http://www.stoffversand4u.de/Stoffe/Jerseystoff/Streifen/Bio-Interlock-Streifenjersey-rot-weiss.html

Hasenwilde Grüße
Johanna

Montag, 24. August 2015

Lion Girls - oder was ist eigentlich GOTS?

roaaaaaaaar.
Das musste erst mal gesagt werden. :D
Heute hab ich Bilder für euch, die mit einem fetten Freudenschrei verbunden waren... :D


"Alles für Selbermacher" suchten vor ein paar Wochen ein paar treue Seelen, um die neuen GOTS-Stoffe probezunähen. Beworben haben sich ungefähr 2000 Menschen mit wundervollen Facebook-Seiten, wenn ich mich richtig erinnere. Vielleicht hat damals der ein oder andere auf meine Seite gespickt - ich hatte sogar ein Bewerbungsvideo gedreht und ein Alles-für-Selbermacher-Bewerbungslied geschrieben. :D :D Warum dieser Aufwand, wollt ihr wissen?


Da wäre zunächst einmal die Tatsache, dass die Mädels von Alles-für-Selbermacher wirklich sehr sympathisch rüberkommen, bei allem was sie tun. Und das ist wirklich so. Obwohl das Unternehmen inzwischen (zumindest gefühlt) echt erfolgreich und groß ist, sind die Kommentare und Aktionen doch sehr bodenständig und respektvoll in jeder Situation (und wie das im anonymen Netz so ist, wird da nicht nur freundlich kommentiert). Das gefällt mir total gut, ich kauf da gerne ein, weil ich das Gefühl habe, die sind authentisch. <3 Für dieses Team zu nähen, erschien mir absolut erstrebenswert. :D Das ist aber nicht alles.


Gereizt hat mich vor allem auch die GOTS-Zertifizierung, die Alles-für-Selbermacher für ihre Stoffe erworben hat. Ich bin ja selber so eine Bio-Öko-Frau, die schon ein Auge auf ihre Umwelt hat und auch im eigenen Garten und beim Einkauf sehr auf Bio-Produkte achtet. Und wenn die Kartoffeln auch nur halb so groß wie anderswo und die Hälfte vom Lauch von den Schnecken verschnabuliert wird - mir kommt weder künstlicher Dünger noch Spritzmittel in irgendeiner Form an mein Gemüse. :D Mir ist schon auch klar, dass hinter dem Label "Bio" nicht immer das steckt, was man sich so drunter vorstellt, aber ich finde es wichtig, dass das Thema "Umwelt" und das Augenmerk auf nachhaltiger, ungiftiger, umweltschonender Produktion nach und nach mehr Gewicht bekommt. Immer mehr Menschen scheinen da von "billig" nach "bio" umzudenken. Und je mehr Bioprodukte gekauft werden, desto intensiver muss sich auch die Industrie mit dem Umweltgedanken beschäftigen.


Und eben auch in meinem Hobbybereich stelle ich fest, dass immer mehr Bio-Stoffe auftauchen und trotz höherer Preise auch gut gekauft werden. Mich interessieren die Bio-Stoffe schon allein deswegen, weil ich zwei Kinder mit sehr empfindlicher Haut habe, die gern mal von neuen 0815-Bodys oder Unterwäscheteilen Ausschlag bekommen. Trotz vorher Waschen. Da will ich gar nicht wissen, womit die behandelt wurden... :P


Und was bedeutet jetzt GOTS eigentlich genau? Die Abkürzung steht für "Global Organics Textile Standard". Also ein weltweit gültiger Standard für Textilien aus Bio-Fasern. HIER habe ich nachgelesen, wen es interessiert - da findet ihr nicht nur die genaue Definition, sondern auch die einzelnen Kriterien, nach denen GOTS-Stoffe als solche eingestuft werden. Kurz gefasst geht es da einmal um die Fasern selbst, aus denen der Stoff hergestellt wird - die müssen nämlich biologisch hergestellt sein. Zum Standard gehört aber auch, dass die Weiterverarbeitung möglichst umweltschützend erfolgen muss und er hat außerdem eine soziale Komponente, die faire Löhne und Arbeitskonditionen mit einschließt. Guckt euch das ruhig mal an, ich fands wirklich interessant, worauf da alles Wert gelegt wird.


Mir gefällt der Gedanke, dass sich ein Unternehmen da so dahinterklemmt, um diesen GOTS-Standard zu erwerben. Dass es sich nicht nur mit Geld beschäftigt, sondern auch mit dem Gedanken an Umwelt, Schadstoffe und Sozialbedingungen. Das finde ich gut und da kann ich dahinterstehen. Voll und ganz. Dafür schreibe ich auch mal ein Lied. :D Und deswegen war es eine besondere Ehre für mich, ebendiese GOTS-Stoffe in einem fantastischen Team mitvernähen zu dürfen!!


Der erste, den ich euch hier zeige, heißt "Lion Girl" und ist aus der Feder von Miss Thomas. Der Stoff hat eine wahnsinnig tolle Qualität, der fasst sich soooo angenehm an und verarbeitet sich total gut - macht total Spaß, damit zu nähen. Ihr bekommt den Stoff übrigens auch für Jungs - rentiert sich also, bei den Selbermachern mal stöbern zu gehen.... :D


Als Schnitt habe ich mir die "Marie" von Feefee ausgesucht, sooo ein süßes Ballonkleid. Den wollte ich schon immer mal ausprobieren, und das hier war die ideale Gelegenheit - aufgepeppt mit ein bisschen Borte, einer Freihand-Löwenstickerei, ein paar Perlen und einem Jerseynudelband am Übergang, so dass sich das Kleid hinten ein bisschen auf Taille binden lässt, macht meine kleine Löwendame doch echt was her, oder?

http://www.alles-fuer-selbermacher.de/Jersey---GOTS---Lion-Girl
 
 
Ein Klick aufs Bild bringt euch zum Stoff - und guckt euch ruhig auch mal die Lion Boys an! HIER könnt ihr euch die restlichen Löwen-Probevernäh-Ergebnisse meiner fantastischen Kolleginnen ansehen - auf jeden Fall sind die Teile mindestens einen verliebten Blick wert... :D Ich jedenfalls kann euch den Stoff nur ans Herz legen - und zwar mit absolut gutem grünem Gewissen.... :D
 
Hasenwilde Grüße
Johanna