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Montag, 31. Oktober 2016

Frühaufsteher müsste man sein

Das ist ja nun sehr ungewohnt heute. Es sind Ferien, Montag, die Mädels haben schon gefrühstückt und ich sitze bereits am Laptop, um für euch mal wieder ein paar Bilder zu bloggen. Ein paar viele. Bei diesem Shooting sind nämlich so viele Verliebt-Bilder herausgekommen, dass ich mich nicht entscheiden konnte und euch einfach ganz viele davon zeige. :D


Was daran ungewohnt ist? Naja, es ist erst halb neun. HALB NEUN! In den Ferien. Ehrlich, Leute, normalerweise liege ich um diese Zeit noch im Halbkoma im Bett. Und das beste dabei - ich bin nicht mal unausgeschlafen.


Neee, ehrlich, könnt ihr sagen was ihr wollt: Ich mag die Zeitumstellung. Allerdings ausschließlich die im Herbst. Wegen mir müsste die Zeit im Frühling dann nicht wieder nach vorne gestellt werden. Lieber alle paar Monate mal nach hinten. Sechs geschenkte Stunden im Jahr. Das wäre doch was. Da pfeife ich doch auf das Tageslicht zur richtigen Tageszeit! :D :D


Also, es ist tatsächlich so, dass ich wochenends und in den Ferien bis neun schlafen kann. Meine Kinder schlafen selber relativ lang - und wenn sie tatsächlich früher wach sind als ich, gehen die beiden spielen, ohne bei mir vorbeizuschauen. Geschuldet ist das einerseits der vererbten Langschläferei, andererseits auch der Tatsache, dass ich morgens einfach nicht ansprechbar bin. Also, solange ich im Bett liege und schlafe. Kind kann nichts mit mir anfangen. Irgendwann haben sie es aufgegeben. :D


Jaja, ich weiß schon, jetzt kommen die Mamas mit den Frühaufsteherkindern. Die es vollkommen unverschämt finden, dass ich in den Ferien so lang schlafen darf. Und am Wochenende. Ich gebe zu, das ist Luxus. Aber teuer erkauft. :D


Wisst ihr, es hat durchaus auch Nachteile, Langschläfer zu sein. Leider muss man nämlich öfter im Leben früh aufstehen, als dass man lang schlafen darf. Und das kommt der gesamten Familie hasenwild ja gar nicht entgegen.


Ernsthaft, der Versuch, unsere komplette Familie morgens um halb sieben aus den Federn zu kriegen ist ein Kraftakt sondersgleichen. Fängt schon damit an, dass ich sämtliche Selbstbeherrschung brauche, um aus dem Bett zu rollen. Und dann - kalkuliere ich mindestens 20 Minuten ein, um die Hasendamen aus dem wohlverdienten Tiefschlaf zu reißen.


Ich lege mich zu ihnen ins Bett. Ich rede. Ich streichle. Ich schüttle. Ich locke. Ich singe. Ich kitzle. Und die Mädels? Ziehen sich genervt die Bettdecke über den Kopf und maunzen "Ich bin noch müüüüüdeeeeeee!!!".


Ich meine, die beiden sind 3 und 5. Das kann noch heiter werden, wenn sie erst mal Teenies sind. Da brauche ich wahrscheinlich wochenends nicht mal mit dem Mittagessen ankommen. :D :D


Nachdem jedenfalls dann auch das Anziehen, Zähneputzen, Frühstücken mehr im Halbschlaf als im Wachzustand passiert, sind wir chronisch spät dran in der Früh. Es wird immer hektisch, früher oder später. Früher aufstehen bringt erwiesenermaßen nichts - dann brauchen die Mädels einfach noch länger, um aus den Federn zu kommen.


Also, liebe Frühaufsteherkindermamis, gönnt uns diese Ferientage. Die, an denen wir alle ausgeschlafen sind. Zur Abwechslung. An denen ich nicht aufpassen muss, dass sich meine Töchter klammheimlich nachmittags in ihr Bett verziehen (das tun die tatsächlich) und dann abends erst recht nicht ins Bett gehen. Wie alle Langschläfer sind meine Kinder nämlich recht abendaktiv. Das ist an Silvester ne tolle Sache - ansonsten leider eher kontraproduktiv. :D


Und gönnt uns diese zwei oder drei Tage im Jahr, an denen wir morgens um halb neun freiwillig ausgeschlafen und startklar in den Tag blicken. Schon irgendwie schön, wenn man so viel Zeit vor sich hat. Frühaufsteher müsste man sein. :D :D


Die wunderbaren Herbstbilder, die ihr hier sehen könnt, sind an einem der letzten warmen Herbsttage entstanden - und die Mädels hatten richtig Spaß dabei.


"Sonturia" heißt die neue Kollektion von Susn von "raxn" und ich durfte sie von Alles für Selbermacher in "redlove" und "bluesky" vernähen. Kuscheliger GOTS-Jersey in vier schicken Farben. Ich mag die raxn-Designs ja total gerne mit den knalligen Farben und schlichten Mustern.


Um die beiden Stoffe so richtig zur Geltung kommen zu lassen, habe ich sie diesmal ganz schlicht vernäht - das Basic-Wickelkleid von Kibadoo habe ich auf Susns Seite letztens gesehen, und nachdem meine Mädels nach wie vor am liebsten Kleider tragen, musste das sofort in meine E-Bücherei.
Genäht habe ich die Fake-Version - kombiniert mit kontrastfarbigen Bündchen, die ich mit einer Wellensaumrüsche unten nochmal aufgefasst habe, braucht die eigentlich gar nicht mehr. Die Kinder lieben ihre Wickelkleider jedenfalls, weil sie so schön schwingen - da wird es sicher noch die ein oder andere Version für den winterlichen Kleiderschrank geben!


Hier bekommt ihr "Sonturia" in vier schicken Farben:

Jersey - GOTS - Sonturia - raxn - Redlove

Und jetzt? Mal sehen, was wir mit dem langen Vormittag jetzt spannendes anfangen... :D
Hasenwilde Grüße
Johanna


Montag, 11. Juli 2016

Groß werden

Manchmal ist groß werden gar nicht so leicht. Im Moment beobachte ich das ganz intensiv an der Kleinsten im Hause hasenwild. Die hat nämlich gerade alle Hände voll damit zu tun.


Ich habe das Gefühl, gerade jetzt kurz vor den Sommerferien macht meine Hasentochter einen riesigen Schub. Mit ihren dreieinhalb Jahren ist sie aber auch wirklich einfach groß geworden. In der Waldspielgruppe, die sie bisher zwei Vormittage die Woche besucht hat, ist sie inzwischen die Älteste, und obwohl sie die letzten eineinhalb Jahre unglaublich gerne dorthin gegangen ist, freut sie sich jetzt wahnsinnig auf den Kindergarten.


Und sie ist absolut bereit für den nächsten Schritt. Sie will gefordert werden, liebt die Action in der Gruppe und ist bereit, sich auf jeden neuen Auftrag zu stürzen - alles mal selbst ausprobieren, sich messen, an sich selbst und mit anderen wachsen dürfen. Die Vormittage zuhause langweilen sie zusehends. Sie möchte unter Kinder, mit der großen Schwester mithalten und den Kindergarten und alle seine Wunder entdecken. Naja, und Bus fahren. Bus fahren dürfen ist zugegebenermaßen auch eine große Motivation. :D


Sie erledigt inzwischen so viele Aufträge alleine, diskutiert verständig, teilt (oder auch nicht), begründet, wirbelt, überlegt und sortiert. Sie hat ihre eigenen Ideen und ihren eigenen Willen, und der kleine blonde Kopf will durchaus auch manchmal direkt durch die Wand. Ja, groß geworden ist sie. Nur noch ganz selten sehe ich in einer Bewegung, in einem Moment noch einen Hauch "Baby". Fast verflogen. Geschenkt wurde mir dafür dieses kleine, selbstbewusste Persönchen mit dem Prinzessinnenfaible, der Puppe im Arm und dem Krönchen auf dem Kopf. Was für ein wunderbares Wesen.


Aber im Moment habe ich das Gefühl, dieses rasende Tempo, das sie da vorlegt, macht ihr auch ein bisschen Angst. Angst, davonzuwachsen, wegzufliegen und plötzlich groß zu sein und allein dazustehen. Angst, all diesen neuen Dingen, die da auf sie warten, nicht gerecht zu werden. Angst vor so viel Neuem - und Angst davor, das Alte, Vertraute, Bewährte loszulassen.


Auf der einen Seite schlägt sich diese Unsicherheit in diversen Trotz- und Heulanfällen nieder. Schon der kleinste Zwischenfall kann im Moment einen See an Tränen auslösen. Und diese fixen Ideen in ihrem Kopf sorgen manchmal für die merkwürdigsten Anwandlungen - so kann sie zum Beispiel einen ganzen Vormittag nur in der Unterhose verbringen, weil das geliebte Prinzessinnen-Drehkleid gerade seine Runden in der Waschmaschine dreht - und selbstverständlich keine Alternative aus dem gut gefüllten Kleiderschrank in Frage kommt. Gut, dass Sommer ist. :D Manchmal weiß sie vor lauter eigenen Ideen irgendwann gar nicht mehr, was sie eigentlich tatsächlich will.


Und auf der anderen Seite ist sie anhänglich wie noch nie. Da kullert hin und wieder die ein oder andere kleine Träne, wenn sie morgens in ihrer geliebten Waldspielgruppe bleiben soll - ohne Mama. Das hatten wir jetzt seit fast eineinhalb Jahren nicht mehr. Und sogar die Besuche bei der Oma, die sonst absolut in Ehren gehalten werden und gar nicht lang genug sein dürfen, fallen im Moment wieder wesentlich kürzer aus, wenn Mama oder Papa nicht dabei sind. Täglich schlingt sie momentan ihre kleinen Arme um meinen Hals, kuschelt ihre Nase in meine Schulter und genießt ganz viel Nähe. <3


Ja, das mit dem "Groß werden" scheint schon eine ganz schöne Herausforderung zu sein. Was bleibt mir da zu tun? Die intimen Momente genießen, die sie mir im Moment schenkt, die Kuschelzeit mitnehmen und ihr so viel Nähe geben, wie sie braucht. Und ihr auf der anderen Seite helfen, ihre Ideen so wahrzunehmen, dass sie konkret und umsetzbar werden. Gute Ideen von schlechten Ideen trennen. Und sie dabei an der Hand nehmen, einen Schritt nach dem anderen - bis sie wieder alleine läuft auf ihrem Weg. Ich gebe zu, das klingt einfacher als es ist. Manchmal rumst es ganz schön zwischen uns beiden Dickköpfen. :D Aber wahrscheinlich gehört auch das dazu zum groß werden - dass es auch mal krachen darf, wenn man sich hinterher wieder versöhnt. <3


Meine große kleine Maus seht ihr heute in ihrer neuen Sweatjacke. Der Schnitt ist aus der aktuellen Ottobre und der Stoff, den ich für Alles-für-Selbermacher vernähen durfte, nennt sich "Ahoi Triangle Anker" und ist aus der neuen "Ahoi Triangle"-Serie von Seemannsgarn. Der Sommersweat ist GOTS-zertifiziert und mit seinem zartlavendelfarbenen Hintergrund genau das richtige für meine kleine Prinzessin. <3 Das Kopftuch ist ein Freebook von "TraumWöllkchen" und nennt sich "Mein Traumtuch" - für den Sommer ein absolutes Must Have, finde ich. Mit den verschiedenen Teilen gibt es so richtig viel Raum zum Tüddeln und zum Spielen mit verschiedenen Stoffen her.

Hier findet ihr den Stoff (seht euch unbedingt auch die restlichen drei Stoffe von Seemannsgarn an! Einer schöner als der andere!!):

http://www.alles-fuer-selbermacher.de/Sommersweat---Anker---Seemannsgarn---Zartlavendel

Und hier geht's zum Freebook:

ebook - Mein Traumtuch - Freebie - Traumwöllkchen
 
Ich bin irgendwie hin und her gerissen. Auf der einen Seite finde ich es erschreckend, wie schnell meine Mädels wachsen. Am liebsten würde ich ihnen einen Backstein auf den Kopf packen. :D :D Auf der anderen Seite freue ich mich mit meiner Kleinen, wenn sie diese Phase überwunden hat, und ein Stück größer und selbstsicherer im September mit ihrer großen Schwester zum ersten Mal in den Kindergarten marschieren wird. Hach ja. Davor liegen allerdings - inzwischen in greifbarer Nähe (noch 3 Wochen!) 6 Wochen Sommerferien, die wir nochmal richtig nutzen werden - zum knuddeln, kuscheln, diskutieren, suchen, finden, wachsen - und zum groß werden. <3

Hasenwilde Grüße
Johanna

Dienstag, 24. Mai 2016

Maybe!

Heute ist wieder so Kuschelklamottenwetter. Ich gebe zu, die Liebe zu Bequemklamotten haben sich meine beiden Mädels nicht aus den Fingern gesaugt.... :D


Ich war seither auf der Suche nach einem Jerseyhosenschnitt, der sich einerseits optimal zum regensonntagnachmittäglichen Rumgammeln in der Wohnung eignet, der aber an lauen Sommerabenden aber auch mal abends mit raus kann.


Ich gebe zu, ich bin nicht fündig geworden. Ich musste basteln. Obenrum habe ich mir die Yoga.Hose von Lenipepunkt zugeschnitten, über die Oberschenkel aber wesentlich schmaler zugeschnitten und unten wieder etwas weiter auslaufen lassen, damit sich über dem Bündchen ein bisschen bollert. Und das ist jetzt so mein Optimum Hose. Ich bin verliebt.


Da kam der Unbunt-Stoff von Alles-für-Selbermacher gerade zur rechten Zeit. Mit dem Blumenmuster ist er total schick, aber trotzdem dezent - und lässt sich perfekt mit jedem unifarbenen Shirt kombinieren, egal ob lang oder kurz. Und davon habe ich genug. Und dann noch GOTS-zertifiziert!! Aaaaahhhhhhach! <3  :D


Trotzdem musste ein passendes Oberteil her. Die Lupita von Milchmonster ist es (mal wieder) geworden, aus weinrotem Viskosejersey - und mit Plott. Ich plotte ja eher selten (was daran liegt, dass ich keinen Plotter habe. :D :D) und ich hab die Aufbügelei auch noch nicht sonderlich gut raus (meistens brauche ich zum Text-Aufbügeln länger als zum Nähen... :D ) - aber gerade wenn's um Text geht, ist so ein Plott halt wirklich eine tolle Sache.


Ihr erratet nie, wie das Schriftbild eigentlich aussah, das ich benutzt habe. :D :D Eine ganz liebe Nähkollegin hat mir bei einer Wichtelaktion mal ein paar Bögen mit dem Karmaplott von Erbsünde drauf geschenkt. Ich habe auch schon einige davon verwendet - aber ich kann ja auch nicht immer nur das Gleiche auf alle meine Shirts draufplotten.... :D Also habe ich überlegt, was der Schriftzug "Karma, Baby" noch so alles an Wörtern hergibt. Ich gebe zu, ich musste ein bisschen schummeln und das "B" zu einem "E" umfunktionieren - aber sonst hat das doch super geklappt! Und es passt auch noch wunderbar! Ich kann mich nämlich immer ganz furchtbar schlecht entscheiden und würde immer am liebsten auf allen Hochzeiten gleichzeitig tanzen....:D


Viele von den Unbunt-Stoffen findet ihr im Moment wieder bei AfS, nachdem sie beim ersten Einstellen ratzefatz ausverkauft waren. Ich habe mir jedenfalls noch zwei Farben gesichert - ich brauche unbedingt noch eine zweite Hose, und der dritte hat schon seine Bestimmung als Jackenfutter gefunden.... <3 Hier bekommt ihr die "Little Flowers", die ich verwendet habe:

http://www.alles-fuer-selbermacher.de/Jersey---AchromaticsUnbunt---GOTS--Little-Flowers

Hasenwilde Grüße
Johanna

Sonntag, 6. März 2016

Stark wie ein Tiger

Stark wie ein Tiger - das möchte doch jeder sein! Es allen anderen zeigen, von allen Seiten respektiert und gefürchtet werden und alles bekommen, was man möchte, wenn man nur seine Zähne zeigt. Und es scheint so einfach, sich seinen Weg zum Ziel zu erschlagen, erkratzen und erbeißen. Auch meine Kinder würden das hin und wieder so sehen. Wenn da nicht Mama wäre. Mama und ihre strikte keine-Gewalt-Politik. :D :D


Wisst ihr, wie jeder andere auch erziehe ich meine Kinder nach bestem Wissen und Gewissen. Dazu gehört hier im Haus, dass nicht geschlagen wird, nicht gekratzt, gebissen, getreten, gezwickt. Absolutes NoGo, und das setze ich auch mit aller mir zur Verfügung stehenden Konsequenz durch.


Ich will das nicht. Ein Schlag provoziert immer einen Gegenschlag. Auch wenn man sich nur verteidigen will. Und ich bin relativ erfolgreich mit meinem Konzept bei meinen Kindern. Mag auch daran liegen, dass sie von Natur aus zwei recht friedliebende Menschen sind. Aber manchmal - manchmal meldet sich der kleine Teufel auf meiner rechten Schulter und flüstert: "Liebe Johanna, du erziehst deine Kinder vollkommen lebensunfähig. Die prädestinierten Opfer." Gerade wenn ich manchmal höre, wie es später auf den weiterführenden Schulen zugeht, macht mir das zugegebenermaßen wirklich Angst.


Ja, dieser Gedanke macht mir echt zu schaffen. Selbstverständlich versuche ich, meinen Töchtern Alternativen an die Hand zu geben. Reden, zuallererst, am besten BEVOR der Streit ausbricht. Ich versuche, ihnen genug Selbstbewusstsein mit in die Welt zu geben, um aufrecht zu stehen und ein klares "NEIN, ich will das nicht!!" aussprechen zu können. Genug Intelligenz, um im Zweifelsfall auch mal einen Schritt zurücktreten zu können. Und genug eigenen Willen, um auch in einer schwierigen Situation ihre eigene Meinung vertreten zu können, um trotzdem das zu erreichen, was ihnen wichtig ist. Gewaltfrei.


Aber seien wir mal ehrlich - das ist schon ziemlich viel verlangt von einer 3- und einer 5jährigen. Dass das noch nicht komplett so hinhauen kann, ist vollkommen klar. Aber das ist die Richtung, in die ich gehen möchte. Und ich stelle immer wieder fest, wie schmal der Grat ist, auf dem wir balancieren. Ich möchte nicht, dass die beiden wegen jeder Kleinigkeit laut heulend zum Petzen kommen. Aber ich will auch nicht, dass sie zu(rück)schlagen. Und ich will trotzdem, dass sie versuchen, ihre Streitigkeiten ohne meine Hilfe zu lösen. Und das Ganze, ohne jedes Mal zurückstecken zu müssen. Das ist ganz schön viel verlangt, ich WEIß das.  Wenn ich manchmal sehe, wie meine Große hilflos dasteht, wenn ihr jemand in der Bücherei das Buch, in dem sie gerade blättert, einfach aus der Hand reißt, zerreißt es mir das Herz.


Aber wenn sie es schafft, sich dann in der Situation vor denjenigen hinzustellen und laut und deutlich zu sagen: "Gib das zurück, ich habe noch darin gelesen - du kannst es nach mir haben!!", dann geht mir das Herz auf - besonders, wenn sie damit Erfolg hat! Und auf diese kleinen Erfolge bauen wir, in der festen Hoffnung, dass ich mir hier zwei selbstbewusste, starke, friedliche und kompromissbereite Menschen erziehe. Und keine Mobbingopfer.


Als letztens der Stoff von Alles-fuer-Selbermacher mit den Tigern zum Vernähen ankam, hat ihn die Große direkt für sich beansprucht - und ein richtig cooles Outfit daraus bekommen. Als sie es das erste Mal anhatte, strahlte sie: "Mama, jetzt bin ich stark wie ein Tiger!". Ich habe ihr erklärt, dass sie der stärkste Tiger ist, den ich kenne - weil sie nicht mit den Fäusten stark ist, sondern mit dem Kopf und mit dem Herzen. Denn darin liegt die wahre Stärke. "Dann bin ich im Herz ein Tiger!". Definitiv. Der mutigste und stärkste Tiger im Herz, der mir je untergekommen ist. <3 <3 <3



Und diese Botschaft finde ich so schön und so wichtig, dass ich euch das passende Motiv von Andrea Lauren nur ans Herz legen kann. Damit jedes Kind daran denkt, dass man am besten im Herzen und im Kopf stark wie ein Tiger ist, und nicht mit der Faust. Denn dann sind alle meine Sorgen unbegründet und wir ziehen eine wunderbare, friedliche neue Generation heran. Die endlich alle Kriege beendet, redet statt zuschlägt und ihre Probleme friedlich löst. Eine Generation mit Tiger im Herz. <3 Ist euch zu pathetisch? Macht nichts. Man braucht ja wohl ein Ziel vor Augen. Oder nicht?


Mit einem Klick auf das Bild könnt ihr den wundervoll weichen (und GOTS-zertifizierten) Sommersweat bestellen. Rock, Beanie und Raglanshirt sind aus dem neuen Klimperklein-Buch. Tigerstark, oder?

Sweat - Tiger - GOTS - Andrea Lauren - Vanille

Hasenwilde Grüße
Johanna


Montag, 15. Februar 2016

Warum...?

"Mama, warum....?". Kennt ihr das? Wenn jeder einzelne Satz mit einem dicken "warum" startet und der Fragensteller alles, aber auch wirklich alles über Gott und die Welt wissen will, bis man das Gefühl hat, man hätte tatsächlich Löcher im Bauch von der ganzen Fragerei?


Was meine große Tochter alles wissen will ist jedenfalls unglaublich. Jede Situation, jeder Blick, jede neue Erfahrung kann einen ganzen Fragenmarathon aufwerfen - und die Antworten sind manchmal gar nicht alle so einfach aus dem Ärmel zu schütteln. Jede in den Augen der großen Hasentochter ungenügende Antwort hat außerdem mindestens zehn weitere Fragen zur Folge. :)


Und was sie da alles so wissen will! Warum sagt man bei Schafen "Herde" und bei Wölfen "Rudel"? Und wie leben dann Rehe? Ob das Kamel heiße Füße bekommt, wenn es in der Wüste zu lange auf einem Platz steht? Und warum haben Zwillinge am selben Tag Geburtstag, aber sie und ihre Schwester nicht? Und wie viele Glühwürmchen braucht man auf dem Kopf, damit man mit dem Licht in der Dunkelheit ein Buch anschauen kann? (Die letzte Frage kam gestern Abend auf, die finde ich besonders philosophisch :D )


Ihre Neugier ist ungebrochen, sie will die Welt für sich entdecken und alle ihre Geheimnisse lüften. Ich finde das so spannend zu beobachten. Und so als gerade-Fünfjährige ist sie selbstverständlich der Meinung, dass die Mama auf alle Fragen der Welt eine Antwort hat. Wobei wir hin und wieder schon auch was nachlesen müssen. Oder damit leben, dass eine Frage auch mal unbeantwortet bleiben muss. :)


Das Hasenkind kann sich aber auch irre viel merken. Eine Frage stellt sie selten zweimal und die Antworten, die sie nach bestem Wissen und Gewissen von mir bekommt, werden im Kopf hin und her gedreht, umformuliert, dann bekommt Anna (von unserer unsichtbaren Mitbewohnerin habe ich euch ja letzte Woche HIER schon erzählt) die Sachlage nochmal erklärt, wahlweise auch die kleine Schwester, und dann sitzt das im Langzeitgedächtnis. Jederzeit abrufbar, in den unmöglichsten Situationen. Wahrscheinlich für immer. Wenn nicht noch länger. Beneidenswert einerseits. Andererseits leidet dafür hin und wieder die Speicherkapazität für Kurzaufträge. "Deck bitte den Tisch" überschreitet zum Beispiel offensichtlich bereits nach dem zweiten Teller das Speichervolumen.... ;) Kein Wunder, wenn die Hirnschubladen mit so viel wichtigeren Informationen belegt sind.... :D


Jedenfalls war mir vollkommen klar, was aus dem wunderschönen Fuchs-Jersey werden sollte, den mir Alles-für-Selbermacher zum Vernähen zur Verfügung gestellt hat: Ein Schlaufuchs-Hoodie sollte es sein für die kleine Weltentdeckerin. Schnittgrundlage ist die Hoodie-Variante der Issy von Feefee (geliebter Schnitt!!). Aufgepeppt habe ich den unifarbenen Jerseysweat zunächst mit Glitzerspray und Glitzerfarbe, um die Glühbirne später zum Leuchten zu bringen. Danach habe ich den Fuchs, die Glühbirne und das Schlaufuchs-Schildchen freihand aufgenäht. Die Buchstaben sind mit Textilfarbe auf grobes Leinen gestempelt. Die mit eingefassten Bindebändchen am Rand der Passe und die beiden Knöpfe vorn an der Kapuze schicken den Hoodie noch ein bisschen auf, und TADAAAAA! :D


Der Fuchsjersey ist GOTS-qualifiziert und wunderbar angenehme Qualität, direkt zum Reinlegen und Einwickeln. Und der Pulli ist auf der Liste der Lieblingspullis sowohl beim Hasenkind als auch bei mir ganz nach oben gewandert. Mit den Bündchen hat er noch richtig Wachspotenzial und wird hoffentlich den kleinen Schlaufuchs noch ein Weilchen begleiten! Bei den Fotos mit der Glühbirne hatte das Kind übrigens richtig Spaß - ihr ist ständig ein Licht aufgegegangen... ;) Auch wenn ich hinterher eine große Fragerunde über mich ergehen lassen musste, angefangen mit: "Mama, warum leuchtet die Glühbirne in meiner Hand nicht?".... ;)


Den Fuchsjersey nach dem Design von Andrea Lauren findet ihr hier *KLICK* - und dann könnt ihr euch an die Schlaufuchsausstattung für eure eigenen Schlaufüchse machen!! Wie praktisch, dass der Stoff sowohl für Schlaufuchsjungs als auch für Schlaufuchsmädels passt! Auf dass allen Kindern der Welt ein Licht aufgehe! :D :D


Hasenwilde Grüße Johanna

Sonntag, 31. Januar 2016

Streifenmarie

Ich liebe Streifen. Ich besitze Unmengen von Streifenkombistoffen, und ich finde sie passen überall dazu.


Mir stehen sie leider nicht. Aber den Hasentöchtern umso mehr. Den weichen rot-weiß-gestreiften Bio-Interlock, den ihr hier auf den Bildern seht, habe ich von Stoffversand4u zum Vernähen bekommen. Und damit endlich einen schon lange gehegten Wunsch meiner Großen erfüllt: Ein "weiches Kleid". Eins aus Jersey. Mit Bewegungsfreiheit, kindergartentauglich und trotzdem hübsch.


Mein Schnitt der Wahl: "Marie" von Feefee. Geht immer, in jeder Größe und schafft mit dem süßen Ballonteil und der stylischen Kapuze recht geschickt den Spagat zwischen "süß" und "cool", finde ich - und damit kann man das Kleidchen einfach zu allen Gelegenheiten tragen. Mit dem Interlock fällt es unten schön weich und pludert ein bisschen auf. Ziemlich zum Verlieben, finde ich.


Nachdem das Wetter draußen mistig, dunkel, trist und verregnet war, habe ich für die Bilder erstmals meine neuen Tageslichtlampen aufgebaut. Ich habe definitiv noch Übungsbedarf, was "Drinnenbilder" betrifft - aber die hier können sich schon mal sehen lassen, oder?


Verziert habe ich das Kleidchen mit dunkelblauen Glitzerjerseynudeln, einer roten Satinschleife und einem freihandgestickten Papierboot mit Bär. Der Bär ist übrigens aus dem Freundejersey von Herrn Pfeffer geklaut. :D Der sah einfach so aus, als würde er gern mal auf große Fahrt gehen.... ;)


Jerseykordeln und ähnliches nähe ich immer nur auf der Vorderseite von Seitennaht zu Seitennaht fest - dann kann man mit den überhängenden Kordeln das Kleid schön auf Taille binden, hat hinten nochmal einen schicken Hingucker in Form von Schleife oder Knoten und herunterhängenden Kordelenden, und auf die Art passt das Kleid ewig. Die Ärmel habe ich gut lang zugeschnitten, die Bündchen halten sie ja auf dem Platz - und so kann das Kleid später auch noch gut als Tunika über einer schmalen Jeans seinen Dienst tun. Ich mag ja echt gern so Mitwachskleidungsstücke. Da lohnt sich der Aufwand auf alle Fälle!


Wir werden uns jetzt noch ein bisschen ins Faschingsgetümmel vor Ort stürzen - das Schafkostüm, das ich gestern für die Große noch schnell unter der Nähmaschine hervorgezogen habe, wartet schon auf seinen großen Auftritt - das ein oder andere Bild gibt's bestimmt noch davon zu sehen! Und ganz vielleicht erhascht ihr dann auch einen Blick auf mich in meinem fabelhaften (von meinem Papa ausgeliehenen) Kuh-Onesie.... ;)

Bis dahin könnt ihr euch ja mal bei Stoffversand4u die schicken Streifen (mit GOTS-Siegel!) in rot-weiß, blau-weiß, braun-caramel und schwarz-weiß ansehen: http://www.stoffversand4u.de/Stoffe/Jerseystoff/Streifen/Bio-Interlock-Streifenjersey-rot-weiss.html

Hasenwilde Grüße
Johanna