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Freitag, 18. August 2017

Der Neue


Mir ist eingefallen, ich habe euch ja noch gar nicht von unserem neuen Familienmitglied erzählt!



Seit Ostern wohnt er schon bei uns, der Neue. Er ist groß und stark, genau wie ich mir das gewünscht hatte. Power hat er ohne Ende und der tägliche Umgang mit ihm ist wirklich ein Vergnügen.


Wer das nun ist, wollt ihr wissen? Alhambra ist sein Name. Seat Alhambra. Und ich bin sehr verliebt in seine dunkelblaue Hautfarbe. :D


Ich sage euch, es war allerhöchste Zeit für eine ordentliche Familienkutsche. Und es war eine schwere Geburt. Weil der alte Audi einfach nicht aufgeben wollte. Ich gebe zu, für die Hausbauphase ist so ein älteres Modell schon praktisch. Man kann ohne schlechtes Gewissen Betonsäcke, Sandeimer und sonstige dreckige Teile in den Kofferraum werfen. Ohne siebenunddreißig Plastiktüten umzuwickeln. Weil’s eh wurscht ist. Weil er beim Saugen sowieso nicht mehr streifenfrei und porentief rein wird.


Aber die Hausbauphase ist jetzt vier Jahre her. Und wenn man die beendet hat, ist ein altes Auto einfach wieder nur alt. Und unser Audi, die „Tante“, wie er liebevoll (vor langer Zeit) von uns getauft wurde, hat eine Macke nach der anderen entwickelt. Man hat ja doch eine Beziehung zu so einem Auto und nimmt einiges in Kauf. Aber lästig wird es schon irgendwann.


Das erste, was versagt hat, war die Heizung. Im Winter kein Spaß, ich sage es euch. In drei Decken eingewickelte Kinder mit blauen Nasen von hier nach da zu transportieren ist nur mäßig witzig. Dann fing die Beifahrertür an zu klemmen. Eines kalten Wintertags, als das Schloss komplett gestreikt hat, musste ich sie mit einem dicken Schal an der Gangschaltung festbinden… :D Dann folgte der Kofferraum, der nicht mehr offen bleiben wollte. Die erste Reparaturversion mit einem Kabelbinder hat ein Weilchen gehalten, dann half nur noch der obligatorische Stock im Kofferraum, den man bei Bedarf in die Kofferraumklappe spreizen kann. Ich sage euch, wenn man den versehentlich beim Einladen umkickt, ist das wirklich kein Spaß für den Hinterkopf… ;)


Ich hätte ihn schon lang abgegeben, den Audi. Die Tante. Aaaber es war nicht mein Auto, sondern das meines Mannes. Und der hat die kleinen Spinnereien sehr geduldig ertragen. Und ehrlich, es wäre mir auch egal gewesen, wenn ich nicht damit fahren hätte müssen. Aber mein Auto ist als Familienkutsche einfach zu klein. Und der Audi war zu klapprig. Mal abgesehen von den ständigen Umbauarbeiten, wenn die Schwiegermama mitfahren wollte. Und der Tatsache, dass wir für jeden Urlaub das Auto meines Papas ausleihen mussten, weil wir Angst hatten, dass der Audi irgendwo im Nirgendwo seinen letzten dieseligen Atemzug tun würde.


Es war also klar – ein Neues muss her. Auch relativ schnell, welches Modell es sein sollte. Man möchte meinen, man könnte das entsprechende Auto dann einfach kaufen. Oder wenigstens bestellen. Ha. Da kennt ihr meinen Göttergatten schlecht. Der kann nämlich mit absoluter Tiefenentspannung ein Dreivierteljahr (!!!!!!!) nach dem ultimativen Angebot suchen…. ;)


Er hat mich wirklich in den Wahnsinn getrieben. Eigentlich beide. Der Mann und das Auto. Aber, glaubt es oder glaubt es nicht, irgendwann war es da. Das ultimative Angebot. Puh. Selbstverständlich habe ich mir den Neuen direkt unter den Nagel gerissen. :D Macht ja auch Sinn, weil ich schließlich die meiste Zeit die Kinder kutschiere. Und drei Leute haben mehr Anspruch auf das große Auto als einer. Seht ihr auch so, oder? :D


Jedenfalls ist die Autofahrerei ein Traum seither. Er schnurrt und läuft und fährt und schnurrt. Der Kofferraum funktioniert, die Türen schließen, und es ist genug Platz für Schwiegermama, ohne irgendetwas umbauen zu müssen. Außerdem spricht er mit mir. Mit einer sehr angenehmen, rauchigen Männerstimme. Er wählt meine Telefonnummern und gibt die Richtung an, wenn ich mich nicht auskenne. Er piepst fröhlich und anhaltend bei allen Gelegenheiten. Eine tolle Sache, wirklich. Na schön, manchmal nervt das auch. :D Wir haben ihn jedenfalls sehr ins Herz geschlossen. Auch wenn ich manchmal in der Garage stehe, und die Tante vor mir sehe. Die vielen Fahrten, die wir mit ihr gemacht haben. Urlaube. Küsse. Spuckende Kleinkinder. Abenteuer. Lachen. Musiklautstärke auf Anschlag. Vergessen werden wir sie sicher nicht, die alte treue Lady. Und hoffen, dass der Neue mit uns genauso viele Erinnerungen sammelt. <3


Nähtechnisch sehe ich im Moment schon unseren großen Urlaub in wenigen Tagen vor mir. Die erste große Prüfung für den Neuen. Und weil ich, fernwehgeplagt wie ich bin, ständig an den Urlaub denke, nähe ich eigentlich auch nur Sachen, die wir dafür brauchen können. Dieses Mal sind es zwei schicke Sweathoodies geworden, zum Drüberziehen am Abend. Wenn den lauen Sommerabend ein kühler Wind vom Meer auffrischt. Hach, ich freu mich schon. Und sehe die Mädels schon vor mir, den Wind im Haar und mit ihren wundervollen Einhornpullis durch die Nacht hüpfen. Genäht habe ich nach dem Schnitt „Zoe und Fynn“ von Muckelie. Eine Version mit Kapuze, eine mit Kragen. Ansonsten braucht der Hoodie gar nicht viel. Die wunderschönen Einhornstoffe sind ein Design von Andrea Lauren  und ich durfte sie für Alles-für-Selbermacher vernähen. Der Sommersweat mit Bio-Druck fühlt sich traumhaft an und das Design gefällt mir unheimlich gut – nicht zu kitschig, lässt sich wunderbar kombinieren und auch für mein Fast-Schulkind geeignet.


Hier findet ihr die wundervollen Einhorn-Sommerweats:


 



Und da geht es zu „Zoe und Fynn“ von Muckelie: *KLICK*


Die Hoodies werden uns jedenfalls sicherlich nicht nur in den Urlaub, sondern auch in den Herbst begleiten. Zusammen mit unserem neuen, großen, blauen Begleiter. Wir freuen uns schon darauf!



Hasenwilde Grüße

Johanna

Mittwoch, 2. November 2016

Kitz und Glitzer für den Herbst

Tristes Regennieseldunkelwolkengrauwetter draußen. November eben. Was tun?


Na klar, Farbe ins Spiel bringen. Farbe, Kuschelfell und Glitzer - und schon wird aus dem tristen Regentag ein blätterbunter Herbstmorgen... :D


Ich habe gute Nachrichten für euch. "Oh my deer" von Nikiko ist bei Alles-für-Selbermacher wieder da! Für mich der bisher schönste Nikiko-Stoff - nicht zu kindlich, aber trotzdem verspielt und mit den glitzernden Rehen und den zarten Herbstfarben der Oberhammer für alle kleinen und großen Mädchen. Und der Kombistoff mit den glitzernden Dreiecken ist dann erst recht was für jung und alt!


Meine Damen haben schon bei Paketsankunft lautstark diskutiert, wer "Oh my deer" vernäht bekommt - zum Glück reicht die Stoffmenge für zwei Projekte. :D Die Kleine hab ich schon versorgt - für die Große muss erst noch der richtige Schnitt kommen! :D


Nachdem ich erst letztens mal wieder die Kinderkleiderschränke aussortiert und wintertauglich einsortiert habe, musste ich feststellen, dass für keins meiner Mädels eine passende Übergangsjacke da ist. Kuschelig, aber nicht zu warm - ihr wisst schon, wenn's irgendwie noch zu warm für die Winterjacke aber zu kalt für eine einfache Softshelljacke ist.


Zum Glück war da noch kuscheliges Teddyfell in meinem Nähzimmer - das hatte ich mir letztes Jahr für ein Projekt gekauft, dann aber doch nicht vernäht (ja, lacht nur. Die Art Stoffe hab ich in hundertfacher Ausführung... :D Weil der Kopf so oft schneller denkt, als die Hand nähen kann... :D :D).


Eine Mini-PowPowJuna von Muckelie ist es geworden, die hab ich schon ein Weilchen nicht mehr genäht - aber der Schnitt war genau, was ich brauchte. Gefüttert - und vor allem wächst der mit den langen Bündchen und der reichlichen Länge unten ewig mit. Die Mini-PPJ, die ich meiner Großen letzten Herbst genäht habe, passt immer noch. Hat zwar inzwischen schon ein bisschen gelitten, weil sie so oft getragen und gewaschen wurde, ist aber immer noch lang genug. Super, oder? Die wenigsten Jacken passen hier bei uns länger als eine Saison.


Das war jetzt meine dritte PPJ, und jedesmal schimpfe ich vor mich hin, wenn ich die Ecken zwischen Saumbündchen und Jacke nähe - und jedesmal ist sie die Arbeit wert. Ein wunderbarer Schnitt. Die Paspeltaschen habe ich mir diesmal gespart, sonst hätte man das tolle Glitzerreh auf der Vorderseite nicht mehr gesehen. Stattdessen gab's seitliche Einstecktaschen.


Passend dazu gab's mal wieder eine Malia von Pom&Pino, nach wie vor einer meiner Lieblingsmützenschnitte - und schon ist das Kind gut eingepackt. Übrigens steht seither das "Kitz" auf der Lieblingstierliste ganz oben, hat sie mir letztens offenbart. :D


Hier könnt ihr euch "Oh my deer" genauer ansehen - und guckt auch gleich nach den passenden Triangles dazu! Ich vernähe ja eher selten zwei Stoffe aus derselben Kollektion in einem Schnitt, aber in dem Fall harmonisieren die beiden super miteinander! <3

Sommersweat - Oh my Deer - Glitzer - NIKIKO


Hasenwilde Herbstgrüße
Johanna

Dienstag, 28. Juni 2016

Herzenserlebnis

Manchmal hat man ja so Erlebnisse, die den ganzen Tag ein bisschen heller machen. Mir ging es gestern Nachmittag so. Und ein leichtes Lächeln in den Mundwinkeln ist mir bis jetzt geblieben.


Ich war einkaufen. (So beginnen übrigens viele gute Geschichten... :D ). Also, ich war einkaufen bei Netto im Nachbarort. Schon vormittags war ich da, das große Hasenkind im Schlepptau, eine lange Liste in der Hand. Wir haben alles gefunden, was auf der Liste stand, sind erfolgreich nach Hause zurückgekehrt - und ich habe (wie meistens) festgestellt, dass ich doch etwas vergessen hatte. Nicht notiert, nicht bedacht, nicht gekauft.


Also bin ich eine Weile später nochmal schnell alleine los (zum Glück ist der Netto im Nachbarort nur 2km entfernt, da ist der Umweg nicht ganz so gravierend). Zitronen und Puderzucker für den Zuckerguß des Sonntagskuchens nur schnell in der Hand geschnappt und flott zurück an die Kasse.


Die Schlange war relativ lang, bestimmt 6 Leute standen vor mir an, einer oder zwei nach kurzer Zeit hinter mir. Nach einer Weile wurde es vorne an der Kasse unruhig. Eine Familie stand da, mit etwa fünfjährigem Kind, offensichtlich Ausländer mit wenig Deutschkenntnissen. Köpfe reckten sich, neugierige Blicke wurden geworfen und schnell wurde der Grund des Staus ausgemacht - "die haben wohl den Geldbeutel zuhause vergessen..", "die haben kein Geld dabei!", "die können nicht zahlen", raunte es durch die Schlange.


Während Mutter und Vater relativ verzweifelt an der Kasse standen, fragte eine Dame relativ weit vorne: "Sollen wir den Einkauf einfach gemeinsam übernehmen?" Zustimmendes Gemurmel, einige "Ja, klar" waren zu hören. "Oder einer legt das Geld einfach aus" kam von einer anderen Ecke. Die Hilfsbereitschaft war mit Händen greifbar - und sofort da. Ohne zu hinterfragen, ohne zu zögern, ohne jeden Widerspruch.


Irgendwie hat sich keiner getraut, die Familie direkt anzusprechen. Ich habe mich dann an die Familie gewandt (ich arbeite ja schon länger mit den Flüchtlingen vor Ort zusammen, da sind vielleicht die Berührungsängste einfach schon etwas kleiner - wobei ich diese spezielle Familie nicht kannte) und konnte schnell herausfinden, dass es eine Flüchtlingsfamilie aus dem Nachbarort war. Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass ich mit der Mutter schnell zu ihrem Haus fahre, damit sie den vergessenen Geldbeutel holen kann. Der Vater und das Kind haben derweil mit dem Einkaufswagen im Supermarkt gewartet.


Ich war wirklich beeindruckt von der Hilfsbereitschaft der Leute. Genauso hätten sie anfangen können zu schimpfen und zu wettern. Dass kein einziges böses Wort gefallen ist, fand ich schon wundervoll - dass die Menschen sofort ihre Hilfe angeboten haben, hat noch eins draufgesetzt. Ein Zeichen für eine friedliche Grundstimmung, die hier Ausländern gegenüber herrscht. Das hat mich wirklich berührt. Bei dem kurzen Gespräch mit der Familie konnten die Leute dann sehen, dass die Flüchtlingsfamilien hier gut genug Deutsch gelernt haben, um sich in einfachen Worten zu verständigen - und wie dankbar sie waren, Hilfe zu bekommen. Vielleicht ebnet das dem ein oder anderen noch den Weg, sie beim nächsten Mal einfach selbst anzusprechen. Es war jedenfalls schön zu beobachten.


Eine kurze Szene nur, ein wenigen Minuten passiert. An einer einfachen Supermarktkasse, mitten im Alltag der Leute. Und doch geht ein richtiger Zauber davon aus, finde ich. Genau diese Situationen sind es, die mein Weltbild wieder gerade rücken. Über die ich mich unglaublich freuen kann, und die mir zeigen, dass ein friedliches Miteinander möglich ist, zwischen Menschen aller Kulturen.


Auf den Bildern konntet ihr nebenher die große Hasentochter in einem der neuesten Outfits sehen. Der neue "Ethno Glam" von Alles-für-Selbermacher ist meine große Liebe, und irgendwie passt er mit seinem orientalisch anmutenden Muster mit den kleinen Dreiecken in hellgrau, taupe, schwarzbraun, apricot und in glitzerndem Gold auch wunderbar zur obigen Situation. Kombinieren kann man ihn mit so ziemlich allem - hier ist eine kurze "Sverre" von Meine Herzenswelt daraus geworden, die das Design mit den  grauen Einsätzen nochmal richtig gut zur Geltung bringt.


Obendrüber gab's ein Mini-20-Minuten-Shirt von Muckelie, upgecycelt aus einem aussortierten Oberteil einer lieben Freundin. Meine hellblonden Kinder brauchen immer einen kräftigen Farbkontrast zu weißlastigen Stoffen, da bot sich das korallefarbene Shirt absolut dafür an. Hier habe ich wirklich absolut Basic gearbeitet, der Druck war schon auf dem Shirt - und da ist so ein schickes Oberteil auch wirklich in 20 Minuten fertig!! Passend dazu gab's die erste "Tullelue" von "Tullebunt und Lille Sno". So ein wunderschöner Schnitt. Ich hätte mich ewig dran verkünsteln können. Ich habe mich aufgrund der Tatsache, dass der Tochter schon immer Mützen gerne nach oben über den Hinterkopf rutschen für die Version "Mias Tullelue" entschieden - und was soll ich sagen? Passt perfekt. Da werden sicherlich noch viele folgen!!

Bis ich hier getippt hatte, war "Ethno Glam" leider schon wieder ausverkauft - aber ich könnte mir gut vorstellen, dass es von diesem Knallerstoff noch eine Nachbestellung gibt. Wenn er wieder auftaucht, sage ich euch auf alle Fälle Bescheid - vorsichtshalber könnt ihr ja die AfS-Seite auch selber ein bisschen im Auge behalten... :D :D

Hier geht's zum 20-Minuten-Shirt:

https://www.makerist.de/patterns/das-mini-20-minuten-shirt
 
Und auch die Hose Sverre *KLICK* und die Tullelue *KLICK* habe ich euch nochmal verlinkt.

Und jetzt freue ich mich noch ein bisschen über mein Herzenserlebnis von gestern. Hattet ihr auch schon solche Momente? Situationen, in denen ihr entdeckt habt, wie schön so ein harmonisches, hilfsbereites und rücksichtsvolles Miteinander sein kann? Erzählt doch mal!

Hasenwilde Grüße
Johanna

Mittwoch, 16. September 2015

Die goldene Stunde und so

Die Sonne lacht vom Himmel, es ist Donnerstag, der Wetterbericht meldet für heute 28 Grad und es wird höchste Zeit, euch meine letzten Sommerbilder zu zeigen!


Das Muckelie-Top! Der Schnitt ist perfekt für mich - er geht relativ lang über die Oberschenkel und mit der Knopfleiste (ihr könnt auch noch eine Fake-Paspeltasche nähen) auch einfarbig ein Hingucker!


Hinten hat das Top einen Racerback-Rücken, und seit ich so tolle BH-Klipse habe, mit denen man die BH-Träger einfach mittig zusammenklipsen kann, schaut da auch nix mehr raus! Nächstes Jahr fange ich definitiv früher an, Racerbacks zu tragen - damit der BH-Träger-Streifen auf der Haut auf knackig braun werden kann.... ;)


Als ich mit meiner Kamera und dem Selbstauslöser zum Selfie-Shooting für dieses Top abends aus dem Haus gehüpft bin, war die Sonne gerade tief am Himmel und hat ein wunderschönes warmes Licht verbreitet. "Perfekt", dachte ich mir "goldene Stunde - ideal für Fotos!". Pah, von wegen goldene STUNDE!



Bis ich die Kamera aufgebaut hatte und mit den ersten paar Fotos die perfekten Einstellungen gesucht, hatte sich Madame Sonne schon fast hinter den Horizont verkrochen... Im Schweinsgalopp habe ich die Bilder durchgeschossen, um zumindest ein paar ordentliche Fotos zu bekommen. Fazit: Die "goldene Stunde" dauert maximal 10 Minuten. Man unterschätze das nicht. :D


Meine Basicversion habe ich abgesehen von der Knopfleiste nur mit einem kurzen Streifen Webband und einer Ziernaht aufgepeppt. Mehr braucht das Top auch nicht, den Rest macht der Schnitt von ganz alleine.... :D Übrigens sind Tops für mich absolute Ganzjahreskleidungsstücke - ich trage auch unter langärmeligen Kleidungsstücken immer ein Top. Das mag ich lieber als ein Unterhemd, gerade lange Tops spitzen unten als Farbtupfer unter dem Shirt heraus und es hält schön warm. Und wenn ich Lust habe, trage ich es auch mal ÜBER dem langärmeligen Teil - perfekt für den Lagenlook!


Ihr bekommt den Schnitt mit allen drei Variationen - Basic, wie das meine hier, Sporty (mit eingesetzter seitlicher Passe, da zeige ich euch auch noch ein Exemplar) und High-Low mit Kellerfalte.

https://www.makerist.de/patterns/das-muckelie-top

Meinen Topbeitrag schicke ich zu RUMS und in das echte Teilchen werde ich jetzt schlüpfen, um die 28 Grad heute zu genießen!

Hasenwilde Grüße
Johanna

Sonntag, 12. April 2015

Chilling Lilli @ Home

Ihr Lieben,
heute hab ich ein Gastmodel bei mir hier auf dem Blog. :D :D :D Suzann von Muckelie hat mich gefragt, ob ich ihren sensationellen Hosenschnitt Chill@home probenähen möchte. Ich nähe ja wahnsinnig gerne alles Probe und ich finde den Schnitt total klasse. Coolstens. Aber - nicht für mich. Ich bin absolut uncool. Ich bin bunt und fröhlich und ausgefallen und chillig auch, aber leider nicht cool. :D :D :D


Kennt ihr das? Es gibt einfach Schnitte, die kann man in ihrer Ästhetik durchaus würdigen (und ich finde den wirklich super), aber die passen einfach nicht zum eigenen Stil. Nachdem ich ungern Sachen für mich nähe, von denen ich vorher schon weiß, dass sie nachher im Schrank landen und diesen eher selten wieder verlassen werden, musste ich improvisieren. DAS kann ich gut. :D


Ihr werdet euch jetzt sicher fragen, welcher wohlgeformte Körper denn da jetzt nun in dieser Hose steckt. Tja, ich kenne praktischerweise haufenweise coole Leute. Die allercoolsten, eigentlich. Und deswegen habe ich mich als erstes an meine drei Schwestern gewandt. Alle drei sind sie jünger als ich, alle drei - sagen wir mal- ergonomischer geformt als ich und alle drei genug mit mir verwandt, um ausgefallene selbstgenähte Sachen zu schätzen zu wissen. <3


Dass alle drei laut "hier" geschrien haben, spricht absolut für den Schnitt. Und für mich und meine Nähkünste auch ein bisschen. :D :D Der Deal war, Hose gegen Fotos, ich stelle den Stoff, aber ich suche ihn auch selber aus. Durchgesetzt hat sich Nummer 3 von oben (oder Nummer 2 von unten, je nachdem, wie man es sieht.... ;) ). Na schön, ich gebe zu, die drei haben sich ausnehmend friedlich geeinigt. :D :D


Meine liebe Lilli also gab mir per Telefon folgende Anweisungen: "Dunkle Farben und mehr so uni." Ja. Wie ihr seht, habe ich mich auf der ganzen Linie daran gehalten. :D :D Aber die Farbkombi ist genau ihrs und ich hab ihren Geschmack, glaube ich, ganz gut getroffen. Kenn sie ja auch schon ne Weile. :D :D Nachdem sie nur hier und da zu Hause aufkreuzt und ihre Zeit sonst im Osten des Landes verbringt, haben wir uns auf eines der (leider eher seltenen) Wochenenden geeinigt, an dem sie da ist, um die Hose anzuprobieren und gleich Fotos zu schießen.


Und dann wurde es doch noch ziemlich knapp. Der Schnitt wurde erst ein paar Tage später als erwartet fertig - aber meine Schwester konnte noch zwei Tage daheim dranhängen, und ich habe das gute Stück in einer Nacht-und-Nebel-Aktion ruckzuck an einem Abend shootingbereit hinbekommen.


Und ich finde, sie steht ihr ausgezeichnet. Ich habe tatsächlich ernsthaft darüber nachgedacht, ob ich sie nicht doch noch für mich ausprobiere. Mal sehen - vielleicht springe ich da tatsächlich noch über meinen Schatten... :D :D


Genäht habe ich die Chill@home aus ganz weichem Viskosejersey (von meiner Stoffhändlerin vor Ort), der schön fällt. Blauer Kontrastjersey für die Taschen, blaue Bündchen und eine blaue Paspel schicken das Teilchen noch ein bisschen auf.
Wenn ihr auch so cool seid wie meine Schwestern und Lust auf so eine chillige Hose habt, könnt ihr das Ebook bei Alles-für-Selbermacher in den Größen 32-48 erwerben!
So, und jetzt ziehe ich mich mit einer Riesenladung Wäsche zum Zusammenlegen ins Wohnzimmer zurück und freu mich auf den ersten Frankentatort!


Genießt den Abend und chillt noch ein bisschen!!

Hasenwilde Grüße
Johanna

Donnerstag, 29. Januar 2015

PowPowJuna oder Neue Wege

Hallo ihr Lieben!!

Heute hab ich was ganz besonderes für euch! Voll Power! Powsenlos powergefüllt. Sozusagen. Es geht um meine neue Jacke. PowPowJuna heißt der Schnitt, und ist nagelneu. Ein Erstlingswerk - von Suzann von Muckelie. Ich meine, ernsthaft. Als ERSTEN SCHNITT eine gefütterte Jacke mit dreihundertsiebenundelfzig Specials zu zaubern!!  Das ist mir glatt sympathisch. Das ist irgendwie, wie das Nähen mit einer saumäßig aufwendigen Patchworkdecke zu lernen. Kommt mir bekannt vor.... :D


Eine gefütterte Jacke hab ich mir noch nie genäht. Aber ich mag Herausforderungen. Man muss öfter mal was Neues probieren. Neue Wege gehen. Kinderschnitttechnisch hab ich ja inzwischen schon viel ausprobiert und einiges an Erfahrung gesammelt. Aber bei diesem Projekt hier waren noch einige "Neuheiten" für mich dabei. Und ich muss sagen, ich bin total begeistert - und plane schon die zweite.... :D


Man muss schon Zeit investieren. Schwer zu nähen ist sie allerdings nicht - es sind nur viele Einzelschritte, die nacheinander getan werden müssen. Drei Abende oder so habe ich für das gute Stück schon gebraucht, und mein bester Freund, der Nahttrenner, war auch nicht ganz unbeteiligt.... :D (das lag allerdings nicht an der Anleitung, sondern eher an meinen "Ob das nicht so einfacher geht?"-Versuchen. Also - nein. Geht es nicht. Aber man kann es ja mal probiert haben. :D )


Jedenfalls gibt das Schnittmuster ein paar total witzige Details her, die die PowPowJuna zu einem richtigen Hingucker machen. Ich mag diese Special Effects total.


Da wäre zum Beispiel die Paspeltasche. Hab ich noch nicht so gemacht. Aber ist echt super. Da faltest und nähst du ein bisschen vor dich hin - und plötzlich lässt sich das Ganze umdrehen, und wie von Zauberhand befindet sich auf der Jack eine wirklich coole, außergewöhnliche Tasche. Die Paspel lässt sich beliebig bunt machen oder zusätzlich mit einem Paspelband oder einer Kordel verzieren.


Vor dem Reißverschluss braucht sich auch keiner fürchten - der ist blitzschnell und einfach eingenäht. Bestecht ihn einfach mit ein bisschen Vlieseline - dann wird der lammfromm... :D Vor lauter Begeisterung habe ich noch jeweils einen Streifen von meinem Paisley-Stoff mitgefasst. Als Fake-Paspel sozusagen.


Dann wären da noch die langen Armbündchen. Und die MegamonsterriesenXXL-Kapuze. Da war ich ja ehrlich gesagt ein bisschen skeptisch. Ich mag Kapuzen. Hinten, als Deko. Nicht so sehr auf meinem Kopf. Als meine Freundin beim Shooting dann energisch verlangt hat, dass ich das Ding doch bitteschön endlich mal aufsetzen soll, war ich ziemlich unbegeistert. "Sieht doch doof aus...." Aber da war nicht zu diskutieren. Ich habe mich dann brav gefügt - der Fotograf sollte bei einem Shooting ja immer das letzte Wort haben.... :D Und als ich das Bild dann gesehen habe, war ich echt baff. Ich finde sie gar nicht so schlecht. An mir. Doch, die hat was. Kann man tragen.


Und dann war da noch die Sache mit der Stofffarbe. Eigentlich bin ich je mehr so der Tarnfarben-Typ. Gedeckte Farben. Unauffällig. So du-siehst-mich-nicht-ich-bin-gar-nicht-da-Sachen. Schüchternheitsbedingt. Und weil ich sowieso so groß bin, dass ich eigentlich immer dachte, ich muss nicht noch zusätzlich durch meine Kleidung auffallen. Ich fange gerade erst an, das so schön langsam abzulegen, und zu entdecken, was mir wirklich an mir gefällt. Ich meine, so ohne drüber nachzudenken, was "die Leute" darüber sagen würden. Ich taste mich ran. Stück für Stück. An "meinen" Look. Jedenfalls liegt dieser Paisley-Stoff schon so lange in meinem Stoffregal, das ist einer meiner Lieblinge und ich wollte ihn unbedingt für mich vernähen - finde ihn pur aber schon ganz schön krass. Krass bunt. Und so. Und nachdem mir blau als Kombifarbe nicht so wirklich steht, liegt er da eben schon eine Weile. Rot war irgendwie die einzige andere Farbe, die ich mir dazu vorstellen konnte. Also habe ich mir roten Kuschelsweat bestellt. Bio natürlich. Ich halt. Und dachte mir dann, als ich die beiden Stoffe aufeinandergelegt habe: "Ui. Ist das bunt."


Ich habe das Ganze also erst einmal als "Probeexemplar" geplant. Falls es mir dann doch nicht gefällt. Aber - was soll ich sagen? Ich mag die Farben total gern an mir. Das ist frisch und witzig und total meins. Nix Probeexemplar. DAS ist meine neue Jacke. Und wenn ihr mich darin bemerkt - Hallo Welt! Das bin ich! In meinem Style! Hasenwild, oder?


Die Paisley-Streifen außen sind übrigens mit Sweat gedoppelt, falls sich das jemand fragt. Ich wollte gerne, dass das Muster nicht komplett innen untergeht, sondern auch von außen noch sichtbar ist.
So ist das also mit meiner neuen Jacke, die übrigens in einem total netten kreativen Team entstanden ist. Hat wirklich Spaß gemacht - und ich kann sie euch nur wärmstens ans Herz legen. Wer eine einfachere Variante möchte, näht sie einfach ungefüttert und ohne Taschen. Geht genauso. Ich jedenfalls habe mit diesem Teil einiges Neues ausprobiert - nähtechnisch und farblich - und bin wirklich froh darum. Neue Erfahrungen. Neue Türen. Neue Erkenntnisse. Und das alles wegen einer neuen Jacke.... :D Wenn ihr also irgendwo einen paisley-roten Blitz durch die Gegend hüpfen seht - das bin ich. Mit meiner neuen PowPowJuna.


Und jetzt gibt's noch die Infos zum Stoff und zum Schnitt:

Das Ebook könnt ihr entweder über Alles für Selbermacher erwerben *KLICK* oder über Etsy *KLICK*.

Der Paisley-Stoff ist von , den hab ich von den Waschbeckenpiraten.
Und der rote Biosweat ist von Stoffversand4you: *KLICK*

Außerdem wandert meine neue Lieblingsjacke mit einem ordentlichen "BÄÄÄÄÄMMMM" zu RUMS und zu OutNow. Ich habe fertig. :D

Hasenwilde Grüße
Johanna