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Mittwoch, 30. September 2015

Herzensprojekt: Mein Dirndl

Diese Bilder enthalte ich euch schon viel zu lange vor. Dieses Prachtstück hier hängt nämlich schon seit Anfang März in meinem Kleiderschrank und hatte auch bereits den ein oder anderen Einsatz... :)


Ich sag's gleich dazu: Die Bluse ist gekauft. Aber das Dirndl ist Handarbeit. Mühsame. Stundenlange. :D Ich habe einen Kurs dazu besucht, in dem eine Schneidermeisterin eine Gruppe von 10 Leuten 6 Samstagnachmittage lang angeleitet hat.


Der Schnitt wurde individuell für jeden erstellt und dann beim Nähen nochmal angepasst, das fand ich klasse - die Länge, Ausschnittform und den Verschluss konnte sich dabei jeder selber aussuchen. Das war wirklich ne tolle Sache - und ich habe jetzt einen passenden Dirndlschnitt im Schrank! (Falls ich mir die Arbeit JEMALS nochmal antue... ;) )


Baumwolle an Bekleidungsstücken war bisher nicht mein bester Freund, gebe ich zu. Im Gegensatz zu Jersey verzeiht ein Baumwolloberteil halt wirklich keine Ungenauigkeiten... Gerade deshalb fand ich es wirklich spannend, mich an so einen Dirndlschnitt heranzutrauen - und ich habe wirklich viel gelernt in dem Kurs.


Ich habe mir das Nähen autodidaktisch beigebracht, mich von Ebook zu Ebook getastet und mit jedem Versuch und jeder Anleitung ein bisschen was dazugelernt. Aber es gibt einfach so Grundsätze, Techniken und auch Werkzeuge, die mir bisher noch nicht untergekommen sind. Der Umgang mit dem Handmaß gehörte da dazu, oder auch einen Saum unsichtbar von Hand umnähen, den Schürzenstoff von Hand reihen oder das Nähen der Schürzenbänder...


Ich gebe zu, ich habe massenhaft geschimpft, aufgetrennt, neu genäht und wieder aufgetrennt. :D Außerdem weiß ich jetzt, dass man den Schürzenstoff mit dem Bügeleisen schmelzen kann, wenn man nicht aufpasst und dass es auch bei bestickten Stoffen eine Vorder- und eine Rückseite gibt. (Wenn man nämlich die Schürze auf der falschen Seite reiht, muss man hinterher aaaaalleeeees wieder auftrennen und nochmal von vorne anfangen.... ;) )


Den Zeitaufwand habe ich definitiv unterschätzt. Abgesehen von den 6 Samstagnachmittagen war da auch noch jede Woche Hausaufgabe zu erledigen - ganz schön arbeitsaufwendig, so ein Dirndl. Aber den Aufwand wert.... Denn das ist ein Teil, das meinen Kleiderschrank so schnell nicht wieder verlassen wird. Traditionelle Kleidung ist zum Glück nicht den Modeerscheinungen unterworfen, und so kann ich mein Dirndl sicher auch noch in 10 Jahren tragen. Puffer zum weiter- und engermachen habe ich mal vorsichtshalber mit eingeplant... :D


Und Anlässe für mein Dirndl gibt es hier im Jahr einige - hier bei uns auf dem Dorf kommt die "Tracht" noch zu verschiedenen Anlässen aus dem Kleiderschrank - zu kirchlichen Feiertagen, aber auch zum Bockbierfest, zum Volksfest oder auch zu Hochzeiten (je nachdem, wer da heiratet :D ). Das ist keine Pflicht und kein Muss, aber eigentlich kommen (wenn das Wetter es zulässt) zu solchen Anlässen nach wie vor bestimmt 3/4 der Leute in Dirndl oder Lederhose, Kinder eingeschlossen, und das sieht wirklich richtig schön aus so in der Gruppe...


Nachdem ein halblanges Dirndl in grün schon in meinem Schrank hängt, war es mal Zeit für eine lange Version - und dass ich die Farbkombi orange-braun gerne mag, habt ihr hier ja schon öfter gesehen....


Jedenfalls schiebe ich die Fotos seit Anfang des Jahres vor mir her. Erst habe ich auf den Frühling gewartet, weil ich gerne Draußen-Fotos haben wollte. Dann auf den Sommer, weil es noch so kalt war. Und bis dann meine Schwester, die die Fotos machen sollte und ich endlich einen gemeinsamen Fototermin gefunden haben, war es dann auch schon Herbst... Aber sie hat ihre Sache wirklich toll gemacht und auch ich hatte echt Spaß am Shooting! Und irgendwie passen die Bilder ja jetzt doch gut in den Herbst - zur Oktoberfestzeit...


Mein Dirndl schicke ich auf alle Fälle zu RUMS und bin gespannt, was ihr dazu sagt - habt ihr vielleicht auch schon eins genäht?

Hasenwilde Grüße
Johanna