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Freitag, 18. September 2020

Gestrickfluenced

Ihr Lieben,

da bin ich schon wieder! Heute Vormittag habe ich den Kleinsten in einem ganz besonderen Teil fotografiert - und weil mir die Bilder so gut gefallen, hab ich mir gedacht, ich zeig sie euch direkt!



Dieses Mal ist es nichts (oder zumindest nicht nur) Genähtes, sondern ein Strickstück. Meine erste Strickjacke. Eigentlich bin ich kein Stricker. Ich bin ja eher Modell Ungeduld, und Dinge, die so laaaaaange dauern, sind nicht so wirklich meins. Deswegen mag ich das Nähen so gern - wenn man dran bleibt, hat man am Ende des Abends ein Ergebnis. Und fertig.


Jetzt folge ich aber schon länger der lieben Melissa von Missichen und die hat ja quasi auf jedem Insta-Foto ihr Strickzeug in der Hand. Und was die strickt! Leute, ernsthaft! Wunderschönste Mädelsjacken und -pullis, mit Rüschen und Knöpfen und Krägelchen und was weiß ich. Und irgendwann wollte ich das auch. Also, die schönen Jacken. Geinfluenced, quasi. Gestrickfluenced. Und da blieb mir ja nichts anderes übrig, als auf die Nadeln umzusteigen.


Ich dachte mir nämlich, solange der Kleinste noch nicht so riesig ist, muss so eine Jacke doch zu schaffen sein. Und habe mich im Frühjahr nach einem passenden Schnittmuster umgeschaut. Nur rechte Maschen bitte, ich als ziemlicher Strick-Neuling kann neben den Zu- und Abnahmen, Knopflöchern und all so einem Zeug definitiv nicht auch noch auf ein Muster achten. :D Mit Kapuze, damit die Jacke nicht so nach Trachtenlook aussieht. (Das gefällt mir auch total gut, aber so eine will ich extra. Dann mit ein bisschen Erfahrung und einem tollen Muster.)


Ja, und dann habe ich losgelegt. Irgendwann im späten Frühling, damit der Bub die Jacke den Sommer über tragen kann. Das habe ich definitiv nicht geschafft - man glaubt es nicht, aber auch dieser kleine Fratz braucht schon Unmengen feiner Merinowolle und noch viel mehr Unmengen an Strickstunden. Abends auf dem Sofa, nachmittags in der Sonne vor dem Sandkasten, im Auto, im Urlaub, überall waren meine Nadeln mit dabei.


Also, überall nicht. Sonst wäre ich bestimmt eher fertig geworden. ;) Es gab schon auch Motivationslöcher. Trotzdem. Die Jacke ist fertig, der Bub sieht so süß darin aus und ich bin zugegebenermaßen ein bisschen dem Strickfieber verfallen. Weil es nämlich einen großen Vorteil gegenüber meiner Nähmaschine hat: Es ist easy zu transportieren und kann überall mit hin. Raus, weg, wohin auch immer. Nicht als Nähersatz - das wäre ja noch schöner - aber als Zusatz und Ausgleich. Für Zeiten, in denen ich nicht an die Nähmaschine will oder kann, die Hände aber trotzdem gern beschäftigt sein wollen.


Deswegen habe ich mir direkt das zweite Strickmuster rausgesucht - einen Raglanpulli. Mit Streifen. Ich steige mustertechnisch also auf. Sollte er jemals fertigwerden, zeige ich ihn euch bestimmt!
Unter der Jacke trägt der Bub eine Checkerhose von Klimperklein aus Jersey - von denen habe ich immer welche auf Lager, und weil sie ganz unspektakulär genäht sind, schaffen sie es nicht immer auf ein Foto. Diese hier mögen wir aber, trotz der hellen Farbe, besonders gern. Den Stoff gab's mal bei Alles-fuer-Selbermacher in einer unbunt-Serie.


Jedenfalls bin ich ziemlich stolz auf mein Erstlingswerk und die Jacke steht und passt dem Träger perfekt und hat noch gut Spielraum zum Wachsen. Falls jemanden das Schnittmuster interessiert, sagt mir einfach nochmal Bescheid, dann such ich das raus! Damit verabschiede ich mich direkt ins Wochenende und wünsche euch viel Sonne und stressfreie Tage!


Hasenwilde Grüße
Johanna

Mittwoch, 16. September 2020

Herbst-Update

Ihr Lieben,

das Sommerloch ist überwunden, weiter geht es hier mit neuer Motivation. Ich weiß schon, das sage ich dauernd, und dann dauert es wieder 6 Wochen, bis ihr was von mir lest. Aber was soll ich sagen? Das Bloggen braucht einfach seine Zeit, und manchmal stecke ich die lieber in die Nähmaschine. Oder sonstige Dinge. Was zu einem gewissen Rückstau an hübschen Fotos (und leider auch einem Rückstau an unfotografierten Mama-Kleidern) geführt hat. Machen wir uns mal dran, ne?



Also. Der Schulalltag ist zurück. Zumindest einigermaßen. Das hat Vor- und Nachteile. 

Dickster aller dicken Nachteile: Das frühe Aufstehen. Nicht mal der Kleinste in der Familie schlägt zur Ferienzeit seine Äuglein vor halb neun auf. Klar, dafür stehen die Kids auch einfach etwas länger abends auf der Matte - aber damit kann ich gut leben. Solange sie sich unauffällig verhalten. Das wissen sie. :D :D Jedenfalls haben mein Biorhythmus und der morgendliche Wecker irgendwie keinen direkten Draht zueinander, und auch die Ladies muss man mehrmals wecken und irgendwann mit schlimmsten Konsequenzen bedrohen, bevor sie sich aus ihrer Schlafstatt erheben. :D :D Ich weiß auch nicht, woher sie das haben. 😇


Ich habe euch, glaube ich, schon ein paar Mal erzählt, dass ich niemand bin, der das Ferienende herbeisehnt. Ich komme gut mit mir selbst klar, und auch meine Mädels kommen da nach mir - die beschäftigen sich recht harmonisch miteinander oder eben einfach mit einem Buch, einem Hörbuch, mit Bastelmaterial oder was ihnen sonst noch so einfällt. Von uns aus könnten die Ferien immer doppelt so lang dauern. Ich könnte auch nicht sagen, dass es da keinen Lernzuwachs gibt. Die beiden haben haufenweise Bücher gelesen, Geschichten erfunden, die Große hat der Mittleren die Schreibschrift gezeigt und mit ihr in mühevoller Kleinstarbeit ein Schreibschriftplakat gestaltet und sie haben - wie schon ihr ganzes Leben lang - mir Löcher in den Bauch gefragt. Über dies und das, Sternbilder, Wiesentiere, Politisches, über Corona und allgemein Infektionskrankheiten, über Soziales und was sie eben sonst so beschäftigt hat. Und ich bin Rede und Antwort gestanden, soweit ich helfen konnte, und habe mit ihnen das Internetz befragt, wenn dem nicht so war.


Wir haben also den Schulstart nicht herbeigewartet, aber jetzt, wo er da ist, ist es auch nicht schlecht. Das frühe Aufstehen garantiert definitiv einen produktiveren Vormittag, der Kleine hat exklusive Mamazeit, das Chaos, das ich vormittags beseitige, wächst nicht parallel dazu in unermessliche Höhen und die Kinder fallen abends wirklich müde in die Federn. Trotzdem haben wir die Wochen schon gezählt, bis die Herbstferien kommen... ;)


Der Beinbruch der Großen ist inzwischen wieder gut verwachsen, alle Schrauben sind entfernt (bis auf eine kleine Beilagscheibe, die leider nicht mehr vom Knochen zu trennen war und deshalb als ewiges Andenken darin verblieben ist) und das Kind läuft wieder krückenfrei. Sie humpelt immer noch ein bisschen, weil sie sich die Schonhaltung wirklich sehr konsequent angewöhnt hat, aber ansonsten sitzt alles bombenfest. Ab morgen geht's zur Krankengymnastik um die Gelenkkapsel, die durch die Narben etwas starrer geworden ist, wieder gut elastisch zu kriegen. Und dann traut sich die Maus hoffentlich auch bald wieder auf's Fahrrad. Die Familienradtouren gehen mir nämlich inzwischen richtig ab.


Mit großen Schritten geht es auch endlich auf die Kommunionsfeier zu, die im April ja nicht stattfinden konnte. Die Planungen laufen auf Hochtouren und das Kind hat ein arbeitsreiches Wochenende mit Beichtaktion, Kirchenführung und diversen Gottesdiensten vor sich. Und wenn das Kind ein arbeitsreiches Wochenende hat, betrifft das die Mama meistens parallel mit. Ärgerlich, das. Aber wir freuen uns auf die Kommunion und ich drücke wirklich die Daumen, dass dieses Mal alles klappt. Ich muss euch hinterher unbedingt erzählen, was sie bekommen hat. Sie wird ausflippen, da bin ich sicher. :D :D


Jetzt muss ich euch direkt noch was zu den süßen Fotos und dem geliebten Outfit vom Bub erzählen. Der Body ist nämlich aus einem von mir sehr neuerdings entdeckten Stoff - Wolle-Seide. Unglaublich, das Zeug. Fühlt sich an wie ein Schmetterlingsflügel auf der Haut und reinigt sich quasi von selber. Größere Flecken bürste ich aus oder gehe mal mit ein bisschen Wasser drüber, ansonsten muss das Teil einfach nur gut durchlüften und es ist (und riecht) wie neu. Beim Vernähen muss man ein bisschen vorsichtig sein, dass man keine Löcher zieht, das werden nämlich Laufmaschen (für euch ausprobiert und geflickt... ;)) Und der Preis ist nicht ohne. Die Qualität aber auch nicht. :D Die nächsten beiden liegen jedenfalls schon unter der Nähmaschine. Als Schnittmuster habe ich den Body mit amerikanischem Ausschnitt aus dem Klimperklein-Buch genutzt und den wundervollen Regenbogenstoff habe ich bei Danisch pur bestellt.


Obendrüber gab's eine Liekedeler Latzhose von Rabaukowitsch. Hab ich vorher noch nie genäht. Dauert seine Zeit, ist aber jede Minute wert. Als Stoff hab ich ein aussortiertes Cordhemd von meinem Papa genutzt. Das ist butterweich, nicht zu warm, aber schön robust. Die Knie- und Poverstärkung sind aus einer alten Outdoorhose geschnitten und halten das Kind auch bei Schmuddelwetter schön trocken. Die Hose ist schon eine Weile fertig und ich liebe die. Dauernd am Kind. Wenn das Wetter dafür passt, zumindest. Die Mütze obendrüber ist eine Malia von Pom und Pino aus denselben Stoffen. Und wir haben sie verloren, erst letzte Woche. Ich bin echt traurig, die war so toll. Ich hoffe immer noch, dass sie an irgendeinem Eck unvermutet auftaucht.


So, das war für's Erste mal wieder - eine schnelle Zusammenfassung und ein paar wirklich stimmungsvolle Bilder - ich gebe mir Mühe, die Lücke bis zum nächsten Blog nicht ganz so üppig ausfallen zu lassen!

Hasenwilde Grüße
Johanna

Montag, 1. Juli 2019

Schritt halten

Heute will ich euch gar nicht so sehr über etwas Genähtes erzählen, sondern eher über etwas, was ich nicht genäht habe. Heute hab ich ihn nämlich bekommen, den Wink mit dem Zaunpfahl. Und das mittlere Tochterkind hat ziemlich kräftig gewunken, muss ich sagen. 
"Du, Mama? Kann ich eigentlich meine Schultüte noch mit in den Kindergarten nehmen? Zum Herzeigen?".
"Oh. Äh. Sicher, Kind. Auf alle Fälle. Also, nur nicht gleich morgen oder so. Eher.... später." 


Ihr könnt es euch sicher denken - das Dingens ist natürlich nicht fertig. Immerhin habe ich mich schon ein bisschen gekümmert, und der Rohling mitsamt Nähvorlage lagert schon im Keller. Aber die Tochter hat bezüglich des Motivs, das ich applizieren soll, genaueste Vorstellungen. Und, naja, weiter bin ich dann eigentlich auch noch nicht. :D

Überhaupt. Wieso wachsen die denn bitte so schnell? Warum will die denn jetzt auch schon in die Schule gehen? Immerhin war die bis vor einem knappen halben Jahr mein Baby. Meine Kleine. 


Ich meine, nicht dass die Maus nicht reif dafür wäre. Im Gegenteil, das Kind ist der personifizierte Ehrgeiz und frisst jede Art von Lernmaterial. Mit nichts kann man sie glücklicher machen, als mit Aufgabenheften, die sie in einem unglaublichen Tempo inhaliert und fertig wieder ausspuckt. Da kann man manchmal nur Augen machen. Nee, die ist schon schulreif. Das Problem liegt eher bei mir. ich bin nicht schon wieder schulreif. 


Als wäre es nicht genug, dass das Baby wächst wie ein Pfifferling und ständig seine Fähigkeiten optimiert. Jetzt wachsen die anderen beiden auch noch. Und mit jedem Schritt, den sie machen, lösen sie sich ein bisschen, werden selbstständiger und selbstbewusster und meistern Schritt um Schritt auf ihrem Weg. Wie um alles in der Welt soll denn da mein Mamaherz Schritt halten???


Das mag auch mit ein Grund sein, warum die Schultüte noch nicht fertig ist. Aber da das Kind sehr wohl bereit ist für den nächsten Schritt, werde ich mich dann mal zusammenreißen und ihr endlich ihre Wunschtüte nähen, damit sie die noch stolz im Kindergarten zeigen kann. Was muss, das muss, nicht wahr? Und schließlich mache ich das weder zum ersten, noch zum letzten Mal. Also dann!


Auf den Bildern seht ihr den Babyboy in einem meiner Lieblingsoutfits. Eine Strampelhose aus oliv-gestreiftem dehnbaren Jeansstoff, darunter ein Shirt mit raffiniertem Ausschnitt von Klimperklein. Der Bub sieht zu süß darin aus und hat das Set schon einige Male angehabt! Für die aktuellen Temperaturen ist es leider nicht so optimal geeignet - ich hoffe sehr, dass ich genug Wachspuffer eingebaut habe, dass er die Kombi noch ein paar Mal tragen kann!

Hasenwilde Grüße
Johanna

Montag, 3. Juni 2019

Entwicklungsschritte und letzte Male

Jetzt weiß ich wieder, wie das mit den Fotos ging. Man platziere das zu fotografierende Objekt einfach mitten in einem Haufen Blumen. Wie konnte ich das nur vergessen? :D :D Endlich bin ich jedenfalls wieder happy mit meinen Bildern und werde euch deswegen heute gleich eine ganze Flut davon zeigen.


 Dieses Outfit war zu groß, als ich es genäht habe. Wenn man bedenkt, dass das erst ein paar wenige Wochen her ist, ist das eigentlich schon erschreckend. Der Babybub wächst so furchtbar schnell! Ich komme da gar nicht mit dem Gucken hinterher!!


Ich weiß noch, wie das bei meiner ältesten Tochter war. Als die so klein war, hatte ich da so ein Buch. "Babys Entwicklung" oder sowas. Ihr wisst schon, so ein fetter Wälzer, in dem die Entwicklungsschritte dokumentiert sind. Und in dem genau steht, wann ein Baby was lernen muss. Wann es lacht. Wann es greift. Wann es sich dreht. Und ich habe wöchentlich nachgelesen, welcher unglaubliche Meilenstein uns als nächstes bevorsteht. Und darauf habe ich dann gelauert. Selbstverständlich bin ich in Freudenschreie ausgebrochen, wenn sie den nächsten Entwicklungsschritt getan hatte. Und dann habe ich flott nachgelesen, was als nächstes kommt. :D


Dann kam Kind Nummer zwei. Die Mitteltochter. Bei der war ich schon wesentlich entspannter, was die Entwicklungsschritte anging. Schließlich war Fräulein Erstgeboren bei Tochter Zwei's Geburt erst knapp zwei Jahre alt und ich hatte alle Hände voll zu tun. Manchmal hätte ich auch durchaus noch ein Paar mehr gebrauchen können. :D :D Die Maus lernte in Windeseile von ihrer großen Schwester, das Entwicklungsbuch verstaubte im Regal und wir machten immer wieder große Augen, wenn das Kind plötzlich wieder eine neue Technik beherrschte und verfeinerte, mit der wir noch gar nicht gerechnet hatten.


Und jetzt gibt es den Babybub. Den zuckersüßen. Der voraussichtlich der letzte seiner Art sein wird. Das letzte Baby im Haus Hasenwild. Und wie ist das jetzt? Dieses Entwicklungsbuchdingens, ich habe keine Ahnung, ob es das noch gibt. Oder ob ich es irgendwann aussortiert und verschenkt habe. Ich weiß ja jetzt schon, dass sich Babys entwickeln. Und dass es gar nicht wichtig ist, wann sie was lernen. Beim Babybub genieße ich jetzt in vollen Zügen - gerade, weil es mit den beiden großen Schwestern wesentlich entspannter zugeht, als das der Fall war, als das Mittelkind geboren wurde.


Ich genieße jeden Moment in dem vollen Wissen, dass es vielleicht das letzte Mal sein könnte. Das letzte Mal, dass der Babykopf in meinem Arm so verführerisch nach Baby riecht. Das letzte Mal, dass er an meiner Brust schmatzt und mich nebenher mit seinen kleinen Fingerchen streichelt. Das letzte Mal, dass er die Beine wie ein kleiner Frosch anzieht, wenn ich ihn hochhebe. Das letzte Mal, dass er während des Trinkens drei Mal anhalten muss, um zu gucken, ob ich auch noch da bin. Das letzte Mal, dass er auf dem Bauch nach mir ruft, damit ich ihn umdrehe. Dass er sich in fröhlichen Gurrtönen mit mir unterhält. Dass er, wenn er müde ist, seinen Kopf in meine Armbeuge drückt und sich mit beiden Händen an meinem Oberteil festhält, bevor er einschläft. Wie sich diese klitzekleinen Babyfüße anfühlen. Wisst ihr, man weiß nämlich nie, welches Mal das letzte Mal ist, bis es das letzte Mal war. Deshalb macht es ziemlich viel Sinn, solche Dinge ganz fest zu genießen und festzuhalten, solang man sie bekommt.


Versteht mich nicht falsch, es macht auch keinen Sinn, ständig dem nachzutrauern, was man nicht mehr hat. Dann ist man ja dauernd unglücklich. Aber wenn man die entscheidenden Momente in vollem Bewusstsein genossen hat, solange sie da waren, kann man getrost später mit ganz viel Liebe und Dankbarkeit im Herzen daran zurückdenken. Ohne das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Und dann widmet man sich ganz bewusst den Dingen, die man gerade bekommt - und die vielleicht heute das letzte Mal stattfinden. Und genießt. <3


Auf den Bildern seht ihr die dritte Ssp von Rosarosa, die ich genäht habe. Mit stylischem Streifen an der Seite. Kombiniert mit einem fröhlich-türkisen Shirt nach dem Schnittmuster Mini-Miez und einer Beanie mit Öhrchen, ebenfalls beide von Rosarosa. Die fetzige Chamäleon-Weste habe ich nach einem Jackenschnitt aus einem der klimperklein-Bücher abgewandelt. Den Chamäleon-Stoff und den passenden zimtfarbenen Sweat hab ich bei Tina von Steinblau gekauft, die Big Dots in türkis sind von Namijda. Und fertig ist die Sommer-Kombi - und wird gerade rauf und runter getragen. <3


Und mit diesem Set und den Bildern - mit denen ich dieses Mal auch wirklich glücklich bin - husche ich schnell wieder rüber ins Wohnzimmer und knuddle mein Baby noch ein bisschen. Ich muss dringend nochmal an ihm riechen - wer weiß, wie lange sich der Babyduft noch hält.... <3

Hasenwilde Grüße
Johanna

Dienstag, 23. April 2019

Eingerostet

Ich bin eingerostet. Neee, nicht die Näherei. Das mache ich inzwischen lang genug und auch sehr kontinuierlich. Aber die Fotos! Ich bin fotografisch total eingerostet! Es ist ein Trauerspiel!


Erstens scheitert es so ein bisschen am neuen Fotomotiv, habe ich festgestellt. Meine beiden Mädels sind ja inzwischen total fotoerprobt (auch wenn sie jetzt eine längere Pause hatten), die wissen ganz automatisch, was ich von ihnen will. Und das ist zum Beispiel, dass sie für Blogfotos nicht direkt in die Kamera gucken. Ich will hier keine erkennbaren Gesichter zeigen. Das haben die total drauf.


Jetzt kommt da aber dieses Minibaby, das mich automatisch anstrahlt, wenn es mich sieht. Was definitiv das Süßeste von der Welt ist. Aber bring einen drei Monate alten Buben mal dazu, den Kopf zur Seite zu drehen, wenn doch die Mama mit diesem Kameradings direkt vor seinem Gesicht hängt. :D :D Genau. Ein Ding der Unmöglichkeit.


Und dann kann der ja noch nicht viele Positionen. Eigentlich nur zwei. Platt auf dem Rücken und platt auf dem Bauch. Zweiteres aber bitte nur kurz und nur mit ständiger Unterhaltung von vorn in Augenhöhe… ;) Versteht mich nicht falsch, ich will gar nicht mehr von dem. Im Gegenteil. Als drittes Baby hat er das Vorrecht, alles ganz spät zu tun. Beim ersten wartet man ja immer noch sehnsüchtig auf jeden neuen Entwicklungsschritt. Beim Mini stöhne ich schon fast auf, wenn er SCHON WIEDER was Neues kann, nach seinem Spielzeug greift oder lustige Laute von sich gibt. Und dann sage ich ihm, dass er bitte noch ganz lange klein zu bleiben hat und das alles noch gar nicht können muss. Interessiert ihn aber nicht.


Einzig und allein beim Fotografieren, da ist die Liegerei irgendwie langweilig. Man kann auch nicht wirklich einen unscharfen Hintergrund zaubern, wenn der Vordergrund direkt auf dem Hintergrund draufliegt, wenn ihr wisst, was ich meine. Ich teste also meine Fähigkeiten, stilvolle Flatlays zu legen. (Auch mit Kind sind das irgendwie Flatlays. Liegt alles flach, ne? :D). Und stelle fest, das muss man auch üben. Und nicht jeder Hintergrund sieht gut aus.


Und zweitens habe ich den Umgang mit meinem geliebten Photoshop total vergessen. Wie war das denn nochmal? Wie um aller Welt gleiche ich Fotos aneinander an die aus irgendwelchen mir verborgenen Gründen vollkommen unterschiedliche Farbstellungen beim gleichen Motiv haben?? Sieht ja doof aus.


Naja, ich fuddel mich da schon wieder rein. Aber es dauert immer ein bisschen, bis da vorzeigbare Ergebnisse rauskommen. Habt also ein bisschen Geduld mit mir.
Diese Bilder hier sind ein Doppelset, das zur Geburt meiner neuen kleinen Nichte entstanden ist. Einmal Strampelhose und Shirt mit Elefanten drauf für die kleine Maus in Größe 56 und einmal für meinen vergleichsweise großen Lausbub in Größe 68. Partnerlook de luxe. Zu süß ist das! Allerdings passt die Maus noch nicht rein. Wird aber auch wachsen, das kann ich schon mal ganz klar vorhersagen. Ich seh das täglich.


Hier für euch nochmal die Infos zu den Einzelteilen (alles selbst gekauft :D):
Der Elefantenstoff ist vom Stoffonkel, genauso wie die passenden Stripes und Dots von der Jacke.
Den grauen Lammfleece hab ich glaub von Namijda.
Der gestreifte Sweat ist vom Lillestofffestival von vor langer Zeit. :D
Genutzt habe ich lauter Klimperkleinschnitte aus den Büchern - den Strampler mit Fuß, einmal tatsächlich mit und einmal stattdessen mit Bündchen. Das schmale Shirt mit dem einseitigen amerikanischen Ausschnitt. Und die Fleecejacke. Das Zwergenmützchen ist selbstgestrickt nach einem Pixiemützenschnittmuster. :D


Ich setze mich also dann mal wieder an die vielen anderen Fotos (insgesamt 8 Sachen/Outfits hab ich fotografiert - da kommt also einiges auf euch zu!!!), begebe mich wieder in den ich-wettere-mit-Photoshop-Modus und sehe zu, dass ich noch ein bisschen was schaffe, bevor der Sohnemann aufwacht.

Hasenwilde Grüße
Johanna

Mittwoch, 10. August 2016

klitzeklein

Heute nur ein klitzekleiner Blick auf etwas klitzekleines Verschenktes. Auf den Besitzer-to-be wird noch gewartet, aber das Geschenk hat seinen Weg schon ins richtige Haus gefunden. <3

Genäht habe ich die Babyhose, Babyshirt mit Knöpfen an der Schulter und Babymütze aus dem Klimperklein-Buch. Den süßen Häuschen-Jersey mit dem Namen "Sleeping Village" nach dem Design von mimirella durfte ich für Alles-für-Selbermacher vernähen.






Den süßen Häuschen-Stoff könnt ihr hier ergattern:

Jersey - Sleeping Village - Mimirella - Weiß

Hasenwilde Grüße
Johanna

Montag, 16. Mai 2016

Nur eine Phase

Ich hänge schon wieder hinterher. Bevor ich hier mit den Bildern anfange, muss ich gleich schon mal beichten: Den Cactuslove-Stoff von Alles-für-Selbermacher in weiß, wie ich ihn hier verwendet habe, gibt's leider schon nicht mehr. Dafür aber das Pendant in Pfirsich, welches mir auch sehr gut gefällt!!


Und stellt euch schon mal auf eine Bilderflut ein. <3


Ja, die kleine Hasentochter. Mit ihren drei Jahren ein komplett anderer Charakter als ihre große Schwester. Mit genauen Vorstellungen und unglaublich viel Energie. Ein absolut soziales Wesen mit ganz viel Empathie, eine Kuschelmaus, unglaublich schnell von Begriff und oft schon so wahnsinnig verständig. Aber auch mit einem Dickschädel gesegnet. Und im Moment total auf Kollisionskurs. Ständig. Der kleine Kopf bumst quasi ununterbrochen gegen irgendeine Wand. Und will DURCH. Aber mit was für einem Willen. Manchmal kann ich wirklich nur staunen.


Jaja, ich weiß schon. Alles nur eine Phase und so, und sie brauchen das zur Persönlichkeitsentwicklung undsoweiterundsofort. Ist ja schön und gut. Macht es aber nicht weniger anstrengend im Moment.


Kennt ihr das, wenn das Kind aus reiner Konfliktlust der großen Schwester exakt das Teil vor der Nase wegschnappt, nach dem diese gerade greift? Ja? Woraufhin diese ein großes Theater macht und die beiden sich streiten. Und ratet mal, wer hinterher in einer Woge aus Empörung und Beleidigtsein ganze Legokisten ausleert und mit Schuhen schmeißt? Brauche ich nicht extra schreiben, oder?


Da heißt es dann ruhig bleiben. Und akzeptieren, dass ihr ihr Kopf manchmal Dinge vorgibt, die ihr Herz eigentlich gar nicht will. Dass sie oft gern ausbrechen würde aus ihrer Sturheit, aber noch keinen Weg gefunden hat. Weil sie trotz allem einfach noch ein bisschen klein ist. Und gerade im Moment der größten Wut innen drin am allereinsamsten ist.


Wenn ihr auch schon so eine Trotzphase hinter euch habt, wisst ihr sicher auch, wie dankbar die Mäuse sind, wenn sie endlich wieder herausgefunden haben aus der Frustration, ihren Willen nicht bekommen zu haben. Irgendwann siehst du, wie die Wut, die Sturheit sich langsam verzieht. Dann rollen oft die ersten Tränen. Und dann ist der richtige Moment, um das Kind fest in den Arm zu nehmen. Wenn sich dann die kleinen Arme um meinen Hals klammern und sie in meine Schulter schnieft, ist auch alles wieder gut. Auch wenn ungeachtet dessen in den nächsten 10 Minuten der nächste Vulkanausbruch kommen kann.


Und wisst ihr was? Irgendwie ist die Sache mit dem eigenen Willen ja auch wichtig. Ich möchte ja gerne ein Kind, das sich später traut, aufzustehen und zu sagen, was es möchte. Höflich und respektvoll, aber mit Rückgrat. Und um später mal ausloten zu können, zu welcher Meinung man eigentlich steht - muss man wohl vorher mal durch eine Trotzphase durch.


Ehrlich gesagt, wenn ihr mich jetzt fragt, ob die Große auch so eine Trotzphase hatte, muss ich wirklich scharf nachdenken. Ich glaube ja. Aber die Erinnerung daran ist verschwommen, und im Nachhinein kommt es mir so vor, als hätte es nur ein paar Tage gedauert, bis mein verständiges und kompromissfähiges Kind wieder aufgetaucht ist und alles vergessen war. Wahrscheinlich werde ich mich in ein paar Jahren, wenn ich diesen Blogbeitrag lese, kaum mehr erinnern können, wie anstrengend das zu dem Zeitpunkt war. Wie viel meiner Energie ausschließlich in die Trotzanfälle meiner Tochter geflossen ist. Weil es im Nachhinein doch nur das war - eine Phase.


Zum Glück liebt sie jedenfalls nach wie vor die genähten Sachen von Mama, und dieses Set hier ist eines unserer liebsten. Ich habe den Cactuslove-Stoff zu einer Issy in Kleidform von Feefee verarbeitet und mit dunkelgrau meliertem Jersey kombiniert. Ein Bündchen aus einem ausgemusterten T-Shirt in dunklem Apricot gibt noch den richtigen Farbtouch dazu. Die Beanie ist aus dem Klimperklein-Buch, die Leggings nach dem Schnitt Bein-Pünktchen von Leni Pepunkt.


Obendrüber gab's dann noch einen passenden "Frido". Die Wickeljacke von Annas Country ab Größe 44 gibt es schon länger, aber die Größenerweiterung bis Größe 122 ist neu. Ich freu mich jedenfals, dass jetzt auch die Hasenkinder von dem witzigen Schnitt profitieren können! Ich habe den Rest des dicken grau melierten Stricks genutzt, den ich für "meine Nayla" hergenommen hatte (könnt ihr *HIER* nochmal anschauen) und nur ein paar Akzente im CactusLove-Design auf die sonst schlichte Jacke gesetzt. Mit den drei Bindebändern lässt sie sich passend schließen und sieht nicht nur über der Issy klasse aus, finde ich!


Den Schnitt Frido könnt ihr euch hier genauer anschauen:

http://de.dawanda.com/product/99908023-e-bookanleitung-wickeljacke-frido-44-122

Und Cactuslove in Pfirsich gibt es hier:

http://www.alles-fuer-selbermacher.de/Jersey---GOTS---Cactus-Love---Pfirsich?page=1

Habt ihr auch gerade ein Kind in der Trotzphase? Oder seid ihr schon durch?

Hasenwilde Grüße
Johanna