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Dienstag, 29. Oktober 2019

gefährlich

Diese Woche sind hier in Bayern. Wir freuen uns allesamt. Der Göttergatte hat die ganze Woche frei, die Mädels genießen die erste Pause von Hausaufgaben, morgendlichem Aufstehen und Kopfarbeit und ich freue ich über eine ruhige, fast terminfreie Woche.


Eigentlich wollten wir weg fahren. Nochmal ein bisschen Urlaub machen. Aber nachdem wir das ganze letzte Wochenende auf einer Familienfahrt waren, hat der Familienrat einstimmig beschlossen, dass uns ein bisschen ruhige Zeit zu Hause auch gut tut.


Es läutet also morgens kein Wecker. Nur das Mittelkind, das mit der Zeitumstellung seit jeher auf Kriegsfuß steht, steht täglich morgens um halb sechs vor meinem Bett und macht ihren Auftritt. Nicht, dass sie sich nicht allein beschäftigen könnte. Aber die Welt (respektive der Göttergatte und ich, wahlweise auch der kleine Bruder gleich mit) soll immerhin wissen, dass sie jetzt aufgestanden ist. Was willste machen. Gut, dass das Baby das Langschläfergen geerbt hat, und so sinken wir nach der Vermeldung wieder in tiefen Schlaf und sind vor acht Uhr nicht aktiv.


Tagsüber genießen wir die letzten bunten Herbsttage mit ihren vielen Farben, den raschelnden Blättern und dem erntereifen Gemüse, das nach und nach unseren Biokeller füllt. Ich muss schon gucken, dass der Babybub und ich überhaupt unseren nachmittäglichen Spaziergang unterkriegen, weil es jetzt so früh dunkel wird. Die Route ist meistens ähnlich, wir gucken nach Spätzle, dem geretteten Reh, das bei einem Bauern untergekommen ist, nach den Kühen, den Hühnern, den Schafen und nach Hund und Katze in verschiedenen Höfen und Häusern. Der Babybub liebt diese Spaziergänge und sitzt zu gerne stundenlang mit großen, staunenden Augen kuschelig eingepackt in seinem Kinderwagen.


Abgesehen von der Zeitumstellung mag ich auch die dunklen Herbstabende gern. Der Kachelofen wird befeuert, es knistert und funkelt, sämtliche Decken sind auf dem Sofa ausgebreitet und sorgen für den Kuschelfaktor und auch mein Mann muss notgedrungen bei Dunkelheitsanbruch seinen geliebten Garten ruhen lassen. Wir haben genug Zeit, um gemütlich Abendzuessen, und danach ist immer noch Platz für ein Spiel, eine Geschichte, oder einen Film.


Ein Film. Man glaubt es nicht, aber wir gucken schön langsam so richtige Filme. Also, längere als 25 Minuten. Am Samstag habe ich den Damen "Madagascar" präsentiert. Und es hat ihnen richtig gut gefallen! Lange haben wir nur Bibi Blocksberg, Mondbär, Petterson und Findus, Löwenzahn und ähnliche Formate geguckt. In vielfacher Wiederholung. Dass die Mädels viel Fantasie haben, ist eine tolle Sache, gerade beim gemeinsamen Spielen. Der Nachteil ist, dass sie bei spannenden Filmen so mitgelitten haben, dass sie hinterher nächtelang nicht schlafen konnten. Besonders die Große war und ist in der Beziehung total empfindlich.


"Gefährlich" heißen diese Filme bei uns. "Gefährlich" kann auch einfach sehr spannend sein. Und viele, viele Male haben wir einen Film abgebrochen, weil er zu "gefährlich" war. Weil die Mädels mit Tränen in den Augen und kalkweißen Gesichtern in der Sofaecke saßen. Und haben uns lieber wieder auf Pippi Langstrumpf beschränkt. Ganz ehrlich, wenn ihr mal wieder eine Folge Pippi Langstrumpf anschaut, fällt euch erst auf, wie schnell und wild und laut die Bildfolge in so manchem Film heutzutage ist.


Jedenfalls sind die Mädels jetzt 6 und 8, und langsam wollen sie upgraden. Ganz vorsichtig noch. Aufgeteilt auf zweimal Gucken. Und nur Filme, die ich kenne. Und mit der Option, dass wir sofort ausschalten, wenn es gefährlich wird. Oder die Szene überspringen. Und überhaupt. Nur, wenn es gut ausgeht. Madagascar war jedenfalls ein Winner. Genauso wie die alte Mary-Poppins-Version und Karlsson vom Dach. Aristocats war auch gut. Trolls war zu gefährlich. Wohingegen Drei Nüsse für Aschenbrödel vollkommen wunderbar ist. Da hör ich die Weihnachtszeit schon läuten. :D :D


Wir tasten uns also langsam vor in die Welt der Spielfilme. Der ungefährlichen, versteht sich. Und ich freue mich auf viele herbstliche Abende. Manche vor dem Fernseher. Manche vor einem Spiel. Oder einem Buch. Oder mit einer Horde Schleichpferde am Boden. Auf alle Fälle immer mit Kachelofen und Familie. <3


Der Babybub guckt noch keine Filme. Aber auch er liebt die Herbststimmung. Die gemeinsamen Abende. Und seine Herbstspaziergänge. Das raschelnde Laub hat es ihm besonders angetan. Manchmal, wenn es nicht zu kalt ist, darf er durchwuseln. Mit seiner neuen kuscheligen Jacke ist das kein Problem - da bleibt er schön warm eingepackt! Genäht habe ich eine gefütterte Jumi von rosarosa mit Reißverschluss. Den wundervollen Grobstrick in marine und den senfgelben Jersey, mit dem ich die Jacke gefüttert habe, hat mir die liebe Sabrina von "einfach spitze" zur Verfügung gestellt, genauso wie die Kordel und das tolle Lederlabel. Auf der Rückseite habe ich die "Freche Möwe" von Lange Hand freihand appliziert. Die Hose ist eine Biesenhose von FrleinFaden. Ein echt toller Schnitt, hier mit Biesen aus dunkelblauem Bündchenstoff in Kombination mit dem coolen used-Look-Jeansjersey von Namijda - und da ist auch die NICE-Kordel her. Die Kombi ist genial und der Babybub sieht zuckersüß in seinem neuen Herbstoutfit aus!


So, und jetzt werde ich mal für den heutigen Familienabend herrichten - die Mädels wollen gern Kürbislaternen schnitzen!

Hasenwilde Grüße
Johanna

PS: Da war ein bisschen Werbung drin! :D

Samstag, 14. September 2019

ganz von vorn

Ihr Lieben,

ich hatte euch ja noch Bilder vom kompletten Babybub-Outfit versprochen. Dann mal los. :)

8 Monate ist er jetzt alt, der kleine Mann. 8 Monate!!! Kann man sich das vorstellen? Wo ist denn dieses Jahr so schnell hin??




Immer wieder höre ich: "Ihr wart doch schon so weit mit euren großen Mädels. Ihr hattet schon wieder so viele Freiheiten. Wie konntet ihr da nochmal von vorn anfangen??". Grundsätzlich stimmt das. Die beiden Großen sind einfach schon... ziemlich groß. Selbstständig. Klar brauchen die zwei mit 6 und 8 Jahren auch noch Zeit und Zuwendung und Betreuung, aber nicht mehr in dem Maße wie ein Baby. Wir konnten vor dem Babybub zu zweit abends fortgehen, ich konnte die zwei einfach schnell allein zu Hause lassen und einkaufen gehen oder ein bisschen Sport machen. Das abendliche Bettgehritual war easy und schnell und die Nächte - oh ja, die waren ganz und gar durchschlafen. (An dieser Stelle gähne ich heimlich. :D)


Und trotzdem. Oder gerade deswegen genieße ich unseren Babybub so unglaublich. Der ist nämlich ein absolutes Wunschkind. Ein ziemlich lang gewünschtes Wunschkind sogar. Und wir waren vom Gefühl her einfach unvollständig. Noch nicht fertig als Familie. Klar, wenn er sich nicht mehr eingestellt hätte, der Babybub, dann wären wir trotzdem zufrieden gewesen, mit unseren zwei tollen Mädels. Aber die Tatsache, dass ihn uns Mutter Natur doch noch geschenkt hat, hat uns mehr als glücklich gemacht.


Und ich habe heute, mit zwei ziemlich großen Kindern und einem Baby, einen ganz großen Vorteil: Ich kann ein bisschen in die Zukunft sehen. Bei der großen Räubertochter schien jede Phase eine Unendlichkeit zu dauern. Es fühlte sich manchmal so an, als würde sie ihr und mein Leben lang nicht durchschlafen. Oder Zähne kriegen. Heute weiß ich das besser. Beim dritten Kind kann ich ganz klar sagen: Es geht vorbei. Jede Phase ist zeitlich begrenzt. Und jede hat ihre schönen und ihre schwierigen Seiten. Es geht darum, sich auf die schönen Dinge zu konzentrieren und sie in vollen Zügen zu genießen und die schwierigen möglichst stressfrei zu überstehen. Denn schon morgen kann der Babybub den nächsten Entwicklungsschritt tun. Und dann sind mitsamt den Dingen, die manchmal anstrengend sind, auch Dinge weg, die ich so sehr liebe. Ich kann also die im Moment zweistündig unterbrochenen Nächte recht relaxt hinnehmen in dem Wissen, dass das vorbeigeht. Dafür schließe ich bei jeder Stillrunde die Augen, genieße die kleinen Hände auf meiner nackten Haut und das zufriedene Babyschmatzen, ich streichle über den kleinen, weichen Babykopf mit dem süßen blonden Flaum und atme den Babyduft ein. Gefühlt sind in der Nacht, im Dunkeln, nur er und ich auf der Welt. Wenn der Bub nämlich wieder besser schläft, werden die nächtlichen Stillmahlzeiten ganz schnell weniger. Dann freue ich mich eben über mehr Schlaf. Nein, ich kann nicht behaupten, dass ich in irgendeiner Weise bereue, nochmal "ganz von vorn" angefangen zu haben. Im Gegenteil.


Zu dem süßen Anzug, den ich euch letzte Woche gezeigt habe, gab es auch noch eine kuschelige Strickjacke. Die hat der kleine Mann im Moment ganz viel an - für den sich anbahnenden Herbst ist das nämlich genau das Richtige. Ich habe eine Jumi von Rosarosa aus dem tollen Grobstrick in Jeans meliert von Namijda genäht - da ist auch der XXL-Aufnäher her. Ich bin total begeistert von dem Stoff, der hat sich super vernähen lassen und ist ganz weich, gar nicht kratzig. Vielleicht nähe ich mir auch noch eine Strickjacke, ich könnte eine brauchen. Mal sehen.

Hasenwilde Grüße
Johanna