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Montag, 1. Juli 2019

Schritt halten

Heute will ich euch gar nicht so sehr über etwas Genähtes erzählen, sondern eher über etwas, was ich nicht genäht habe. Heute hab ich ihn nämlich bekommen, den Wink mit dem Zaunpfahl. Und das mittlere Tochterkind hat ziemlich kräftig gewunken, muss ich sagen. 
"Du, Mama? Kann ich eigentlich meine Schultüte noch mit in den Kindergarten nehmen? Zum Herzeigen?".
"Oh. Äh. Sicher, Kind. Auf alle Fälle. Also, nur nicht gleich morgen oder so. Eher.... später." 


Ihr könnt es euch sicher denken - das Dingens ist natürlich nicht fertig. Immerhin habe ich mich schon ein bisschen gekümmert, und der Rohling mitsamt Nähvorlage lagert schon im Keller. Aber die Tochter hat bezüglich des Motivs, das ich applizieren soll, genaueste Vorstellungen. Und, naja, weiter bin ich dann eigentlich auch noch nicht. :D

Überhaupt. Wieso wachsen die denn bitte so schnell? Warum will die denn jetzt auch schon in die Schule gehen? Immerhin war die bis vor einem knappen halben Jahr mein Baby. Meine Kleine. 


Ich meine, nicht dass die Maus nicht reif dafür wäre. Im Gegenteil, das Kind ist der personifizierte Ehrgeiz und frisst jede Art von Lernmaterial. Mit nichts kann man sie glücklicher machen, als mit Aufgabenheften, die sie in einem unglaublichen Tempo inhaliert und fertig wieder ausspuckt. Da kann man manchmal nur Augen machen. Nee, die ist schon schulreif. Das Problem liegt eher bei mir. ich bin nicht schon wieder schulreif. 


Als wäre es nicht genug, dass das Baby wächst wie ein Pfifferling und ständig seine Fähigkeiten optimiert. Jetzt wachsen die anderen beiden auch noch. Und mit jedem Schritt, den sie machen, lösen sie sich ein bisschen, werden selbstständiger und selbstbewusster und meistern Schritt um Schritt auf ihrem Weg. Wie um alles in der Welt soll denn da mein Mamaherz Schritt halten???


Das mag auch mit ein Grund sein, warum die Schultüte noch nicht fertig ist. Aber da das Kind sehr wohl bereit ist für den nächsten Schritt, werde ich mich dann mal zusammenreißen und ihr endlich ihre Wunschtüte nähen, damit sie die noch stolz im Kindergarten zeigen kann. Was muss, das muss, nicht wahr? Und schließlich mache ich das weder zum ersten, noch zum letzten Mal. Also dann!


Auf den Bildern seht ihr den Babyboy in einem meiner Lieblingsoutfits. Eine Strampelhose aus oliv-gestreiftem dehnbaren Jeansstoff, darunter ein Shirt mit raffiniertem Ausschnitt von Klimperklein. Der Bub sieht zu süß darin aus und hat das Set schon einige Male angehabt! Für die aktuellen Temperaturen ist es leider nicht so optimal geeignet - ich hoffe sehr, dass ich genug Wachspuffer eingebaut habe, dass er die Kombi noch ein paar Mal tragen kann!

Hasenwilde Grüße
Johanna

Sonntag, 27. Dezember 2015

fließender Übergang

habt ihr schon gesehen? Ja? Ich habe ein bisschen an meinem Blogdesign gebastelt, und auch die FB-Seite hat ein neues Cover bekommen. Immer wenn das alte Jahr zu Ende geht, ist die Lust auf Veränderung besonders groß, finde ich. Bei mir zumindest.


Irgendwie hat mein Bloglayout nicht mehr gepasst. War nicht mehr hasenwild. Nicht, weil ich mir damals nicht genug Gedanken gemacht habe, als ich es entworfen habe. Sondern weil ich mich verändert habe. Vor allem in meinem Stil. Ich glaube, die Tatsache, dass ich in letzter Zeit viel genäht, aber keine Lust zum Bloggen hatte, hing auch damit zusammen, dass das Bloglayout so unstimmig für mich geworden ist.


Ganz hundertprozentig glücklich bin ich noch nicht damit, ich werde noch ein bisschen daran weiterbasteln - aber es geht definitiv in die richtige Richtung. Wie gefällt es euch soweit?


Das ist irgendwie so ein bisschen wie Zimmer umräumen. Mein Blog ist ja schon ein Teil meines Wohnzimmers, wenn auch ein virtueller. Da hängt viel Liebe und Zeit darin, da muss auch die Einrichtung passen. Und eigentlich ist es auch schön zu sehen, wie sich Dinge verändern. Dass das Leben nicht starr in eine Form gegossen ist, sondern dass es im Fluss ist. Ich fließe gerne. :D Ich finde das total spannend - zu sehen, wie sich Dinge entwickeln. Raum zur Entwicklung haben, geben und genießen. Das hält doch den Geist flexibel, oder nicht?


Im Kleinen wie im Großen passiert das. In einem selber und um einen herum. Bei uns haben sich hier in der Gemeinde zum Beispiel die ersten Flüchtlingsunterkünfte gefüllt. Ihr müsst euch vorstellen, meine kleine Gemeinde hier in Bayern besteht aus kleinen bis klitzekleinen Dörfern, vielen alteingesessenen Leuten, Traditionen und hundert Dingen, die "schon immer so waren". Ich muss sagen, ich war etwas skeptisch auf die Flüchtlingsankündigung hin. Nicht wegen der Flüchtlinge - die lasse ich gern auf mich zukommen und mache mir selber ein Bild. Aber ich hatte wirklich Bedenken, dass diese Leute komplett abgelehnt werden und niemand einen Finger für sie rühren wird. Weil sie fremd sind. Und Angst machen.


Und ich kann euch gar nicht sagen, wie ich mich freue, sagen zu können - ganz im Gegenteil. Es haben sich mit mir über 90 freiwillige Helfer in verschiedenen Bereichen gemeldet, die gerne helfen möchten. Und als es darum ging, die neue Flüchtlingsunterkunft hier im Ort zu putzen und herzurichten, waren sofort über 10 Leute zu Stelle, die ihre Vormittage dafür hergegeben haben. Frauen wie Männer. Die geputzt und geschrubbt haben, Möbel geschleppt, Kisten mit altem Zeug gepackt, gekehrt und poliert, um eine halbwegs heimelige Atmosphäre zu schaffen.


Die erste Flüchtlingsunterkunft in der Nachbarortschaft ist bereits bezogen, und es werden bereitwillig Dinge zur Verfügung gestellt, die Nachbarn fragen nach, wie es den Leuten geht, sie werden eingeladen, mit einbezogen, mitgenommen. Und ich finde das so toll. Ich finde es so gigantisch, ein Teil davon zu sein. Ein Teil dieser Bewegung, dieses Flusses, der nicht starr an einem Felsen kleben bleibt, sondern sich elegant drumherumschlängelt, sich anpasst an neue Gegebenheiten und dabei so viel Mitmenschlichkeit, Offenheit und Respekt ausstrahlt. Ich bin stolz darauf. Und warte gespannt auf unseren Neuzuwachs im Dorf.


Und das, meine Lieben, das ist für mich der Inbegriff von Weihnachten. Ich glaube, so weihnachtlich war Weihnachten noch nie, wie in diesem Jahr, in dem tatsächlich Herbergssuchende vor unserer Tür standen. Und wir, die wir hier leben, uns nicht für die Rolle des Herbergswirtes, der keinen Platz machen will, entschieden haben. <3


Noch ein paar Infos zu dem süßen Mantelschnitt, den ihr nebenher auf den Bildern bewundern konntet :D : Der neueste Streich von "Meine Herzenswelt" ist das und nennt sich "Kuschelmantel Nayla". Hach. Wie von Ilona gewohnt ein perfekt ausgearbeiteter Schnitt mit ganz vielen liebevollen Details und tausendundeiner Möglichkeit zum variieren und tüddeln.


Nayla ist leicht tailliert und fällt unten in eine süße Rundung. Um den Kragenbereich und an den Seiten gibt es optionale Passen (die ich hier ganz schlicht mit Paspelband angedeutet habe) und hinten könnt ihr euch zwischen einer normalen Rundkapuze und einer Zipfelkapuze mit oder ohne Saumbund oben entscheiden. Die Ärmel können mit normalem oder verstecktem Bündchen genäht werden.


Ich habe mich dieses Mal an Textilfarbe getraut und mit selbstgemachtem Freezerpapier vorne und hinten mit Silberglitzerfarbe jeweils eine Katze aufschabloniert und hinterher freihand mit schwarzem Garn umstickt. Für mein Katzenfreakkind. :D


Genäht ist unsere Nayla aus smaragdfarbenem Jeans und gefüttert mit kuscheligem Baumwollfleece - also eher eine Übergangsjacke, die aufgrund der unüblichen Dezembertemperaturen aber nach wie vor fleißig im Einsatz ist. Die Mütze nennt sich "KrempyLu" und ist ein neues Ebook von "BirdyLu" und mit der witzigen Krempe ein neuer - weil mal etwas anderer - Lieblingsmützenschnitt. Meine kleine Maus fühlt sich jedenfalls sichtlich wohl in der Kombi!

Dicker, fetter Geheimtipp von mir: "Nayla" bekommt ihr noch heute in der Makerist-Wochenend-Aktion für nur 2 Euro - genau wie alle anderen Ebooks von meine Herzenswelt! Das lohnt sich sowas von! Hüpft unbedingt vorbei und schnappt euch mindestens das Mantelebook - und wenn ihr schon da seid, schaut euch gleich noch die CoZ-Familienreihe von Sewera an, die ist auch im Angebot und ein absoluter Kauftipp! Deswegen verlinke ich euch jetzt direkt zur Nayla bei Makerist - natürlich bekommt ihr das Ebook auch über Dawanda! <3
 
https://www.makerist.de/patterns/ebook-kuschelmantel-nayla-groesse-80-170
 
  Und hier findet ihr die Mütze KrempyLu:
 
http://de.dawanda.com/product/92185551-krempylu-von-birdylu-e-book
 
Ich hoffe, auch ihr hattet stimmungsvolle Weihnachtsfeiertage - ich wünsche euch von Herzen für nächstes Jahr, dass auch ihr die Kraft und den Mut habt, euch einfach treiben zu lassen, Veränderungen mit Neugier und Offenheit anzunehmen und etwas Positives daraus zu machen.
 
Hasenwilde Grüße
Johanna
 

Freitag, 4. September 2015

Die Qual der Wahl

Heute zeige ich euch das dritte und letzte Outfit, das aus den Alles-für-Selbermacher-Probevernäh-Bio-GOTS-Stoffen entstanden ist. Der hier nennt sich "bikes", ist designt von Miriam Bos - und ist genau meine Farbe... <3 Es ist ja immer echt interessant, einen passenden Schnitt zu einem Stoff zu finden. Und manchmal gar nicht so einfach. Schnitt und Stoff sollen ja vom Stil her irgendwie zusammenpassen - und bis der Plan für dieses Bio-Schätzchen endgültig stand, hat es wirklich gedauert.... :D


Eigentlich wollte ich daraus was für mich nähen. Eigentlich war dieser Stoff der, für den ich von Anfang an einen Plan hatte. Sogar mit einer Idee, wie ich das fotografieren will. Dieser Stoff hatte eine Bestimmung. Ein Top sollte er werden. Mal was für mich. Fotografiert auf einem alten Rad mit einem Fahrradkorb voller Blumen. Wunderbar habe ich mir das vorgestellt.


Und dann? Kamen andere auf die gleiche Idee - ist ja auch ein toller Stoff dafür, schaut euch die restlichen Ergebnisse meiner Kolleginnen an, da findet ihr wirklich atemberaubende Exemplare!! Aber einen Schnitt kopieren, den schon jemand aus meinem Team für diesen Stoff genutzt hat? Neeeeee... Ich wollte was eigenes. Was anderes. Und ich habe meine Planung umgeworfen. Hockte eine Stunde im Nähzimmer, habe Stoffe hin und her geschoben, draufgelegt, wieder verworfen.


Plan B hieß: Eine Weste für mich. Da war noch dunkelblauer Steppstoff im Schrank als Kombi. Ich habe mir also den ausgesuchten Schnitt ausgedruckt, in eine Tasche gesteckt und mit in den Kurzurlaub genommen, weil ich irgendwie der Meinung war, ich hätte da massenweise Zeit, den Schnitt zu kleben, zu schneiden und dann den Stoff zuzuschneiden. Pustekuchen. Hätte ich mir auch denken können. Und so schwer es mir über die Lippen geht - mein Mann hat's gleich gesagt... ;)


Wir haben ein paar wundervolle Tage im Allgäu verbracht, sind gewandert, Tretboot gefahren, waren Baden, haben gemeinsam gekocht, gegessen, gelacht, genossen und die Tasche blieb unangetastet im Kofferraum des Autos liegen. War auch gut so - Urlaub ist schließlich Urlaub.


Wieder zuhause wollte ich mich gleich am nächsten Tag an das Kleben des Schnittes setzen. Habe mir die Stoffe bereitgelegt. Und irgendwie - war's das nicht mehr. Der Funke war im Urlaub verlorengegangen. Wahrscheinlich im Autokofferraum verglüht. Nichts zu machen. Ich habe den Westenschnitt säuberlich in eine Folie verpackt, ab auf die Warteliste für den zündenden Stoff dafür. Und bin eingetaucht in meine umfangreiche Näh-Ebook-Bücherei.


Währenddessen hat die kleine Hasentochter draußen im Hof gespielt. Barfuß, völlig vertieft mit ein paar Bechern Erde/Sand/Matsch und einem halben Eimerchen Wasser, das sie unter höchster Anstrengung und mit Hilfe eines Hockerchens dem Wasserhahn im Bad entlockt hat. Putzvoll Dreck und die Hose auf Halbmast, weil an dem Kinderbauch nix dran ist, was eine Hose zuverlässig an der Hüfte halten würde. Kinderwindeldekollete quasi. Sehr ungesund und erkältungsfördernd, vor allem bei unter 18 Grad. Und da war er wieder, der Funke.


In Form eines Freebooks von Lilabrombeerwölkchen kam er angefunkt. Der Schnitt heißt "3Käsehoch" und ist eigentlich eine kurze Latzhose - lässt sich aber problemlos verlängern und ist außerdem das ideale Upcyclingprojekt für ausgemusterte Jeanshosen....


Hier seht ihr das Outfit nochmal in voller Größe und Schönheit. 3Käsehoch-Latzhose mit den bikes als Futter und als Beinumschlag, dazu ein schlichtes Longsleeve - einer meiner Favoriten: "Little Michi" von Schnittgeflüster und eine Sternbeanie nach dem Tutorial von Hamburger Liebe. Tschakka.


Ein absolutes Räubertochteroutfit - durch den Stretchjeans weich und total angenehm zu tragen, robust, praktisch mit den großen Vorder- und Hintertaschen (die ich einfach von der Jeans übernommen habe) und trotzdem farbenfroh durch das bike-Shirt und die Mütze obendrauf. Und ich sage euch - da schaut keine Windel, kein Rücken und auch sonst nichts raus, da kann sie sich drehen und wenden wie sie will.... :D :D


Außerdem wächst sowohl die Hose als auch das Oberteil hoffentlich ein ganzes Weilchen mit, weil die Hose durch den Umschlag bestimmt um fünf Zentimeter verlängerbar ist, und auch die Träger haben bestimmt noch 8cm Puffer zum Mitwachsen - und auch das Oberteil konnte ich großzügig zuschneiden, weil das Armbündchen die Ärmel an seinem Platz hält. Wir werden damit also hoffentlich noch viel Freude haben. Die Knie sind jedenfalls schon das erste Mal grün.... :D


Tja, manchmal braucht man eben mehrere Anläufe, bis das Gefühl und das Projekt in der gleichen Spur laufen. Ich bin mit meiner Wahl jedenfalls rundum zufrieden und lasse euch hier nochmal die Links da. Hier geht's zu den Bio-Bikes von Alles für Selbermacher:

http://www.alles-fuer-selbermacher.de/Jersey---GOTS---Bike---Miriam-Bos
 
 
Den Dreikäsehoch von Lilabrombeerwölkchen solltet ihr euch unbedingt genauer ansehen - ein wirklich wunderbares Freebook, das sich auch von Anfängern ganz leicht zur langen Latzhose verlängern lässt!! *KLICK* (Gibt's übrigens auch als Latzkleid!!)
 
 
Und *HIER* geht's zu Little Michi von Schnittgeflüster, einer meiner Lieblingsbasics - übrigens nicht nur für die kids, sondern auch für mich!! (gibt's auch als Kombi-Ebook mit der Damen-Michi!)
 
 
Das Tutorial für die (das?) Beanie findet ihr hier: *KLICK*
 
Hasenwilde Grüße
Johanna