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Donnerstag, 8. Juni 2017

Dreifach für mich

Schon ewig gab's hier kein RUMS mehr - kein Teil für mich, das ich so richtig begeistert gezeigt hätte. Aber heute hab ich mal wieder was. Ein komplett genähtes Outfit, das mir wirklich gut passt und das ich total gerne trage. Eins aus drei Teilen. Dreifach-RUMS sozusagen. :D


In letzter Zeit habe ich nicht so viel für mich genäht - irgendwie waren die Schnitte, die zur Wahl standen, nicht mein Ding. Entweder zu oversize oder zu kurz, ungünstig geteilt, nicht passend zu meinem Alltag, irgendwie nicht mein Ding. So einfach es ist, meine Töchter zu benähen - denen steht nämlich einfach alles - so schwierig finde ich es für mich.


Wenn ich in meinen Kleiderschrank schaue, dann ist mein erster Gesichtspunkt, nach dem ich das Tagesoutfit auswähle: Bequem soll es sein. Ich bin kein Fan von "Wer schön sein will muss leiden". :D Mein Outfit muss sich meinem Tag anpassen. Beweglich sein, nicht stören - und wenn es dann trotzdem noch gut aussieht, dann umso besser... ;)


Deswegen fällt meine Wahl oft auf Rock und Leggings oder Tunika und Leggings. Irgendwas Nettes obendrüber, am besten im Lagenlook, so dass ich für alle Eventualitäten gerüstet bin - und dann ab in den Tag.


Gut, dass Ricarda von Pech&Schwefel da mit einem für mich optimalen Set an Schnitten daherkam... :D Es wurde aber auch wirklich mal wieder Zeit, dass etwas für mich unter der Nähmaschine entstanden ist. Ein hasenwildes Outfit, in dem ich mich rundum wohl fühle!


Kombiniert habe ich drei Schnitte von Pech&Schwefel: Billund, das Raglanshirt gibt es schon länger. Ich hab den Schnitt schon einige Male genäht und finde die Passform optimal gerade über Röcke - nicht zu lang und nicht zu weit, aber trotzdem mit genug Bewegungsfreiheit. Mit dem breiten Saumbündchen unten sitzt das Shirt perfekt da, wo ich es haben will. Hier mit kurzen Ärmeln genäht. Endlich haben die schicken Blockstreifen, die ich mir vor einer Weile bei Mamasliebchen bestellt habe, auch ihre Bestimmung gefunden! Für kühlere Tage eine Strickjacke drüber, fertig.
Wentorf heißt die Leggings - und Leggings (Leggingse? Leggingsens? Legginge?) gehen immer bei mir. Diese hier hat die optimale Passform für mich und ist in den gern-immer-wieder-Stapel gewandert. Hier habe ich für den Sommer eine Dreiviertel-Version aus weichem Viskosejersey genäht. Ein absolutes Zieh-ich-nach-der-Wäsche-gleich-wieder-an-Teil. War sicher nicht die letzte.
Und zuletzt der Rock, entstanden aus einem ausgemusterten Jeanskleid einer Freundin. Upcycling Deluxe, sozusagen. Blankenese wird in der Taille geschlossen und fällt dann locker nach unten - und verdeckt damit zuverlässig jede Art von Röllchen... ;) Mit dem Rock kann man super Essen gehen. Da ist viel Platz drunter... ;)


Hier findet ihr die Schnitte:

Das Shirt: Billund
Billund-afsm-Shop-Frauen


Der Rock: Blankenese
Produktbild-ps

 Die Leggings: Wentorf
Wenttorf-Ps

Meine unbedingte Nachnähempfehlung habt ihr für alle drei Teile! Und jetzt wird noch schnell zu RUMS verlinkt. :D

Hasenwilde Grüße
Johanna





Donnerstag, 14. April 2016

mitwachsen

Ihr seht schon, ich bastle mal wieder an meinem Layout. Mein neues Logo hat inzwischen wohl für's erste seinen Endzustand gefunden. :D :D Mal sehen, ob ich hier im Blog noch ein bisschen an der Navigationsleiste und an den seitlichen Einblendungen arbeite. Aber es wird. Langsam wird es so, wie ich es mir gerade vorstelle.


Wenn ihr hier schon länger mitlest, habt ihr sicher schon gesehen, dass ich schon eine Weile hier in meinem Blog, meinem virtuellen Wohnzimmer, am Design herumspiele. Irgendwie war ich aus dem alten Design herausgewachsen. Und das ist auch gut so.


Veränderung ist wichtig und richtig. Heute ziehe ich Teile aus dem Kleiderschrank, die ich vor zwei oder drei Jahren für meine Große genäht habe und denke mir - die Stoffwahl würde ich so heute nicht wieder treffen. Mein Stil hat sich verändert. Nicht gravierend - hasenwild sind meine Sachen immer noch - aber doch sichtbar. Viele Stoffe, die ich damals unbedingt haben musste, liegen heute unangetastet im Schrank - und ich frage mich, was ich damals daran gefunden habe. Ich glaube, ich muss dringend mal aussortieren und überlegen, was ich damit mache. :D Aber nicht nur nähtechnisch habe ich mich weiterentwickelt - auch was meine Vorstellungen, mein Denken und Tun bestimmt ist nicht mehr das Gleiche wie noch vor ein paar Jahren. Ich achte mehr auf mich selbst, kann auch mal "Nein" sagen, engagiere mich für Neues (hier sind im Moment "meine" Flüchtlingsfamilien ganz groß im Mittelpunkt). Allein schon, weil meine inzwischen etwas größeren Kinder mir wieder mehr Freiraum lassen, um meine eigenen Interessen voranzutreiben. Ich bin gespannt, wo mich dieser Weg noch überall hinführt. Ob der Blog und die Näherei nur eine Durchgangsstation sind oder mich durch einen längeren Abschnitt meines Lebens begleiten werden? Ich versuche, mich da nicht allzu fest zu legen. Kommen zu lassen, was kommt. So wie es kommt. Und dann etwas Gutes draus zu machen.


Auch meine Bilder sehen anders aus (und hier beziehe ich mich jetzt ausdrücklich NICHT auf zusätzliche Falten oder Augenringe!! ;) ), mein Blickwinkel hat sich mit den wachsenden Hasenkindern, mit meinem Leben etwas verschoben. Interessant zu sehen, finde ich, gerade wenn ich mich durch die ersten Blogbeiträge, durch die ersten Bilder, die ersten geposteten Nähwerke klicke. Eine langsame Veränderung, unmerklich von Post zu Post (und das sind immerhin schon 120 Stück), aber im Rückblick deutlich erkennbar. Mitgewachsen mit den Kindern. Und mir.


Und mein Blog kann da nicht außen vor bleiben. Mein Logo und der Header sollen mich und meine Arbeit, meinen Stil repräsentieren, und das war einfach nicht mehr stimmig. Zeit für Veränderung. Zeit, um mein virtuelles Wohnzimmer ein Stück weit mitwachsen zu lassen - nach wie vor bunt, aber etwas geradliniger, sortierter und stimmiger sollte es werden. Mehr aktuell hasenwild eben. :D


Ausschlaggebend, dass ich mich wieder in das Grafikprogramm gefummelt und das Logo endlich umgestaltet habe, war eigentlich Susanne von Hamburger Liebe. Bei ihr auf dem Blog habe ich nämlich (und ich kann mein Glück immer noch kaum fassen) eine ganze Packung Labels von Alles-fuer-Selbermacher gewonnen. Tausend Stück. In meinem Wunschdesign. Ich meine, TAUSEND STÜCK. Stellt euch das mal vor. Und tausend Labels mit einem Logo, mit dem ich schon länger hadere und das irgendwie nicht mehr zu mir passt - das wollte ich nun wirklich nicht.


Assistiert hat mir bei der Umgestaltung die liebe Nikolett von Schwalbenliebe, die nicht nur eine wahnsinnig liebe und hilfsbereite Person mit absolut wilden Ideen ist, sondern auch noch ein Grafik-Crack und mir mit einer schnellen Zeichnung die Idee für den neuen hasenwilden Hasen geliefert hat. Guckt euch unbedingt mal um bei ihr - ihre Arbeiten, ihre Ebooks, ihre Ideen und vor allem ihre Fotos sind immer einen Blick wert!!! Ihr findet sie an allen Ecken und Enden - außer hinter ihrer Seite steckt sie auch noch hinter der Hälfte der "Lieblingsschwestern" und außerdem hinter #NUNL (nähen und nähen lassen), dem Projekt für mehr Respekt in der Nähwelt. Ne tolle Frau.
Meine Labels sind inzwischen in Auftrag gegeben und ich warte gespannt auf die fertigen Teilchen.... <3


Und als erstes Werk im frisch gestrichenen Blog bietet sich dann natürlich auch etwas besonderes an!! Mein neuer Strickmantel ist definitiv new hasenwild style, fotografiert von meiner wunderbaren Schwester!! Aus schlichtem grau meliertem Strick ohne viel Pipapo - aber fetzig aufgehübscht durch den senfgelben Innenstoff, den Gürtel und die Dufflecoat-Knöpfe ein absoluter Hingucker, finde ich. Ich führe ihn schon dauernd aus und habe schon einige nette Worte dazu zu hören bekommen... <3 Der Schnitt kommt euch bekannt vor? Wundert mich nicht, "Meine Nayla" von Meine Herzenswelt gibt es nämlich schon ein Weilchen als Kindermantelschnitt. Endlich können auch wir großen Mädels uns damit den Frühling versüßen... Nähen lässt sich "Meine Nayla" dick gefüttert als Kuschelmantel, aber auch so wie hier aus Strickstoff mit dünnem Viskosejersey für die lauen Frühlings- und Sommerabende... Guckt euch unbedingt durch die schicken Designbeispielbilder - ich finde es Wahnsinn, wie viele Möglichkeiten, Stile und Varianten da aus diesem Ebook entstanden sind!! *HIER* könnt ihr euch das Ebook einzeln ansehen (über Makerist) und *HIER* gibt es die Kombivariante mit der Kindernayla für den Mama-Tochter-Mantelpartnerlook (über dawanda). Ihr bekommt natürlich beide Ebooks in beiden Shops. Die passende Kopfbedeckung zu meiner Nayla ist eine "Lilou" von rosarosa - statt einen Bündchenstreifen zu nutzen habe ich einfach das Schnitteil etwas verlängert, gesäumt und einen Gummi eingezogen.


Ich bin ja schon etwas gespannt, wie euch das neue hasenwilde Outfit gefällt - am Blog und an mir... <3 Und meine hasenwilde Nayla schicke ich jetzt noch flott zu RUMS!

Hasenwilde Grüße
Johanna

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Tief

Ich glaube, ich habe ein Tief. Ein Nähtief. Hatte ich noch nie.


Kennt ihr das? Wenn man tatsächlich keine Lust auf die Nähmaschine hat? Zum Glück ist es gerade probenähtechnisch bei mir sowieso ein bisschen ruhiger - ein Teil habe ich im Nähkeller liegen, das schon zugeschnitten ist, aber das hat zum Glück keine Eile.


Und ich? Mache körbeweise Wäsche, schaue hin und wieder auch mal einen Film, bringe den Haushalt auf Vordermann und setze mich endlich an die leidige Schreibtischarbeit, die schon seit Ewigkeiten laut nach mir schreit. Gerade merke ich, wie viel Zeit ich tatsächlich in mein Hobby stecke.


Vielleicht sollte ich mir so eine Näh-Auszeit öfter nehmen. Das bereinigt schon so ein bisschen das latent schlechte Gewissen, das ich sonst an der Nähmaschine oft habe, weil einfach viel anderes liegen bleibt. Ich liebe mein Hobby, und ich habe nicht nur wahnsinnigen Spaß am Nähen, sondern auch an der Probenäherei, dem gegenseitigen Austausch und nicht zuletzt dem Fotografieren. Aber wie bei so vielen Dingen - eine Pause schafft wieder eine distanziertere Sicht auf die Dinge - und hebt nicht zuletzt den Spaß an der Sache wieder!


Ich lasse das Tief also einfach Tief sein, beschäftige mich mit anderen Dingen, freue mich, dass gerade nähtechnisch nichts eilt und warte auf die nächste Hochphase - und die kommt bestimmt. So ein bisschen fühle ich sie schon kribbeln. :D


Zum Glück geht mir fototechnisch das Futter für euch nicht aus - ich habe noch so einiges zu zeigen hier auf meinem Laptop! Los geht's erst mal mit diesem schönen Schnitt hier - es gibt ihn noch gar nicht zu kaufen, aber er kommt euch sicher bekannt vor! "Freya", den erfolgreichen Pullunderschnitt von FinnLeys, gibt es jetzt endlichendlich bald auch für uns große Mädels unter dem Namen "Freya Ladies". Der Schnitt steht in den Startlöchern und ist ganz bald auch für euch zu haben. Bid dahin könnt ihr euch schon mal inspirieren lassen - die ersten Freya-Bilder werden nämlich heute schon hier und da zu sehen sein! Ich habe hier die Variante mit den seitlichen Passen und Einstecktaschen genäht, außerdem habe ich mir den kuscheligen Kragen ausgesucht. Den finde ich ja besonders klasse, weil der Hals so schön warm bleibt. Natürlich wird es "Freya" auch mit Kapuze, mit der bewährten Rabaukentasche und sogar mit Mufftasche (wie ihr sie vielleicht von der Lotta kennt) geben. Und das alles ladytauglich, kuschelwarm und als Drüberzieher für alle Gelegenheiten - meine zwei Freya haben beide schon den ersten Waschgang hinter sich, so häufig werden sie getragen!


Das hier ist die zweite Ladung GOTS-zertifizierter Heavy-Bio-Sweat, den ich für stoffversand4u probenähen durfte. HIER konntet ihr ja schon den grau-melierten Sweat begutachten - das hier ist aprikose. Und ich hab echt nix zu meckern daran - superkuschelig, vernäht sich total gut, und die Farben sind satt. Und, naja, Bio halt. :D Klickt rüber zu stoffversand4u, den gibt's in ganz vielen wunderschönen Farben: *KLICK* Kombiniert habe ich mit den weiß-schwarzen Ringeln vom Stoffonkel, mit denen man einfach alles kombinieren kann - und außerdem passt zu dem aprikosefarbenem Sweat PERFEKT der Campingbear von Andrea Lauren, den ich hier noch liegen hatte - exakt der gleiche Farbton in den Dreiecken. Ich liebe sowas. Wenn Sachen passen. :D :D

Meine Freya Ladies schicke ich zu RUMS und zu Ich-näh-Bio. Und ich widme mich dann wieder meinem Schreibkram und warte geduldig auf das nächste Näh-Hoch. Weil es immer am sinnvollsten ist, das Leben zu nehmen, wie es eben kommt. <3

Hasenwilde Grüße
Johanna

Mittwoch, 30. September 2015

Herzensprojekt: Mein Dirndl

Diese Bilder enthalte ich euch schon viel zu lange vor. Dieses Prachtstück hier hängt nämlich schon seit Anfang März in meinem Kleiderschrank und hatte auch bereits den ein oder anderen Einsatz... :)


Ich sag's gleich dazu: Die Bluse ist gekauft. Aber das Dirndl ist Handarbeit. Mühsame. Stundenlange. :D Ich habe einen Kurs dazu besucht, in dem eine Schneidermeisterin eine Gruppe von 10 Leuten 6 Samstagnachmittage lang angeleitet hat.


Der Schnitt wurde individuell für jeden erstellt und dann beim Nähen nochmal angepasst, das fand ich klasse - die Länge, Ausschnittform und den Verschluss konnte sich dabei jeder selber aussuchen. Das war wirklich ne tolle Sache - und ich habe jetzt einen passenden Dirndlschnitt im Schrank! (Falls ich mir die Arbeit JEMALS nochmal antue... ;) )


Baumwolle an Bekleidungsstücken war bisher nicht mein bester Freund, gebe ich zu. Im Gegensatz zu Jersey verzeiht ein Baumwolloberteil halt wirklich keine Ungenauigkeiten... Gerade deshalb fand ich es wirklich spannend, mich an so einen Dirndlschnitt heranzutrauen - und ich habe wirklich viel gelernt in dem Kurs.


Ich habe mir das Nähen autodidaktisch beigebracht, mich von Ebook zu Ebook getastet und mit jedem Versuch und jeder Anleitung ein bisschen was dazugelernt. Aber es gibt einfach so Grundsätze, Techniken und auch Werkzeuge, die mir bisher noch nicht untergekommen sind. Der Umgang mit dem Handmaß gehörte da dazu, oder auch einen Saum unsichtbar von Hand umnähen, den Schürzenstoff von Hand reihen oder das Nähen der Schürzenbänder...


Ich gebe zu, ich habe massenhaft geschimpft, aufgetrennt, neu genäht und wieder aufgetrennt. :D Außerdem weiß ich jetzt, dass man den Schürzenstoff mit dem Bügeleisen schmelzen kann, wenn man nicht aufpasst und dass es auch bei bestickten Stoffen eine Vorder- und eine Rückseite gibt. (Wenn man nämlich die Schürze auf der falschen Seite reiht, muss man hinterher aaaaalleeeees wieder auftrennen und nochmal von vorne anfangen.... ;) )


Den Zeitaufwand habe ich definitiv unterschätzt. Abgesehen von den 6 Samstagnachmittagen war da auch noch jede Woche Hausaufgabe zu erledigen - ganz schön arbeitsaufwendig, so ein Dirndl. Aber den Aufwand wert.... Denn das ist ein Teil, das meinen Kleiderschrank so schnell nicht wieder verlassen wird. Traditionelle Kleidung ist zum Glück nicht den Modeerscheinungen unterworfen, und so kann ich mein Dirndl sicher auch noch in 10 Jahren tragen. Puffer zum weiter- und engermachen habe ich mal vorsichtshalber mit eingeplant... :D


Und Anlässe für mein Dirndl gibt es hier im Jahr einige - hier bei uns auf dem Dorf kommt die "Tracht" noch zu verschiedenen Anlässen aus dem Kleiderschrank - zu kirchlichen Feiertagen, aber auch zum Bockbierfest, zum Volksfest oder auch zu Hochzeiten (je nachdem, wer da heiratet :D ). Das ist keine Pflicht und kein Muss, aber eigentlich kommen (wenn das Wetter es zulässt) zu solchen Anlässen nach wie vor bestimmt 3/4 der Leute in Dirndl oder Lederhose, Kinder eingeschlossen, und das sieht wirklich richtig schön aus so in der Gruppe...


Nachdem ein halblanges Dirndl in grün schon in meinem Schrank hängt, war es mal Zeit für eine lange Version - und dass ich die Farbkombi orange-braun gerne mag, habt ihr hier ja schon öfter gesehen....


Jedenfalls schiebe ich die Fotos seit Anfang des Jahres vor mir her. Erst habe ich auf den Frühling gewartet, weil ich gerne Draußen-Fotos haben wollte. Dann auf den Sommer, weil es noch so kalt war. Und bis dann meine Schwester, die die Fotos machen sollte und ich endlich einen gemeinsamen Fototermin gefunden haben, war es dann auch schon Herbst... Aber sie hat ihre Sache wirklich toll gemacht und auch ich hatte echt Spaß am Shooting! Und irgendwie passen die Bilder ja jetzt doch gut in den Herbst - zur Oktoberfestzeit...


Mein Dirndl schicke ich auf alle Fälle zu RUMS und bin gespannt, was ihr dazu sagt - habt ihr vielleicht auch schon eins genäht?

Hasenwilde Grüße
Johanna

Mittwoch, 23. September 2015

Stil und Ehrlichkeit

DAS ist er. Das ist mein Stil. So will ich mich anziehen und so fühle ich mich wohl. Dieses Outfit ist absolut mein Ding. Meine Farben, genau das richtige Maß an Tüddelei, die für mich perfekte Rocklänge, lauter kuschelige Sweats, angenehm zu tragen, ohne einzuengen. Eben genau mein Stil.



Gar nicht so einfach herauszufinden, was "mein Stil" ist. Was zu mir passt. Zu meiner Art. Zu meiner Persönlichkeit. Mal davon abgesehen, dass sich "mein Stil" ja ständig ändert. Nicht dauernd und nicht grundlegend, aber ich trage heute nicht mehr die gleichen Sachen wie vor 10 Jahren. Und natürlich lasse ich mich beeinflussen - von der aktuellen Mode, von Leuten, die ich schätze und bewundere, von Designbeispielen, die mir so unter die Finger kommen. Aber ich versuche, aus all diesen Einflüssen etwas eigenes zu machen. Meinen Stil eben. Je weiter dieser "mein Stil" vom aktuellen Modefluss abweicht, desto mehr Mut braucht es dafür. Diesen Stil nicht nur zu entwickeln und zu finden, sondern auch in der Öffentlichkeit zu zeigen. In der Stadt, beim Bäcker, beim Spazierengehen. Und noch ein bisschen mehr Mut braucht es, die Sachen im eigenen Stil im Netz zu zeigen.



Ich liebe ja gerade die Seiten, deren Stil unverkennbar ist. Die ein bisschen extravagant sind. Besonders. Die aus der Menge stechen durch besondere Ideen, witzige Kombinationen, rasante Farbkombis. Die sich ihren Stil selber machen. Und ihn dann als Inspiration einem breiten Publikum im Netz zugänglich machen. Das sind manchmal auch Kleidungsstücke, die meinem Stil so gar nicht entsprechen und die ich so vielleicht nicht anziehen würde. Trotzdem kann ich sie schätzen - für die Idee, die dahintersteckt, für eine handwerklich saubere Arbeit, für den Charme, den sie ausstrahlen, für ihre Besonderheit, für die Art, wie sie fotografiert und in Szene gesetzt sind.



Jedes Mal, wenn ich hier einen Beitrag online stelle, schwingt da ein bisschen Nervosität mit. Ich präsentiere hier ja nicht nur Klamotten, sondern auch das, was dahinter steht - ganz viel Herzblut, Überlegung, Zeit und Liebe. Entsprechend freue ich mich natürlich, wenn das, was ich mache, bei euch gut ankommt. Wenn viele Leute meine Beiträge anklicken und lesen, wenn ich den ein oder anderen Kommentar darunter finde, sehe, dass sich jemand meine Sachen angesehen und sich damit beschäftigt hat. Manche Bilder kommen bei euch wahnsinnig gut an, obwohl ich gar nicht damit gerechnet hatte. Andere Outfits, die ich total liebe, bekommen wenig Rückmeldung. Das ist auch vollkommen in Ordnung so - Geschmäcker sind einfach verschieden. Und das ist wichtig und richtig.



Wo ich allerdings wirklich meine Fassung verlieren kann, sind die vernichtenden Kommentare, die sich oft unter Posts finden. Ich muss sagen, ich bin bisher größtenteils davon verschont geblieben (ich scheine ziemlich liebenswerte Leser in euch gefunden zu haben.... :D ) - aber ich lese sie immer wieder. In Nähgruppen. Oder unter Posts von Kreativseiten. "Gruselig" steht dann da unter einem Bild von einem genähten Rock, oder "´total altbacken", auch "der macht dich voll dick" und "schrecklich". Und wenn dann jemand Einspruch einlegt oder den Verfasser eines solchen Kommentares zur Rede stellt, lese ich immer und immer wieder: "Ich bin doch nur ehrlich."



Da stellen sich mir alle Nackenhaare auf. Ehrlich? EHRLICH? Nein, das ist nicht ehrlich. Das ist respektlos und unverschämt. Die Ehrlichkeit hat nämlich in einem sozialen Gefüge auch eine Grenze, und die nennt sich Respekt gegenüber dem Nächsten. Und so ein Kommentar, der unter der Gürtellinie trifft und dessen einziger Sinn es ist, jemanden damit zu treffen und zu verletzen ist vollkommen frei von Respekt. Ich glaube, im anonymen Netz vergessen manche Leute, dass hinter jedem Bild, das gepostet wird, ein Mensch steht. Jemand mit Gefühlen und Ängsten, jemand der lang hinter der Nähmaschine gesessen ist, um dieses Werk zu erschaffen. Jemand, der da Liebe und Zeit und Material reingesteckt hat und zurecht stolz darauf ist. Jemand, der hier seinen Stil erschaffen hat - auch wenn der vielleicht nicht jedermanns Geschmack trifft.




"Ehrlich kann eben auch mal unbequem sein" kommt dann. Stimmt. Eine eigene Meinung ist wichtig, und auch, diese vertreten zu können. Ohne ehrliche Kritik ginge in unserer Gesellschaft nichts voran. Wenn Missstände nicht angeprangert werden, wird auch nichts dagegen unternommen. Aber ehrliche, konstruktive Kritik hat immer ein positives Ziel. Will etwas verbessern. Etwas, das einem wichtig ist, das einem auf die Nerven geht, ein Zustand, der nicht haltbar ist. Ich glaube ein Kleidungsstück, das einem nicht gefällt, fällt nicht in diese Kategorie. Verlangt ja keiner, dass jemand in Lobeshymnen ausbricht, dem das Ding gar nicht gefällt. Aber dezentes Schweigen und Weiterscrollen ist ja auch eine Lösung - vor allem eine Lösung, die niemanden verletzt.... Ehrlichkeit hin oder her. Und wenn man sich schon gar nicht auf die Zunge beißen kann, dann macht auch die Formulierung ganz viel aus - konstruktive Kritik zeigt immer einen Weg auf. "Schrecklich" ist nicht konstruktiv. "Du könntest vielleicht nächstes Mal...." schon eher. Und wenn das dann noch begleitet wird von einem "Gut gefällt mir an deinem Teil...", ist das doch wesentliche leichter verdaulich als so ein Schlag mit dem Zaunpfahl.



Wahrscheinlich hätte ich euch das gar nicht erzählen brauchen. Wenn ihr, meine lieben Mitleser, nämlich Menschen wärt, die mit erniedrigenden und respektlosen Kommentaren um sich schlagen würden, dann hätte ich das sicherlich schon bemerkt. Trotzdem musste das mal raus - weil mich das wirklich betroffen macht, diese Art, mit anderen Menschen umzugehen. Und weil ich mich mit diesem Blogpost ganz öffentlich, ehrlich und mit meiner ganzen Überzeugung gegen diese Art stelle, miteinander umzugehen. Weil ich der Meinung bin, dass mein Stil und dein Stil, so unterschiedlich sie auch sein mögen, ganz wunderbar nebeneinander existieren können. Denn das macht die Welt bunt.



Und jetzt schlagen wir einen eleganten Bogen zurück zu meinem Stil und meinem Outfit, und vor allem zu dem gigantischen Stoff, den ich hier für Alles-für-Selbermacher vernähen durfte. "Nelvita" habt ihr bestimmt schon entdeckt, das ist der neue GOTS-Sweat von AfS - aus der Feder von Susn alias raxn. Susn ist eine der wenigen Nähkolleginnen, die ich auch persönlich und im realen Leben kenne, weil sie gar nicht so weit weg von mir wohnt - umso mehr freue ich mich, dass ich hier ihr Debüt-Textildesign in Szene setzen durfte. "Nelvita" trifft absolut meinen Nerv und gefällt mir wahnsinnig gut - mal davon abgesehen, dass oliv, weinrot und beere zu meinen Lieblingsfarben gehören. Und dieser Sommersweat vernäht sich wie Butter, außerdem ist er kuschelweich! <3 Kombiniert habe ich mit einem grünen Wintersweat mit weißen Punkten, der noch in meinem Stoffregal lagerte, einer glänzenden grünen Paspel für die Passe hinten und ein bisschen beerefarbigem Tüddelband unten.



Genäht habe ich hier den Sweatrock "MyHedy" von Petit et Jolie, der schon länger auf meiner Will-Haben-Liste stand. Ich bin total begeistert von dem Ebook - durch den Sweat fällt der Rock schön schwer und wandert im Gegensatz zu meinen vielen Sommerröcken auch nicht ständig die Leggings hoch - der ideale Herbst- und Winterschnitt und ganz sicher nicht der letzte seiner Art hier im hasenwildschen Kleiderschrank. :D Die Paspeltaschen brauchen etwas Zeit, sind aber supergut erklärt und machen echt was her auf dem fertigen Rock! Die Beanie ist - mal wieder - nach dem Tutorial von Hamburger Liebe genäht, die restlichen Teile sind aus meinem Kleiderschrankbestand.



Raxns "Nelvita" ist leider schon in zwei Farben ausverkauft - aber von diesem wundervollen olive gibt es noch etwas, also nichts wie hin da! Der Stoff ist als B-Ware ausgezeichnet, weil er kleine weiße Punkte haben kann - wobei ich auf meinem grünen Meter keinen einzigen entdeckt habe. Dafür ist der Preis unschlagbar!

Sweat - GOTS - Nelvita - Olive -raxn-kleine Fehler 

Mit diesem Outfit in meinem Stil und mit diesen meinen Gedanken zur Ehrlichkeit stelle ich meinen Post rüber zu RUMS. Und bin gespannt, was ihr so dazu sagt. :)


Hasenwilde Grüße
Johanna


Mittwoch, 16. September 2015

Die goldene Stunde und so

Die Sonne lacht vom Himmel, es ist Donnerstag, der Wetterbericht meldet für heute 28 Grad und es wird höchste Zeit, euch meine letzten Sommerbilder zu zeigen!


Das Muckelie-Top! Der Schnitt ist perfekt für mich - er geht relativ lang über die Oberschenkel und mit der Knopfleiste (ihr könnt auch noch eine Fake-Paspeltasche nähen) auch einfarbig ein Hingucker!


Hinten hat das Top einen Racerback-Rücken, und seit ich so tolle BH-Klipse habe, mit denen man die BH-Träger einfach mittig zusammenklipsen kann, schaut da auch nix mehr raus! Nächstes Jahr fange ich definitiv früher an, Racerbacks zu tragen - damit der BH-Träger-Streifen auf der Haut auf knackig braun werden kann.... ;)


Als ich mit meiner Kamera und dem Selbstauslöser zum Selfie-Shooting für dieses Top abends aus dem Haus gehüpft bin, war die Sonne gerade tief am Himmel und hat ein wunderschönes warmes Licht verbreitet. "Perfekt", dachte ich mir "goldene Stunde - ideal für Fotos!". Pah, von wegen goldene STUNDE!



Bis ich die Kamera aufgebaut hatte und mit den ersten paar Fotos die perfekten Einstellungen gesucht, hatte sich Madame Sonne schon fast hinter den Horizont verkrochen... Im Schweinsgalopp habe ich die Bilder durchgeschossen, um zumindest ein paar ordentliche Fotos zu bekommen. Fazit: Die "goldene Stunde" dauert maximal 10 Minuten. Man unterschätze das nicht. :D


Meine Basicversion habe ich abgesehen von der Knopfleiste nur mit einem kurzen Streifen Webband und einer Ziernaht aufgepeppt. Mehr braucht das Top auch nicht, den Rest macht der Schnitt von ganz alleine.... :D Übrigens sind Tops für mich absolute Ganzjahreskleidungsstücke - ich trage auch unter langärmeligen Kleidungsstücken immer ein Top. Das mag ich lieber als ein Unterhemd, gerade lange Tops spitzen unten als Farbtupfer unter dem Shirt heraus und es hält schön warm. Und wenn ich Lust habe, trage ich es auch mal ÜBER dem langärmeligen Teil - perfekt für den Lagenlook!


Ihr bekommt den Schnitt mit allen drei Variationen - Basic, wie das meine hier, Sporty (mit eingesetzter seitlicher Passe, da zeige ich euch auch noch ein Exemplar) und High-Low mit Kellerfalte.

https://www.makerist.de/patterns/das-muckelie-top

Meinen Topbeitrag schicke ich zu RUMS und in das echte Teilchen werde ich jetzt schlüpfen, um die 28 Grad heute zu genießen!

Hasenwilde Grüße
Johanna