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Montag, 9. Januar 2017

Freunde eben

Wisst ihr, was interessant ist? Ich habe dieses Wochenende die Erfahrung gemacht, dass es mich tatsächlich mehr stresst, wenn ein Kind nicht da ist, als wenn es da ist. Das ist selbstverständlich abhängig davon, wo es gerade steckt. Aber lasst mich von vorn anfangen.


Meine große Tochter, inzwischen stolze fünf Jahre alt und Vorschulkind, ist seit den Herbstferien Mitglied im Kinderchor des Nachbarortes. Finde ich eine gute Sache - Singen ist ein tolles Hobby, sie lernt viele neue Kinder aus verschiedenen Altersstufen da kennen und hat auch echt Spaß daran. Hier aus dem Dorf gehen ziemlich viele Kinder dahin, es gibt nette Fahrgemeinschaften, ihre Freundinnen sind dabei und die Kinder bekommen auch reichlich Gelegenheit für Auftritte. Gute Sache das, also.


Nachdem meine Große ja nun mal meine Große ist, bin ich immer relativ unbedarft, wenn sie etwas Neues anfangen will. Keine älteren Geschwister, keine älteren Cousinen und Cousins, von deren Erfahrungswerten wir profitieren könnten - wir probieren also immer einfach mal. DIe Tochter springt ins kalte Wasser, und ich springe irgendwie mit. Mal mit mehr, mal mit weniger gutem Erfolg. So also auch die Chorsache. Samstag vormittags, in nettem Ambiente und guter Gesellschaft singt das Tochterkind nun also regelmäßig.


Und dann kam ganz schnell etwas, womit ich so gar nicht gerechnet hatte: das jährliche Kinderchorwochenende. Drei Tage auswärts mit zwei Übernachtungen in einem Jugendhaus, 50 Kinder und Jugendliche jeden Alters, und die Tochter als eine der Jüngsten mittendrin. Ich sage euch, mir ist das Herz schon Wochen vorher bei dem Gedanken in die Hose gerutscht. :D


Wir haben uns schließlich darauf geeinigt, dass sie Samstag und Sonntag als "Tageskind" teilnehmen darf - also zuhause übernachtet und via Privatchauffeuse morgens dort angeliefert und abends nach Programmende wieder abgeholt wird. Das schien mir für alle Beteiligten (inklusive der Chorleiterin) ein fairer Kompromiss.
"Was macht sie denn für ein Theater??", werdet ihr jetzt vielleicht denken. Naja, mal abgesehen davon, dass ich der Meinung bin, dass das große Kind trotzdem noch ein bisschen klein ist (der Meinung bin ich übrigens schon immer, und ich sehe nicht, dass sich in absehbarer Zeit daran etwas ändert... ;) ), ist meine Tochter ein eher ruhiges Kind. Jemand, der viel beobachtet, bevor er sich anschließt. Jemand, der sich von zu vielen Eindrücken manchmal einfach überfahren lässt. Dachte ich.


Samstag morgen also hatten zwei Mitglieder im Hause hasenwild ordentlich Muffensausen. :D :D Die Tochter versuchte, ihre Teilnahme kurz vor der Abfahrt doch noch zu revidieren und ich war nahe dran, ihr einfach zuzustimmen. :D Da ich aber weiß, dass es manchmal nur einen kleiner Stups in die richtige Richtung zum großen Glück braucht, haben wir beschlossen, uns die Sache zumindest zusammen anzusehen. Mit gepacktem Rucksack für einen langen Tag standen wir also dann morgens um halb neun vor dem Jugendhaus Schloss Pfünz und blickten die Fassade hoch. Ziemlich klein vor dem großen Schloss.


Als wir dann gemeinsam den Speisesaal mit der versammelten Kindermannschaft beim Frühstück betraten, das Kind neben mir den Rucksack fest umklammert, passierte etwas wunderbares. Die versammelten Kinder unserer Ortschaft kamen fröhlich lachend auf meine Tochter zu - bestimmt 7 Kinder, große und kleine, Jungs und Mädels, ein bunt gemischter Haufen - begrüßten sie mit Begeisterung und haben sie einfach mitgenommen. Ich habe dem selig lächelnden Kind zugesehen, wie es in einer Traube Kinder den Gang entlang verschwunden ist. Und ich weiß noch, dass ich dachte "Welch ein Glück, dass es euch gibt".


Als es zuhause langsam Abend wurde, habe ich gewartet. Darauf, dass jemand anruft und mir sagt, meiner Tochter wäre das alles viel zu viel und zu laut und zu lang und ich solle sie doch bitte abholen. Ich sah sie in meinem Kopf in irgendeiner Ecke sitzen, sehnsüchtig auf mich wartend und zu schüchtern, um das laut zu sagen. Ich sage euch, ich bin durch die Wohnung gelaufen wie ein eingesperrter Tiger. Schrecklich, so ein Mamaherz, manchmal....


Im Endeffekt habe ich meine Tochter nachts um halb zehn in bester Laune zurückbekommen (und ohne jedes Verständnis, warum sie eigentlich an diesem wunderbaren Ort nicht übernachten durfte). Sie war komplett aufgedreht, sprudelte quasi über vor lauter Erfahrungen und Neuigkeiten und Begeisterung und meinte mit leuchtenden Augen: "Mama, jetzt hab ich so viele Freunde, dass ich sie gar nicht mehr zählen kann." Und ich? War mir nicht sicher, ob jemand mein Kind vielleicht heimlich ausgetauscht hat... Habe mit ihr gestaunt, mich mit ihr gefreut und mal wieder festgestellt, dass ich ihr ruhig mehr zutrauen darf, der kleinen großen Maus.


Am Sonntag habe ich sie wieder hingefahren und sie ist mit einer Selbstverständlichkeit zwischen den Kindern abgetaucht, über die ich nur den Kopf schütteln kann. Sie hatte nicht mal mehr Zeit zum Winken. Mittags waren wir Eltern eingeladen, in einem Konzert zu hören, was sich die Kinder übers Wochenende erarbeitet hatten. Und es klang, als hätten sie miteinander eine tolle Zeit gehabt.


Jedesmal, wenn mir dieses Wochenende durch den Kopf geht, sehe ich vor mir die Szene im Speisesaal, bei unserer Ankunft. Die Szene, die das ganze Wochenende bestimmt hat. Wären in dem Moment nicht die anderen Kinder gekommen und hätten meine Maus unter ihre Fittiche genommen - wer weiß, ob sie geblieben wäre. Wer weiß, wie es gelaufen wäre. Dieses Selbstverständnis, mit dem sie sie integriert und mitgenommen haben, finde ich so wunderschön. Klar kennen sich die Kinder untereinander - aber es ist dennoch nicht selbstverständlich. Gerade die Großen, die Schulkinder, die großen Schulkinder haben ja durchaus auch ganz viel anderes zu tun, als so ein Vorschulkind mitzuziehen. Und trotzdem. Trotzdem haben sie ihr den bestmöglichen Start in das Wochenende ermöglicht, den man nur haben kann. Und gerade die beiden Firmlinge, die da dabei waren, haben meine Tochter das ganze Wochenende über immer wieder begleitet. Haben ihr geholfen, haben ihre Schuhe und ihren Rucksack in ihrem Zimmer gebunkert und waren da, wenn sie Hilfe brauchte. Freunde eben. Und wisst ihr was? Ich bin mir sicher, dass die Welt genau diese Menschen braucht. Kinder mit Mitgefühl, mit einem Auge auf die Kleinen, mit Empathie und sozialem Einfühlungsvermögen. Denn aus ihnen werden tolerante und hilfsbereite Erwachsene werden. Und das Schönste - so, wie meine Tochter das jetzt erlebt hat, und auch die anderen Kinder in der Gruppe, so werden sie das irgendwann weitergeben. Irgendwann werden sie die "Großen" sein. Irgendwann werden sie im Speisesaal lächelnd auf einen Neuanfänger zulaufen und ihn herzlich in die Gruppe aufnehmen. Und damit die Welt ein Stückchen besser machen.


Hasenwilde Grüße
Johanna


Schnell noch ein paar Infos zu den Fotos:
Die Tunika ist meine geliebte "Sommerliebe hoch 3" von der "Drahtzieherin" Iris
Das Shirt darunter ist ein Upcyclingprojekt aus einem ausgedienten Teenie-Shirt einer Freundin, als Schnitt habe ich das Basic-Longshirt von Lillesol und Pelle genäht
Und die wunderbare XXL-Borte in gelb durfte ich für Nadine von Namijda vernähen, die in ihrem Shop inzwischen nicht mehr nur fantastischen Tüddelkram, sondern auch die wunderschönsten Stoffe hat - absolute Einkaufsempfehlung von mir! Die wunderbare hellgelbe Wäschespitze findet ihr hier:
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Und die Applikationsvorlagen für die Eis-am-Stiel-Applikation ist von Din-Din und ihr bekommt sie hier: *KLICK*

Montag, 7. November 2016

Wackelzahn

Habe ich euch schon erzählt, dass die erste Zahnlücke hier im Haus Hasenwild Einzug gehalten hat?


Sehr überraschend, das kann ich euch versichern. Ich war von bevorstehenden Wackelzähnen und Zahnlücken in etwa so weit entfernt, wie der Mond von der Sonne. Also ziemlich weit.


Ich meine, schließlich ist auch die Große noch ein bisschen klein mit ihren 5 Jahren. Ein Kindergartenkind eben. Das Wort Vorschule will ich jetzt nicht hören. Wirklich nicht.


Jedenfalls kam sie eines Abends zu mir und jammerte ein bisschen (wirklich nur ein bisschen. Quasi kaum erwähnenswert), dass ihr der Zahn wehtut. Ich darauf (Rabenmutter, die ich bin): "Jetzt putzt du dir halt erst mal ordentlich die Zähne und schaust, ob die Zahnschmerzen davon weggehen. Wenn nicht, schau ich mir das morgen genauer an." Nachdem sie dann friedlich eingeschlafen ist, habe ich den Gedanken ad acta gelegt. Wenn Kind so ruhig schlafen kann, können die Zahnschmerzen schließlich nicht so schlimm sein. Außerdem waren wir ja erst bei der zahnärztlichen Kontrolle. Also.


Am nächsten Morgen hat sich das Tochterkind dann wohlweislich den Papa als Ansprechpartner ausgesucht, der dann prompt den Wackelzahn im Mund ausmachen konnte. Ich kann euch gar nicht beschreiben, was da in meinem Kopf vorging. "Wackelzahn? Wie? Hat sie sich gestoßen?".


Bis sich mein Gehirn langsam um die Idee wickelte, dass das tatsächlich einfach ein altersgerechter Wackelzahn sein könnte, hat es gedauert. Ihr werdet jetzt denken: "Was macht die denn für nen Elefanten aus diesem Wackelzahn???".


Und recht habt ihr. Er war wirklich nicht der Rede wert. Eigentlich. Aber irgendwie war es ja nicht nur der erste Wackelzahn meiner Tochter, sondern auch meiner. Ihr wisst schon. Ein greifbares Zeichen dafür, dass sie jetzt groß ist. Ein Vorschulkind. Bald ein Schulkind. Ein selbstständiges kleines Mädchen mit eigenen Ideen, dem langsam Flügel wachsen.


Und ja, ich hätte sie am liebsten festgebunden in dem Moment. Hätte ihr den Wackelzahn am liebsten mit Sekundenkleber wieder angetackert und ihr mit fester Stimme befohlen, doch gefälligst noch ein bisschen klein zu bleiben. Ich meine, die Sache mit den Wackelzähnen könnten wir nächstes Jahr auch noch angehen. In der ersten Klasse würde das auch noch reichen. Ernsthaft mal, so viel Neuerungen sind einem zarten Mamaherzen wirklich nicht auf die Schnelle zuzumuten, oder?


Naja, das Ende vom Lied war, dass gleich mittags beim Essene in lautstarkes Knirschen aus ihrem Mund zu hören war und sie ihren Wackelzahn beinahe mitgegessen hätte. Und jetzt ist da die Zahnlücke. Stolzes Beweisstück für ein reifes Vorschulkind, ihrer Meinung nach. Jeder muss sie sehen. Und der Zahn nebenan wackelt auch schon. Halleluja.


Aber es hilft wohl nichts. Nachdem das Fernziel ja wohl doch heißt, das Kind zu einem selbstständigen, respektvollen und verantwortungsvollen Erwachsenen (!) zu erziehen, muss ich da wohl durch. Wahrscheinlich wird es leichter mit jedem Wackelzahn. Aber irgendwie ist jeder auch ein bisschen Abschied.


Naja, und große Kinder it Zahnlücken brauchen coole Outfits. Die "Bandits" von Andrea Lauren waren da gerade richtig für die Zahnlückenfee. Vor allem, wenn man ganz genau guckt, ist da an ein paar seltenen Ecken ein Banditeneinhorn drauf. Und das ist der absolute Inbegriff der Coolness. :D :D Genäht habe ich aus dem weichen Sommersweat von Alles-für-Selbermacher eine Sweat-Version von Titus, der neuen cool-Hose von FinnLeys. Und ich habe alle Titus-Register gezogen. Hosentaschen, Aufsetztaschen hinten, eine Cargotasche an der Seite, Fake-Knopfleiste. Volles Programm. Ziel der Sache war eine weiche, kindergartentaugliche Hose, die gut unter den Schneeanzug passt, so dass das Tochterkind bei Schnee gut eingepackt ist und sich im Kindergartengarten die tollsten Schneeballschlachten liefern kann, drinnen aber trotzdem ordentlich angezogen ist. Jeans unterm Schneeanzug geht nämlich hier gar nicht. Ich erinnere, dass der Bequemlichkeitsfaktor bei uns eine tragende Rolle spielt. Dank des Gummizugs in den Beinen rutscht da dann auch nichts unter der Schneehose raus - und sie wächst ein Weilchen mit. Und weil eine Hose allein nur die Hälfte des Körpers bedeckt, gab's dazu noch ein einfaches Basic-Longsleeve von Lillesol und Pelle, mit Banditeneinhorn (stoffgemalt und appliziert).
Und bevor ihr fragt: Eigentlich sollte weiß kein Problem sein. Denn eigentlich soll die Hose ja draußen ausschließlich unterm Schneeanzug stecken. So die Theorie. Die Praxis sieht braun, matschig und begeistert aus. Was willste machen? :D :D


Hier bekommt ihr die "Bandits" in drei schicken Farbstellungen:

Sweat - Bandits - GOTS - Andrea Lauren - Weiß


Und da geht's zur Hose "Titus" in all ihrer Raffiniertheit (der näht sich übrigens auch super aus Nicht-dehnbaren Stoffen, deswegen habe ich für die Sweatversion einen Touch Weite rausgenommen) in den Größen 74-134:

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Hat euch der erste Wackelzahn auch so getroffen? Erzählt mal!

Hasenwilde Grüße
Johanna

Sonntag, 25. September 2016

Sammeltrieb


Ihr Lieben,
im Urlaub, in diesen entspannten Tagen, habe ich vorab zwei Blogbeiträge für euch geschrieben. Weil ich Zeit hatte. Weil ich gern schreibe. Und weil sie mir eben so in den Sinn kamen. Heute bekommt ihr den ersten der beiden zu lesen.

Jedes Jahr, bevor wir in den Urlaub fahren, holen wir ein paar Tage vorher den Wohnwagen aus Opas Stadel und stellen ihn vor unser Haus. Da meine Eltern ihn im Moment kaum nutzen ist er meistens ein bisschen verstaubt vom Winter und ich putze und lüfte erst mal ordentlich durch. Im Eingangsbereich befindet sich ein schmales Regal, dafür hat mein Papa eigens ein paar passende Holzkistchen angefertigt, die genau hineinpassen. Wo ich also schon so am Saubermachen und Durchwischen war, habe ich mir die Kistchen gegriffen und dachte mir, ich schau mal, was da eigentlich so alles drin lagert.



Wenn ich euch jetzt erzähle, dass mein Papa ein alter Sammler und Bastler ist, der alles brauchen und nichts wegwerfen kann, könnt ihr euch wahrscheinlich schon vorstellen, dass das eine durchaus interessante Sache war… :D :D



Ich sitze also im Schneidersitz auf der Stufe vor unserem Haus, die Sonne scheint und ich fördere zu Tage, was sich da so versteckt. Von den drei alten Weckgummis kommt zumindest einer wieder in die Kiste. Man kann nie wissen. Das Häufchen alter Büroklammern und die drei zerbrochenen Kulis wandern in den Müll. Wenn er das wüsste, würde er grummeln: „Immer schmeißen sie alles weg, die Preindls! Kein Respekt vor recycelbaren Raritäten!“. Ich grinse vor mich hin – ich glaube nicht, dass er das Kugelschreiberersatzteillager vermissen wird. Die zwei uralten Stoffeinkaufsbeutel werfe ich aufgrund des modrigen Geruches in den Wäschekeller, ersetze sie aber durch neue. Was steckt da noch? Plastiktüten, Panzertape, eine durch Drehen aufladbare Taschenlampe (dieses Ding habe ich mein Lebtag nicht im Einsatz gesehen, und ich kenne diesen Wohnwagen jetzt seit 25 Jahren. Bisher haben noch immer die guten alten Batterietaschenlampen im Notfall ihren Dienst getan. :D), ein Bewegungsmelder (Wofür? Wofür??????), eine alte Glühbirne (von der ich fest glaube, dass sie kaputt ist und nach dem Austauschen einfach wieder in die Schachtel gewandert ist – sicher bin ich mir aber nicht), ein Knicklicht, verschiedene Rechnungen, ein Mini-Nähset ohne Nadel, Kabelbinder, diverse Kabelstücke und Schrauben, Angelhaken. Angelhaken?


Ich erinnere mich dumpf an eine Fahrt vor vielen Jahren, in der mein Papa sich eine Angel zugelegt hat und voller Motivation auf die Jagd ging. Ich glaube nicht, dass er was gefangen hat – seither liegt die Angel aber „für alle Fälle“ in einem der  Wohnwagenfächer und wartet auf bessere Zeiten. Der selbstgebastelte Urlaubskartenhalter aus Tonpapier war vor vielen Jahren ein Geniestreich von mir und hat glaube ich nie eine einzige Karte gehalten. :D :D


Ich packe einen kleinen Teil der Utensilien, die da auf der Stufe ausgebreitet liegen, wieder in die Holzkästchen (Panzertape und Kabelbinder kann man immer mal brauchen, da gebe ich meinem Papa ja vollkommen recht), das meiste landet in einer Extrakiste. Wegwerfen darf man ja nix hier. :D Die Kiste deponiere ich im Keller. Nicht nur, dass im Wohnwagen jedes Zusatzgewicht auffällt, meine Kinder jagen solche Trophäen mit Begeisterung und ich habe keine Lust, diese Kisten den ganzen Urlaub lang täglich wieder einzuräumen, nur weil die Damen sie interessant finden.


Kopfschüttelnd stelle ich die Pappkiste in ein Regal. Diesen Sammeltrieb werde ich nie verstehen. Wirklich, da bin ich vollkommen anders. Ich werfe Dinge weg, anstatt sie für Jahrhunderte in irgendeiner Ecke zu bunkern. Wo ich schon im Keller bin, beschließe ich, aus meinem Nähzimmer schnell die Schlafsäcke zu holen. Während ich mit beiden Händen Stoffstücke vom Sofa räume und dabei versehentlich in eine der Tüten mit alten Jeansresten zum Vernähen trete, muss ich lächeln. Ich stelle energisch noch zwei Kisten Bastelutensilien auf den Boden und kann endlich das Schlafsofa hochklappen, um an die Schlafsäcke darunter heranzukommen. Hat er doch Glück gehabt, mein Vater. Dass aus diesen Genen eine vollkommen rational denkende Tochter ohne jeglichen Sammeltrieb geworden ist, das hätte wohl keiner gedacht. :D :D



Hier noch schnell die Details zu den Bildern: Der Rock ist ein Freebook von Frau Liebstes/kibadoo und heißt einfach Jerseyrock Kids. Mit der Teilung lässt sich unglaublich gut mit verschiedenen Stoffen spielen - da kommt auch der tolle Simply-Apples-Jersey von Hamburger Liebe richtig gut zur Geltung! Das Tüpfelchen auf dem i ist aber die XXL-Häkelborte in altrosa, die ich für Nadine von Namijda vernähen durfte. Die verleiht dem Rock nochmal eine besonders pfiffige Note. Kombiniert habe ich das Röckchen mit einem ganz einfachen Basicshirt (Schnitt: Longsleeve von Lillesol und Pelle) aus den Big Dots von Lillestoff. Die Malia-Ballonmütze von Pom und Pino hab ich euch ja schon ein paar Mal gezeigt.

Hier geht's zur Häkelborte: (der Shop von Namijda ist übrigens ideal, wenn ihr Stoffe und Tüddelkram zum Kombinieren sucht - tolle Qualität und faire Preise für schicke Kombis. Ich hab schon mehrmals bestellt und werde definitiv dabei bleiben - die Sachen sind nämlich auch noch ruckzuck da!)

http://www.namijda.de/de/spitzen/kloeppelspitze/1-mtr-kloeppelspitze-extra-breit-altrosa-6-5cm.html

Hasenwilde Grüße
Johanna


Donnerstag, 12. Mai 2016

Gemütlichkeit zum Anziehen

Angesichts der Temperaturen, die uns laut Wetterbericht in den nächsten Tagen hier erwarten, habe ich heute geeeenaaaaau das richtige für euch: Einen Jogginganzug. Auch Kuschelsweat. Ultimative Gemütlichkeit zum Anziehen, quasi.


Meine große Tochter liebt ja Joggies heiß und innig. Das ist so ein Bequemkind, das als erstes nach dem Kindergarten nach oben läuft und die Jeans gegen eine Leggings, eine Jogginghose oder etwas ähnliches tauscht. Damit beim Spielen nichts drückt und nichts zwickt und vor allem nichts vond en wunderbaren Fantasiewelten ablenkt, in die sie dann für den Nachmittag abdriftet.


Ich kann ihr das gut nachfühlen, ich bin ja auch so ein Bequem-Typ, der es abends gar nicht erwarten kann, endlich in gemütliche Klamotten zu schlüpfen. Und so ein Jogginganzug ist ja nicht nur eine tolle Sache, wenn es draußen regnerisch und ungemütlich ist - auch jeder noch so warme Sommertag wird irgendwann abends kühl. Und wenn man dann noch ein bisschen im Garten sitzen bleiben möchte, eine Kerze auf dem Tisch stehen hat und den Grillen beim Zirpen zuhört, gibt es doch nichts besseres als eine kuschelige Hose und einen passenden Sweater.


Der letzte Jogginganzug (mit dem gestickten Zebra. Erinnert ihr euch?) ist leider inzwischen nun wirklich zu klein (auch wenn er die Große wirklich lang begleitet hat) und ist in den Kleiderschrank der kleinen Schwester gewandert. Und das ging ja nun mal gar nicht. Kennt ihr das, wenn in den Kinderaugen die ersten Tränen schwimmen? Und die Unterlippe so zu zittern anfängt? Ja?


Naja, was soll ich sagen. Ein neuer Jogginganzug musste her. Selbstverständlich wieder mit Zebra. Fehlende Kontinuität kann man dem Kind nun wirklich nicht vorwerfen. :D Nachdem die Freihandstickerei ja doch etwas arbeitsaufwendiger war, dachte ich mir dieses Mal: Nimmste Stoffmalfarbe, geht schneller. Also - nein. Geht nicht schneller. Vor allem dann nicht, wenn man mit selbstgemachtem Freezerpapier arbeiten will und schon ewig an der Vorlage herumschnipselt. Aber ich muss sagen - sieht auch gut aus. Doch, wirklich. Und der Zebrakopf hat auch schon die ersten Waschmaschinendurchgänge überstanden. Scheint recht gut zu halten. :)


Jedenfalls kann ich euch jetzt mit Stolz die perfekten Schnitte dafür präsentieren: Als Oberteil, wie gehabt, das Longsleeve von Lillesol und Pelle. Oftmals getestet und für gut befunden. Hier bereits in Größe 128 - so ein Jogginganzug verträgt schon ein bisschen Wachspuffer - mit den Bündchen rutscht da normalerweise nichts. Auch die Hose ist mir ein bisschen lang geraten, aber da wächst das Kind, das einem Pfifferling in der Beziehung alle Ehre macht, schon rein. Wahrscheinlich wieder schneller, als ich überhaupt gucken kann. Der lässige Schnitt nennt sich "deine Sverre", ist einer der neuesten Streiche von Ilona von "Meine Herzenswelt" - und universal einsetzbar.


Die eingesetzten Passen im Schritt finde ich total stylisch - hier habe ich sie nur mit bunten Fakepaspeln betont. Ansonsten gibt Sverre, ganz Meine-Herzenswelt-like wieder ganz viel Variationspotenzial her - von der Passe am Rücken über aufsetzbare Taschen, Eingrifftaschen, verschiedenen Längen und verschiedenen Bundvarianten geht so ziemlich alles - und am besten gefällt mir, dass sich Sverre auch aus Webware wie Jeans und Cord nähen lässt und nicht nur eine Fake- sondern alternativ auch eine echte Knopfleiste mitbringt. Total klasse. Ich muss unbedingt noch die ein oder andere Jeans-Draußenvariante nähen. Übrigens gibt's den Schnitt nicht nur für Kids (56 - 128) sondern inzwischen auch für Teens (134 - 170). Wenn da nicht für jeden was dabei ist, weiß ich auch nicht. :D Übrigens, dass die Sverre auch ganz anders kann und auch in dreiviertellang, oililyfarben und sommerfrisch eine tolle Figur abgibt, zeige ich euch demnächst noch...


Deine Sverre Kids könnt ihr (mitsamt einiger wunderbarer Designbeispiele!!) hier genauer ansehen:

https://www.makerist.de/patterns/ebook-12-sverre-kids-hose-groesse-56-128
 
 
 
Habt ihr auch so Jogginganzug-bequem-gemütlich-Kinder?
 
Hasenwilde Grüße
Johanna

Montag, 4. April 2016

Backsteinmethode

Endlich Draußenbilder!!

Wir freuen uns hier so an den Sonnenstrahlen! Schade nur, dass die Ferien schon vorbei sind. Das Aufstehen heute morgen fiel nämlich nicht nur den Kindern schwer.... ;)

 
Wir haben gestern den letzten Ferientag in vollen Zügen genossen. Es gab ein langes verspätetes Osterfrühstück, weil die eine Hälfte der Familie über Ostern im Urlaub war. Danach haben wir die Fahrrades entstaubt und eine Runde gedreht - bei der Wirtschaft im Nachbarort vorbei, da gibt's nämlich schon Steckerleis ( = Eis am Stiel).


Die große Hasentochter fährt ja seit Ende letzten Jahres Fahrrad, da schadet ein bisschen Übung gar nicht - und sie macht ihre Sache wirklich gut. Fehlen nur noch ein paar Muskeln an der richtigen Stelle....


Die Kleine hat die halbe Strecke mit dem Laufrad zurückgelegt, da hat sie sich ganz schön ins Zeug gelegt. Auf dem Heimweg durfte sie dann in den Kindersitz auf meinem Fahrrad und der Papa hat das Laufrad hinten auf den Gepäckträger geschnallt. Allerdings hat sie die Tatsache, dass ihre Schwester schneller unterwegs war als sie, doch irgendwie gefuchst - jedenfalls mussten wir zuhause SOFORT das kleinste Fahrrad für sie herrichten und einstellen. Sie stellt sich wirklich gar nicht dumm damit an, ich rechne damit, dass sie das diesen Frühling noch packt.


Und dann? Habe ich zwei große, fahrradfahrende Kinder. Wahnsinn. Wie die Zeit vergeht. Inzwischen saust auch die Kleine tagsüber ohne Windel herum, die Wickelkommode können wir abbauen und ab Herbst darf auch Nummer zwei den Kindergarten besuchen. Sie werden so schnell groß. Vielleicht teste ich doch mal die Methode mit dem Backstein auf dem Kopf, damit sie ein wenig länger klein bleiben. 3 und 5 Jahre, das ist ein wunderbares Alter, finde ich. So könnte es ewig bleiben. <3


Jedenfalls war das eine gute Gelegenheit, um eines der neuen Outfits auszuführen - und für dieses hier hat sich das Hasenkind entschieden. Da steckt nämlich alles drin, was sie liebt: blau, schwarz und Glitzer! Der Rock ist mal wieder ein Upcycling-Projekt aus einem Damen-Minirock. Ich habe einfach seitlich zwei Streifen herausgenommen und oben einen Gummi eingezogen, damit er auch noch ein Weilchen mitwächst. Das Shirt mit dem amerikanischen Ausschnitt ist von Lillesol und Pelle und die Ballonmütze nennt sich "Malia" ganz neu von Ulrike von Pom&Pino. Gerade nähe ich sie zum vierten Mal. :D :D Ich habe beschlossen, eine "Malia" passt heuer zu jedem Sommeroutfit. Der Schirm spendet Schatten, die Kinderkopf ist vor der Sonne geschützt und die empfindlichen Hasenohren sind gut eingepackt - von diesem Multitalent gibt's definitiv noch seeeeeeehr viele!! Hier könnt ihr euch euer Malia-EBook sichern: *KLICK*


Ja, und das Highlight? Den schwarzen Kokeshi-Glitzersweat habe ich geraaaaade eben bei Alles-für-Selbermacher wieder entdeckt! Der war nämlich vor ein paar Wochen ruckzuck ausverkauft - wenn ihr euch jetzt also noch ein Stückchen davon sichern wollt, dann nichts wie hin:

http://www.alles-fuer-selbermacher.de/Sweat---Kokeshi---Glitter---Schwarz---Gold?filter_name=kokeshi

Sonntag, 8. November 2015

sweet(ie)s zur Entschleunigung

Wir sind wieder beste Freunde. Juhu. Die Nähmaschine und ich haben uns wieder versöhnt und können uns im Moment gar nicht so recht trennen, deswegen hört ihr auch so wenig von mir....


Bei der Versöhnung geholfen hat mir ein ganz besonderer Schnitt aus einem ganz besonderen Probenähen....


Aber lasst mich von vorne anfangen. Inzwischen bewerbe ich mich nur noch selten bei Probenähen. Ich arbeite in ein paar Stammteams mit, die mir sehr am Herzen liegen, und das aktuelle Näh-Arbeitspensum ist so wirklich optimal für mich. Da bleibt nebenher normalerweise noch schön Zeit für Familie, Haushalt (naja... ;) ) und hin und wieder auch ein nähfreier Abend. Manchmal häufen sich die Schnitte ein bisschen, manchmal ist es dafür wieder recht ruhig. Gerade richtig, so für mich.


Aber hin und wieder komme ich an einem Schnitt außerhalb meiner Stammteams nicht vorbei. Der ein oder andere tendiert dazu, mich anzuspringen. Mitten ins Gesicht und mitten ins Nähherz. Und dann MUSS ich mich einfach darauf bewerben. Bei dem Rock "Ginny" von rosarosa habe ich mir eigentlich keine großen Chancen ausgerechnet. Da waren soooo viele Bewerber mit so vielen tollen Seiten. Umso höher bin ich vor Begeisterung gehüpft, als ich tatsächlich ins Probenähteam für "Ginny" eingeladen wurde. Hin und wieder braucht man ja so einen kleinen Glückshormonschub.... ;)


Und der Schnitt ist aber auch genial. Mal wieder was anderes. Eigentlich mehr wie Patchwork als Kleidernähen. Ein Baumwollschnitt aus 14 einzelnen Bahnen, die jeweils kellergefaltet werden, oben schön schmal anliegend und unten fluffig, weit und bequem.


Ich nähe ja schon gern mal so Nase mal Pi. Nahtzugabe frei Auge und sowas. Bei einem normalen bequem sitzenden Jerseyoberteil fällt das ja auch nicht so wesentlich ins Gewicht. Aber bei 14 Webware-Bahnen plus Belegen plus Kellerfalten, also in der Breite 46 Nähten, spielt jeder Millimeter eine entscheidende Rolle.


Ginny ist kein 5-Minuten-Projekt. Da muss man sich allein beim Zuschneiden schon Zeit nehmen. Und ein Lineal. Aber der Rock macht wahnsinnig Spaß. Gerade nach den vielen Oversize-Teilen, die ich in letzter Zeit so für mich genäht habe, ist das mal wieder ein ganz anderes Arbeiten. Erstens sind die süßen Details wie die Schleifentaschen oder die Knopfleiste echt zum Verlieben. Und dann ist es ein absolutes Hochgefühl, wenn dieser Rock oben dann auch wirklich genau passt. Dinge, die man sich richtig erarbeitet hat, haben eben hinterher auch den größten Wert für einen selber.


Schwierig zu nähen ist Ginny deswegen nicht. Mal davon abgesehen, dass die einzelnen Arbeitsschritte wirklich narrensicher erklärt und bebildert sind, ist auch eigentlich nichts dabei. Man braucht eben ein bisschen Geduld dafür. Und in der heutigen Zeit, in der alles schnell-schnell und sofort funktionieren muss, ist so ein Projekt eine richtige Oase - das Stichwort Entschleunigung passt da wunderbar. Die Gedanken kreisen lassen und nebenher vierzehn Mal exakt dieselbe Naht setzen. Und durchschnaufen. Ich warne euch, man kann auch süchtig werden davon. :D


Unser Ginny-Exemplar hier habe ich aus festem Canvas genäht. Der Stoff mit den süßen Bonbongläsern lagert schon ein Weilchen in meinem Regal und wartet auf einen würdigen Verwendungszweck - gefunden, würde ich sagen! :D Kombiniert habe ich den Rock mit einem einfachen Longsleeve von Lillesol und Pelle mit appliziertem Bonbonglas, Stulpen und einer Issy von FeeFee, dieses Mal als Bolero. Dass vorne das untere Teil des Boleros oben angenäht ist, ist selbstverständlich Absicht. :P Nicht, dass ihr denkt, ich hätte irgendwie ein Problem mit rechts und links (und oben und unten und überhaupt.... ;) ) Ich finde ihn aber trotzdem schick, aus rosa Glitzersweat - und schön warm ist er auch noch! Naja, und bei den vielen Sweets auf dem Rock musste für das Shooting dann natürlich ein Lolli her. Ausnahmsweise. :D


Der Rock dreht inzwischen schon die zweite Runde in der Waschmaschine - und ich sage euch, für den überwinde ich sogar meine angeborene Bügelophobie, und das will was heißen! :D

Habt ihr auch Lust bekommen auf Ginny? Dann klickt mal rüber zu Christinas Shop und schaut euch durch die fantastischen Probenähbeispiele!! Und wenn ihr ganz schnell seid - nur heute noch gibt es Ginny zum Einführungspreis!

 
Ich habe für heute mit der Näherei abgeschlossen - noch ein paar Fotos bearbeiten und dann freue ich mich auf einen gemütlichen Abend auf dem Sofa! Das muss nämlich auch mal sein! <3
 
Hasenwilde Grüße
Johanna