Sonntag, 18. Oktober 2015

Entenfüttern leichtgemacht

Sonntag. Und ich habe endlich mal wieder Lust und Zeit, einen Beitrag für euch zu verfassen.


Heute zeige ich euch eine Premiere. Das ist nämlich das zweite Outfit, das ich rein manuell fotografiert, im RAW-Format gespeichert und dann so mit Photoshop bearbeitet habe. Und das erste davon, das ich euch zeige. Tadaaaaa.


Wahnsinn, ich sags euch. Ich habe Übungsbedarf, und zwar akut. Ihr müsst euch das so vorstellen: im halbautomatischen Modus, den ich bisher genutzt habe, wähle ich einen der drei Einstellungsfaktoren, und die Kamera passt die restlichen zwei so an, dass das Bild gut ausgeleuchtet und möglichst wenig pixelig ist. Im manuellen Modus muss ich das bei allen drei Faktoren selbst tun.


Das heißt, sobald ich meine Position gegenüber meinem Fotomotiv ändere (in diesem Fall die kleine Hasentochter), muss ich meine Einstellungen angleichen, damit die Belichtung passt. Nächstes Mal werde ich dem Kind Betonschuhe anziehen. Halleluja, ehrlich, die ist schnell wie ein Wiesel!


Aufgrund der schicken Enten-Freihandstickerei hatte ich mir so im Vorfeld gedacht, dass es doch sicher lustig wäre, das Kind beim Entenfüttern zu shooten. Ich habe also in weiser Voraussicht ein altes Stück Brot eingepackt. Ich glaube, das war das erste Mal EVER, weil ich sonst diese Entenmästerei nicht unterstütze, die sollen sich ihr Futter ja selber suchen, um überlebensfähig zu bleiben. Aber - das war immerhin die erste Ausnahme, die ich bisher gemacht habe. Ich drücke also beiden Kindern die Hälfte vom Brotstück in die Hand, zeige ihnen, wie man ganz kleine Krümel wegbröselt und gehe in Stellung.



Belichtung einstellen. Die erste Ente nähert sich dem Kind. Das Kind quietscht und flüchtet hinter meine Beine. Ähm, Moment. So geht das nicht. Zweiter Versuch. "Die tun dir nichts!", beruhige ich den Hasen und stelle ihn wieder an seinen Platz. Ich in Position - Belichtung einstellen. Das Kind wirft einen Krümel, sieht die Enten kommen, schreit auf und stürzt sich auf mich. Hmpf. Ich kann so nicht! Die große Hasentochter verfüttert daneben seelenruhig in einer Traube von schnatternden Enten ihr Brot. DAS wäre das gesuchte Motiv. Memo an selbst: Künftige Entenmotive auf die Kleidung der GROßEN!! Ich probiere es also weiter, stelle die kleine Tochter neben die Große, die ihr die Hand gibt. Zur Beruhigung. Ich in Position - Belichtung einstellen. Die Kleine kuschelt sich an ihre Schwester (die selbstverständlich die unfotogenste Outdoor-Jacke trägt, die sie besitzt, und damit definitiv nicht fotokompatibel ist). Ich schieße ein paar Fotos vom rechten Arm und einem Teil Kapuze. Na toll.


Im Endeffekt bin ich ganz schön ins Schwitzen gekommen, bis ich zumindest ein paar Fotos im Kasten hatte. Das Kind war nämlich auch nur unter Protest dazu zu bewegen, sich mal zu mir umzudrehen (um die Vorderseite vom Pulli fotografieren zu lassen) und damit den Enten den Rücken zu kehren.... ;) Ihr stellt euch jetzt also bitte vor, dass da noch mindestens 30 Enten waren, die thematisch perfekt gepasst hätten. Ein einziges Foto mit Ente gibt es. Das halte ich in Ehren. :D


 
 
Zum Glück habe ich so viele Fotos geschossen, dass dann doch einige richtig schöne dabei waren. Der Plan war eigentlich, mit den Fotos am Fotowettbewerb von FeeFee teilzunehmen, aber die ungewohnte RAW-Bearbeitung hat mich so viel Zeit gekostet, dass ich es zeitlich einfach nicht geschafft habe. Hier auf dem Bild seht ihr eines meiner Specials: Zwei Bindebändchen aus dem Bündchenstoff, die ich einfach in die Seitennaht miteingefasst habe, und die sich jetzt an der Seite entweder zum Schleifchen binden lassen oder einfach peppig herunterbaumeln.
 
 
 
 
Der Schnitt ist - na klar - Issy von FeeFee in Pulli-Form. Ein wirklich supergeniales Schnittmuster, ich muss die Bolero- und die Kleidversion unbedingt auch noch testen. Vorne und hinten ist unsere Issy enten-freihandbestickt. Das Motiv habe ich mir selbst gezeichnet, aber ich hab mich inspirieren lassen - Johanna von jojolino hat letztens so ein supersüßes Oberteil mit einer Gans hinten drauf gezeigt, das fand ich fantastisch. Ich wollte unbedingt mal wieder freihandsticken, aber eigentlich war Lieselotte geplant, die Kuh aus klein Hasenkinds Lieblingsbilderbuch. Nach Johannas Bildern konnte ich aber gar nicht anders, als auch ein Federvieh zu nähen...
 
 
 
 
Und weil ich so in Fahrt war, habe ich die gleiche Ente auch nochmal hinten appliziert - von hinten, natürlich!
Den kuschelweichen graumelierten Heavy Bio Sweat (GOTS zertifiziert!) durfte ich für Stoffversand4u probenähen - und der bekommt mein uneingeschränktes Lob! Näht sich wie Butter und ist wirklich total kuschelig. Es gibt ihn übrigens in noch ganz viel mehr schönen Farben - Aprikose hab ich auch noch vernäht, den zeige ich euch demnächst! Hier könnt ihr durch die Biosweatfarben stöbern: *KLICK*
 Den Pulli hat die Tochter die halbe Woche getragen - bis ich ihn gewaltsam in die Waschmaschine verbannt habe. Und ich finde ihn selber echt auch so toll (und das ist nicht immer so bei meinen genähten Sachen!). Der graugemusterte Kombistoff ist übrigens von den Waschbeckenpiraten!
Und das ganze tolle Teil schicke ich ganz flott zu "Ich näh Bio"!
 
 
Hasenwilde Grüße
Johanna



Sonntag, 11. Oktober 2015

Wirbelwind

Dochdoch, ich bin noch am Leben. Das hasenwilde Leben hat mich voll im Griff. Wir genießen die Herbsttage, haben heute unser nicht-frostsicheres Gemüse geerntet, die große Hasentochter möchte jeden freien Augenblick zum Radfahren-trainieren nutzen, nachdem sie jetzt endlich auf ein "großes "16-Zoll-Radel umgestiegen ist und dazwischen rufen unzählige Abendtermine (schöne und anstrengende), die Nähmaschine, der Haushalt...


Und trotzdem finden sich inmitten dieses bunt wirbelnden Lebens, das manchmal ganz schön stressige Situationen mit sich bringt, immer wieder Momente zum Kraft tanken. Wenn ich mit der ganzen Familie am Tisch sitze, wir reden und lachen und ich mich einen Moment zurücklehne, um diesen Augenblick ganz fest in meinem Herzen zu speichern. Oder bei einem Abend auswärts mit meinem Mann und Freunden, an dem ich kurz innehalte, ein mentales Foto knipse und es in mein Erinnerungsalbum im Kopf klebe. Und ganz viele Augenblicke mit meinen Kindern, die mir so viel zurückgeben.


Heute möchte ich euch mal erzählen, was 2 Jahre für ein tolles Alter sind. Ich muss sagen, ich fand jede Altersstufe meiner Kinder auf ihre Art wundervoll - und die aktuelle ist meistens die süßeste (außer das entsprechende Kind liegt aufgrund eines monumentalen Wutanfalls auf dem Fußboden im Netto und brüllt dich die Seele aus dem Leib. DAS ist nicht süß. :D ). Anstrengend waren bisher auch alle Phasen, aber jede hat doch ihren eigenen Zauber. Nachdem heute meine Kleine auf den Fotos Modell steht, schauen wir uns doch die magischen zwei Jahre ein bisschen genauer an...


Unsere jüngste im Hause ist ein ausgesprochener Wildfang. Hier auf dem Bild seht ihr ihre größte Leidenschaft: Katzen. Denen rennt sie hingebungsvoll stundenlang hinterher, streichelt sie mit einer bewundernswerten Ausdauer, schleppt die Tiere auch mal von hier nach da und lässt sich auch von dem ein oder anderen Kratzer nicht beeindrucken. Überhaupt sieht das kleine Hasenkind eigentlich immer so aus, als hätte ich es verprügelt. Um es hier mal deutlich zu sagen: Ich wars nicht. :D


Aktuell ist ihr Gesicht von einer Bruchlandung zerschrammt, als sie versucht hat, im Schweinsgalopp über ein Brett zu rennen, das auf den Traktoranhänger aufgelegt war, damit man die Schubkarre da raufschieben kann. Die Schienbeine sind mehr blau als hautfarben und heute hat sich Madame jetzt endgültig das Lippenbändchen abgerissen, als sie versucht hat, eine Stange im Mund zu balancieren und damit versehentlich irgendwo dagegengerannt ist. Höher, schneller, weiter ist ihr Motto, und wenn sie sich auf ihr Laufrad schwingt und quietschend mit weit ausgestreckten Beinen jeden Berg im Rekordtempo hinunterrauscht, muss ich schon ganz schön treten, um ihr nachzukommen.


Die große Schwester ist ihr absolutes Idol, sie muss alles haben, machen, sagen was das große Hasenkind vormacht und legt dabei eine Loyalität an den Tag, die mich wirklich verblüfft. Bei dem Versuch, der Großen alles nachzumachen, überwindet die Kleine schon mal Grenzen, von denen ich nicht dachte, dass sie die knacken würde. Sie redet wie ein Weltmeister, baut auch gerne mal Fremdwörter ein, telefoniert mit Begeisterung und hat ein unglaublich ansteckendes Lachen, das den ganzen Tag aus irgendeiner Ecke zu kullern scheint.


Selbstverständlich sitzt in dem kleinen Kopf (wie in allen Köpfen der Familie Hasenwild, muss ich zugeben), ein unglaublicher Wille, der sich hin und wieder kein bisschen um den Verstand schert.... Der kleine Hase ist ganz groß im Theater machen, sich-auf-den-Boden-werfen, das Haus plattschreien oder gegen-Türen-hämmern. Aber sie kriegt sich auch schnell wieder ein und ist nicht nachtragend.


Und dann kommt irgendwann der Moment, in dem das Kind müde wird. Plötzlich wird aus dem Energiebündel eine Kuschelkatze, die sich auf Mamas Schoß verkriecht, mit den Händen in ihren Haaren spielt und die Nase fest in den Ausschnitt steckt. Wenn ich die Hasentochter aus dem Mittagsschlaf wecke, trage ich sie immer in mein Bett und dann gibt es eine Viertelstunde Kuschelzeit deluxe. Und so ein weiches, warmgeschlafenes, noch ein bisschen verdöstes Muckelchen, das sich ganz nah herkuschelt und den Moment in vollen Zügen genießt, das ist etwas wirklich wunderbares. Und das ist einer der Momente, in denen ich am liebsten die Zeit anhalten würde - und den ich ganz fest in mein Herz schließe, als heimlicher Vorrat für graue, stressige und anstrengende Zeiten.... <3


Doch, zwei Jahre sind ein wunderbares Alter. Der süße Räuberpulli, den das Hasenkind da trägt, nennt sich "Pully" und stammt aus der Feder von Annas Country. Der kuschelige Fuchssweat und die süße Appli haben es der Tochter und mir aber auch wirklich angetan - und der Kragen hält den Hals schön warm. Mit den Passen am Vorderteil, am Rücken und an den Ärmeln kann man so richtig schön farblich spielen und total witzige Effekte kreieren.

Hier könnt ihr euch das Ebook und einige Designbeispiele näher ansehen:

http://de.dawanda.com/product/87851431-e-bookanleitung-pully-56-158
 
 
Habt ihr auch so einen Wirbelwind daheim?
 
 
Hasenwilde Grüße
Johanna

Dienstag, 6. Oktober 2015

Sachensammler

Einige von euch haben diesen tollen Stoff bestimmt schon daheim - und für die anderen kann ich schon mal andeuten: Ich habe gehört, er kommt nochmal!


Meinen grünen Nelvita-Rock hab ich euch ja schon gezeigt (den trage ich auch ständig, der ist soooo angenehm!). Hier kommt jetzt noch die beere-Variante aus dem Probenähpaket von Alles-für-Selbermacher, die die große Hasentochter abgekriegt hat. Das Design von Susn alias raxn ist aber auch wirklich der Hammer. Für meine Tochter sind das übrigens ganz klar Kirschen. :D


Eine Yvi von Mariele ist es geworden - mit den Riesentaschen ist die Yvi nach wie vor ein Lieblingsschnitt von mir und den beiden Hasenmädels. Und jetzt im Herbst erst recht - es gibt ja gerade haufenweise Zeug zu sammeln. Kastanien, Nüsse, Eicheln, Blätter, Schneckenhäuser... da muss ich vor dem Waschen schon immer aufpassen wie ein Luchs, was sich noch in den diversen Kleidungstaschen versteckt.... :D Meine Mädels sind beide passionierte Sachensammler. Es ist fast unmöglich mit beiden an irgendein Ziel zu laufen, weil sich auf dem Weg dorthin so unglaublich viele tolle Dinge entdecken lassen - und die müssen natürlich alle zur näheren Betrachtung mit nach Hause.... Zum Sandspielen, kochen, sortieren und was man sonst noch so alles mit gesammeltem Kleinzeug anstellen kann. Besser als jedes Spielzeug ist das, ich sags euch!


Als Kombimütze habe ich mir eine "Lilou" von Feefee ausgesucht. Ein bisschen groß ist mir der Ballonschirm geraten, die nächste wird eine Nummer kleiner - aber soooo süß der Schnitt! Davon wird es bestimmt noch die eine oder andere geben!


Für die Fotos hatte ich eigentlich ganz klare Vorstellungen. Mit einer Dose Seifenblasen wollte ich auf die Nachbarswiese. Seifenblasenfotos sind ja sowieso super. Gedacht, getan - und was war? Die Seifenblasenflüssigkeit war schneller ausgeleert, als ich Fotos machen konnte (*uuuuuups, Mama....*), die Lust hatte sich in irgendein Mauseloch verkrochen und außerdem war der Tochter viel zu kalt. So. Ernsthaft, gegen solche Tage ist kein Kraut gewachsen - da hilft nur aufhören. "Nur schnell noch" gibt furchtbare Bilder und ein grantiges Kind, ich sage es euch aus Erfahrung...


Also sind wir nach ein paar Tagen nochmal los, bei etwas wärmeren Temperaturen, Sonnenschein - und ohne Seifenblasen. Gleich bei uns um die Ecke habe ich ein Feld gefunden, auf dem lauter so hohe Stacheldisteldingense wachsen (jaja, lacht über meine botanischen Kenntnisse. Ich hab tatsächlich keine Ahnung, wie die Dinger heißen... :P ). Und das war's. Meine Tochter ist sofort in ihre Fantasiewelt abgetaucht, hat versucht, Distelblütendinger (*hüstel*) mit beiden Händen zu umfassen, ohne sich zu stechen, hat trockene Stiele gesammelt und war die nächsten 20 Minuten vollauf beschäftigt. Und das ist die beste Zeit, um schicke Fotos zu kriegen.


Vor allem, weil sie hinterher nicht das Gefühl hat, sie hätte sich für mich jetzt da hinstellen und fotografieren lassen müssen. Im Gegenteil. Wenn ich sie nach so einem Shooting frage, wie es war, ist sie ganz begeistert und hat nicht wirklich mitbekommen, dass ich sie nebenher fotografiert habe. So muss das. Und dann klappt's auch mit den Bildern... :D


Am besten behaltet ihr also die Alles-für-Selbermacher-Seite im Blick, ob Nelvita beere und petrol da nochmal aufkreuzen - ich kann euch den GOTS-zertifizierten Bio-Stoff von der Qualität her auf alle Fälle nur ans Herz legen, der trägt und vernäht sich wirklich wunderbar! <3


Ich kann euch hier leider nur Nelvita in braun verlinken, weil beere ja noch nicht wieder online ist - aber ihr könnt euch in der Zwischenzeit ja auch nochmal braun angucken... ;)
Das GOTS-Stoff-Outfit schicke ich auch noch zur oktoberlichen "Ich-näh-Bio"-Linkparty!

Hasenwilde Grüße
Johanna

Freitag, 2. Oktober 2015

Groß werden

Kontrastprogramm habe ich für euch diese Woche. Während das Dirndl vom Donnerstag (viiiiiiielen Dank für eure vielen lieben Rückmeldungen!! Ich hab mich über jede einzelne gefreut! <3 ) ja eher traditionell-romantisch war, wird's heute total cool im hasenwild-Blog...


Das war eines der ersten Herbstoutfits, die ich dieses Jahr genäht habe. Die Hose hab ich euch schon an der kleinen Hasentochter vorgestellt - "Marty" von Annas Country ist das, und zwar in meiner allerliebsten Lieblingsversion, der Knickerbocker.


Inzwischen redet die große Hasentochter ja durchaus mit, wenn es darum geht, was sie anziehen soll. Sie hat da durchaus ihre eigene Meinung und ihre Lieblingsteile. Manchmal setze ich mich durch, wenn es um das Tagesoutfit geht, meistens darf sie mitreden - solange die Teile halbwegs zueinander und zum Wetter passen.


Wenn ihr etwas wichtig ist, versuche ich darauf Rücksicht zu nehmen. Ich finde, sie soll merken, dass ich ihre Meinung schätze. Klar klappt das nicht immer (und auch das ist wichtig zu lernen....), aber doch oft. Einer unserer wöchentlichen Diskussionspunkte war dieses Oberteil.


Sie liebt das Ding. Schwarz mag sie insgesamt gern. Und ich? Finde es schrecklich langweilig an einem Kind - Jeanshose und schwarzes Oberteil. Ääääächz. Also dachte ich, ich versuche es mal mit einer Alternative, die es mir auch gefällt - einer fetzigen Hose zum schwarzen Shirt....


Also habe ich mir einen senfgelben Hosenstoff gegriffen und in Kombination mit dunkelgrauen Bündchen und dem weiß-schwarz gestreiften Stoffonkelstoff eine Knickerbocker-Marty genäht.


Passend dazu eine einlagige Hamburger-Liebe-Beanie mit Umschlag und farblich passendem Stern und ein (gekauftes) Halstuch.



Ich finde es Wahnsinn, wie groß sie in diesem eher coolen Style wirkt. Aber es steht ihr super, und das gelb und das weiß passen total gut zu dem dunklen Shirt - damit sind wir auf alle Fälle wieder auf einer Wellenlänge. Ich bin ja echt froh, dass sie meine genähten Sachen so gerne anzieht und überall total stolz verkündet "Das hat meine Mama genäht!". Sie stürzt sich schon mit genauso viel Begeisterung auf die ankommenden Stoffpakete wie ich und fängt an zu bestellen.... ein Giraffenshirt bitte, und aus dem Stoff da einen Rock für mich und was mit Kapuze... :D


Ist doch irre, wie schnell die Zeit vergeht, und wie schnell die Kleinen groß werden, oder? Während ich die Zeit gerne etwas bremsen würde, kann die Tochter es gar nicht erwarten, groß zu werden. Heute morgen haben wir folgendes Gespräch geführt (und ich habe wirklich herzlich gelacht dabei!). Sie: "Mama, bin ich schon fünf Jahre alt?" Ich: "Nein, du bist vier!" Sie (vollkommen entrüstet): "IMMER DAUERND bin ich vier. Wann bin ich endlich nicht mehr vier????????". Ich: "Wenn du wieder Geburtstag hast!" Sie: "Dann werde ich aber bitte wenigstens gleich sechs!". :D :D


Aber egal ob 4, 5 oder 6, in ihrer Knickerbocker und dem Lieblingsshirt fühlt sich das hasenwilde Kind jedenfalls pudel- oder besser gesagt hasenwohl, und damit sind wir erstmal beide zufrieden... :D

Hier findet ihr noch den Link zum Ebook:


http://de.dawanda.com/shop/annas-country?quick_view_product=85465695
 
 
Hasenwilde Grüße,
Johanna

Mittwoch, 30. September 2015

Herzensprojekt: Mein Dirndl

Diese Bilder enthalte ich euch schon viel zu lange vor. Dieses Prachtstück hier hängt nämlich schon seit Anfang März in meinem Kleiderschrank und hatte auch bereits den ein oder anderen Einsatz... :)


Ich sag's gleich dazu: Die Bluse ist gekauft. Aber das Dirndl ist Handarbeit. Mühsame. Stundenlange. :D Ich habe einen Kurs dazu besucht, in dem eine Schneidermeisterin eine Gruppe von 10 Leuten 6 Samstagnachmittage lang angeleitet hat.


Der Schnitt wurde individuell für jeden erstellt und dann beim Nähen nochmal angepasst, das fand ich klasse - die Länge, Ausschnittform und den Verschluss konnte sich dabei jeder selber aussuchen. Das war wirklich ne tolle Sache - und ich habe jetzt einen passenden Dirndlschnitt im Schrank! (Falls ich mir die Arbeit JEMALS nochmal antue... ;) )


Baumwolle an Bekleidungsstücken war bisher nicht mein bester Freund, gebe ich zu. Im Gegensatz zu Jersey verzeiht ein Baumwolloberteil halt wirklich keine Ungenauigkeiten... Gerade deshalb fand ich es wirklich spannend, mich an so einen Dirndlschnitt heranzutrauen - und ich habe wirklich viel gelernt in dem Kurs.


Ich habe mir das Nähen autodidaktisch beigebracht, mich von Ebook zu Ebook getastet und mit jedem Versuch und jeder Anleitung ein bisschen was dazugelernt. Aber es gibt einfach so Grundsätze, Techniken und auch Werkzeuge, die mir bisher noch nicht untergekommen sind. Der Umgang mit dem Handmaß gehörte da dazu, oder auch einen Saum unsichtbar von Hand umnähen, den Schürzenstoff von Hand reihen oder das Nähen der Schürzenbänder...


Ich gebe zu, ich habe massenhaft geschimpft, aufgetrennt, neu genäht und wieder aufgetrennt. :D Außerdem weiß ich jetzt, dass man den Schürzenstoff mit dem Bügeleisen schmelzen kann, wenn man nicht aufpasst und dass es auch bei bestickten Stoffen eine Vorder- und eine Rückseite gibt. (Wenn man nämlich die Schürze auf der falschen Seite reiht, muss man hinterher aaaaalleeeees wieder auftrennen und nochmal von vorne anfangen.... ;) )


Den Zeitaufwand habe ich definitiv unterschätzt. Abgesehen von den 6 Samstagnachmittagen war da auch noch jede Woche Hausaufgabe zu erledigen - ganz schön arbeitsaufwendig, so ein Dirndl. Aber den Aufwand wert.... Denn das ist ein Teil, das meinen Kleiderschrank so schnell nicht wieder verlassen wird. Traditionelle Kleidung ist zum Glück nicht den Modeerscheinungen unterworfen, und so kann ich mein Dirndl sicher auch noch in 10 Jahren tragen. Puffer zum weiter- und engermachen habe ich mal vorsichtshalber mit eingeplant... :D


Und Anlässe für mein Dirndl gibt es hier im Jahr einige - hier bei uns auf dem Dorf kommt die "Tracht" noch zu verschiedenen Anlässen aus dem Kleiderschrank - zu kirchlichen Feiertagen, aber auch zum Bockbierfest, zum Volksfest oder auch zu Hochzeiten (je nachdem, wer da heiratet :D ). Das ist keine Pflicht und kein Muss, aber eigentlich kommen (wenn das Wetter es zulässt) zu solchen Anlässen nach wie vor bestimmt 3/4 der Leute in Dirndl oder Lederhose, Kinder eingeschlossen, und das sieht wirklich richtig schön aus so in der Gruppe...


Nachdem ein halblanges Dirndl in grün schon in meinem Schrank hängt, war es mal Zeit für eine lange Version - und dass ich die Farbkombi orange-braun gerne mag, habt ihr hier ja schon öfter gesehen....


Jedenfalls schiebe ich die Fotos seit Anfang des Jahres vor mir her. Erst habe ich auf den Frühling gewartet, weil ich gerne Draußen-Fotos haben wollte. Dann auf den Sommer, weil es noch so kalt war. Und bis dann meine Schwester, die die Fotos machen sollte und ich endlich einen gemeinsamen Fototermin gefunden haben, war es dann auch schon Herbst... Aber sie hat ihre Sache wirklich toll gemacht und auch ich hatte echt Spaß am Shooting! Und irgendwie passen die Bilder ja jetzt doch gut in den Herbst - zur Oktoberfestzeit...


Mein Dirndl schicke ich auf alle Fälle zu RUMS und bin gespannt, was ihr dazu sagt - habt ihr vielleicht auch schon eins genäht?

Hasenwilde Grüße
Johanna

Mittwoch, 23. September 2015

Stil und Ehrlichkeit

DAS ist er. Das ist mein Stil. So will ich mich anziehen und so fühle ich mich wohl. Dieses Outfit ist absolut mein Ding. Meine Farben, genau das richtige Maß an Tüddelei, die für mich perfekte Rocklänge, lauter kuschelige Sweats, angenehm zu tragen, ohne einzuengen. Eben genau mein Stil.



Gar nicht so einfach herauszufinden, was "mein Stil" ist. Was zu mir passt. Zu meiner Art. Zu meiner Persönlichkeit. Mal davon abgesehen, dass sich "mein Stil" ja ständig ändert. Nicht dauernd und nicht grundlegend, aber ich trage heute nicht mehr die gleichen Sachen wie vor 10 Jahren. Und natürlich lasse ich mich beeinflussen - von der aktuellen Mode, von Leuten, die ich schätze und bewundere, von Designbeispielen, die mir so unter die Finger kommen. Aber ich versuche, aus all diesen Einflüssen etwas eigenes zu machen. Meinen Stil eben. Je weiter dieser "mein Stil" vom aktuellen Modefluss abweicht, desto mehr Mut braucht es dafür. Diesen Stil nicht nur zu entwickeln und zu finden, sondern auch in der Öffentlichkeit zu zeigen. In der Stadt, beim Bäcker, beim Spazierengehen. Und noch ein bisschen mehr Mut braucht es, die Sachen im eigenen Stil im Netz zu zeigen.



Ich liebe ja gerade die Seiten, deren Stil unverkennbar ist. Die ein bisschen extravagant sind. Besonders. Die aus der Menge stechen durch besondere Ideen, witzige Kombinationen, rasante Farbkombis. Die sich ihren Stil selber machen. Und ihn dann als Inspiration einem breiten Publikum im Netz zugänglich machen. Das sind manchmal auch Kleidungsstücke, die meinem Stil so gar nicht entsprechen und die ich so vielleicht nicht anziehen würde. Trotzdem kann ich sie schätzen - für die Idee, die dahintersteckt, für eine handwerklich saubere Arbeit, für den Charme, den sie ausstrahlen, für ihre Besonderheit, für die Art, wie sie fotografiert und in Szene gesetzt sind.



Jedes Mal, wenn ich hier einen Beitrag online stelle, schwingt da ein bisschen Nervosität mit. Ich präsentiere hier ja nicht nur Klamotten, sondern auch das, was dahinter steht - ganz viel Herzblut, Überlegung, Zeit und Liebe. Entsprechend freue ich mich natürlich, wenn das, was ich mache, bei euch gut ankommt. Wenn viele Leute meine Beiträge anklicken und lesen, wenn ich den ein oder anderen Kommentar darunter finde, sehe, dass sich jemand meine Sachen angesehen und sich damit beschäftigt hat. Manche Bilder kommen bei euch wahnsinnig gut an, obwohl ich gar nicht damit gerechnet hatte. Andere Outfits, die ich total liebe, bekommen wenig Rückmeldung. Das ist auch vollkommen in Ordnung so - Geschmäcker sind einfach verschieden. Und das ist wichtig und richtig.



Wo ich allerdings wirklich meine Fassung verlieren kann, sind die vernichtenden Kommentare, die sich oft unter Posts finden. Ich muss sagen, ich bin bisher größtenteils davon verschont geblieben (ich scheine ziemlich liebenswerte Leser in euch gefunden zu haben.... :D ) - aber ich lese sie immer wieder. In Nähgruppen. Oder unter Posts von Kreativseiten. "Gruselig" steht dann da unter einem Bild von einem genähten Rock, oder "´total altbacken", auch "der macht dich voll dick" und "schrecklich". Und wenn dann jemand Einspruch einlegt oder den Verfasser eines solchen Kommentares zur Rede stellt, lese ich immer und immer wieder: "Ich bin doch nur ehrlich."



Da stellen sich mir alle Nackenhaare auf. Ehrlich? EHRLICH? Nein, das ist nicht ehrlich. Das ist respektlos und unverschämt. Die Ehrlichkeit hat nämlich in einem sozialen Gefüge auch eine Grenze, und die nennt sich Respekt gegenüber dem Nächsten. Und so ein Kommentar, der unter der Gürtellinie trifft und dessen einziger Sinn es ist, jemanden damit zu treffen und zu verletzen ist vollkommen frei von Respekt. Ich glaube, im anonymen Netz vergessen manche Leute, dass hinter jedem Bild, das gepostet wird, ein Mensch steht. Jemand mit Gefühlen und Ängsten, jemand der lang hinter der Nähmaschine gesessen ist, um dieses Werk zu erschaffen. Jemand, der da Liebe und Zeit und Material reingesteckt hat und zurecht stolz darauf ist. Jemand, der hier seinen Stil erschaffen hat - auch wenn der vielleicht nicht jedermanns Geschmack trifft.




"Ehrlich kann eben auch mal unbequem sein" kommt dann. Stimmt. Eine eigene Meinung ist wichtig, und auch, diese vertreten zu können. Ohne ehrliche Kritik ginge in unserer Gesellschaft nichts voran. Wenn Missstände nicht angeprangert werden, wird auch nichts dagegen unternommen. Aber ehrliche, konstruktive Kritik hat immer ein positives Ziel. Will etwas verbessern. Etwas, das einem wichtig ist, das einem auf die Nerven geht, ein Zustand, der nicht haltbar ist. Ich glaube ein Kleidungsstück, das einem nicht gefällt, fällt nicht in diese Kategorie. Verlangt ja keiner, dass jemand in Lobeshymnen ausbricht, dem das Ding gar nicht gefällt. Aber dezentes Schweigen und Weiterscrollen ist ja auch eine Lösung - vor allem eine Lösung, die niemanden verletzt.... Ehrlichkeit hin oder her. Und wenn man sich schon gar nicht auf die Zunge beißen kann, dann macht auch die Formulierung ganz viel aus - konstruktive Kritik zeigt immer einen Weg auf. "Schrecklich" ist nicht konstruktiv. "Du könntest vielleicht nächstes Mal...." schon eher. Und wenn das dann noch begleitet wird von einem "Gut gefällt mir an deinem Teil...", ist das doch wesentliche leichter verdaulich als so ein Schlag mit dem Zaunpfahl.



Wahrscheinlich hätte ich euch das gar nicht erzählen brauchen. Wenn ihr, meine lieben Mitleser, nämlich Menschen wärt, die mit erniedrigenden und respektlosen Kommentaren um sich schlagen würden, dann hätte ich das sicherlich schon bemerkt. Trotzdem musste das mal raus - weil mich das wirklich betroffen macht, diese Art, mit anderen Menschen umzugehen. Und weil ich mich mit diesem Blogpost ganz öffentlich, ehrlich und mit meiner ganzen Überzeugung gegen diese Art stelle, miteinander umzugehen. Weil ich der Meinung bin, dass mein Stil und dein Stil, so unterschiedlich sie auch sein mögen, ganz wunderbar nebeneinander existieren können. Denn das macht die Welt bunt.



Und jetzt schlagen wir einen eleganten Bogen zurück zu meinem Stil und meinem Outfit, und vor allem zu dem gigantischen Stoff, den ich hier für Alles-für-Selbermacher vernähen durfte. "Nelvita" habt ihr bestimmt schon entdeckt, das ist der neue GOTS-Sweat von AfS - aus der Feder von Susn alias raxn. Susn ist eine der wenigen Nähkolleginnen, die ich auch persönlich und im realen Leben kenne, weil sie gar nicht so weit weg von mir wohnt - umso mehr freue ich mich, dass ich hier ihr Debüt-Textildesign in Szene setzen durfte. "Nelvita" trifft absolut meinen Nerv und gefällt mir wahnsinnig gut - mal davon abgesehen, dass oliv, weinrot und beere zu meinen Lieblingsfarben gehören. Und dieser Sommersweat vernäht sich wie Butter, außerdem ist er kuschelweich! <3 Kombiniert habe ich mit einem grünen Wintersweat mit weißen Punkten, der noch in meinem Stoffregal lagerte, einer glänzenden grünen Paspel für die Passe hinten und ein bisschen beerefarbigem Tüddelband unten.



Genäht habe ich hier den Sweatrock "MyHedy" von Petit et Jolie, der schon länger auf meiner Will-Haben-Liste stand. Ich bin total begeistert von dem Ebook - durch den Sweat fällt der Rock schön schwer und wandert im Gegensatz zu meinen vielen Sommerröcken auch nicht ständig die Leggings hoch - der ideale Herbst- und Winterschnitt und ganz sicher nicht der letzte seiner Art hier im hasenwildschen Kleiderschrank. :D Die Paspeltaschen brauchen etwas Zeit, sind aber supergut erklärt und machen echt was her auf dem fertigen Rock! Die Beanie ist - mal wieder - nach dem Tutorial von Hamburger Liebe genäht, die restlichen Teile sind aus meinem Kleiderschrankbestand.



Raxns "Nelvita" ist leider schon in zwei Farben ausverkauft - aber von diesem wundervollen olive gibt es noch etwas, also nichts wie hin da! Der Stoff ist als B-Ware ausgezeichnet, weil er kleine weiße Punkte haben kann - wobei ich auf meinem grünen Meter keinen einzigen entdeckt habe. Dafür ist der Preis unschlagbar!

Sweat - GOTS - Nelvita - Olive -raxn-kleine Fehler 

Mit diesem Outfit in meinem Stil und mit diesen meinen Gedanken zur Ehrlichkeit stelle ich meinen Post rüber zu RUMS. Und bin gespannt, was ihr so dazu sagt. :)


Hasenwilde Grüße
Johanna