Mittwoch, 19. Oktober 2016

Schwestern eben

Bei diesem tristen Regenwetter hilft nur eines - Farbe ins Grau! :D


Da kommen die Rainbow-Stoffe von Stoffversand4u ja gerade rechtzeitig - das ist nämlich die ultimative Farbexplosion bei Regenwetter. Bunt gegen schlechte Laune, sozusagen.


Die Mädels haben sich sehr gefreut, dass mal wieder eine Geschwisterkombi für die beiden rausgesprungen ist. Die Kleine will ja nach wie vor immer das, was die Große hat. Daran hat sich in den letzten dreieindreiviertel Jahren nichts geändert. :D


Und die Große stört es eigentlich nicht, wenn ihre Schwester die gleiche Brotzeit, die gleiche Farbe Luftballon, das gleiche Kleid, die gleiche Art Jacke braucht. Die zwei verstehen sich wirklich gut und spielen wirklich meistens total schön miteinander. Nur, wenn es dann um bestimmte Spielzeuge geht, kriegen sie sich manchmal in die Haare.


Weil die kleine Madame Hasenwild immer das spielen muss, was sich die Große gerade hergerichtet hat. Meistens funktioniert das ganz gut und sie spielen dann mit- oder nebeneinander - aber manche Dinge teilen sich auch schlecht. Tiptoibücher zum Beispiel. Aber ich gebe zu, Rabenmutter, die ich bin, sehe ich nicht ein, alles doppelt zu kaufen. Die beiden müssen in der Hinsicht einfach das Abwechseln lernen - und das schadet beiden sicher nicht. :)


Interessanterweise zieht regelmäßig die Große den Kürzeren, wenn es um Spielzeugdiskussionen geht. Der kleine Sturkopf ist da einfach penetranter. Manchmal kann ich nur den Kopf schütteln, wenn die Große nachgibt, zum nächsten Spielzeug zieht und sofort von der Kleinen (wenn sie einen schlechten Tag hat) verfolgt wird, die ihr auch das wieder abnimmt. Wenn das dann ein paar Mal so ging, steht meine große Tochter mit Tränen in den Augen vor mir und findet die Welt ziemlich doof. Verständlicherweise.


Manchmal macht mir das ein bisschen Angst, dass es ihr so schwer fällt, sich energisch durchzusetzen. Irgendwie braucht man das im Leben, denke ich. Traurigerweise gehen die, die sich immer hinten anstellen, oft leer aus. Auf der anderen Seite - auch die Große hat ihre Mittel und Wege, das zu bekommen, was sie möchte. Sie zeichnet sich durch eine Beharrlichkeit aus, die an einen tropfenden Wasserhahn erinnert. Und sie ist geduldig. Irgendwann legt die kleine Schwester das Tiptoibuch, den Pferdestall, die Puppe aus der Hand und wendet sich anderen Dingen zu - und dann schnappt die Große zu und verzieht sich mit ihrer Beute schleunigst in ihr Zimmer. Friedlich, ohne Streit, ohne laut zu werden - und trotzdem erfolgreich. :D


Jede hat so ihre Überlebensstrategie. Bestimmt werden sie beide gut durchkommen - die eine eher leise und zurückhaltend, die andere energischer, aber mit einer unglaublichen Empathie. Jede auf ihre Art. Jede anders und doch ähnlich. Sie werden sich unterstützen, sich die Meinung sagen, streiten, versöhnen und sich aufeinander verlassen können. Schwestern eben. <3


Für Stoffversand4u durfte ich die regenbogenbunten Bio-Blockstreifen-Jerseys "Rainbow Blockstreifen Boys" und "Rainbow Blockstreifen Girls" vernähen. Zwei Issy-Tunikas von Feefee sind es geworden und gepimpt habe ich sie mit einer Freihandstickerei nach dem Freebie von Missichen. Das Herbstmädchen mit dem Regenschirm passt nämlich hervorragend zum aktuellen Nieselwetter - und man kann sie super über Leggings, Jeggings, Treggings tragen, was im Moment die absolute Bedingung der Hasenkinder ist. Strikte Knopfhosenverweigerung betreiben die beiden nämlich aktuell. :D



Hasenwilde Grüße
Johanna

Montag, 17. Oktober 2016

hasenwilder Herbst

Wie das immer so ist - wenn es auf dem Blog ruhig ist, läuft hinter den Kulissen die Nähmaschine heiß.... :D So auch diesmal. So viele schöne Teile warten auf ihre Vollendung, so viele schöne Stoffe liegen zum Vernähen bereit. Hasenwilder Herbst voraus!


Deswegen mache ich heute auch gar nicht so viele Worte, sondern zeige euch lieber ein paar schicke Bilder!


Den Zweiherz-Sweat aus der Feder von raxn hat sich die Große ausgesucht, und zwar in der Farbstellung "Peachrose". Gespannt haben wir beide auf das Päckchen von Alles-für-Selbermacher gewartet. Als der Stoff hier ankam, habe ich ihn erstmal eine Weile hin und her gedreht - aber recht schnell war klar, was daraus werden sollte.


Das große Hasenkind liebt es ja kuschelig, das habe ich euch schon ein paar Mal erzählt. Also habe ich als Kombi einen kuscheligen Strickfleece in limonengrün genutzt und ein Longsweat mit Kapuze genäht.


Innen ist es weich angerauht und der Retro-raxn-Stoff verleiht dem Schnitt das gewisse Etwas. Mehr hasenwilder Herbst geht nicht, finde ich. :D


Richtig groß sieht sie aus in dem schicken Longsweat. Mag auch daran liegen, dass meine Tochter einfach groß geworden ist. Letzte Woche hat sich die erste Zahnlücke eingestellt, der Schwimmkurs steht an und im Kindergarten arbeitet sie fleißig an ihrem Vorschulheft. Wahnsinn. So schnell vergeht die Zeit. Aus meinem winzigen weißblonden Baby ist ruckzuck ein selbstständiges Vorschulmädchen mit eigenen Ideen, Interessen, ganz viel Neugier und ganz viel Fantasie geworden. Und so sehr mir diese rasante Entwicklung manchmal Angst macht, weil mir mein kleines Mädchen einfach Stück für Stück entwächst, so stolz bin ich auf sie und so sehr liebe ich jede neue Phase, in der sie Neues dazulernt, Dinge ganz selbstverständlich allein erledigt und sich in eine wunderbare, eigenständige Persönlichkeit entwickelt.


Ich bin froh und stolz, dieses fabelhafte Kind auf seinem Weg begleiten zu dürfen und möchte keine Sekunde missen. Meine kleine, große Hasentochter.


Genäht habe ich eine "Lou" von kibadoo, den Strickfleece habe ich bei Glückpunkt gekauft und den wunderbaren Zweiherz-Sweat (den es übrigens in noch zwei schicken Farbstellungen gibt) bekommt ihr hier:

Sommersweat -  Zweiherz - raxn - Peachrose


Hasenwilde Grüße
Johanna

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Der Nähzimmerteufelskreis

Kurzer Zwischenstand hier: Ich räume aktuell mein Nähzimmer auf. Mal wieder. Und ich weiß wirklich nicht, wie es immer wieder zu diesem ausgeprägten Chaos kommen kann. :D :D


Es ist ja nicht so, dass ich ein ordentliches Nähzimmer nicht zu schätzen wüsste. Ich freu mich jetzt total, wenn alles mal wieder an seinem Platz ist - nebenher gibt es auch ein paar Neuerungen, wie etwa neue Regale an den Wänden, so dass all die vielen Stoffkisten ihren Platz finden können. In der Hoffnung, dass mehr Übersichtlichkeit mehr Ordnung bringt.


Immer, wenn das Nähzimmer dann wieder komplett wiederhergestellt ist, wenn alles an seinem Platz ist, man den Zuschneidetisch tatsächlich auch zum Zuschneiden nutzen kann und die Stoffe ordentlich auf Pappscheiben aufgerollt sind (das mache ich tatsächlich. Ist ne tolle, platzsparende Methode!), dann sitze ich da und freue mich wie ein Schneekönig. Ich genieße es, dass ich nicht nach dem Nahttrenner suchen muss, dass alle Garnfarben auf einen Griff bereitstehen - und es sieht einfach schön aus. Groß. Sauber. Angenehm.


In diesem Augenblick schwöre ich mir jedes Mal, es nicht mehr so weit kommen zu lassen. Einfach alle Schnittmuster, die ich brauche, hinterher wieder zu verpacken. Stoffe nach Gebrauch wieder aufzurollen. Und den Nahttrenner einfach wieder ins vorgesehene Glas zu stecken. Das klingt so einfach in dem Moment.


Das klappt dann auch eine Weile ganz gut. Bis es mal wieder eilt. Das erste Schnittmuster bleibt liegen, weil ich eventuell noch ein zweites Teil daraus nähen will. Irgendwann. Die ersten Stoffreste liegen am Boden, weil das Projekt zwar fertig ist, aber vielleicht noch eine Mütze dazu passen würde - und da könnte man ja die übrigen Stoffreste aufbrauchen. Die ersten Bänder liegen auf dem Tisch. Der Nahttrenner untendrunter. Wie gehabt. :D


Und wenn es dann erstmal so weit ist, dass ich mir denke - müssteste mal aufräumen! - dann geht es rapide abwärts. Wenn ich nämlich keine Zeit zum Aufräumen habe (und die habe ich selten :D), mache ich mir dann auch nicht die Mühe, so ein Einzelteil wegzuräumen. Ich räum ja eh bald auf, dann geht das in Einem. Denke ich mir. Und staple fröhlich vor mich hin. Der aufzuräumende Berg wird immer größer - und direkt proportional dazu schrumpft die Motivation, endlich mal anzupacken.


Das Ende vom Lied ist dann immer, dass mich das Chaos irgendwann so ankekst, dass ich es eben doch anpacke - und dann eine ganze Woche damit beschäftigt bin. Wenigstens sieht man hinterher einen Unterschied. :D Ich sitze in meinem sauberen, aufgeräumten Nähzimmer, freue mich wie ein Schneekönig - und schwöre mir, es nicht mehr so weit kommen zu lassen.... :D :D


Noch im Chaos entstanden und voll mein Ding ist dieses Outfit hier. .D Die Socken habe ich mir letztes Jahr auf dem Christkindlesmarkt gekauft - und irgendwie fehlte seither das perfekte Outfit dazu. Da kam "Lisette" gerade recht - den wundervollen Jersey nach dem Design von Regenbogenbuntes gibt es bei Alles-für-Selbermacher in jeder der fünf Farbstellungen in drei Mustern, die wunderbar harmonieren. Ich habe mich hier für "stone" entschieden und die Schmetterlinge zu einem  Billund-Raglanshirt von Pech und Schwefel und einer passenden MyHedy kombiniert. Als Saum kam da der dritte Kombistoff gerade recht. Rot-grau ist eine meiner liebsten Winterfarbenkombis, und dieses Set wird mich sicher öfter begleiten, damit bin ich nämlich total happy!


https://www.alles-fuer-selbermacher.de/Jersey---Regenbogenbuntes---Lisette---Stone

Kennt ihr den Nähzimmer-Teufelskreis auch? :D Erzählt mal, wie ihr so euer Chaos bekämpft! Ich für meinen Teil schicke meinen Beitrag noch flott zu RUMS und widme mich dann wieder der Chaosbekämpfung. Ein Ende ist in Sicht! Für's erste jedenfalls... :D

Hasenwilde Grüße
Johanna

Montag, 3. Oktober 2016

Kleiderzeit

Haben oder hatten eure Mädels auch so eine Kleiderphase?? Bei meiner Kleinen ist das zur Zeit seeeehr ausgeprägt. Kleiderzeit ist jederzeit, quasi. :)


Lustigerweise wollte die Große in dem Alter überhaupt gar kein Kleid anziehen. Auch keinen Rock. Hat sie komplett verweigert. Da gingen nur gemütliche Hosen mit Bündchen oder Gummizug, am liebsten sowieso der Jogginganzug, und bloß kein rosa oder pink. Naja, das hat sich mit der Zeit auch geändert - manchmal habe ich das Gefühl, diesen rosa-Glitzer-Tüddelü-Kram hat sich die Große von der Kleinen abgeschaut. Wirklich interessant, wie unterschiedlich sie doch sind...


Fragt man jedenfalls die Jüngste im Hause hasenwild, was sie denn bitte tragen möchte, ist die Antwort immer gleich: Ein Kleid. Wahlweise ein "kleines" (bis zu den Knien) oder ein "großes" (über die Knie). Am liebsten mit viel Volumen zum Drehen. Ich glaube, das Kind hat den ganzen Sommer hindurch keine einzige Hose getragen. Höchstens mal Leggings unters Kleid. :)


Nachdem aber, wie vorhin schon angemerkt, die Große in dem Alter eine vollkommen andere Vorstellung von ihrer Garderobe hatte, musste ich dringend nachproduzieren. Und nachdem nicht wirklich ein Ende der Kleid-Phase in Sicht ist, müssen jetzt dringend Kleider mit langen Ärmeln her. Viele. Auf der Stelle. :D


Gut, dass da Melanie von Feefee mit ihrem Probenähaufruf für die Ärmel-Mabel kam. Ich liebe die FeefeeSchnitte ja, Issys und Maries nähe ich immer wieder gerne. Und Mabel durfte ich für mich auch schon testen - mein persönliches Sommerhighlight übrigens!!! Da mussten ganz klar viele langärmelige Mabels her.


Diese hier ist aus fluffig-leichtem Batist, gefüttert mit einem dünnen Futter. Ein bisschen Spitze peppt die Rüschen unten auf. Ein ideales Teil für die Übergangszeit - das hatte die Maus genau so an lauen Urlaubsabenden an, das geht aber auch super mit einer einfarbigen Leggings und einer schicken Strickjacke kombiniert. Und wirkt traumhaft mit den Rüschen.


Die Ärmelerweiterung für Mabel bekommt ihr *HIER* - und sie lohnt sich auf alle Fälle. So wird aus dem Sommertraum nämlich ein Ganzjahreshighlight - und ich glaube, wir brauchen unbedingt festliche Weihnachtsmabels heuer... <3


Hasenwilde Grüße
Johanna

Donnerstag, 29. September 2016

Granita

Noch eine Urlaubsgeschichte habe ich für euch, entstanden auf Elba, an einem lauen Sommerabend, im Vorzelt vor dem Wohnwagen. Stellt euch das vor. Das Meeresrauschen im Ohr, der Bauch angenehm voll vom köstlichen Fisch, den es zum Abendessen gab. Die Kinder sind ins Bett verfrachtet und hören im Wohnwagen noch leise CD, eine Kerze brennt am Campingtisch. So war das nämlich.


Seit diesem Urlaub habe ich ein neues Feindbild. Es nennt sich Granita, ist kitschiggrün, orange oder rot und schmeckt – naja, irgendwie wie die Pfennigeistütchen, die es in meiner Kindheit nach der Schule am Domplatz gab. Diese länglichen kleinen Wassereistüten, die man oben mit den Zähnen aufreißen musste um für zwei Minuten an einer Eissäule mit Zucker und künstlichem Sirupgeschmack zu nuckeln.


Granita ist ähnlich, nur schlimmer. In bunten Kästen dreht sich das mit Sirupzeug versetzte Crusheis und wird dann im Plastikbecher mit Strohhalm serviert. Die Große hat es entdeckt, als wir im nahegelegenen Hafenörtchen Eis essen waren. Egal, dachte ich mir, soll sie haben. Solange ich das Zeug nicht austrinken muss.


Jetzt kann man aber dieses Granita-Zeug nicht einfach austrinken. Ist ja kalt. Das Kind nuckelt also ungefähr einen halben Zentimeter pro fünf Minuten aus dem Becher. Und der Becher ist groß. Hallo? In der Zeit esse ich ja die ganze Gelateria leer. Inklusive aller Waffelbecher!!!


Wir sitzen also auf einer Bank vor der Gelateria. Und warten. Und warten. Das Kind nuckelt. Wir warten. Und warten. Zwischendrin nehme ich den Becher und wärme ihn mit den Händen an, damit das verflixte Eis schneller schmilzt und endlich trinkbar wird. Aber es dauert. Nach gefühlten drei Stunden ist endlich der Becher leergenuckelt, ich atme auf und wir können weiter.
Boah, war das eine Geburt. In diese Straße gehen wir definitiv nicht wieder. Ich meine, was in aller Welt spricht gegen das gute alte Gelati in der Waffel??


Die Kleine hat die große Schwester während der Nuckelei neidisch beobachtet und verkündet jetzt, als wir durch die Gassen des italienischen Städtchens schlendern: ‚Nächstes Mal will ich auch so was!!“. Ha, denke ich, es wird definitiv kein nächstes Mal geben!!


Abends am Campingplatz sausen die Tochterkinder mit ihren Fahrrädern durch die Gegend, immer bis vor zur platzeigenen Pizzeria und zurück, während ich andächtig Doraden auf dem Gasgrill zubereite. Mit quietschenden Reifen schießt die Große auf unseren Platz und kommt schlitternd vor mir zum Stehen.


„Maaamaaaa, die haben vorn am Restaurant auch Eis! Da können wir jetzt jeden Abend noch Eis essen gehen! Können wir nach dem Abendessen vorgehen?“ „Mhmmm…. können wir bestimmt….“ murmle ich abgelenkt, während ich den Fisch umdrehe und das Gemüse auf die Seite schiebe. „Prima!“, freut sich das Kind. „Die haben drei Sorten Granita….“


Jaja, so ist das mit den kleinen und großen Freuden des Alltags - vor allem im Urlaub... :D :D Passend zum Urlaubsflair habe ich euch heute gleich zwei Urlaubs-Lieblingsteile mitgebracht. Aus dem "Retro-Tulips"-Jersey von Mädchenwahn, den ich für Alles-für-Selbermacher vernähen durfte, musste definitiv etwas sommerliches werden. Die frischen Farben leuchten in voller Pracht - übrigens auch ein Toptipp für den Herbst! Gerade an nebelverhangenen Tagen kann man doch gar nicht genug leuchten.... :D


Aus den rosa "Retro-Tulips" habe ich mir einen sommerlichen Upcycling-Rock gebastelt. Eine der Jeanshosen, die an Knie und Oberschenkeln schon total abgewetzt waren, hat ein neues Leben bekommen. Übrigens eine tolle Sache - Hose abschneiden, Stoffbahn raffen, drannähen, fertig. Geht ruckzuck, sitzt im oberen Bereich absolut optimal und flattert unten schön luftig um die Beine. Schneller kann man keinen Rock nähen.


Die gelben Tulips wurden zur Jeden-Tag-dabei-Strandtasche. Nach dem perfekten Schnittmuster dafür habe ich eine Weile gesucht - schließlich habe ich mir die "Big Summer" von Keko-Kreativ zugelegt, und die erfüllt optimal alle meine Strandtaschenwünsche:
1. Sie ist riesig. Da passen problemlos 4 Handtücher, Ersatzbadeanzüge, Wasserspielzeug und alle nötigen Kleinigkeiten rein.
2. Sie hat genau die richtige Menge an Extrataschen und Täschchen, die man so braucht: Eine Reißverschlusstasche für Geld, Schlüssel, Handy und vorn ein Getränkefach. Zusätzlich habe ich noch ein doppeltes Fach innen eingenäht, in das auf der einen Seite die Sonnencreme und auf der anderen ein Buch passen. Mehr braucht man nicht beim Baden. :)
3. Die Trennungslinie in der Mitte ist einfach super für Stoffkombis. Durch den Jeansstoff unten (nochmal Upcycling) ist die Tasche total robust, und oben kommt der gelbe Retro-Tulips richtig gut zur Geltung.
Die Papierflieger-Appli bekommt ihr bei Cindy von Din.Din, bei der es inzwischen die wunderschönen Plotterdateien auch als Applikationsvorlagen gibt - eine tolle Sache für plotterlose Menschen wie mich. :D
 


Hier geht es zu den beiden Mädchenwahn-Stoffen in rosa und gelb:



Die Applikation mit verschiedenen Papierfliegern bekommt ihr hier

Meinen leuchtenden Rock und die Strandtasche schicke ich noch flott bei RUMS vorbei!

Hasenwilde Grüße
Johanna

Sonntag, 25. September 2016

Sammeltrieb


Ihr Lieben,
im Urlaub, in diesen entspannten Tagen, habe ich vorab zwei Blogbeiträge für euch geschrieben. Weil ich Zeit hatte. Weil ich gern schreibe. Und weil sie mir eben so in den Sinn kamen. Heute bekommt ihr den ersten der beiden zu lesen.

Jedes Jahr, bevor wir in den Urlaub fahren, holen wir ein paar Tage vorher den Wohnwagen aus Opas Stadel und stellen ihn vor unser Haus. Da meine Eltern ihn im Moment kaum nutzen ist er meistens ein bisschen verstaubt vom Winter und ich putze und lüfte erst mal ordentlich durch. Im Eingangsbereich befindet sich ein schmales Regal, dafür hat mein Papa eigens ein paar passende Holzkistchen angefertigt, die genau hineinpassen. Wo ich also schon so am Saubermachen und Durchwischen war, habe ich mir die Kistchen gegriffen und dachte mir, ich schau mal, was da eigentlich so alles drin lagert.



Wenn ich euch jetzt erzähle, dass mein Papa ein alter Sammler und Bastler ist, der alles brauchen und nichts wegwerfen kann, könnt ihr euch wahrscheinlich schon vorstellen, dass das eine durchaus interessante Sache war… :D :D



Ich sitze also im Schneidersitz auf der Stufe vor unserem Haus, die Sonne scheint und ich fördere zu Tage, was sich da so versteckt. Von den drei alten Weckgummis kommt zumindest einer wieder in die Kiste. Man kann nie wissen. Das Häufchen alter Büroklammern und die drei zerbrochenen Kulis wandern in den Müll. Wenn er das wüsste, würde er grummeln: „Immer schmeißen sie alles weg, die Preindls! Kein Respekt vor recycelbaren Raritäten!“. Ich grinse vor mich hin – ich glaube nicht, dass er das Kugelschreiberersatzteillager vermissen wird. Die zwei uralten Stoffeinkaufsbeutel werfe ich aufgrund des modrigen Geruches in den Wäschekeller, ersetze sie aber durch neue. Was steckt da noch? Plastiktüten, Panzertape, eine durch Drehen aufladbare Taschenlampe (dieses Ding habe ich mein Lebtag nicht im Einsatz gesehen, und ich kenne diesen Wohnwagen jetzt seit 25 Jahren. Bisher haben noch immer die guten alten Batterietaschenlampen im Notfall ihren Dienst getan. :D), ein Bewegungsmelder (Wofür? Wofür??????), eine alte Glühbirne (von der ich fest glaube, dass sie kaputt ist und nach dem Austauschen einfach wieder in die Schachtel gewandert ist – sicher bin ich mir aber nicht), ein Knicklicht, verschiedene Rechnungen, ein Mini-Nähset ohne Nadel, Kabelbinder, diverse Kabelstücke und Schrauben, Angelhaken. Angelhaken?


Ich erinnere mich dumpf an eine Fahrt vor vielen Jahren, in der mein Papa sich eine Angel zugelegt hat und voller Motivation auf die Jagd ging. Ich glaube nicht, dass er was gefangen hat – seither liegt die Angel aber „für alle Fälle“ in einem der  Wohnwagenfächer und wartet auf bessere Zeiten. Der selbstgebastelte Urlaubskartenhalter aus Tonpapier war vor vielen Jahren ein Geniestreich von mir und hat glaube ich nie eine einzige Karte gehalten. :D :D


Ich packe einen kleinen Teil der Utensilien, die da auf der Stufe ausgebreitet liegen, wieder in die Holzkästchen (Panzertape und Kabelbinder kann man immer mal brauchen, da gebe ich meinem Papa ja vollkommen recht), das meiste landet in einer Extrakiste. Wegwerfen darf man ja nix hier. :D Die Kiste deponiere ich im Keller. Nicht nur, dass im Wohnwagen jedes Zusatzgewicht auffällt, meine Kinder jagen solche Trophäen mit Begeisterung und ich habe keine Lust, diese Kisten den ganzen Urlaub lang täglich wieder einzuräumen, nur weil die Damen sie interessant finden.


Kopfschüttelnd stelle ich die Pappkiste in ein Regal. Diesen Sammeltrieb werde ich nie verstehen. Wirklich, da bin ich vollkommen anders. Ich werfe Dinge weg, anstatt sie für Jahrhunderte in irgendeiner Ecke zu bunkern. Wo ich schon im Keller bin, beschließe ich, aus meinem Nähzimmer schnell die Schlafsäcke zu holen. Während ich mit beiden Händen Stoffstücke vom Sofa räume und dabei versehentlich in eine der Tüten mit alten Jeansresten zum Vernähen trete, muss ich lächeln. Ich stelle energisch noch zwei Kisten Bastelutensilien auf den Boden und kann endlich das Schlafsofa hochklappen, um an die Schlafsäcke darunter heranzukommen. Hat er doch Glück gehabt, mein Vater. Dass aus diesen Genen eine vollkommen rational denkende Tochter ohne jeglichen Sammeltrieb geworden ist, das hätte wohl keiner gedacht. :D :D



Hier noch schnell die Details zu den Bildern: Der Rock ist ein Freebook von Frau Liebstes/kibadoo und heißt einfach Jerseyrock Kids. Mit der Teilung lässt sich unglaublich gut mit verschiedenen Stoffen spielen - da kommt auch der tolle Simply-Apples-Jersey von Hamburger Liebe richtig gut zur Geltung! Das Tüpfelchen auf dem i ist aber die XXL-Häkelborte in altrosa, die ich für Nadine von Namijda vernähen durfte. Die verleiht dem Rock nochmal eine besonders pfiffige Note. Kombiniert habe ich das Röckchen mit einem ganz einfachen Basicshirt (Schnitt: Longsleeve von Lillesol und Pelle) aus den Big Dots von Lillestoff. Die Malia-Ballonmütze von Pom und Pino hab ich euch ja schon ein paar Mal gezeigt.

Hier geht's zur Häkelborte: (der Shop von Namijda ist übrigens ideal, wenn ihr Stoffe und Tüddelkram zum Kombinieren sucht - tolle Qualität und faire Preise für schicke Kombis. Ich hab schon mehrmals bestellt und werde definitiv dabei bleiben - die Sachen sind nämlich auch noch ruckzuck da!)

http://www.namijda.de/de/spitzen/kloeppelspitze/1-mtr-kloeppelspitze-extra-breit-altrosa-6-5cm.html

Hasenwilde Grüße
Johanna


Donnerstag, 22. September 2016

Abschied

Jetzt sitze ich zum vierten Mal hier vor dem PC- Bisher bin ich immer wieder aufgestanden. Weil mir die Worte fehlten. Weil ich nicht wusste, wie und was ich schreiben soll. Aber das Geschehene auch nicht unkommentiert lassen wollte. Dafür ist es zu entscheidend. Zu einschneidend. Also hier ein paar kurze Worte für euch.
Eigentlich ist eine Kombination aus Ereignissen, wie sie gegensätzlicher nicht sein könnten, der Grund für die Stille hier auf dem Blog. Zuerst waren wir im Urlaub. Gute zehn Tage mit dem Wohnwagen in Italien, auf meiner Lieblingsseite, auf Elba. Wir haben eine wunderschöne Zeit verbracht. Familienzeit - aber immer in Kontakt mit zuhause, in ständiger Standleitung. Denn mein Schwiegervater war im Krankenhaus. Die Nachrichten waren wechselnd positiver, dann wieder nicht ganz so gut, aber nie akut besorgniserregend, und so konnten wir unseren Urlaub relativ unbeschwert genießen. Bis es dann Ende letzter Woche plötzlich schlechter wurde. Wir sind sofort heimgefahren und mein Mann konnte seinen Vater das Wochenende über täglich besuchen. Bereits am Montag ist mein Schwiegervater dann friedlich eingeschlafen.
Ich will gar nicht so viel mehr schreiben, denn er hätte es furchtbar gefunden, Thema eines Blogbeitrags zu sein. So viel ist passiert diese Woche. So viel steht an, wenn ein liebes Familienmitglied geht. Und gleichzeitig scheint die Zeit stillzustehen. Die Kinder erden uns, bringen täglich den Alltag wieder ins Haus - können einen mit den neugierigen, durchdachten Fragen aber auch ganz schön aus dem Konzept bringen. Ich versuche, sie möglichst kindgerecht und trotzdem wahrheitsgemäß zu beantworten und ringe manchmal ganz schön um Worte.
Wir werden also in den nächsten Tagen und Wochen hier versuchen, wieder in den gewohnten Tagesablauf zu finden - und die vielen schönen Erinnerungen teilen. Mit Dankbarkeit, dass wir Teil seines Lebens sein durften.

Liebe Grüße
Johanna