Montag, 18. Januar 2016

Auf gute Nachbarschaft

Ich habe euch ja schon ein bisschen über die Flüchtlingsthematik hier bei uns im Dorf erzählt. Auch bei uns im Dorf (300 Einwohner) ist inzwischen die erste von drei geplanten Flüchtlingsfamilien angekommen. Und weil das Thema im Moment nicht nur meinen Kopf, sondern auch meinen Tag ausfüllt, möchte ich euch gerne noch ein bisschen von meinen Eindrücken erzählen. Nicht darüber, was ich von der Flüchtlingspolitik denke, nicht über meine allgemeine politische Meinung, nicht über die Situation irgendwo, auch nicht über alle Flüchtlinge generell. Nur über den Erstkontakt mit "unserer" afghanischen Familie, über die ersten Erfahrungen und Begegnungen hier vor Ort. Mitten auf dem Land im Herzen Bayerns.


Letzte Woche waren sie plötzlich da. Schon aufregend, der Moment, wenn alle Spekulationen, Planungen, Gedanken, Ängste plötzlich Mensch werden und vor einem stehen. Angekommen ist eine Familie aus Afghanistan. Mutter (hochschwanger), Vater, 3 Kinder mit 14, 6 und 2 Jahren. Mit einem Koffer und ein paar Tüten. Durchgefroren. Schüchtern. Froh, endlich angekommen zu sein. Aber auch offen. Höflich. Freundlich. Dankbar für jede Hilfe.


Die Unterkunft: Ein altes Schulhaus mit zwei kleinen Wohnungen. Relativ baufällig und zugig, aber sicher besser als eine Turnhalle. Die bezogene Wohnung: Kleine Küche, Bad, 3 Schlafzimmer. Zwei davon durfte die Familie belegen, in einem stehen 2 Betten, im anderen drei - das dritte, etwas größere Schlafzimmer ist mit drei Betten reserviert für die nächste Familie. Auf jedem Bett liegen die notwendigsten Utensilien. Bettwäsche, Handtuch, Topf und ähnliches. Kein Fernsehen, miserable Datenverbindung. Langeweile wird sicher eines der größten Probleme hier. Eine Freundin, der Leiter des Helferkreises in der Gemeinde und ich versuchen, den Leuten das Wichtigste in der Wohnung zu erklären - und sind erstmal selbst gefordert.


Der Herd funktioniert erstmal nicht, die Waschmaschinentür lässt sich nicht öffnen, die Toilette verliert Wasser. Ein Esstisch fehlt komplett und die Heizung fährt bei der Nachtabsenkung die Temperatur so stark herunter, dass in dem zugigen Gemäuer unter 20 Grad herrschen, die Böden sind eiskalt. Wir versuchen, die Mängel so weit wie möglich zu beheben, bringen Decken, der Hausmeister muss informiert werden. Die Verständigung ist schwierig - die Mutter spricht ein paar wenige Brocken Englisch, ansonsten wird mit Händen und Füßen gearbeitet. Wenn gar nichts mehr geht, schaltet sich telefonisch der Schwager der Mutter mit ein, der relativ gut Englisch spricht, und übersetzt das Nötigste.


Wir werden gefragt, ob wir gern die Patenschaft für das Flüchtlingshaus übernehmen wollen. Wollen wir nicht. Eigentlich. Jede von uns hat Haus, Kinder, Arbeit. Trotzdem sind wir jeden Tag vor Ort, einfach, weil es notwendig ist. Die Eltern können lesen und schreiben, aber leider keine lateinischen Buchstaben - es fällt ihnen entsprechend schwer, an irgendwelche Informationen zu kommen. Buszeiten, Öffnungszeiten, Beförderungsmöglichkeiten - alles spanische (bzw afghanische) Dörfer, wenn man keine lateinischen Buchstaben lesen kann. Der nächste Supermarkt ist drei Kilometer entfernt im nächsten Ort - eigentlich zu Fuß durchaus zu machen (zumindest wenn man nicht hochschwanger ist, ein Zweijähriges Kind dabei hat und der Weg witterungstechnisch einfach sehr vereist ist :P), aber den Weg muss ihnen erst mal jemand zeigen. Bis dahin - Fahrdienst zum Supermarkt.


Die Hilfsbereitschaft im Ort ist riesig. Auch wenn die meisten den persönlichen Kontakt noch scheuen - jeder gibt, was er kann. Ein Esstisch, Tischdecken und Handtücher, Teppiche für den kalten Boden, Vorhänge zum nächtlichen Abdunkeln, Küchenutensilien, Schneeanzüge, ein Kinderwagen, Spielzeug, Kleidung -  Alt und Jung ruft an und bietet schnell und unkompliziert Hilfe an. Das ist wundervoll zu sehen und zu erleben. Und unsere afghanische Familie ist so unglaublich dankbar. Die Kinderaugen strahlen, als sie die zusammengestellten Spielzeugtüten auspacken und sich in die Fleecedecken wickeln. Ich glaube, der meistgesagte Satz der Familie ist ein ehrliches "Thank you so much.". Danke. Immer wieder Danke. Die Kinder meiner Freundin ziehen die beiden afghanischen Kleinen ein paar Runden durch den Schnee, als wir gemeinsam den Weg zur Bushaltestelle erkunden. Die Kinder lachen ausgelassen, als sie in den Bobs durch den Schnee schlittern. Und ich denke mir: Doch. Das kann funktionieren.


Im Moment steckt viel Zeit dahinter. Auch einfach, weil alles persönlich geklärt werden muss, weil so vieles noch unklar und ungewohnt ist. Weil sie einfach ohne Sprache und Schrift, ohne Fortbewegungsmöglichkeiten total aufgeschmissen sind in unserem 300-Seelen-Ort am Ende der Welt. Aber sie werden lernen. Sie wollen lernen. Und wenn unsere Asylsuchenden offen sind und die Menschen hier im Ort auch, dann bin ich überzeugt davon, dass das funktionieren wird. Dass sie ihren Platz finden werden. Neben uns. Und mit uns. Auch weil es einfach keine Alternative gibt, im Moment.


Ich werde nachher nochmal vorbeilaufen (der englischsprechende Schwager soll heute zu Besuch kommen), die versprochenen Buszeiten vorbeibringen und nebenher hoffentlich ein paar Infos über den Übersetzer erhalten - was die Familie noch dringend braucht, zuerst einmal. Aber vielleicht auch ein paar persönliche Infos. Wie sie eigentlich hierher gekommen sind. Woher sie genau kommen. Was sie erlebt haben. So viele Fragen spuken durch meinen Kopf - mal sehen, ob ich die ein oder andere beantwortet bekomme.... :D


Begleitet haben meinen Text heute Bilder von der großen Hasentochter und der zweiten "Ginny" von rosarosa, die ich genäht habe (hier geht's zum Ebook: *KLICK*). Aus dem dunkelblauen beflockten Jeans sieht der Faltenrock richtig edel aus, und die Taschen und Knöpfe peppen das Teil nochmal richtig auf. Den unteren Rand habe ich mit einer dunkelblauen Satinpaspel und einem doppelten Streifen Baumwollbatist abgeschlossen, die Wollstulpen passen perfekt darunter. Außerdem gab es aus dem gleichen Stoff noch eine "Resi", mein Lieblings-Farbenmix-Hutschnitt (heißt "Hannes und Resi") und ein großes Tuch aus dem gepunkteten Baumwollbatist, mit dunkelblauer Bommelborte (Schnittmuster aus "Lilli's Kapp-Parade, hier entlang: *KLICK*). Kombiniert ist das Outfit wirklich feiertagstauglich und war bei uns an Weihnachten die Klamotte der Wahl. :D :D


Wie steht es denn bei euch so? Habt ihr auch Flüchtlinge in der Nähe? Habt ihr Kontakt? Erfahrungen? Wie handhabt ihr das so?

Neugierig-hasenwilde Grüße
Johanna

Freitag, 8. Januar 2016

Powderdays


Es wird, Leute es wird. Winter nämlich. Schön langsam. Nicht, dass vor meinem Fenster schon alles weiß wäre - aber es liegt zumindest ein bisschen Schnee.


Da gibt es doch keinen besseren Zeitpunkt, um euch endlich mal die MiniPowPowJuna von Muckelie zu zeigen, die ich für meine Große genäht habe. PowPow kommt nämlich vom Powdersnow, Pulverschnee. Und auf mehr davon warten wir hier schließlich sehnsüchtig!


Ich liebe ja den Winter. Naja, ich gebe zu, ich mag alle Jahreszeiten (am liebsten dann, wenn sie so richtig klischeemäßig daherkommen, wie im Bilderbuch :D). Aber der Winter ist schon etwas besonderes. Einmal, weil Weihnachten ist. Und Weihnachten ist nun mal die schönste Zeit im Jahr. Es knistert, es leuchtet und funkelt, alles ist geheimnisvoll. Ich liebe das. Dann liegen im Winter alle Geburtstage der hasenwilden Familie, plus 5 Geburtstage in der nächsten Verwandtschaft - wir sind also im Dauerfeiern. :D


Und dann - der Schnee. Gesegnet mit zwei ausgeprägten Draußenkindern gibt es für uns nichts schöneres, als die Wintertage draußen zu verbringen - mit Schlitten, Schlittschuhen oder einfach rollend und kugelnd und bauend im Schnee.


Den ersten richtig verschneiten Tag hier haben wir voll ausgenutzt (vor allem, weil der Hasenwildpapa an dem Tag auch noch frei hatte und sich voller Freude mit in den Schnee gestürzt hat :) ) - Schneeiglu mit zwei Eingängen gebaut, Schnee geschaufelt und natürlich die Schlitten eingeweiht.


Die Große braucht im Moment dringend jeden Morgen den Schneeanzug - beim Bauernhof direkt gegenüber der Bushaltestelle gibt es nämlich einen hohen Schneeberg auf der Seite, und da muss man morgens die 10 Minuten, bis der Bus kommt, dringend damit verbringen, diesen Berg hochzuklettern und auf dem Skianzughosenboden wieder hinunterzurutschen. :D Dafür steht das Fräulein morgens sogar fast freiwillig auf.


Und noch ein großer Punkt ProWinter: Skifahren. Meine Familie fährt schon immer Ski, unser Papa hat es uns von Kindesbeinen an beigebracht (und fragt nicht, wie viele Jahre er bei 4 Kindern ausschließlich mit Kind zwischen den Knien gefahren ist... ;) ;) ), und ich bin froh, dass auch der hasenwilde Göttergatte ein enthusiastischer Skifahrer ist. Wir wohnen ja ein ganzes Eck von den Bergen weg, deswegen reicht es (zumindest solange die Kinder zu klein sind zum Mitfahren) im Moment nur zu 1-2 Tagesfahrten im Winter, aber das reicht mir auch schon - und die genieße ich in vollen Zügen. Morgen steht die erste davon an, und ich freue mich heute schon wie ein kleines Kind. Außerdem haben wir uns vorgenommen, die Große heuer auch mal probeweise auf dem Minihang hinterm Garten auf die Bretter zu stellen - mal sehen, ob sie schon Spaß daran hat.


Ihr seht, es gibt tausendundeinen Grund, um auf PowPowPowdersnow abzufahren - und mindestens genauso viele Gründe, um diese Jacke zu lieben.. :D Meine große PowPowJuna (kurz PPJ) habe ich euch ja schon letztes Jahr gezeigt (HIER könnt ihr nachlesen, wenn ihr nochmal einen Blick darauf werfen wollt. Nach wie vor eine meiner Lieblingsjacken!!), da war die Mini jetzt dringend fällig. Ich liebe den lässigen Sitz mit den langen Armbündchen und der großen Kapuze.


Die Paspeltaschen sind zwar etwas aufwendiger zu nähen, aber sie machen einfach echt was her und geben der Jacke nochmal richtig Pepp. Im Brustbereich habe ich das Vorderteil geteilt und eine senfgelbe Paspel eingenäht - dass das ein unglaublich perfekter Platz für eines der süßen Faultiere vom Innenstoff ist, hat sich tatsächlich erst hinterher herausgestellt. Aber das Tierchen ist ein echter Hingucker, finde ich.


Die Maus trägt die Jacke unglaublich gern - kein Wunder, bei den Stoffen! Den Bio-Jersey mit den Faultieren habe ich bei Charly, Jo und Co gekauft und den Außenstoff durfte ich für Stoffversand4u vernähen - ein Bio-Baumwoll-Fleece mit GOTS-Siegel mit Namen Fynn. Boah, ich sage euch, ist das ANGENEHM. Ich bin ja eigentlich nicht so der Fleece-Fan. Einfach, weil es im Endeffekt reines Plastik ist. Es elektrisiert meine Haare, es riecht oft total künstlich und die Plastikfasern schwemmen beim Waschen aus, lassen sich von keinem Sieb fangen und sammeln sich dann im Meer. Und tun dort schreckliche Dinge!! Nein, nicht mein Ding, da bin ich zu sehr Öko. Was habe ich mich gefreut, als ich Fynn in Händen hielt. Ein dickes Kuschelfleece aus 100%  Bio-Baumwolle. Da kann auch ich guten Gewissens zugreifen - Ich kann es euch wirklich nur empfehlen!!


Und die Kombi aus grau und senfgelb geht ja sowieso immer, findet ihr nicht? Kombiniert habe ich die Jacke mit einer Twonie von Janina's kreative Welt.
Und bevor ich mich jetzt wieder voll Motivation in die Skitagvorbereitungen stürze, hier noch schnell die Links zum Stöbern:

Hier geht's zur Mini-PPJ von Muckelie:

Mini °PowPowJuna° Übergangsjacke - Schnittmuster und Nähanleitungen bei Makerist sofort runterladen
  • Und hier findet ihr das Bio-Baumwollfleece "Fynn" in allen sechs Farbstellungen (ich habe anthrazit-meliert verwendet):
     
    Bio Baumwolle Fleece Fynn
     
     
     Ich hoffe, ihr seid genauso scharf auf den verschneiten Winter wie ich, denn ich sage euch: Jetzt kommt er! Bald! <3
     
    Hasenwilde Grüße
    Johanna             

    Montag, 4. Januar 2016

    Herzensdosen

    Endlich hat mich jemand aufgeklärt. Endlich wusste jemand, wie die Welt tatsächlich funktioniert. Endlich hat mir jemand eine Erklärung geliefert, die alles ins rechte Licht rückt. Eine hochphilosophische Weltanschauungstheorie, der ich total verfallen bin.


    Wer dieser schlaue Mensch war, wollt ihr wissen? Ob er einen Doktortitel hatte? Ob es eine schriftliche Arbeit über seine Theorie gibt, die ihr nachlesen könnt? Mmmmh.... Nein.


    Eine Theorie mit so viel Tiefblick und Hintersinn kann nur von einem Kind kommen. Klar, oder? Ich staune immer wieder, mit welcher Ernsthaftigkeit und Kombinationsgabe unsere jungen Erdenbürger die Welt erklären. In diesem Fall war es ein junger Freund der Familie, 5 Jahre alt. Und ein wirklich kluger Kopf.


    Der Auslöser des Ganzen war ein Video. Ein witziges YouTube-Video von einer Familie mit Krabbelkind an Weihnachten, das an Weihnachten vergnügt die Christbaumkugeln abdekorierte, den Baum kippte, den Plätzchenteig auffutterte und sich am Weihnachtsabend aussschließlich für die Schachteln und das Geschenkpapier statt dessen Inhalt interessierte. Eines von diesen Videos, in denen man sich gerne mal wiederfindet. In den Erinnerungen an das erste Weihnachten mit Kind.


    Jedenfalls hat mein kleiner Freund darüber nachgedacht, warum dieses Baby die Regeln und Konventionen, die in so einem Haushalt herrschen (sollten), noch nicht kennt, während er das doch alles schon durchschaut hat und weiß. Seine Theorie lautete folgendermaßen:


    Jeder Mensch wird mit einer Dose im Inneren geboren. Einer Herzensdose sozusagen. In dieser Dose befinden sich alle Regeln, guten Manieren, Konventionen, Gesprächsregeln - eben alle Verhaltensgrundlagen, die man im sozialen Umgang miteinander so braucht. Diese Dose ist am Anfang fest verschlossen. Und nach und nach schafft man es eben, das Deckelchen abzuheben und eine gute Verhaltensidee nach der anderen gelangt aus der Dose in den Kopf. Und wenn der Deckel ganz offen und die Dose leer ist, dann ist man ein sozialer, mitfühlender, toleranter und respektvoller Mensch.


    Ist das nicht eine wundervolle Idee? Und, wie ich bereits sagte, sie erklärt ALLES. Auch, warum Menschen manchmal vollkommen unsozial handeln. Ich könnte mir gut vorstellen, dass hin und wieder die ein oder andere Regel unten am Dosenboden kleben bleibt. Oder dass der Deckel nur unvollständig geöffnet wird. Oder dass jemand irgendwann aus irgendeinem Grund den Deckel wieder auf die Dose drückt, und dann bleiben Toleranz und Respekt für immer eingesperrt.


    Das Schönste an dieser Theorie, finde ich, ist die Botschaft, die sie vermittelt: JEDER hat alle "Zutaten" in sich zu einem freundlichen Miteinander, egal woher er kommt, wer er ist, wie er erzogen wurde, die Dose ist auf der ganzen Welt mit den gleichen Informationen gefüllt. Man muss nur offen bleiben. Im wahrsten Sinne des Wortes. Das ist die Lösung gegen jeden Streit, jede Ungerechtigkeit, jeden Krieg, jede Auseinandersetzung: Offen bleiben und ganz viel auf sein Inneres hören. Und das muss einem eben erst mal ein Fünfjähriger erklären. <3


    Begleitet haben diese wunderbare Weltanschauungstheorie Bilder von einer der Lieblingshosen meiner Großen - eine TwoLegs von Sara&Julez. Gerade jetzt, wo endlich die ersten Schneeflocken vom Himmel tanzen, sind diese bequemen Jerseyhosen bei uns ganz hoch im Kurs - da kann man nämlich ganz praktisch und bequem einfach den Schneeanzug drüberziehen, ohne dass was drückt oder stört.


    Und mit der Knopfleiste, den Einstecktaschen vorne, der Fake-Knopfleiste und den Potaschen ist sie auch durchaus ausgeh-  und kindergartentauglich. Die hinteren Taschen habe ich ein bisschen verändert und mit einer Kellerfalte gepimpt - wie ich das gemacht habe, hab ich mitfotografiert, das wird sicher nochmal ein Tutorial für euch. Wenn ich Zeit habe. :D


    Passend zur Hose gab's ein upgecyceltes Shirt aus einem alten Strickpulli und einen passenden Loop. Für das Shirt habe ich das Schnittmuster "Little Michi" von Schnittgeflüster als Grundlage verwendet und die vorhandenen kurzen Ärmel einfach von innen noch verlängert.

    Hier noch der Link zur TwoLegs, falls ihr auch noch ein paar Wohlfühlhosen brauchen könnt:

    ***KLICK***

    ÜBRIGENS hat die Mama des Fünfjährigen seine Theorie mit der Überlegung gekontert, dass sie eventuell auch etwas mit der Verhaltensregelsache zu tun haben könnte, da sie ihn ja täglich mehrmals auf Unstimmigkeiten in seinem sozialen Verhalten hinweise. Das findet er vollkommen abwegig.... ;) ;) ;)

    Also, denkt dran: Offen bleiben. Nach innen hören. Guckt mal, ob eure Dosendeckelchen schon alle offen sind! :D

    Hasenwilde Grüße
    Johanna

    Sonntag, 27. Dezember 2015

    fließender Übergang

    habt ihr schon gesehen? Ja? Ich habe ein bisschen an meinem Blogdesign gebastelt, und auch die FB-Seite hat ein neues Cover bekommen. Immer wenn das alte Jahr zu Ende geht, ist die Lust auf Veränderung besonders groß, finde ich. Bei mir zumindest.


    Irgendwie hat mein Bloglayout nicht mehr gepasst. War nicht mehr hasenwild. Nicht, weil ich mir damals nicht genug Gedanken gemacht habe, als ich es entworfen habe. Sondern weil ich mich verändert habe. Vor allem in meinem Stil. Ich glaube, die Tatsache, dass ich in letzter Zeit viel genäht, aber keine Lust zum Bloggen hatte, hing auch damit zusammen, dass das Bloglayout so unstimmig für mich geworden ist.


    Ganz hundertprozentig glücklich bin ich noch nicht damit, ich werde noch ein bisschen daran weiterbasteln - aber es geht definitiv in die richtige Richtung. Wie gefällt es euch soweit?


    Das ist irgendwie so ein bisschen wie Zimmer umräumen. Mein Blog ist ja schon ein Teil meines Wohnzimmers, wenn auch ein virtueller. Da hängt viel Liebe und Zeit darin, da muss auch die Einrichtung passen. Und eigentlich ist es auch schön zu sehen, wie sich Dinge verändern. Dass das Leben nicht starr in eine Form gegossen ist, sondern dass es im Fluss ist. Ich fließe gerne. :D Ich finde das total spannend - zu sehen, wie sich Dinge entwickeln. Raum zur Entwicklung haben, geben und genießen. Das hält doch den Geist flexibel, oder nicht?


    Im Kleinen wie im Großen passiert das. In einem selber und um einen herum. Bei uns haben sich hier in der Gemeinde zum Beispiel die ersten Flüchtlingsunterkünfte gefüllt. Ihr müsst euch vorstellen, meine kleine Gemeinde hier in Bayern besteht aus kleinen bis klitzekleinen Dörfern, vielen alteingesessenen Leuten, Traditionen und hundert Dingen, die "schon immer so waren". Ich muss sagen, ich war etwas skeptisch auf die Flüchtlingsankündigung hin. Nicht wegen der Flüchtlinge - die lasse ich gern auf mich zukommen und mache mir selber ein Bild. Aber ich hatte wirklich Bedenken, dass diese Leute komplett abgelehnt werden und niemand einen Finger für sie rühren wird. Weil sie fremd sind. Und Angst machen.


    Und ich kann euch gar nicht sagen, wie ich mich freue, sagen zu können - ganz im Gegenteil. Es haben sich mit mir über 90 freiwillige Helfer in verschiedenen Bereichen gemeldet, die gerne helfen möchten. Und als es darum ging, die neue Flüchtlingsunterkunft hier im Ort zu putzen und herzurichten, waren sofort über 10 Leute zu Stelle, die ihre Vormittage dafür hergegeben haben. Frauen wie Männer. Die geputzt und geschrubbt haben, Möbel geschleppt, Kisten mit altem Zeug gepackt, gekehrt und poliert, um eine halbwegs heimelige Atmosphäre zu schaffen.


    Die erste Flüchtlingsunterkunft in der Nachbarortschaft ist bereits bezogen, und es werden bereitwillig Dinge zur Verfügung gestellt, die Nachbarn fragen nach, wie es den Leuten geht, sie werden eingeladen, mit einbezogen, mitgenommen. Und ich finde das so toll. Ich finde es so gigantisch, ein Teil davon zu sein. Ein Teil dieser Bewegung, dieses Flusses, der nicht starr an einem Felsen kleben bleibt, sondern sich elegant drumherumschlängelt, sich anpasst an neue Gegebenheiten und dabei so viel Mitmenschlichkeit, Offenheit und Respekt ausstrahlt. Ich bin stolz darauf. Und warte gespannt auf unseren Neuzuwachs im Dorf.


    Und das, meine Lieben, das ist für mich der Inbegriff von Weihnachten. Ich glaube, so weihnachtlich war Weihnachten noch nie, wie in diesem Jahr, in dem tatsächlich Herbergssuchende vor unserer Tür standen. Und wir, die wir hier leben, uns nicht für die Rolle des Herbergswirtes, der keinen Platz machen will, entschieden haben. <3


    Noch ein paar Infos zu dem süßen Mantelschnitt, den ihr nebenher auf den Bildern bewundern konntet :D : Der neueste Streich von "Meine Herzenswelt" ist das und nennt sich "Kuschelmantel Nayla". Hach. Wie von Ilona gewohnt ein perfekt ausgearbeiteter Schnitt mit ganz vielen liebevollen Details und tausendundeiner Möglichkeit zum variieren und tüddeln.


    Nayla ist leicht tailliert und fällt unten in eine süße Rundung. Um den Kragenbereich und an den Seiten gibt es optionale Passen (die ich hier ganz schlicht mit Paspelband angedeutet habe) und hinten könnt ihr euch zwischen einer normalen Rundkapuze und einer Zipfelkapuze mit oder ohne Saumbund oben entscheiden. Die Ärmel können mit normalem oder verstecktem Bündchen genäht werden.


    Ich habe mich dieses Mal an Textilfarbe getraut und mit selbstgemachtem Freezerpapier vorne und hinten mit Silberglitzerfarbe jeweils eine Katze aufschabloniert und hinterher freihand mit schwarzem Garn umstickt. Für mein Katzenfreakkind. :D


    Genäht ist unsere Nayla aus smaragdfarbenem Jeans und gefüttert mit kuscheligem Baumwollfleece - also eher eine Übergangsjacke, die aufgrund der unüblichen Dezembertemperaturen aber nach wie vor fleißig im Einsatz ist. Die Mütze nennt sich "KrempyLu" und ist ein neues Ebook von "BirdyLu" und mit der witzigen Krempe ein neuer - weil mal etwas anderer - Lieblingsmützenschnitt. Meine kleine Maus fühlt sich jedenfalls sichtlich wohl in der Kombi!

    Dicker, fetter Geheimtipp von mir: "Nayla" bekommt ihr noch heute in der Makerist-Wochenend-Aktion für nur 2 Euro - genau wie alle anderen Ebooks von meine Herzenswelt! Das lohnt sich sowas von! Hüpft unbedingt vorbei und schnappt euch mindestens das Mantelebook - und wenn ihr schon da seid, schaut euch gleich noch die CoZ-Familienreihe von Sewera an, die ist auch im Angebot und ein absoluter Kauftipp! Deswegen verlinke ich euch jetzt direkt zur Nayla bei Makerist - natürlich bekommt ihr das Ebook auch über Dawanda! <3
     
    https://www.makerist.de/patterns/ebook-kuschelmantel-nayla-groesse-80-170
     
      Und hier findet ihr die Mütze KrempyLu:
     
    http://de.dawanda.com/product/92185551-krempylu-von-birdylu-e-book
     
    Ich hoffe, auch ihr hattet stimmungsvolle Weihnachtsfeiertage - ich wünsche euch von Herzen für nächstes Jahr, dass auch ihr die Kraft und den Mut habt, euch einfach treiben zu lassen, Veränderungen mit Neugier und Offenheit anzunehmen und etwas Positives daraus zu machen.
     
    Hasenwilde Grüße
    Johanna
     

    Sonntag, 13. Dezember 2015

    Ein Mädlein steht im Walde...

    Ihr merkt schon, hier ist es momentan etwas ruhiger. Aber es ist ja auch Adventszeit. Und da MUSS alles ein bisschen ruhiger sein.


    Ich gebe mir Mühe, den jährlichen Weihnachtsaktionismus ein bisschen zurückzudrängen. Jedes Jahr nehme ich mir das vor, und ich muss voll Stolz sagen, jedes Jahr gelingt es ein bisschen mehr. Nicht immer, nicht durchgehend, aber immer mehr.


    Und die Zeit, die dann tatsächlich hier und da einfach frei bleibt, versuche ich im Moment mit meinen Kindern zu nutzen. Gemeinsam puzzlen, ein Spiel spielen, Weihnachtslieder singen oder ein Ausflug auf den Christkindlesmarkt, da tanken wir alle miteinander auf.


    Oder aber ich nutze tatsächlich mal ein halbes Stündchen für mich. In der Badewanne. Mit einem guten Buch auf dem Sofa. Oder bei einem Film abends auf der Couch.


    Ich gebe zu, das ist noch ausbaufähig. Die Termine geben sich immer noch die Klinke in die Hand im Hause hasenwild. Aber es wird. Und ein bisschen Weihnachtsgewusel darf ja auch sein, das gehört dazu. Richtig ruhig wird es bei uns dann nach Weihnachten in den Ferien, die halte ich mir nämlich strikt termin- und probenähfrei.


    Trotzdem - gerade die Probenähbilder in Herbstoptik möchte ich euch jetzt endlich zeigen, vielleicht könnt ihr ja noch die ein oder andere Anregung für euer Weihnachtsoutfit brauchen? Der Winter lässt sich ja heuer Zeit mit dem Einstand, so sind die Bilder jahreszeitmäßig eigentlich immer noch gut im Rennen, finde ich.... ;) Außerdem mag ich die Farben sehr gerne. Ich könnte immer nebenher "Ein Männlein... äääh... Mädlein steht im Waaaaldeeeee ganz still und stumm..." singen. Sogar das Mäntlein aus Purpur passt nämlich, und ein Käpplein hat das Mädlein auch auf dem Kopf. Astreine Umsetzung, finde ich. :D :D


    Diese Bilder hier hat mal wieder meine Schwester von mir geschossen - ich habe ihr im Wald aufgelauert und sie kurzerhand vom Fleck weg als Fotografin rekrutiert. :D


    Auf den Bildern findet ihr sogar zwei probegenähte Teile! Das Oberteil ist ein Special von Schnittgeflüster, nennt sich "Faiva" und ist - wie die meisten Schnittgeflüsterschnitte - wandelbar wie ein Chamäleon. :) Ich mag sowas ja total gerne. Die Wickeljacke mit den langen Zipfeln lässt sich auf unendlich viele Arten binden. Ich habe für euch meine drei Lieblingsvarianten fotografiert. (Eigentlich waren es sogar vier, aber bei der letzten saß ich so geschickt hinter einem Bretterdach, dass ich durch die Schatten auf den Bildern aussehe wie ein junges Zebra. :D :D Leider nicht vorzeigbar. ;) ) Aus dem weichen Viskosejersey aus dem Stoffladen vor Ort fällt meine Faiva jedenfalls wunderbar weich und ist ein ideales "Drüberwerferle" für alle Gelegenheiten. Im Schnitt enthalten ist auch noch ein breiter Saumbund, den man sich auch als Kapuze überwerfen kann und viele Möglichkeiten, um dem Schnitt mit ein paar Druckknöpfen unendlich viele Variationen zu entlocken.


    Der Hingucker obendrauf nennt sich "Herbstgesang und Blättertanz" und ist eine der zwei Hutvarianten von jojolino. Ich habe meinen Hut aus braunem Filz genäht und mit einem geflochtenen Lederband verziert - ihr könnt euch da aber mit sämtlichen Materialien austoben und außerdem auch eine zweite, breitere Krempenvariante ausprobieren. Definitiv das i-Tüpfelchen für jedes Outfit! Und vor allem - mal was anderes. Man kann ja schließlich nicht nur Beanies nähen.... ;)





    http://www.schnittgefluester.de/Faiva-34-54     https://www.alles-fuer-selbermacher.de/index.php?route=product/product&product_id=24407

    Mit den Links zum Hut und zum Wickeloberteil verschwinde ich dann wieder in meiner adventlichen Besinnungsstimmung - und wünsche auch euch noch einen wunderbaren dritten Adventssonntag! <3

    Hasenwilde Grüße
    Johanna