Samstag, 18. April 2015

Vintagesweat oder ein Blick hinter die Kulissen

Huhu ihr Lieben!

Huiui, es STAUT sich schon wieder bei mir. So viele genähte Sachen, die gezeigt werden wollen. Ich sage euch, das ist ein Teufelskreis. Entweder ich nähe viel und komme nicht zum Bloggen, dann stehen die Bilder Schlange von meinem PC bis quasi vor's Haus. ODER ich nähe wenig und hätte dafür Zeit zum Bloggen, dann hab ich aber meistens nix mehr zu zeigen. Naja. Heute jedenfalls - Stoffprobevernähen für Stoffversand4u - und ein Blick hinter die Kulissen, wie so ein Fotoshooting bei uns abläuft!


Vintagestreifen heißen diese süßen Querläufer, und in 7 Farben gab es sie zur Auswahl. Und, naja, ich mag eben orange. Ist euch wahrscheinlich noch nicht aufgefallen (haha... :D ), aber doch. Orange rockt. Finde ich. Und diese orangen Streifchen kombinieren sich wunderbar mit dem fröhlichen "Happy"-Stoff und korallefarbigem Bündchen. Der Stoff ist ein leichter unangerauhter Sommersweat in Bio-Qualität und fühlt sich super an. Ich hab mir gleich noch zwei Farben bestellt, von denen auf alle Fälle eine für mich verarbeitet werden soll!


Nachdem ich jetzt schon ein paar Mal gefragt worden bin, wie ich denn das mit den Fotos so handhabe, erzähle ich euch an diesem Beispiel mal, wie das so läuft. Also, geplant war eigentlich nur die Sweatjacke meiner Großen aus dem Stoff, aber es war nach dem Zuschneiden noch genug für einen Sweatpulli für die Kleine. Ich liebe ja so Schwesternpartnerlookkleidung. Ich nähe nie für beide exakt das Gleiche (dafür sind sie viel zu unterschiedlich), aber wie hier zwei verschiedene Schnitte aus der gleichen Stoffkombi, das finde ich klasse. Erschwert die Fotografiererei aber ungemein... :D


Also. Ich stecke die Mädels in ihre Partneroutfits. Dabei gibt's schon die ersten Diskussionen. Weil die eine die Hose nicht mag und die andere lieber Gummistiefel dazu anziehen möchte. Und überhaupt. Warum kriegt nur SIE eine neue Mütze??? Während ich Nummer Zwei anziehe, entkommt mir Nummer Eins in den Garten, schlüpft ins Trampolin und wirft die gerade angezogenen Schuhe, Jacke und Mütze wieder von sich. Ich steige schimpfend ins Auto, schnalle die Kleine fest, fahre ein paar Meter. Dann kommt auch die Große normalerweise angelaufen. Funktioniert auch diesmal. Selbstverständlich kommt sie strumpfsockig. Sobald also auch der zweite Hase im Sitz festgezurrt ist, hole ich ihr Zeug aus dem Trampolin. Liegt selbstverständlich auf der hinteren Seite, so dass ich mich quer durch die vier Meter Durchmesser robben muss. :P


Der Ort des Geschehens. Ich habe mir angewöhnt, schöne Fotostellen, die mir so im Tagesgeschäft auffallen, zu merken und irgendwann bei einem Shooting darauf zurückzukommen. Da gibt es ganz viele Ecken bei uns im Dorf oder im Garten, die ich nutze. Ein paar schöne Stellen in und um mein Heimatdorf, die ich kenne. Oder eben Orte zwischen hier und da. Die kleine Brücke und das Flüsschen im Wald, das ich dieses Mal angesteuert habe, sind mir letztens bei einem Ausflug ins Auge gestochen. Ich fahre eigentlich selten extra für ein Shooting irgendwohin, meistens richte ich es mir so ein, dass die Stelle eh irgendwie auf dem Weg irgendwohin liegt und wir nur kurz raushüpfen. Dieses Mal hatte ich aber gehofft, dass da am Bach vielleicht schon die Bäume blühen und einen schönen Hintergrund abgeben. Dem war leider nicht so - aber das war eigentlich auch ganz gut, weil die hellen Sachen vor einem dunklen Hintergrund wesentlich besser rauskommen. Sowas fällt mir aber auch erst nachher auf. :D


Auf der Fahrt halte ich die Mädels mit lautem Gesang zur Rolf-Zuckowsky-Verkehrs-CD bei Laune. Wenn mir jetzt eine einschläft, sind die Folgen fatal. Gerade bei der Großen. Bis die nach einem Nickerchen wieder Betriebstemperatur erreicht, vergehen STUNDEN. Wir fahren aber nur gute 10 Minuten und ich bin erfolgreich. Blühen tut leider nix, aber die Szenerie ist ganz nett. Also raus aus dem Auto. Die Kleine rast sofort mitten auf die Straße. Gut, dass das nur so ein enges, wenig befahrenes Nebensträsschen ist. Ich pfeife sie mit einem entsetzten Schrei zurück, was sie mit einem genervten Blick quittiert. Na super.


Dann lasse ich die beiden normalerweise einfach wuseln und versuche, nebenher ein paar schöne Bilder zu schießen. Aber ich sage euch, die sind schnell. Mit einer Festbrennweite, mit der man sich als Fotograf ja echt bewegen muss, zähle ich das durchaus als Sport. :D :D Ich versuche also, mich so zu stellen, dass ich nicht direkt in die Sonne fotografiere, die Klamotten möglichst aus allen Richtungen gut draufkriege und dabei das Gesicht nicht frontal erwische. Nebenher stelle ich die Kleine mindestens fünf Mal wieder auf die Beine, weil sie ja auf jeden Stein klettern muss und die halbe Zeit am Boden landet, schlichte die Streiterei um den moosigen Sitzplatz auf dem am Boden liegenden Baumstamm, den sie entdeckt haben, versuche, möglichst zeitnah immer wieder den Dreck von den Sachen zu klopfen und lasse mir die Hosentaschen mit Ästen, Steinen und anderen wichtigen Utensilien vollstopfen. Uff.



Wir laufen an den Bach und ich knipse ein paar Bilder, während die Kids ins Wasser schauen. Dann fangen sie an, Gras auszurupfen und in das Wasser zu werfen, um es beim Schwimmen zu beobachten und übertrumpfen sich dabei, wer sich näher ans Wasser traut. Keine gute Idee. Ich schnappe mir eine links und eine rechts und flüchte.


Auf dem Rückweg entdecken wir ein Hirschgehege. Die Mädels beobachten fasziniert die Tiere, die vom anderen Ende der Wiese zu uns herübergetrabt kommen um zu schauen, ob wir nicht was zu fressen dabeihaben. Haben wir nicht. Aber wir freuen uns an den schlanken Hirschkühen und bleiben eine Weile stehen, um ihnen zuzusehen. Verschnaufpause.


Als kurze Zeit später eine Diskussion entbrennt, ob das nun "Lehlein" (kleine Hasentochter, sie meint damit Rehe) oder Hirsche (große Hasentochter) sind, ziehen wir weiter. Ich entdecke einen Busch, unter dem ein paar Osterglocken blühen und zeige ihn den Mädels, die sofort begeistert das "Buschhäuschen" erkunden und sich zu den Blumen setzen. In natura ein wunderbares Bild, auf der Kamera leider nicht so leicht einzufangen. Nach ein paar überbelichteten und ein paar verschwommenen Fotos schließen die zwei ihren Buschbesuch ab und kriechen wieder heraus. Tja, Mama. Zu langsam. :P


Auf dem Rückweg zum Auto stehen die beiden auf der kleinen Brücke und schauen ins Wasser. Ich husche nach unten auf die Wiese, um davon noch ein schönes Foto zu schießen. Gerade als ich unten bin, versucht die große Hasentochter, auf das Brückengeländer zu klettern. Äh, stopp!!!! Wie ein Blitz springe ich über einen Nebenarm unseres Bächleins, um die Madame oben wieder auf sicheren Boden zu befördern. Als die beiden dann endlich wieder in ihren Sitzen angeschnallt sind, schnaufe ich erstmal tief durch. Ich gehe die Ergebnisse unseres Fotoausflugs durch: Eine Stunde Zeit, ein feuchter Schuh, vieleviele verschwommene, über- und unterbelichtete Fotos, aber auch ein paar richtig nette, ein Rudel Hirsche, ein Grasfleck auf der Kinderjeans und ein paar graue Haare und Schweißperlen. Eigentlich waren wir recht erfolgreich. Und ich bin fix und alle. Nix wie heim. :D


Tja, das war jetzt quasi ein Blick hinter die Kulissen, was zwischen diesen harmonischen und fröhlichen Bildern so alles passiert, bis die im Kasten sind. So oder so ähnlich läuft es meistens ab. Mit einem Kind ist es immer einfacher als mit zweien, besonders wenn die gemeinsam vor die Kamera sollen. Und jeder Tag und jeder Ausflug ist anders. Ich versuche aber immer, das Ganze für die zwei so zu gestalten, dass sie es nicht als Arbeit oder Pflicht empfinden. Das hier war für die Hasenkinder eine nette Fahrt. Mit Hirschen. Dass ich nebenher Bilder geknipst habe, nehmen sie kaum wahr. Und das ist auch gut so - da vergeht ihnen die Lust nicht so leicht. Und ich finde, die Bilder wirken so einfach natürlicher.

Und jetzt noch schnell die Details zu Stoff und Schnitt: Den Vintagesweat bekommt ihr in sieben verschiedenen Farbstellungen bei stoffversand4u, und zwar unter diesem Link: http://www.stoffversand4u.de/Stoffe/Sweatstoff/Streifen/
Ich kann ihn euch echt nur weiterempfehlen, die Qualität ist wirklich klasse!

Schnittmäßig habe ich zwei Schnitte von Sara&Julez für mein Projekt ausgesucht: Die Jacke ist aus dem Ebook "Sweatie" entstanden, ungefüttert mit Belegen und mit einer Zipfelkapuze mit improvisiertem Bommel aus einer Jerseynudel. Das Oberteil der kleinen Hasentochter ist der Pull*it*over in kurz mit Coilkragen und Känguruhtasche.

Ich wünsche euch noch einen wunderbaren Sonntag - macht's fein! Ich melde mich bald wieder! Nicht dass irgendwann aufgrund der anstehenden Fotos die Haustüre nicht mehr zugeht.... :D

Hasenwilde Grüße
Johanna

Sonntag, 12. April 2015

Chilling Lilli @ Home

Ihr Lieben,
heute hab ich ein Gastmodel bei mir hier auf dem Blog. :D :D :D Suzann von Muckelie hat mich gefragt, ob ich ihren sensationellen Hosenschnitt Chill@home probenähen möchte. Ich nähe ja wahnsinnig gerne alles Probe und ich finde den Schnitt total klasse. Coolstens. Aber - nicht für mich. Ich bin absolut uncool. Ich bin bunt und fröhlich und ausgefallen und chillig auch, aber leider nicht cool. :D :D :D


Kennt ihr das? Es gibt einfach Schnitte, die kann man in ihrer Ästhetik durchaus würdigen (und ich finde den wirklich super), aber die passen einfach nicht zum eigenen Stil. Nachdem ich ungern Sachen für mich nähe, von denen ich vorher schon weiß, dass sie nachher im Schrank landen und diesen eher selten wieder verlassen werden, musste ich improvisieren. DAS kann ich gut. :D


Ihr werdet euch jetzt sicher fragen, welcher wohlgeformte Körper denn da jetzt nun in dieser Hose steckt. Tja, ich kenne praktischerweise haufenweise coole Leute. Die allercoolsten, eigentlich. Und deswegen habe ich mich als erstes an meine drei Schwestern gewandt. Alle drei sind sie jünger als ich, alle drei - sagen wir mal- ergonomischer geformt als ich und alle drei genug mit mir verwandt, um ausgefallene selbstgenähte Sachen zu schätzen zu wissen. <3


Dass alle drei laut "hier" geschrien haben, spricht absolut für den Schnitt. Und für mich und meine Nähkünste auch ein bisschen. :D :D Der Deal war, Hose gegen Fotos, ich stelle den Stoff, aber ich suche ihn auch selber aus. Durchgesetzt hat sich Nummer 3 von oben (oder Nummer 2 von unten, je nachdem, wie man es sieht.... ;) ). Na schön, ich gebe zu, die drei haben sich ausnehmend friedlich geeinigt. :D :D


Meine liebe Lilli also gab mir per Telefon folgende Anweisungen: "Dunkle Farben und mehr so uni." Ja. Wie ihr seht, habe ich mich auf der ganzen Linie daran gehalten. :D :D Aber die Farbkombi ist genau ihrs und ich hab ihren Geschmack, glaube ich, ganz gut getroffen. Kenn sie ja auch schon ne Weile. :D :D Nachdem sie nur hier und da zu Hause aufkreuzt und ihre Zeit sonst im Osten des Landes verbringt, haben wir uns auf eines der (leider eher seltenen) Wochenenden geeinigt, an dem sie da ist, um die Hose anzuprobieren und gleich Fotos zu schießen.


Und dann wurde es doch noch ziemlich knapp. Der Schnitt wurde erst ein paar Tage später als erwartet fertig - aber meine Schwester konnte noch zwei Tage daheim dranhängen, und ich habe das gute Stück in einer Nacht-und-Nebel-Aktion ruckzuck an einem Abend shootingbereit hinbekommen.


Und ich finde, sie steht ihr ausgezeichnet. Ich habe tatsächlich ernsthaft darüber nachgedacht, ob ich sie nicht doch noch für mich ausprobiere. Mal sehen - vielleicht springe ich da tatsächlich noch über meinen Schatten... :D :D


Genäht habe ich die Chill@home aus ganz weichem Viskosejersey (von meiner Stoffhändlerin vor Ort), der schön fällt. Blauer Kontrastjersey für die Taschen, blaue Bündchen und eine blaue Paspel schicken das Teilchen noch ein bisschen auf.
Wenn ihr auch so cool seid wie meine Schwestern und Lust auf so eine chillige Hose habt, könnt ihr das Ebook bei Alles-für-Selbermacher in den Größen 32-48 erwerben!
So, und jetzt ziehe ich mich mit einer Riesenladung Wäsche zum Zusammenlegen ins Wohnzimmer zurück und freu mich auf den ersten Frankentatort!


Genießt den Abend und chillt noch ein bisschen!!

Hasenwilde Grüße
Johanna

Mittwoch, 8. April 2015

gestickte Tradition

Hallo ihr Lieben!

Heute gibt's nur ein paar wenige Bilder, dafür sind sie von einem absolut einmaligem Herzensprojekt. (Einmalig heißt in diesem Fall: Einmal und sicher nicht so schnell wieder! :D) Ich habe heuer meine Energie in der Fastenzeit in ein besticktes Ostertuch investiert. Im Schweiße meines Angesichts. Eigentlich quasi ein Schweißtuch. :D :D :D


Ich hab's ja sonst eigentlich nicht so mit den langwierigen Handarbeiten. Sprich Stricken, Häkeln, Sticken.... Dinge, die eben einfach lang dauern. Ich bin da chronisch ungeduldig. Ich hab alles ausprobiert und beherrsche auch die Techniken - aber alles, was länger als zwei Wochen braucht, um fertig zu werden, landet irgendwann in der Ufo-Ecke. Wie die Babydecke, die ich stricken wollte. Oder der Schal. Oderoderoder.


Umso stolzer bin ich, dass dieses Ostertuch tatsächlich fertig ist. Fix und fertig. Lag hauptsächlich an der Deadline.... Und ich gebe zu, dass ich am Samstag vor der Osternacht noch schnell die letzten Fäden vernäht habe. *räusper*
Auslöser war ein Workshop, der hier bei uns im Dorf vom Obst- und Gartenbauverein angeboten wurde. Da konnte man dann die Materialien zum Sticken erwerben und auch passende Motive aussuchen. Ich hätte mich auch für ein Fähnchen entscheiden können. Ihr wisst schon, sowas, was man oben ins Osterlamm reinsteckt. Auch hübsch. Aber - ich bin nun mal keine Frau der halben Dinge.... :D :D Also habe ich mir das Tuch und die Stickvorlagen mitgenommen und wirklich viele viele Stunden da hineininvestiert. Kreuzstich über Kreuzstich. Inklusive Lochsaum.


Und warum das Ganze? Einerseits - weil es eine Herausforderung war. Und ich mag Herausforderungen. :) Und zweitens und wichtigstens - weil ich den Gedanken toll finde, da etwas geschaffen zu haben, was dauerhaft ist. Ostertücher sind Tradition, hier werden sie oft von einer Generation in die Nächste weitergereicht und viele Osterspeisenkörbe sind mit so einem Tuch bedeckt. Ich finde das wunderschön. Und wer weiß - vielleicht hält sich das Tuch lange genug in der Familie, dass irgendwann einmal meine Töchter damit ihre Osterspeisen zudecken. Oder die Enkel? Vielleicht liest irgendwann jemand in ferner Zukunft die Jahreszahl auf dem Tuch und sagt "Wow! Das Tuch hat ja schon einige Jahre hinter sich!". Und dann antwortet einer meiner Nachfahren: "Das hat meine Uroma damals selbst  bestickt." Ein schöner Gedanke, oder?


Jedenfalls habe ich meinen Osterkorb mit dem Ostertuch am Ostersonntag voller Stolz in die Kirche getragen. Bald wird es mit den Ostersachen liebevoll verpackt auf den Speicher wandern - damit ich mich nächstes Jahr wieder daran freuen kann, wenn ich es für das Osterfest 2016 auspacke....

Mein Herzens-Traditions-Ostertuch schicke ich heute noch zu RUMS und verschwinde wieder, die restlichen Ferientage und die passenden Sonnenstrahlen genießen.... :D

Hasenwilde Grüße
Johanna

Sonntag, 5. April 2015

Osterneela

Hallo ihr Lieben!

Na, steckt ihr noch mitten in der österlichen Relax- und Familienzeit? Ich genieße die Tage gerade sehr....


Schon die Vorbereitungen auf Ostern mag ich wahnsinnig gerne. Eier aufhängen. Eier bemalen. Fensterdeko. Die ersten blühenden Sträuße auf den Tisch stellen. Da lacht so richtig der Frühling im Haus.


Osterlamm backen. Ostereier färben. Osterfladen in den Ofen. Osterschinken besorgen. Das ganze Haus duftet, alles ist farbenfroh und bei uns legt der Osterhase schon in der Woche vor Ostern hin und wieder ein Schokoei in den Garten, was dann Entzückensschreie bei den Mädels auslöst. Bei uns gibt's relativ viele Hasen, die kommen teilweise bis in unseren Garten! Naja, und wenn man dann den Osterhasen vor dem Fenster hüpfen sieht, ist es ja schließlich schon nachvollziehbar, die selbstgebauten Nester zu kontrollieren... ;)


Heuer war ich zum ersten Mal seit der Geburt unserer großen Tochter vor gut 4 Jahren zum ersten Mal wieder in der Osternacht. Bisher habe ich sowohl Ostern als auch Weihnachten bei den spätabendlichen Gottesdiensten immer die Kinderschicht geschoben. Zur Hälfte, weil das mit Stillkindern einfach die praktischere Lösung ist. Und zur anderen Hälfte, weil die großen Festgottesdienste meinem Mann wichtig sind. Und ich ihm die gönne.


Trotzdem war es richtig schön, dass ich heuer mal wieder dabei war. Die Stimmung. Die vielen Kerzen. Wenn beim Gloria die Orgel einsetzt und die Glocken bimmeln. Doch. Ich habs sehr genossen und pflichtbewusst meinem Göttergatten das Osterlicht heimgetragen. Damit er auch was davon hat. :D


Am Ostersonntag sind wir immer bei meiner Familie zum Osterbrunch eingeladen. Da biegt sich der Tisch vor lauter Leckereien und Omas, Opas, Uroma und -opa, Tanten, Eltern und Enkel wuseln, reden und quasseln wild durcheinander. Die ganze Familie (oder zumindest fast) um den Tisch vereint. Hinterher werden im Garten die Osternester gesucht und heuer hat sich die Uroma für unsere Mädels etwas ganz besonderes ausgedacht.


Eierscheiben. Fragt mich nicht, warum das so heißt, aber das ist ein altes Osterspiel, das in Uromas Kindheit zu Ostern gespielt wurde. Zwei runde Stäbe werden mit ein bisschen Abstand nebeneinander an einen Eimer gelehnt, so dass sich eine schmale Bahn ergibt. Und auf dieser Bahn dürfen dann die Ostereier nach unten rollen. Ursprünglich war das Ziel des Spieles, nacheinander die Eier nach unten rollen zu lassen und dabei die bereits liegenden Eier der anderen Mitspieler zu treffen und möglichst so intelligent anzudeppern, dass das eigene Ei mit heiler Haut davonkommt - das Ei, das am Ende noch am besten aussieht, hat gewonnen. :D :D


Unseren Mädels hat es allerdings gereicht, die Eier einfach herunterkugeln zu lassen. Und nochmal. Und nochmal. Uuuuund nochmal.... :D :D Gut, die Kleine ist auf das ein oder andere Ei im Eifer des Gefechts draufgestiegen, aber ein bisschen Schwund darf ja auch sein, oder? :D :D


Nachmittags war dann die andere Hälfte der Familie zum Kaffeetrinken da und abends sind die Mädels vollkommen fertig und glücklich ins Bett gefallen. An solchen Tagen wird mir wieder bewusst, wie viel Glück wir haben mit zwei gesunden Kindern und so einer lieben Familie. Ist nicht selbstverständlich.


Ihr habt sicher schon gemerkt, dass ich euch nebenher ein paar festliche Feiertagsbilder untergejubelt habe... :D :D Ilona von "Meine Herzenswelt" hat einen absolut wunderbaren neuen Schnitt kreiert, der nicht nur für Fest- und Feiertage der absolute Oberhammer und Mädchentraum ist.


Ein Ballon-Wendekleid hat sie da entworfen, das es echt in sich hat. Total raffiniert gemacht, einfach zu nähen und ein absoluter Hingucker. Und endlich mal wieder eine Gelegenheit, den Webware-Vorräten an den Kragen zu gehen... Nachdem die große Hasentochter ja nach wie vor im Kleider-Streik ist hat nur das kleine Hasenkind von dem Schnitt profitiert. Findet ihn aber super. Und ich auch, weil mit der Wendemöglichkeit reicht endlich auch bei uns ein einziges Kleid einen ganzen Feiertag lang.... :D :D :D


Passend zum Kinderkleid gibt es ein Puppenschnittmuster, damit die Puppenmamas mit ihren Töchtern im Partnerlook losmarschieren können. Hier auf dem Foto seht ihr "Salah". Fragt mich nicht, warum die Puppe uuuuuunbedingt einen Namen mit "r" haben musste, den die Hasentochter dann nicht aussprechen kann. Aber gut. Kann man nix machen. Wie heißt's so schön? Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.... ;)


Schaut euch unbedingt auf Ilonas Seite die vielen Probenähbeispiele an!! Ich habe selten ein Probenähen gesehen, bei dem sosososo viele wunderbare Ergebnisse herausgekommen sind. Ich bin immer noch ganz hin und weg. Muss an dem Schnitt liegen.... :D

Ich lasse euch mal noch den Link zu Ilonas Shop da, da könnt ihr ein bisschen stöbern und euch dann entweder "Neela" in den Größen 74 - 146 zulegen oder das süße Puppenschnittmuster in den Größen 30/36/42/48 oooooder aber beides im Kombipack besorgen und ein Partnerlookoutfit nähen: http://de.dawanda.com/shop/MeineHerzensweltDIY

Ich kehre jetzt in meine österliche Familienzeit zurück, genieße den Ostermontag mit meinen Lieben in vollen Zügen und wünsche euch eine wunderbare Woche!

Hasenwilde Grüße
Johanna

Donnerstag, 26. März 2015

Bügelophobie

Huuuhuuu ihr Lieben!!

Doch, mich gibt's noch. Hattet ihr etwa Sehnsucht? :D :D
Jetzt bin ich ja da und bombardiere euch mit einer geballten Ladung Fotos von meinem neuesten Experiment. Man könnte auch sagen, meiner neuesten Kur. Gegen eine meiner ältesten Krankheiten.


Ich leide an akuter Bügelophobie, medizinisch Bügolophobia maxima. Im ausgeprägtesten Stadium. Wirklich, der Anblick eines Korbes voller Bügelwäsche treibt mir den kalten Schweiß auf die Stirn, mir zittern die Knie, mein Puls steigt und mein Kopf fängt automatisch an, eine ganze Liste Prokrastinationsvorschläge zu erstellen, die meine sofortige Aufmerksamkeit erfordern. Bilder bearbeiten. Fotos schießen. Stoff zuschneiden. Kuchen backen. Egal. Irgendwas.


Und weil dieser Korb voller Bügelwäsche so ein sträflich vernachlässigtes Leben im Kellerraum führt (ich bügle das jeweilige Teil dann meistens fünf Minuten, bevor ich es anziehen will, aus der Notsituation heraus... ;) ) gebe ich mir wirklich Mühe, meinen Kleiderschrank mit bügelfreien Stücken zu füllen. Bei meinen Kindern halte ich das ähnlich (die haben immerhin das ein oder andere Baumwollkleidchen im Schrank, weil die einfach zu süß sind) und mein armer Mann muss nach dem Motto leben "Zieh deine Hemden ungebügelt an oder bügle sie selber. Du findest sie im Bügelwäschekorb im Waschraum...." :D :D :D Rabenehefrau, die ich bin. :D


So drücke ich mich meistens ganz gut um die Bügelei herum. Jerseyteile kann man ganz gut glattstreichen, wenn man sie im richtigen Moment von der Leine holt. Finde ich. Meine Vermeidungsstrategien liefen bisher ganz gut. Eigentlich. Bis das Problem kam.


Ja. Das Problem. Es kam in Form eines Ebooks, verursacht von Frau Liebstes, ihres Zeichens Kibadoo-EBook-Erstellerin. Die Kibadoo-Schnitte mag ich wirklich gerne, ich besitze da den ein oder anderen, nähe die eigentlich regelmäßig und verfolge auf ihrem Blog immer recht interessiert, wenn da was neues kommt. Und dann kommt da ausgerechnet ein Schnitt für eine BAUMWOLLtunika. Au Backe. Geht ja gar nicht. BÜGELWÄSCHE!!!!!!!! Aber soooo ein schicker Schnitt.....


Ich bin also drumrumgeschlichen. Habe dreimal täglich kontrolliert, ob es den Schnitt überhaupt noch gibt, falls ich ihn doch bestellen wollen würde, habe die Probenähergebnisse durchforstet, rauf und runter, um festzustellen, wie das Ding überhaupt an Menschen sitzt, die man gerade so nicht mehr als Strich in der Landschaft bezeichnet. Ernsthaft, ich habe diese Probenähexemplare so oft durchgeblättert, dass ich sie euch mit geschlossenen Augen auswendig vorsagen könnte. Vorwärts und rückwärts. Was für eine verfahrene Situation...



Die Lösung kam quasi übernacht, und zwar in Form von Ben und Dorle von Stoffversand4u, die im Kreativteam zweierlei Stoffe zum Probenähen anboten. Zweierlei Leinen in hunderterlei (zumindest fast... ;) ) Farben waren das, mit den wohlklingenden Namen "Amila Stretch Leinen" und "Urban Crash Leinen". Moment. Crash. Baumwolle. Bügelfrei. Whoooooooop!!!!!!!


Ich sage euch, so schnell habt ihr mich noch kein Ebook kaufen sehen. Meine Finger sind quasi mit Hyperspeed über die Tasten geflitzt. Ich glaube, ich habe sogar den Knall gehört, als ich beim Tippen die Schallmauer durchbrochen habe.... :D :D :D Und ich bin wunschlos glücklich. Mit Stoff und Schnitt. <3


Den Schnitt, den ich mir ausgesucht habe, habt ihr sicher schon erkannt - die Makira von Frau Liebstes, in dem Fall als etwas kürzere Bluse und sehr schlicht gehalten. Einzige Dekoelemente sind die orange Paspel und eine schmale orange Ziernaht an den Säumen. Mehr braucht's auch nicht, weil mein Crashleinen (erwähnte ich schon, dass es bügelfrei ist???? :D ) besorgt den Rest der Wirkung. Ich habe mir einen der zweifarbigen Crashleinen ausgesucht, weil ich die schon allein aus künstlerischer Sicht total witzig finde - da wird ein Stoff aus zwei komplett unterschiedlichen Farben gewebt, und die Farbwirkung ist dann eine dritte Farbe. Das ist wie auf Picassos Malpalette, irgendwie.... :D :D Ich habe mir hier kupfer-grasgrün ausgesucht, und von weitem wirkt der Stoff olivfarben. Weil aber das kupfer schon enthalten ist, passt mein Lieblingsorange da wunderbar dazu.... Fällt kaum auf, dass ich die Farbe mag, oder? Die orange Hose, das orange Oberteil, die orange Tasche und die orange Kette befanden sich rein zuuuuuuufällig in meinem Besitz.... ;) ;) Abgesehen von der Tatsache, dass der Stoff bügelfrei ist (hab ich das schon gesagt? Ja? ), finde ich ihn außerdem ganz dankbar in der Verarbeitung, weil er schneller ein paar Ungenauigkeiten verzeiht als glatte Webware, da geht ja mit Zurechtziehen gar nix. Das Crashleinen gibt schon ein oder zwei Zentimeter her.... Ich könnte mir da echt noch so einen crashigen Sommerrock vorstellen.... hach.... :D :D


Jedenfalls sind meine Bügelophobie und ich vollkommen im Reinen mit dieser Bluse, und weil ich so in Fahrt war, habe ich gleich noch einen zweiten büüüüüüügelfreien Makira-Stoff aufgetan und vernäht.... da RUMST es wohl bald wieder im Hause Hasenwild.... :D :D. Habt ihr übrigens entdeckt, dass ich meine Makira für euch in zwei Versionen kombiniert habe? Ja? Fällt euch sowas auf? Oder kommt ihr nur aufgrund meines eloquenten Geschreibsels und nehmt meine Fotos dabei gar nicht wahr? :D :D Wenn dem so ist, dann scrollt mal ein Stück nach oben.... Neben der hier gezeigten Frühjahrskombi mit oraaaaange habe ich gleich auch noch die Sommerversion mit Caprihose und Strohhut getestet. Passt, sitzt und hat Luft. Frühling und Sommer können loslegen. Ich bin bereit!!!

Hasenwilde Grüße
Johanna

PS: Alles Wichtige habe ich euch hier im Post schon verlinkt (blau markiert). :D :D

Donnerstag, 5. März 2015

Alva in Amsterdam

Hallo ihr Lieben!

Heute möchte ich euch mal ein Herzensprojekt vorstellen, das einzig und allein für mich entstanden ist. Ohne Probenähen, einfach so, nur für mich. Und weil dieses Projekt einen direkten Bezug zu einem wunderbaren verlängerten Wochenende mit meinen Schwestern hat, nehme ich euch jetzt einfach ein Stück weit mit. Und zwar geht es nach....


....Amsterdam. Venedig des Nordens, Stadt der Hausboote, Flüsse und Brücken, der Fahrräder, Tauben und Möwen. Eine wunderbare Stadt, ich hab mich total wohlgefühlt. Aber fangen wir von vorne an....


Ich habe drei (mehr oder weniger) kleine Schwestern, die ich alle drei sehr liebe. (Jaaaa, schon gut, auf dem Bild fehlt eine. Irgendwer musste ja das Foto schießen. :D) Inzwischen sind alle (auch mehr oder weniger) aus dem Haus, jede hat einen vollkommen anderen Lebensweg eingeschlagen und jede hat sich eine andere Stadt als (zumindest momentanen) Lebenssitz ausgewählt. Was heißt, dass wir uns tatsächlich nur noch selten alle vier gleichzeitig sehen. Es ist regelmäßig jemand da von den "Tanten", auf die sich meine Hasenmädels immer freuen wie Bolle, weil jede auf ihre Art einfach einzigartig und wunderbar ist. Aber dass wir alle um einen Tisch versammelt sind, kommt inzwischen nur noch an den großen Festen wie Ostern, Weihnachten, oder an manchen Geburtstagen vor - und da ist oft so viel los, dass wir gar nicht richtig zum Reden kommen. Um da Abhilfe zu schaffen, haben wir die "Schwesternfahrt" eingeführt.


Das heißt, wir nehmen uns ein (oft auch verlängertes) Wochenende im Jahr, um gemeinsam irgendwohin zu fahren. Nur wir vier. Zum Ratschen, Neuigkeiten austauschen, Diskutieren, Erinnerungen aufleben lassen - und natürlich, um eine neue Stadt mit ihren unterschiedlichen Facetten kennen zu lernen. Die Reiselust und das Fernweh haben wir von unseren Eltern in die Wiege gelegt bekommen, die selber begeisterte Urlauber sind, und so sprudeln die Ideen jedes Jahr nur so, welche Stadt ein würdiges Ziel für uns wäre.... :D :D Und heuer war eben Amsterdam dran. Amsterdam im November.


Wer eine Reise machen will, braucht Gepäck. Und eine ordentliche Handtasche ist das A und O. Finde ich zumindest. Ich habe im September eine "Alva" nach dem Ebook von Leni von "Tante Anton" für eine liebe Freundin von mir genäht. Weltbestes Taschenschnittmuster, übrigens. Und weil ich oft mal dazu tendiere, meine Nähprojekte an liebe Menschen zu verschenken und ich selber dabei irgendwie hin und wieder zu kurz komme (ich besitze zum Beispiel keine einzige Windeltasche, obwohl ich bestimmt schon zehn davon verschenkt habe... :D) dachte ich mir dieses Mal, ich mach das ganz schlau und schneide die Tasche gleich zweimal zu - so bekomme ich auf alle Fälle auch eine.


Gesagt, getan. Und dann lag der Zuschnitt da in meinem Nähzimmer, wurde von links nach rechts und wieder zurück geschoben und verschwand unter unzähligen neuen und dringenderen Projekten. Bis ich dann kurz vor dem Amsterdam-Trip festgestellt habe: Ich brauche eine Handtasche. Mit Kameraeinsatz, denn meine Spiegelreflex sollte natürlich auch mit. Gut, dass da schon eine zugeschnitten im Keller lag.... :D


In meinem optimalen Zeitmanagement, das ja so mein ständiger Begleiter ist, habe ich die Nacht vor der Abfahrt im Nähzimmer verbracht.... :D :D Die letzten Einzelteile wurden dann eine halbe Stunde vor Abreise fertig. Aber sie wurde fertig. Meine eigene Alva. Und sie war perfekt und hat mich nicht nur in Amsterdam auf jedem Schritt begleitet, sondern ist seither auf fast jedem Ausflug dabei. Weil einfach uuuuunglaublich viel reinpasst. Den Kameraeinsatz habe ich jetzt nicht fotografiert, aber der passt genau hinein, fasst meine Kamera, ein Extraobjektiv und sämtliche Speicherkarten und sonstige Zusatzutensilien, die Frau so braucht. Das Tutorial, das genau zur Alva passt, habe ich von Rosaweich und Kuschelrot, falls ihr auch Bedarf habt!


Insgesamt eine ganz schlichte Tasche in meinen Lieblingsfarben - und mit einem der hasenwilden Aufnäher verziert, die ich bei Frau Scheiner gewonnen habe. Einfach mein Ding. Und irgendwie untrennbar mit meiner Erinnerung an den Amsterdam-Trip verbunden.
Ich will euch jetzt nicht mit einer exakten Sightseeing-Beschreibung langweilen (ehrlich gesagt kann ich mir Namen von Sehenswürdigkeiten sowieso nicht besonders gut merken, ich müsste die alle erst mal nachschlagen... :D :D), sondern zeige euch nur ein paar Schnappschüsse und Eindrücke von Dingen, die mich beeindruckt haben und die mir lebendig in Erinnerung geblieben sind.


Fahrräder. Amsterdam wimmelt nur so von Fahrrädern und Fahrradfahrern. Die Fahrradwege sind unglaublich gut ausgebaut, und das beste - es geht immer geradeaus. Es geht so dermaßen flach geradeaus, dass ich in Amsterdam kein einziges Fahrrad mit Gangschaltung gesehen habe. Das ist für jemanden wie mich ein Traum, weil es von uns aus gefühlt in jede Richtung bergauf geht. Hinwärts und Heimwärts.... ;)  Und es gibt so wahnsinnig viele Räder in Amsterdam. Sie parken überall. Wir haben sogar eine Fahrrad-Park-Hochgarage gesehen. Wir haben uns einen Tag lang Räder gemietet (selbstverständlich ohne Gangschaltung) und Amsterdam per Muskelkraft erkundet - super. Kann ich nur empfehlen. Man kommt überallhin, ist total flexibel und sieht wahnsinnig viel.


Unsere Wohnung. Wahnsinn. Wir haben uns ein Zimmer per AirBNB gebucht - das heißt, da stellen Menschen in ihrer Wohnung übrige Zimmer für Touristen zur Verfügung. Wir haben bei einer Fotografin mitten in der Stadt gewohnt, in einem dieser wahnsinnig hohen, schmalen Häuser die innen erst einmal mit einer unendlichen Treppe anfangen. Wir hatten einen Wohnraum mit zwei Schlafgelegenheiten, ein Schlafzimmer mit Doppelbett, eine winzige Küche und ein Bad mit einer Badewanne auf Löwenfüßen im obersten Stockwerk, also direkt über der Wohnung "unserer" Fotografin. Wahnsinn, sag ich euch. Die Möbel, die Einrichtung, alles irgendwie schrullig und Retro, total zusammengewürfelt, aber trotzdem passend wie die Faust aufs Auge. Geschwungene Sessel mit gemusterten Polstern, haufenweise Bücher, eine uralte Singer-Nähmaschine mit Handantrieb und eine Schallplattensammlung auf einem Regal über der winzigen Küche sind mir da in Erinnerung geblieben. Außerdem der alte gemütliche Holztisch in einem Erker mit hohen Fenstern, an dem wir die ein oder andere Flasche Wein geköpft haben.... Man konnte eine Leiter von der Decke herunterlassen und dann durch ein Fenster oben direkt auf eine kleine Dachterasse hinaussteigen. Mit Wahnsinnsaussicht. Das war echt ein Jackpot. :D


Die Papageien, die mitten in der Stadt in den Bäumen wohnen, fand ich auch total faszinierend. :D

Eine kleines Missgeschick ist mir auch noch passiert. :D Irgendwas ist ja immer, oder? Kennt ihr diesen Moment, in dem ihr etwas kommen seht, bevor es passiert ist, es aber nicht mehr aufhalten könnt? Ja? So ging's mir mit meinem Kameradeckel. Man sollte einen Kameradeckel auch nicht mit Handschuhen abnehmen - schon gar nicht, wenn man mitten auf einer Brücke steht.... Ich habe ihn wirklich ins Wasser fallen sehen, bevor er unten war, aber ich konnte nichts dagegen tun. Er ist mir einfach aus der Hand gerutscht, über den Boden gerollt und -platsch- ins Wasser geplumpst. Ihr müsst euch das jetzt bildlich vorstellen, wir vier Schwestern nebeneinander an der Brüstung, schweigend, den Blick aufs Wasser und den schwimmenden Deckel gerichtet. Bis eine zu kichern anfing und alle angesteckt hat... :D Tja. Blöd. Wir standen dann da so rum, haben dem Deckel beim Schwimmen zugesehen, kein Weg führte nach unten und ich konnte mich irgendwie nicht überwinden, ihn da alleine zurückzulassen.... Bis dann die Rettung kam...


... und zwar in Form eines cowboyhuttragenden Hausbootbewohners, der seine Freundin mit dem Boot ausgeführt hat. Oder so. Jedenfalls haben wir den armen Mann mit viel Gewinke und Geschrei aufgehalten und ihm mit Händen und Füßen verständlich gemacht, dass wir diesen Kameradeckel wahnsinnig gerne wiederhätten... :D Bis der gesehen hat, worauf wir so wild deuten... :D Er hat dann mit Hilfe einiger waghalsiger Manöver (ich hatte zwischendrin echt Angst, dass er gegen einen der Brückenpfeiler knallt, weil er vor lauter Fixierung auf den Deckel kein bisschen auf das Wasser geschaut hat... :D) das Ding aus dem Wasser gerettet und wieder nach oben geworfen. Mein Held im Cowboyhut. Hach.

 
 
Ich könnte euch noch tausend Dinge erzählen. Von dem Blumenmarkt in den Hausbooten. Von Kirchen, Museen, leckerem Essen, von Buchgeschäften (auch eine Leidenschaft die ich mit meinen Schwestern teile), wunderbaren Gesprächen, Cannabis-Eis, und auch der ein oder anderen heißen Diskussion (wir sind alle vier mit einem beachtlichen Dickschädel gesegnet, der hin und wieder zum Vorschein kommt :D. Wir sind aber auch die besten Versöhner der Welt... :D). Aaaaber das würde zu weit führen. Nur so viel: Amsterdam ist auf alle Fälle eine Reise wert. Schreibt euch das auf eure Da-will-ich-hin-Liste, sofern ihr eine führt. Und - nehmt eure Schwestern mit. Die werten so ein Wochenende um so wahnsinnig viel auf.... <3 <3 <3
 
Hasenwilde Grüße
Johanna
 
Meine Alva mitsamt dem Wochenende schicke ich jetzt noch zum donnerstäglichen "RUMS"!