Samstag, 1. Juli 2017

Offline

Endlich komme ich wieder ran an meinen geliebten Blog. Ich hab ihn wirklich vermisst. Wo ich war, wollt ihr wissen? Na, offline. Unfreiwillig offline. Und zwar ganz schön lang.


Und das kam so: Angefangen hat es eigentlich in meinem Fotobearbeitungsprogramm. Das hat sich schlichtweg plötzlich geweigert, meine Fotos abzuspeichern. Es kam eine Fehlermeldung nach der anderen - und auch das normale Bildprogramm hat keine Fotos mehr angezeigt. Und plötzlich konnte ich weder Dateien hoch- noch herunterladen. JPGs und PDFs hat mein Laptop komplett verweigert. Und damit ging im Endeffekt nichts mehr von den Dingen, die ich so am PC mache. :D


Ihr wisst ja, wie das ist. Die meisten Fotos, die ich bearbeite, stammen aus einem Probenähen und haben dementsprechend auch ein Abgabedatum - oder zumindest habe ich den Anspruch, sie rechtzeitig abzuliefern. Besonders wenn das entsprechende Teil schon genäht und fotografiert ist, fehlt ja quasi nur noch das Tüpfelchen auf dem i... Entsprechend genervt war ich. Genervt und frustriert.


In dieser Situation gibt es hier im Haus nur eins zu tun: Man brüllt lauthals nach dem Göttergatten. Der seines Zeichens EDV-Ingenieur ist. Und Computerflüsterer. Da er allerdings beruflich ständig mit PCs zu tun hat, macht er das daheim überhaupt nicht gerne. Daraus resultierend habe ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den ältesten Laptop im ganzen Landkreis. Ohne Akku. Aber das ist eine andere Geschichte. :D :D


Jedenfalls war der Göttergatte in ebendieser Woche zufällig fußlahm und konnte mir nicht entkommen. Und hat sich tatsächlich relativ flott an die Fehlerbehebung gemacht. Ich hibbelnd hinter seiner Schulter. Hat er besonders gern, könnt ihr mir glauben! :D


Gleich am ersten Tag hat dann noch unser Router schlapp gemacht, und damit waren wir dann endgültig offline. So richtig. Unsere beiden Handys haben keinen Vertrag, der Internet beinhaltet, wir loggen uns nur von zuhause aus ins Netz ein. Und wenn dieses streikt, dann streikt es halt.


Ich war entsetzt. Zunächst. Ich meine, wie soll sich die Welt ohne meine virtuelle Präsenz denn bitteschön weiterdrehen??? Vollkommen unmöglich. Schließlich hat Frau Pflichten im Netz. Aufgaben. Interessen. Und so. Und überhaupt. Wo kämen wir denn da hin, wenn ich plötzlich nicht mehr erreichbar wäre???


Im Endeffekt muss ich im Nachhinein voll Verwunderung zugeben, dass mir der Haushalt noch nie so flüssig von der Hand ging wie in meiner offline-Zeit. Keine Ablenkung. Keine WhatsApp. Keine Emails. Kein "Plingpling". Nur das Telefon. Und gefühlt viel mehr Zeit als sonst. Jetzt bin ich eigentlich nicht der Rund-um-die-Uhr-am-Handy-Daddler. Ich kann das Dingens durchaus auch mal weglegen, und ab abends ist das Internet generell ausgeschaltet. Trotzdem habe ich festgestellt, dass ganz schön viel Zeit damit draufgeht. Mit Blogroll durchblättern, Bilder liken, schnell gucken, Wetter schauen und solche Dinge. Und dass das Leben auch ohne Internet läuft. Eigentlich sogar gar nicht schlechter als sonst.


Vielleicht braucht man manchmal eine kleine Erinnerung daran. Daran, wie das Leben war, als es noch grundsätzlich offline war. Dass man auch mal ganz gut ohne Internet auskommt. Auch wenn es oft praktisch ist. Und einen klareren Blick darauf, wie viel Zeit man tatsächlich der virtuellen Welt opfern möchte.


Insgesamt hat es fast zwei Wochen gedauert, bis  ich virtuell und technisch wieder voll einsatzfähig war. Der PC musste komplett leergeräumt und neu installiert werden. Wir haben Unnötiges gelöscht und entsorgt und mal wieder alles ordentlich extern gesichert. Das Fotoprogramm funktioniert wieder, und ich kann wieder Dateien und Schnitte nach Belieben hoch- und runterladen. Und Blogbeiträge mit Bildern verfassen. :D


Zum Glück ist Sommer, und es gibt ja wirklich (wenn es nicht, wie die letzten paar Tage, regnet) herrliche Alternativen zur virtuellen Welt. Ich freue mich momentan zum Beispiel daran, dass wir uns in der Früh wirklich Zeit sparen, weil die Mädels sich einfach nur ein Kleid überwerfen und dann nach dem Zähneputzen eigentlich schon startklar sind. Auf den heutigen Bildern seht ihr eines der absoluten Lieblingskleider meiner Kleinen. Nachdem das Maxikleid von letztem Jahr zwar noch passt, aber nicht mehr ganz bodenlang ist (KATASTROPHENALARM, ich sag's euch. Vierjährige sind da sehr speziell.) musste dringend ein Neues her - und da kam der wunderschöne Schmetterlingsrapport von Mrs Flowers gerade recht, den ich zusammen mit dem rosa Unijersey vernähen durfte. Eine Sommerliebe hoch 3 von der Drahtzieherin ist es mal wieder geworden. Die obersten beiden Lagen habe ich einfach zu einer zusammengefasst, so dass der Schmetterling in seiner ganzen Größe Platz hatte. Die Perlmuttperlen und die weiße Wäschespitze von Namijda sorgen wie immer für kleine Hingucker. Passend dazu gab's ein Traumtuch von Traumwöllkchen ohne Sonnenblende und viele kleine Tüllschmetterlinge, die über das Kleid flattern. Meine Maus sieht selber aus wie ein Schmetterling, wenn sie damit über die Wiese flitzt! <3


Hier findet ihr die wunderschönen Schmetterlings-Rapporte in zwei Farben:


Ich bin also wieder online und erreichbar. Aber mit mehr Bedacht im Hinterkopf. Mit mehr Blick auf die Online-Zeiten. Und mit mehr Offline-Zeit. Weil nämlich die virtuelle Welt eigentlich ganz gut ohne meine geschätzte Präsenz zurechtgekommen ist.... Erstaunlich, aber wahr! ;)

Hasenwilde Grüße
Johanna

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