Mittwoch, 27. Juli 2016

aufmerksam

Still war es jetzt eine Weile auf dem Blog. Das liegt vor allem daran, dass mich die aktuellen Ereignisse rundherum ziemlich sprachlos gemacht haben. Jeder Anschlag, jedes Menschenleben, aber auch die dadurch ausgelöste Angst und der Hass scheinen aus jedem Winkel zu blitzen, aus jeder Zeitung zu rufen, aus jedem Radio zu brüllen. Erschreckend. Ich für meinen Teil bin noch nicht wieder bei der normalen Tagesordnung angelangt. Ich mache mir Sorgen, ich trauere um jedes unschuldige Leben, das da gewaltsam genommen wurde und bei dem Gedanken, dass meine kleine Schwester bei dem Amoklauf in München ganz in der Nähe war, läuft mir nach wie vor eine dicke Gänsehaut über den Rücken. Deswegen möchte ich heute gar nicht so viele Leute machen, sondern euch den Text einer Mitbloggerin zeigen, der auf den Amoklauf in München hin erschienen ist und mich wirklich begeistert hat.




Folgender Text stammt von Ilka von "Erbsünde" und ist so nachzulesen auf ihrem Facebook-Account: www.facebook.com/erbsuende. Aber auch Ilkas Blog http://erbsuende-blog.blogspot.de/ ist immer einen Besuch wert, denn da schreibt nicht nur eine Mutter und Schnitterstellerin, sondern vor allem eine kritische und offene Person. Manchmal geht es um den turbulenten Alltag mit Kleinkind und Teenies und man sitzt schmunzelnd vor dem PC, manchmal legt Ilka den Finger treffsicher auf die Schwachstellen der Gesellschaft und macht mit ihren einfühlsamen, aber auch schonungslos ehrlichen Worten die Welt und die Wahrnehmung derselben ein bisschen offener und ein bisschen besser. Vor allem aber denke ich, wie auch in diesem Fall, sehr oft bei ihren Worten: "Genau so ist es!"




Folgendes habe ich bei ihr gefunden:
"Ich lese so oft die Frage: Was wird aus unseren Kindern?
Ich sage: Das, was WIR aus ihnen machen!
Eure eigenen Kinder. Beobachtet sie, reagiert auf ihr Verhalten. Hinterfragt. Nehmt auch Kleinigkeiten ernst. Sehr ernst.
Bauchweh, Kopfweh, Schlafstörungen, Sorgen und Ängste sollten angesprochen und deren Ursache gefunden werden.
Selbst bei ganz kleinen Kindern, die nur etwas sprechen können, kann man abends beim Zu Bett Gehen schon Fragen: "Wie war dein Tag, was hat dir heute... besonders gefallen? Und was hat dich traurig gemacht?" Sie erzählen es, wenn man nur zuhört!
Sensibilisiert sie aber auch für Probleme anderer. Zeigt den Kleinen wie jemand aussieht, der sich freut. Und jemand, der unglücklich ist. Mimik erkennt jeder. Sprecht bei den Größeren über Mobbing. Und darüber, dass nicht jeder glücklich ist und manche Hilfe brauchen. Dass man sich engagieren kann. Oder einfach nicht mitmachen! Dass man sich bei Erwachsenen Hilfe holen kann, es "melden" kann, wenn man merkt, dass es jemandem nicht gut geht und er wirklich Hilfe braucht.
Ich weiss, es wird auf so vieles nicht reagiert, weil man selbst sehr eingespannt ist. Aber genau das ist so wichtig! Sich umschauen, erkennen, wo ein Mensch - ganz gleich welchen Alters - Hilfe braucht. Vielleicht ist es nur eine Kleinigkeit, die dann aber in demjenigen wächst. Und unüberwindbar wird.
Andere Menschen: Sich missverstanden fühlen, uncool, allein, unwichtig, dem Druck nicht gewachsen ... was auch immer es sein kann. In erster Linie aufmerksame Eltern, aber auch Geschwister, Freunde, Lehrer und Mitschüler, vielleicht sogar Nachbarn können dies erkennen und handeln. Helfen oder Hilfe holen.
Menschen, die (vielleicht nur sehr leise) Hilferufe aussenden und nicht gehört werden, sollten nicht erst eine irre, letzte Plattform oder die eigene Selbstzerstörung brauchen, um gesehen zu werden.
Werdet aufmerksamer."




Diesen Post begleiten sehr bewusst die Bilder der Hasentochter aus dem "Ethno-Glam" von Alles-fuer-Selbermacher. Weil die Botschaft, die dieser Stoff aussendet, einfach zum Thema passt - und zu meinem Glauben, dass es möglich ist, dass Menschen aus vollkommen unterschiedlichen Hintergründen und Herkunftsländern, Große, Kleine, Menschen jeden Alters und jeder Hautfarbe, mit all ihren unterschiedlichen Interessen, Sorgen und Freuden friedlich miteinander leben können. Voneinander profitieren und lernen können - oder sich zumindest in Frieden leben lassen. So, wie die Kunst verschiedener Völker diesen Stoff mit seinem orientalisch wirkenden Muster verschiedenen Dreiecken inspiriert hat, kann jeder von jedem etwas mitnehmen. Wenn er sich nur die Mühe macht, genau hinzusehen und vor allem immer wieder zu hinterfragen, nachzufragen, zu reden. Auch vor dem Hintergrund der furchtbaren Berichte der letzten Wochen gehe ich fest davon aus, dass das möglich ist. Möglich sein muss. Wie sonst sähe unsere Zukunft aus? Und wie ein jeder seinen kleinen Beitrag dazu leisten kann, dass wir wieder ein Stück weit in die richtige Richtung gehen - aufmerksam - , hat uns Ilka in ihrem Text ja wunderbar aufgezeigt. <3



Schnelle Hintergrundinfos zu Stoff und Schnitt:
Den Stoff "Ethno Glam" bekommt ihr hier: *KLICK*

Genäht habe ich eine "Freya" von Finnleys, das Schnittmuster könnt ihr euch hier ansehen: *KLICK*. Die passende Tullelue von Tullebunt und lille Sno habe ich euch schon gezeigt - dank gleichem Kopfumfang steht sie auch der Kleinen hervorragend. Hier geht's zum Schnittmuster: *KLICK*


Hasenwilde Grüße
Johanna

Sonntag, 17. Juli 2016

Manchmal ist weniger mehr

Heute nur schnell zwischendurch, ohne viele Worte, aber mit wunderschönen Bildern.


Wir hatten heute einen wunderbaren Tag - eine kleine Radtour mit den Mädels zum Fischerfest in Eichstätt. Auch die Kleine hat die 8km Strecke mit ihrem 12-Zoll-Rad mit den Minireifen wirklich bemerkenswert gemeistert.


Es war warm, die Sonne kam hinter den Wolken hervor, wir haben Freunde getroffen und gemeinsam eine gegrillte Makrele zum Abendessen genossen. Solche Tage muss man wirklich im Herzen festhalten. Eigentlich keine große Sache. Ein bisschen radeln, ein Abendessen. Nichts besonderes. Aber irgendwie ist manchmal weniger mehr - ein relaxter Ausflug ohne riesiges Programm. Gut für den Kopf und gut für die Seele. <3


Das neue Kleid von der Großen war vormittags schon im Einsatz - ich musste gestern schon volle Überzeugungsarbeit leisten, damit sie es überhaupt zum Schlafengehen ausgezogen hat. :D Die Meerjungfrauen sind aber auch der Oberhammer, findet ihr nicht?


Ich hatte so viel vor mit dem Stoff von Nikiko, als ich ihn zum ersten Mal auf einem Bild sah und wusste, dass ich ihn für Alles-für-Selbermacher vernähen darf. Eine große applizierte Meerjungfrau, ein glitzernder und schillernder Schwanz, Perlen, Tüddelü.


Und dann kam der Stoff mit dem tollen Namen "Water Symphony" an - und hat durch sein Design einfach so bestochen, dass ich all meine Ideen über den Haufen geworfen und beschlossen habe, die Meerjungfrauen einfach nur durch ein paar Farbakzente in Szene zu setzen. Manchmal ist weniger eben einfach mehr. <3


Das Satin-Schrägband, das ich zum Einfassen genutzt habe, glänzt schön und verleiht dem Kleid einen Touch "edel", und der Schnitt "Delilah" von Mariele tut ein übriges. Das Kleid mit dem Tellerrock habe ich schon für die Kleine genäht (ich hätte schwören können, dass ich euch das schon gezeigt habe, aber nach eingehender Suche muss ich zugeben - offensichtlich nicht. Hole ich nach. Ganz bald. <3), und es ist eines der meistgetragenen Kleiderstücke aus ihrem Schrank - weil es sich aber auch wirklich so wunderbar dreht. Zeit wurde es, dass die Große auch ein Kleid nach dem Schnitt bekommt!!


Ja, und mehr brauchen Stoff und Schnitt dann auch gar nicht. Ich finde die Kombi wunderschön.


Die Meerjungfrauen gibt es übrigens nicht nur in grau meliert, sondern auch in Aprikose, und die Lieferung war innerhalb kürzester Zeit shcon ausverkauft - aber ihr könnt eure Water Symphony ab sofort vorbestellen! Also schnell einen Meter bei AfS sichern:

VORBESTELLUNG - Jersey - Water Symphony - Meerjungfrau - NIKIKO - Grau Meliert

Hier auch nochmal der Link zum Drehkleid "Delilah" *KLICK*


Ich habe heute jedenfalls Lust, einfach mal die Füße hochzulegen und mich mit einem guten Buch noch ein Weilchen auf die Terrasse zu setzen. Laue Abende muss man schließlich nutzen, wie sie kommen!!


Ich wünsche euch noch einen angenehmen und ruhigen Sonntagabend!
Hasenwilde Grüße
Johanna

Donnerstag, 14. Juli 2016

Kein früher Vogel

Es wird jeden Tag schlimmer. Wirklich. Ich sage euch, ich bin kein früher Vogel. Ich fange morgens keine Würmer. Ich WILL morgens keine Würmer. Wenn es denn sein muss, fange ich ein unbewegliches Objekt aus dem Kühlschrank. Nen Joghurt oder so. Und selbst da kann es sein, dass ich danebengreife...


"Du bist eben ein Luna-Typ", sagte eine liebe Freundin letztens zu mir. Ja, wie recht sie damit hat. Abends ab acht Uhr fängt das hasenwilde Kreativgetriebe an zu rattern. Unabhängig von der Menge Schlaf, die ich tagsüber hatte, interessanterweise. Ich denke, deshalb hänge ich auch so an der Näherei. Abends ab acht tigere ich durch die Wohnung, voller Tatendrang, und brauche etwas zu tun.


Nur Fernsehen ist gar nicht, oder zumindest sehr selten. Wenigstens Wäsche zusammenlegen muss ich nebenher, oder noch besser Schnittmuster kleben, Stoff zuschneiden. Wenn ich nicht gleich in meinem Nähreich verschwinde und mir da die Nacht um die Ohren schlage.


Wenn ich dann ins Bett gehe (was logischerweise aufgrund der kreativen Hochphase eher später als früher ist), muss ich noch ein Kapitel lesen. Mindestens eins. Immer. Wenn das Buch spannend ist, auch durchaus noch ein, zwei Stunden. Und jetzt fragt bitte nicht nach dem Morgen danach. Wenig Schlaf ist nämlich leider auch nicht mein Ding... :D


The day after. Jeder Morgen. Ich nehme das Morgengrauen wörtlich. Zwischen dem ersten Weckergeklingel und dem tatsächlichen Aufstehen liegen 10 Minuten. Mehr kann ich mir nicht geben, da schlafe ich so fest wieder ein, dass mich kein Wecker der Welt jemals wieder wach bringt. Ich übertreibe nicht. :D Was für ein Kampf. Die warme Bettdecke gegen den kalten Gang zu tauschen, erscheint mir allmorgendlich wie eine Höchststrafe. Bis ich in der Küche stehe und die Brotzeit hergerichtet habe, bin ich im strikten "Sprich mich nicht an. Schau mich nicht an. Und frag mich nichts!!!"-Modus. Kaffee gibt's morgens nicht. Das liegt nicht einmal daran, dass ich keinen trinken möchte - mehr daran, dass jeder zusätzliche Handgriff morgens einer zu viel ist. Ich kann keinen Kaffee kochen morgens. No way. Ich bin schon froh, wenn ich einen Schluck Wasser aus der Flasche koordinieren kann. :D :D


Warum ich euch das jetzt erzähle? Ach, ich weiß auch nicht. Vielleicht geht es euch wie mir. Vielleicht findet auch ihr, dass Tage nicht vor halb acht beginnen dürfen. Dass ein Arbeitsbeginn um halb neun/neun optimal wäre. Vielleicht seid ihr auch Luna-Biorhythmus Menschen, die abends in einer absoluten Hochphase mit Ideen um sich werfen. Vielleicht könnten wir gemeinsam eine Schule mit angebautem Kindergarten entwerfen. Eine, in der Schüler wie Lehrer erst eine Stunde später als sonst anfangen. Eine, in der alles ein bisschen nach hinten verschoben ist. Aaaach, das wäre schon irgendwie mein Traum. Und der meiner Kinder, besonders der Großen, wahrscheinlich auch...


In einer der abendlichen Kreativ-Hochphasen ist auch das Kleid entstanden, das ihr hier seht. Meine zweite Mabel von Feefee. Mindestens genauso geliebt wie die erste. Entstanden ist sie zur runden Geburtstagsparty meines Göttergattens - passend zur Tischdeko und den Wimpeln. Da bin ich perfektionistisch. :D Tragen kann man das gute Stück allerdings zu allen möglichen Anlässen. :D Ich gebe zu, der leichte Sommerleinenstoff, der mir im Stoffgeschäft in der Nähe in die Hände gefallen ist, war nicht die optimale Stoffwahl dafür. Einfacher näht sich die Mabel sicherlich aus weicheren, luftig fallenden Stoffen. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt - und ich fand den frühlingsgrünen Leinenstoff so wunderbar, dass es der einfach sein musste. Und wer sagts denn - der Tunnel unter der Brust gibt dem Kleid auf der Vorderseite Form, auf der Rückseite lassen sich die breiten Satinbänder lässig binden und - Tadaaaa. :D Mit dünnem Batist gefüttert liegt das Kleid herrlich weich auf der Haut und die cremefarbenen Rüschen unten setzen nochmal einen tollen Akzent. Auch dieses Kleid landet in der Lieblingskleid-Schiene und wandert deswegen umgehend zu RUMS.


Hier könnt ihr euch selbst ein Bild von der Damenmabel machen - oder euch die Kinderversion oder auch das Kombipaket ansehen (bekommt ihr übrigens im Moment mit 15% Sommerrabatt - zuschlagen lohnt sich also!):

http://de.dawanda.com/product/101396211-ebook-mabel-damen

Joah. Jetzt ist Abend und aus mir sprudeln nicht nur Blogtexte, sondern ich habe auch richtig Lust auf die Nähmaschine. Ein paar Projekte stehen noch an, bevor die Sommerferien kommen - und ich mich für ein Weilchen in die wohlverdiente Sommerpause verabschiede. Also, Hände gerieben und los geht's. Wer denkt abends schon an den Morgen danach? :D :D

Hasenwilde Grüße
Johanna

Montag, 11. Juli 2016

Groß werden

Manchmal ist groß werden gar nicht so leicht. Im Moment beobachte ich das ganz intensiv an der Kleinsten im Hause hasenwild. Die hat nämlich gerade alle Hände voll damit zu tun.


Ich habe das Gefühl, gerade jetzt kurz vor den Sommerferien macht meine Hasentochter einen riesigen Schub. Mit ihren dreieinhalb Jahren ist sie aber auch wirklich einfach groß geworden. In der Waldspielgruppe, die sie bisher zwei Vormittage die Woche besucht hat, ist sie inzwischen die Älteste, und obwohl sie die letzten eineinhalb Jahre unglaublich gerne dorthin gegangen ist, freut sie sich jetzt wahnsinnig auf den Kindergarten.


Und sie ist absolut bereit für den nächsten Schritt. Sie will gefordert werden, liebt die Action in der Gruppe und ist bereit, sich auf jeden neuen Auftrag zu stürzen - alles mal selbst ausprobieren, sich messen, an sich selbst und mit anderen wachsen dürfen. Die Vormittage zuhause langweilen sie zusehends. Sie möchte unter Kinder, mit der großen Schwester mithalten und den Kindergarten und alle seine Wunder entdecken. Naja, und Bus fahren. Bus fahren dürfen ist zugegebenermaßen auch eine große Motivation. :D


Sie erledigt inzwischen so viele Aufträge alleine, diskutiert verständig, teilt (oder auch nicht), begründet, wirbelt, überlegt und sortiert. Sie hat ihre eigenen Ideen und ihren eigenen Willen, und der kleine blonde Kopf will durchaus auch manchmal direkt durch die Wand. Ja, groß geworden ist sie. Nur noch ganz selten sehe ich in einer Bewegung, in einem Moment noch einen Hauch "Baby". Fast verflogen. Geschenkt wurde mir dafür dieses kleine, selbstbewusste Persönchen mit dem Prinzessinnenfaible, der Puppe im Arm und dem Krönchen auf dem Kopf. Was für ein wunderbares Wesen.


Aber im Moment habe ich das Gefühl, dieses rasende Tempo, das sie da vorlegt, macht ihr auch ein bisschen Angst. Angst, davonzuwachsen, wegzufliegen und plötzlich groß zu sein und allein dazustehen. Angst, all diesen neuen Dingen, die da auf sie warten, nicht gerecht zu werden. Angst vor so viel Neuem - und Angst davor, das Alte, Vertraute, Bewährte loszulassen.


Auf der einen Seite schlägt sich diese Unsicherheit in diversen Trotz- und Heulanfällen nieder. Schon der kleinste Zwischenfall kann im Moment einen See an Tränen auslösen. Und diese fixen Ideen in ihrem Kopf sorgen manchmal für die merkwürdigsten Anwandlungen - so kann sie zum Beispiel einen ganzen Vormittag nur in der Unterhose verbringen, weil das geliebte Prinzessinnen-Drehkleid gerade seine Runden in der Waschmaschine dreht - und selbstverständlich keine Alternative aus dem gut gefüllten Kleiderschrank in Frage kommt. Gut, dass Sommer ist. :D Manchmal weiß sie vor lauter eigenen Ideen irgendwann gar nicht mehr, was sie eigentlich tatsächlich will.


Und auf der anderen Seite ist sie anhänglich wie noch nie. Da kullert hin und wieder die ein oder andere kleine Träne, wenn sie morgens in ihrer geliebten Waldspielgruppe bleiben soll - ohne Mama. Das hatten wir jetzt seit fast eineinhalb Jahren nicht mehr. Und sogar die Besuche bei der Oma, die sonst absolut in Ehren gehalten werden und gar nicht lang genug sein dürfen, fallen im Moment wieder wesentlich kürzer aus, wenn Mama oder Papa nicht dabei sind. Täglich schlingt sie momentan ihre kleinen Arme um meinen Hals, kuschelt ihre Nase in meine Schulter und genießt ganz viel Nähe. <3


Ja, das mit dem "Groß werden" scheint schon eine ganz schöne Herausforderung zu sein. Was bleibt mir da zu tun? Die intimen Momente genießen, die sie mir im Moment schenkt, die Kuschelzeit mitnehmen und ihr so viel Nähe geben, wie sie braucht. Und ihr auf der anderen Seite helfen, ihre Ideen so wahrzunehmen, dass sie konkret und umsetzbar werden. Gute Ideen von schlechten Ideen trennen. Und sie dabei an der Hand nehmen, einen Schritt nach dem anderen - bis sie wieder alleine läuft auf ihrem Weg. Ich gebe zu, das klingt einfacher als es ist. Manchmal rumst es ganz schön zwischen uns beiden Dickköpfen. :D Aber wahrscheinlich gehört auch das dazu zum groß werden - dass es auch mal krachen darf, wenn man sich hinterher wieder versöhnt. <3


Meine große kleine Maus seht ihr heute in ihrer neuen Sweatjacke. Der Schnitt ist aus der aktuellen Ottobre und der Stoff, den ich für Alles-für-Selbermacher vernähen durfte, nennt sich "Ahoi Triangle Anker" und ist aus der neuen "Ahoi Triangle"-Serie von Seemannsgarn. Der Sommersweat ist GOTS-zertifiziert und mit seinem zartlavendelfarbenen Hintergrund genau das richtige für meine kleine Prinzessin. <3 Das Kopftuch ist ein Freebook von "TraumWöllkchen" und nennt sich "Mein Traumtuch" - für den Sommer ein absolutes Must Have, finde ich. Mit den verschiedenen Teilen gibt es so richtig viel Raum zum Tüddeln und zum Spielen mit verschiedenen Stoffen her.

Hier findet ihr den Stoff (seht euch unbedingt auch die restlichen drei Stoffe von Seemannsgarn an! Einer schöner als der andere!!):

http://www.alles-fuer-selbermacher.de/Sommersweat---Anker---Seemannsgarn---Zartlavendel

Und hier geht's zum Freebook:

ebook - Mein Traumtuch - Freebie - Traumwöllkchen
 
Ich bin irgendwie hin und her gerissen. Auf der einen Seite finde ich es erschreckend, wie schnell meine Mädels wachsen. Am liebsten würde ich ihnen einen Backstein auf den Kopf packen. :D :D Auf der anderen Seite freue ich mich mit meiner Kleinen, wenn sie diese Phase überwunden hat, und ein Stück größer und selbstsicherer im September mit ihrer großen Schwester zum ersten Mal in den Kindergarten marschieren wird. Hach ja. Davor liegen allerdings - inzwischen in greifbarer Nähe (noch 3 Wochen!) 6 Wochen Sommerferien, die wir nochmal richtig nutzen werden - zum knuddeln, kuscheln, diskutieren, suchen, finden, wachsen - und zum groß werden. <3

Hasenwilde Grüße
Johanna

Dienstag, 5. Juli 2016

Abgefahren

Manchmal habe ich wirklich Lust, etwas abgefahrenes zu tun. Aus der "Normalität" auszubrechen, die Standards zu sprengen und mal ganz neu denken.


Unsere genähten Kleidungsstücke gehen ja auch schon in die Richtung. Kleidung zu tragen, die sonst keiner hat. Individuell sein. Und auch nicht immer massenkonform - man sieht den Kleidungsstücken, die ich für mich und meine Mädels nähe, ja schon durchaus an, dass sie selbstgemacht sind.


Hin und wieder ist mal eines drunter, bei dem sich der nichtnähende Betrachter vielleicht nicht sicher ist, ob das nun genäht oder gekauft ist - aber im Normalfall sieht man es den Kleidungsstücken schon an, wenn sie unter der hasenwilden Nähmaschine durchgelaufen sind.


Trotzdem - so abgefahren wie heute war es glaub ich noch nie. :D :D :D


Ich hatte wirklich Lust, mich mal wieder an einem komplett neuen Schnitt auszuprobieren. Zu sehen, wie er fällt, was man daraus machen kann. Bis zum Schluss war ich mir aber nicht sicher, ob die Hose nicht zu sehr aus dem "normalen", landlebenstauglichen Rahmen fällt. Als ich sie dann am Kind im Set gesehen habe, dachte ich - "Nö. Saaaaaucoool." Entschuldigt die Wortwahl. :D


Die große Hasentochter jedenfalls fand die Hose wirklich gut - ausgezogen hat sie sie nach den Fotos jedenfalls nicht mehr. Sie steht ja eh so auf Bequemzeug, das nirgends drückt und maximale Bewegungsfreiheit mitbringt. Am öftesten sieht man sie nachmittags in Leggings jeder Form und Farbe, wobei auch die Chill@Home oft und gern getragen wird. Ich denke, dass auch dieses Outfit in die gemütlicher-Nachmittag-Kategorie wandern wird.


Vernähen durfte ich den zuckersüßen Jersey "Strawberry Vanilla Ice" von Alles-für-Selbermacher, den ihr ganz bald wieder im Shop bestellen könnt. Der Hosenschnitt ist die Sarouelhose "Panteloni" von Fetzengaudi (die Hosentaschen sind selbstgebastelt) kombiniert mit einer upgecycelten Weste mit passender Freihandstickerei. Die Weste habe ich bei meinen Sachen aussortiert und musste sie dann nur noch oben und seitlich verkleinern - den unteren Saum und den Reißverschluss habe ich beibehalten, den Kragen abgeschnitten, etwas gekürzt und neu angesetzt. Einen Reißverschluss in einem Kleidungsstück zu haben, ohne ihn selber angenäht zu haben, finde ich ja schon wirklich praktisch.... :D :D :D Die Erdbeermütze ist der neueste Streich von Annas Country und nennt sich Be Mützi - die Beanieversion der schon länger existierenden "Mützi". Mit den eingesetzten Streifen und dem Schirm (ich liebe ja Schirme an Mützen) ein absoluter Hingucker, und das sicher nicht nur für den Sommer!!


Hier könnt ihr euch den Schnitt "Be Mützi" genauer anschauen:

http://de.dawanda.com/product/102235787-e-bookanleitung-be-muetzi---fuer-gross-und-klein
 
 
Was meint ihr dazu? Zu abgefahren? Oder cool abgefahren?
 
Hasenwilde Grüße
Johanna