Samstag, 6. Februar 2016

Anna

Ich muss euch heute jemanden vorstellen. Wie ihr wisst, besteht Familie Hasenwild aus Mama, Papa und zwei hasenwilden Räubertöchtern. Das ist aber noch nicht alles. Denn außerdem gibt es da noch Anna. Anna ist vor einem guten Vierteljahr bei uns eingezogen und genießt seither das hasenwilde Leben bei uns. Sie ist mal mehr, mal weniger präsent, aber schon meistens voll ins Leben integriert. Besonders in das Leben der großen Hasentochter.


Ihr fragt euch jetzt sicher, wer Anna eigentlich ist. Naja, so ganz genau kann ich euch diese Frage auch nicht beantworten - Anna ist nämlich durch und durch unsichtbar. Zumindest für mich. Für die große Hasentochter ist sie mehr als real. Und unglaublich wichtig.


Anna begleitet das Hasenkind in allen Situationen, die ihm Angst machen. Anna lässt sich geduldig erklären, welches Legobauwerk welchem Zweck dient, wenn die Mama keine Zeit hat. Anna hört sich überhaupt alles an, was die große Tochter entdeckt, erkennt, versteht, aufnimmt und erlebt. Meine Große hat schon immer alles versprachlicht, was sie bewegt hat. Inzwischen führt sie viele ihrer Dialoge mit Anna und erklärt ihr die Welt. Manchmal stehe ich in der Küche und höre ihr zu. Lasse das Gemüse Gemüse sein und lausche, lasse mich einen Moment mitnehmen in die unglaubliche Welt der Fantasie und lächle oft genug in mich hinein, wenn Anna mal wieder nicht einsehen will, dass Schafe in Herden leben und Wölfe in Rudeln. Und nicht andersherum.


Ich kann euch gar nicht sagen, wann genau Anna hier eingezogen ist. Sie hat sich so eingeschlichen. Als die Hasentochter anfing, von Anna zu erzählen, dachte ich zuerst, Anna wäre einfach ein neues Kindergartenkind. Erst nach und nach habe ich die unsichtbare Mitbewohnerin kennenlernen dürfen. Ihr Alter bleibt unbestimmt. Mal geht sie schon in die Schule und erzählt, was da so los ist. Mal ist sie aber auch einfach noch klein und braucht die Hilfe und die Unterstützung des Tochterkindes. Die Kleine hat Anna einfach mit übernommen, so wie sie sich (fast) alles von ihrer großen Schwester abschaut. Für sie ist Anna ein vollkommen normales Familienmitglied - sie erkundigt sich regelmäßig nach ihr, redet auch hin und wieder mit ihr und hat Anna voll in ihren Tag integriert. Neben Anna gibt es übrigens auch noch den Kater Eddie und (seit neuestem) Baby Caroline, aber die beiden waren bisher eher sporadisch zu Besuch - unsere Konstante bleibt Anna.


Ich habe Anna nie in Frage gestellt. Sie ist hier sicherlich nicht ohne Grund eingezogen, und manchmal habe ich das Gefühl, dass Anna nicht nur für die hasenkindsche Entwicklung ein wichtiger Faktor ist, sondern genauso für meine. Wenn ich mit meiner Tochter schimpfe, ist es zum Beispiel oft so, dass sie kurze Zeit später meine Ermahnungen genauso an Anna weitergibt. Teilweise wortwörtlich. Oft kann ich dabei im Nebenzimmer lächeln - aber es kommt auch vor, dass ich mir erst an diesem Punkt darüber klar werde, dass der vorhin in der Hitze des Momentes erteilte "Anschiss" vielleicht doch nicht immer so gerechtfertigt war. Oder er zumindest anders formuliert werden hätte können. Anna bringt mich immer mal wieder dazu, Dinge nochmal aufzugreifen, wenn ich merke, dass meine Tochter meine Reaktion in der Situation so nicht nachvollziehen konnte. Oder mich auch mal hinterher zu entschuldigen, wenn ich vorschnell geurteilt habe oder in der Wortwahl danebenlag.


Alles in allem genieße ich Annas Gegenwart. Es ist ja auch nicht selbstverständlich, der Ehre einer unsichtbaren Freundin zuteil zu werden. Ganz abgesehen von der Katze und dem Baby. :D Ich staune manchmal über die lebhafte Fantasie meiner Tochter - und davon hat sie mehr als genug. In ihren Händen verwandeln sich Holzstücke, Bausteine, Bälle, Kiesel und noch vieles mehr in die unglaublichsten Dinge und ich glaube wirklich, ich habe von ihr noch nie das Wort "langweilig" gehört. Ihr fällt immer etwas ein. Sie sprudelt nur so vor Ideen. Allerdings arten diese Ideen manchmal in mehr Chaos im Haus aus, als in einem Familienhaushalt zumutbar ist - dann muss ich die Bremse ziehen. Aber meistens macht es einfach Spaß, ihr zuzusehen. Und mit ihr (und Anna) die Welt zu entdecken.


Auf den Bildern konntet ihr meine Große so nebenher in ihrer neuen Lieblingsbluse beobachten. Christina von rosarosa hat sich da wieder was wundervolles einfallen lassen. Die raffinierte Doppelfalte vorne und der Tropfenverschluss mit Bindebändchen hinten sorgen für eine tolle Optik, so dass der Schnitt gar nicht viel mehr Klimbim braucht, um zu wirken. Die Ärmel können auch als Puffärmel genäht werden und sind vorne mit einem Gummi gerafft. Unten kann die Bluse wahlweise offen getragen oder mit einem Gummi ein toller Balloneffekt erzielt werden - und Liz lässt sich auch als Kleid verlängern und mit Gürtel tragen. Und das beste ist, das Schnitt wirkt nicht nur mit Webware klasse, sondern lässt sich auch wunderbar aus Jersey nähen. Ein echter Kleiderschrankallrounder. <3 Wenn ihr einen genaueren Blick darauf werfen wollt - bis heute Abend findet ihr das Ebook noch zum Einführungspreis in Christinas Shop (*KLICK*) oder bei Dawanda!



Wie sieht es bei euch so aus? Haben/Hatten eure Kinder auch unsichtbare Freunde? Ich bin ja echt neugierig darauf, wie viele unsichtbare Seelentröster, Spielkameraden und Dialogpartner noch so unterwegs sind - erzählt doch mal!
Während ich hier so schreibe, ist die große Hasentochter außer Haus. Sie darf heute bei ihrer Oma übernachten. Anna hat sie vorsichtshalber mitgenommen - falls sie über Nacht doch ein bisschen Angst bekommt. Zum Glück braucht Anna nicht viel Platz, sie kuschelt sich in Omas Gästezimmer einfach auf der Couch zusammen und passt auf das schlafende Hasenkind auf. Da hat man doch als Mama gleich ein besseres Gefühl - und als Kind erst recht... Gut, dass wir Anna haben. :) Ich für meinen Teil freue mich, wenn morgen alle beide wohlbehalten wieder bei mir ankommen.

Hasenwilde Grüße
Johanna

1 Kommentar:

  1. Liebe Johanna,

    abgesehen davon, dass die Bluse wunderschön ist: das ist mal wieder ganz wunderbar geschrieben!!!
    Ich bin auch jedes Mal begeistert von der Kinderfantasie!
    Bei uns wohnen ein bis zwei Tiere, ich habe auch schon die Wohnungstür aufgemacht, da es spazieren gehen wollte :-) Ich bin so gespannt, wie sich das weiter entwickelt!!!

    Liebe Grüße
    Lara

    AntwortenLöschen