Sonntag, 28. Februar 2016

Piet und die Osterziege

Haaaaach, ich habe so viele unglaublich tolle Sachen aus unglaublich tollen Stoffen und unglaublich coolen Schnitten, die ich euch zeigen möchte, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Ein Teufelskreis, wenn man vor lauter Nähen nicht zum Bloggen kommt, dadurch aber die to-Blog-Liste quasi ins Unermessliche wächst. ;) Also, was zeig ich euch denn heute?


Nachdem bei uns die Tage das Thema "Ostern" schön langsam aufkam, liegen da die neuen Stoffe von mamasliebchen nahe - die schreien nämlich so richtig nach Frühling - und passen mit den süßen Hasenmotiven sind sie auch perfekt als Osteroutfit!


Ich habe die letzten Tage nämlich hier auf Ostern/Frühling umdekoriert. Total rechtzeitig, ausnahmsweise. Na schön, ich gebe zu (*flüster*) - in dem Zuge habe ich die letzten Weihnachtsüberbleibsel abgehängt. Fensterdeko ist bei mir immer so eine Sache. Die hängt eben so lange, bis die nächste fällig ist. Die verrückten Stoffhühner, die ich jetzt aufgehängt habe, sind letztes Jahr dann im Oktober der Herbstdeko gewichen.... ;) Aber gut, Hühner gibt es ja das ganze Jahr. Sterne übrigens auch. :D :D Da muss man ja nicht so streng sein, finde ich.


Außerdem war heute Frühlingsmarkt im Nachbarort. Mit einem kostenlosen Karussell (bei den Hasentöchtern GANZ hoch im Kurs), einer kleinen Hüpfburg (der leider in regelmäßigen Abständen die Puste ausging - aber die Kinder meinten, man braucht eh alle sieben Minuten mal ne Hüpfpause...), Kinderschminken und einer überlebensgroßen Osterziege (??), die Süßigkeiten verteilte. Die perfekte Nachmittagsbeschäftigung. Auch bei minus 2 Grad und beißendem Nordwind. War ja klar, dass ausgerechnet am Frühlingsmarkt der Winter zuschlägt, nachdem wir wochenlang über 10 Grad hatten. Tat der vorösterlichen Stimmung aber keinen Abbruch. :D :D


Und dann? Haben die Hasenkinder das erste vorösterliche Osternest im Garten gebaut, und - tadaaaaa - hat der Osterhase tatsächlich schon mal vorbeigeschaut und jedem ein gefärbtes Ei für's Abendessen dagelassen. Wie er das nur wieder gewusst hat! :D Schon als ich klein war, hat der Osterhase so hin und wieder vor Ostern das ein oder andere Ei ins Nest gelegt. So als kleinen Vorgeschmack. Wir haben das für unsere Kinder übernommen - und diese Kleinigkeiten, die sich ein- oder zweimal pro Woche im (selbstverständlich selbstgebauten) Nest finden, sind fast noch aufregender als Ostern selbst.... Außerdem gibt es hier bei uns am Ende des Dorfes und der Welt im Frühjahr tatsächlich viele Feldhasen, die hüpfen teilweise bis auf die Terrasse. Ich kann mich an vorletztes Jahr erinnern, da waren so viele Hasen unterwegs (die selbstverständlich für meine Kinder alle "der Osterhase" waren), dass ich fast in Stress geraten wäre. Schließlich musste ich jedes Mal, wenn ein Hase gesichtet wurde, hinten zur Terrassentüre hinausspringen und zwei Mini-Schokoeier ins Nest werfen und dann wieder außer Sicht sein, bis die Mädels ihre Schuhe angezogen hatten und ums Haus gerast waren, um das Nest zu kontrollieren.... ;) Mal sehen, ob sich heuer wieder der ein oder andere Osterhase bei uns blicken lässt!


Ihr seht, die Osterstimmung ist voll am Kommen hier bei uns. Wahnsinn eigentlich. War doch gerade erst Weihnachten. Ich habe das Gefühl, je älter die Kinder werden, desto schneller fliegt die Zeit. Geht euch das auch so?


Jedenfalls, um den Bogen wieder zurück zu Mamasliebchen und den supersüßen Pippa-und-Piet-Jerseys zu spannen - gibt es kaum eine bessere Zeit, um Hasenstoffe zu bestellen. :D :D Saskias Stoffe kommen in sanften Pastelltönen daher und der aufgedruckte Hase Piet ist einfach nur zuckersüß!! Der Stoff, den ich hier vernäht habe, heißt "Piet's cosy lair" und kommt als Paneel mit aufgedrucktem Hasen und Karotte (die habe ich aber anderweitig verbraten, zeige ich euch noch!).

*HIER* könnt ihr einen genaueren Blick auf die vielen neuen Mamasliebchen-Stoffe werfen, und das beste: sie können bereits vorbestellt werden, so dass sie pünktlich für die wärmeren Temperaturen bei euch unter der Nähmaschine landen! Blättert euch unbedingt durch die vielen schönen Designs - eines liebenswerter als das nächste.... <3

 Ich habe ein bisschen in meinem neuen Klimperklein-Buch geblättert und mich dann für den Rock'n'Roll-Jerseyrock entschieden, ganz schlicht und nur unten mit schwarzer Ziernaht versehen. Dazu gab's aus dem gleichen Buch ein schlichtes Raglanshirt mit Fake-Covernähten (aus einem Shirt von mir upgecycelt) und eine Cara von rosarosa, auch ein Upcyclingprojekt aus einem ausgemusterten Strickpulli.


Und fertig ist ein schlichtes, aber ziemlich schickes Hasenoutfit für die Große. Von dem Rock war die junge Dame so begeistert, dass ich ihn gleich ein zweites Mal genäht habe - das Exemplar zeige ich euch auch ganz bald! Das komplette Set wurde heute schon ausgeführt. Hasenwild zum Frühlingsmarkt. Besser passend geht nicht, oder? :D

Hasenwilde Grüße
Johanna

Donnerstag, 25. Februar 2016

Der ultimative Wohlfühlfaktor

Heute, passend zum RUMS-Donnerstag, hab ich richtig Lust, euch eine meiner neuesten Errungenschaften zu zeigen. Endlich mal wieder was für mich Genähtes. Draußen ist es kalt, im Kachelofen knistert ein warmes Feuer, ich habe mir eine Tasse Tee aufgebrüht und die Kinder schlafen. Sagt ehrlich - was fehlt euch jetzt in diesem Bild von meiner aktuellen Sofasituation? Na?


Ganz klar: Die Kuscheldecke. Ich liebe ja Decken. Eine Decke bringt den ultimativen Wohlfühlfaktor. Vollkommen egal ob im Sommer am Abend draußen auf der Terrasse, wenn die Temperaturen abkühlen oder im Winter drinnen auf dem Sofa vor dem knisternden Kaminfeuer - wenn ich es mir irgendwo bequem mache, brauche ich IMMER eine Decke. Je kuscheliger, desto besser.


Meine Kinder haben diese akute Deckensucht (fachmedizinisch Deckophilia gigantia) offensichtlich von mir geerbt, denn für sie gibt es nichts Schöneres, als täglich das komplette Deckensortiment aus der Schublade unter dem Sofa zu räumen (und diese Schublade ist wirklich VOLL) und mit ungefähr 10 Decken verschiedener Größe und Beschaffenheit ihre Lager auszupolstern, Kuscheltiere einzuwickeln, Dächer zwischen Stühlen zu bauen und was ihnen sonst noch so alles einfällt. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Und ich lege täglich alle 10 Decken zusammen und habe schon ein paar Mal darüber nachgedacht, einfach die Hälfte im Keller verschwinden zu lassen. Aber irgendwie kann ich sie ja verstehen, die zwei Mäuse. So eine Decke bietet grade in ihrer Einfachheit quasi unbegrenzte Einsatzmöglichkeiten. Und offensichtlich haben meine Hasenmädels noch nicht alle davon erkundet. Wer bin ich denn, dass ich sie da in ihrer Kreativität behindern würde? Neeee. Sollen sie sie haben, die Decken. Ich bringe ihnen einfach bei, wie man die Teile wieder zusammenlegt. Morgen. :D :D


Mein erstes Nähprojekt überhaupt war eine Strampeldecke zur Geburt meiner Ältesten. Dieses Teil mit lauter von Hand applizierten verschiedenen Tieren hat mich sämtliche Nerven und ein halbes Jahr meines Lebens gekostet. Aber danach war es um mich geschehen. Ohne Scherz, das war der Beginn meiner Nähkarriere. Diese Decke hat mich einiges gelehrt. Und sie wurde von zwei Kindern wirklich geliebt und genutzt. Danach habe ich mich immer mal wieder an eine Patchworkdecke gesetzt. Jede meiner drei Schwestern hat eine bekommen. Jede eine andere Art, jede ein anderer Farbton, alle mit dickem Volumenvlies gefüttert und mit Baumwollrückseite, so dass sie sich auch richtig gut als Tagesdecken über dem Bett eignen. Außerdem habe ich natürlich für meine Mädels gepatcht - die beiden haben jeweils an ihrem dritten Geburtstag eine Patchworkdecke bekommen - ab dem Zeitpunkt fand ich nämlich die Babydecken zu klein und die richtigen "Erwachsenendecken" aber noch zu groß und habe jeder eine Mittelgröße genäht, die beide extrem viel im Einsatz sind. Die Decke von der Kleinen habe ich vor gerade mal einem Monat fertiggestellt - die werde ich euch demnächst auf alle Fälle auch noch zeigen. Bei den beiden Patchworkdecken habe ich die Vorzüge einer Fleecerückseite entdeckt - da ist die Decke nochmal so kuschelig....


Fällt euch was auf? Von den 6 bisher genähten Quilts war bisher kein einziger für mich. Eine Schande eigentlich. Gut, dass da Dawanda mit einem Probenähaufruf für ein Patchworkdeckenpaket kam - und ich eine der glücklichen war, die über www.stoffe.de ein fertig gepacktes Stoffpaket für meine eigene Patchworkdecke zugesandt bekam. So ein Stoffpaket ist schon was Tolles - man spart sich die Stoffkombiniererei (und das ist bei mir bei Weitem der aufwendigste Teil beim Patchworken... ;) ) und hat alle Materialien tutti kompletti zusammen, farblich aufeinander abgestimmt und in der richtigen Menge. In meinem Pakt habe ich vorgefunden: 4 verschiedene Baumwollstoffstreifen für die Patchworkquadrate, Fleece für die Rückseite, Volumenvlies als Futter, farblich passendes Nähgarn und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Erstellen der Decke. Sehr praktisch.


Die Basicanleitung für die Decke ist ratzefatz erledigt - das lässt sich mitsamt Zuschnitt an einem Abend erledigen. Stoffquadrate in der richtigen Größe ausschneiden, aneinander nähen, bügeln und Volumenvlies darauf, mit dem Fleece verstürzen und fertig. Ganz so einfach habe ich mir es dann aber doch nicht gemacht - ich wollte aus dem fertigen Paket nämlich gerne eine individuelle Decke gestalten, ein Unikat, das nur ich so besitze und sonst keiner. Ich drücke ja jedem meiner Nähteile gern meinen Stempel auf - warum also nicht so ein Patchworkpaket ein bisschen individualisieren. Und ich glaube, gerade so etwas macht das Paket dann auch wieder für fortgeschrittene Näher interessant!


Die Größe der Decke, so wie sie vorgesehen ist, war mir zum Beispiel zu klein. Für knapp 90cm auf knapp 1,50m bin ich mit fast 1,80m einfach zu groß - und die Decke sollte ja ein Teil für MICH werden. Und ich wickle mich eben gern von oben bis unten ein. :D :D Ich habe also um die fertig gepatchten Quadrate noch einen farblich passenden Rahmen in uni-hellgrau gesetzt, der mir an jeder Seite zusätzlich 15cm verschafft. Das Fleece der Rückseite hat dafür nicht ganz gereicht und wurde von mir einfach mit ein paar Streifen unterschiedlich grauem Fleece verbreitert, das noch in den Untiefen meiner Stoffkiste auf den perfekten Verwendungszweck gewartet hat. Außerdem habe ich die Vorderseite mit der Rückseite im Nahtschatten zusammengequiltet und die ganze Decke dann von Hand außen eingefasst. Der schmale graugepunktete Streifen gibt erstens einen schicken Blickfang ab und verhindert außerdem, dass sich die Decke verzieht, weil man nach dem Quilten die Ränder nochmal ordentlich nachschneiden kann, anstatt Falten zu produzieren.


Die gepatchte Oberseite habe ich einfach mit ein paar Zierborten und -bändern aufgehübscht und außerdem einige Stoffstücke mit Textilfarbe bestempelt und dann von Hand aufgenäht. Schleife, Knopf und hinten ein süßes Handmade-Schild, und schon ist die Sache mit dem Unikat erledigt. :D :D


Ich habe mich jedenfalls richtig verliebt in meine neue Kuscheldecke - mit der Fleecerückseite der ideale Weggefährte für jede Gelegenheit. Und ganz alleine MEINE. :D Zumindest solange ich auf dem Sofa liege. Ansonsten finden auch die Kinder daran gefallen, wie ihr auf den Bildern vom extrem entspannten Klein-Hasenkind sehen könnt.... Ich schicke also mein Patchworkdeckchen voller Stolz zu RUMS - und wenn ihr jetzt auch Lust bekommen habt, auf ganz einfach Art und Weise so ein Wohlfühlteil zu nähen, könnt ihr euch gern bei Dawanda mal durch die passende Anleitung lesen! *KLICK* - und da findet ihr auch direkt den Link zu dem Patchwork-DIY-Set, das ich hier testen durfte!
Währenddessen kuschle ich mich wieder aufs Sofa unter meine neue Lieblingsdecke, höre dem knisternden Feuer zu und widme mich einem guten Buch....

Hasenwilde Grüße
Johanna





Montag, 15. Februar 2016

Warum...?

"Mama, warum....?". Kennt ihr das? Wenn jeder einzelne Satz mit einem dicken "warum" startet und der Fragensteller alles, aber auch wirklich alles über Gott und die Welt wissen will, bis man das Gefühl hat, man hätte tatsächlich Löcher im Bauch von der ganzen Fragerei?


Was meine große Tochter alles wissen will ist jedenfalls unglaublich. Jede Situation, jeder Blick, jede neue Erfahrung kann einen ganzen Fragenmarathon aufwerfen - und die Antworten sind manchmal gar nicht alle so einfach aus dem Ärmel zu schütteln. Jede in den Augen der großen Hasentochter ungenügende Antwort hat außerdem mindestens zehn weitere Fragen zur Folge. :)


Und was sie da alles so wissen will! Warum sagt man bei Schafen "Herde" und bei Wölfen "Rudel"? Und wie leben dann Rehe? Ob das Kamel heiße Füße bekommt, wenn es in der Wüste zu lange auf einem Platz steht? Und warum haben Zwillinge am selben Tag Geburtstag, aber sie und ihre Schwester nicht? Und wie viele Glühwürmchen braucht man auf dem Kopf, damit man mit dem Licht in der Dunkelheit ein Buch anschauen kann? (Die letzte Frage kam gestern Abend auf, die finde ich besonders philosophisch :D )


Ihre Neugier ist ungebrochen, sie will die Welt für sich entdecken und alle ihre Geheimnisse lüften. Ich finde das so spannend zu beobachten. Und so als gerade-Fünfjährige ist sie selbstverständlich der Meinung, dass die Mama auf alle Fragen der Welt eine Antwort hat. Wobei wir hin und wieder schon auch was nachlesen müssen. Oder damit leben, dass eine Frage auch mal unbeantwortet bleiben muss. :)


Das Hasenkind kann sich aber auch irre viel merken. Eine Frage stellt sie selten zweimal und die Antworten, die sie nach bestem Wissen und Gewissen von mir bekommt, werden im Kopf hin und her gedreht, umformuliert, dann bekommt Anna (von unserer unsichtbaren Mitbewohnerin habe ich euch ja letzte Woche HIER schon erzählt) die Sachlage nochmal erklärt, wahlweise auch die kleine Schwester, und dann sitzt das im Langzeitgedächtnis. Jederzeit abrufbar, in den unmöglichsten Situationen. Wahrscheinlich für immer. Wenn nicht noch länger. Beneidenswert einerseits. Andererseits leidet dafür hin und wieder die Speicherkapazität für Kurzaufträge. "Deck bitte den Tisch" überschreitet zum Beispiel offensichtlich bereits nach dem zweiten Teller das Speichervolumen.... ;) Kein Wunder, wenn die Hirnschubladen mit so viel wichtigeren Informationen belegt sind.... :D


Jedenfalls war mir vollkommen klar, was aus dem wunderschönen Fuchs-Jersey werden sollte, den mir Alles-für-Selbermacher zum Vernähen zur Verfügung gestellt hat: Ein Schlaufuchs-Hoodie sollte es sein für die kleine Weltentdeckerin. Schnittgrundlage ist die Hoodie-Variante der Issy von Feefee (geliebter Schnitt!!). Aufgepeppt habe ich den unifarbenen Jerseysweat zunächst mit Glitzerspray und Glitzerfarbe, um die Glühbirne später zum Leuchten zu bringen. Danach habe ich den Fuchs, die Glühbirne und das Schlaufuchs-Schildchen freihand aufgenäht. Die Buchstaben sind mit Textilfarbe auf grobes Leinen gestempelt. Die mit eingefassten Bindebändchen am Rand der Passe und die beiden Knöpfe vorn an der Kapuze schicken den Hoodie noch ein bisschen auf, und TADAAAAA! :D


Der Fuchsjersey ist GOTS-qualifiziert und wunderbar angenehme Qualität, direkt zum Reinlegen und Einwickeln. Und der Pulli ist auf der Liste der Lieblingspullis sowohl beim Hasenkind als auch bei mir ganz nach oben gewandert. Mit den Bündchen hat er noch richtig Wachspotenzial und wird hoffentlich den kleinen Schlaufuchs noch ein Weilchen begleiten! Bei den Fotos mit der Glühbirne hatte das Kind übrigens richtig Spaß - ihr ist ständig ein Licht aufgegegangen... ;) Auch wenn ich hinterher eine große Fragerunde über mich ergehen lassen musste, angefangen mit: "Mama, warum leuchtet die Glühbirne in meiner Hand nicht?".... ;)


Den Fuchsjersey nach dem Design von Andrea Lauren findet ihr hier *KLICK* - und dann könnt ihr euch an die Schlaufuchsausstattung für eure eigenen Schlaufüchse machen!! Wie praktisch, dass der Stoff sowohl für Schlaufuchsjungs als auch für Schlaufuchsmädels passt! Auf dass allen Kindern der Welt ein Licht aufgehe! :D :D


Hasenwilde Grüße Johanna

Samstag, 6. Februar 2016

Anna

Ich muss euch heute jemanden vorstellen. Wie ihr wisst, besteht Familie Hasenwild aus Mama, Papa und zwei hasenwilden Räubertöchtern. Das ist aber noch nicht alles. Denn außerdem gibt es da noch Anna. Anna ist vor einem guten Vierteljahr bei uns eingezogen und genießt seither das hasenwilde Leben bei uns. Sie ist mal mehr, mal weniger präsent, aber schon meistens voll ins Leben integriert. Besonders in das Leben der großen Hasentochter.


Ihr fragt euch jetzt sicher, wer Anna eigentlich ist. Naja, so ganz genau kann ich euch diese Frage auch nicht beantworten - Anna ist nämlich durch und durch unsichtbar. Zumindest für mich. Für die große Hasentochter ist sie mehr als real. Und unglaublich wichtig.


Anna begleitet das Hasenkind in allen Situationen, die ihm Angst machen. Anna lässt sich geduldig erklären, welches Legobauwerk welchem Zweck dient, wenn die Mama keine Zeit hat. Anna hört sich überhaupt alles an, was die große Tochter entdeckt, erkennt, versteht, aufnimmt und erlebt. Meine Große hat schon immer alles versprachlicht, was sie bewegt hat. Inzwischen führt sie viele ihrer Dialoge mit Anna und erklärt ihr die Welt. Manchmal stehe ich in der Küche und höre ihr zu. Lasse das Gemüse Gemüse sein und lausche, lasse mich einen Moment mitnehmen in die unglaubliche Welt der Fantasie und lächle oft genug in mich hinein, wenn Anna mal wieder nicht einsehen will, dass Schafe in Herden leben und Wölfe in Rudeln. Und nicht andersherum.


Ich kann euch gar nicht sagen, wann genau Anna hier eingezogen ist. Sie hat sich so eingeschlichen. Als die Hasentochter anfing, von Anna zu erzählen, dachte ich zuerst, Anna wäre einfach ein neues Kindergartenkind. Erst nach und nach habe ich die unsichtbare Mitbewohnerin kennenlernen dürfen. Ihr Alter bleibt unbestimmt. Mal geht sie schon in die Schule und erzählt, was da so los ist. Mal ist sie aber auch einfach noch klein und braucht die Hilfe und die Unterstützung des Tochterkindes. Die Kleine hat Anna einfach mit übernommen, so wie sie sich (fast) alles von ihrer großen Schwester abschaut. Für sie ist Anna ein vollkommen normales Familienmitglied - sie erkundigt sich regelmäßig nach ihr, redet auch hin und wieder mit ihr und hat Anna voll in ihren Tag integriert. Neben Anna gibt es übrigens auch noch den Kater Eddie und (seit neuestem) Baby Caroline, aber die beiden waren bisher eher sporadisch zu Besuch - unsere Konstante bleibt Anna.


Ich habe Anna nie in Frage gestellt. Sie ist hier sicherlich nicht ohne Grund eingezogen, und manchmal habe ich das Gefühl, dass Anna nicht nur für die hasenkindsche Entwicklung ein wichtiger Faktor ist, sondern genauso für meine. Wenn ich mit meiner Tochter schimpfe, ist es zum Beispiel oft so, dass sie kurze Zeit später meine Ermahnungen genauso an Anna weitergibt. Teilweise wortwörtlich. Oft kann ich dabei im Nebenzimmer lächeln - aber es kommt auch vor, dass ich mir erst an diesem Punkt darüber klar werde, dass der vorhin in der Hitze des Momentes erteilte "Anschiss" vielleicht doch nicht immer so gerechtfertigt war. Oder er zumindest anders formuliert werden hätte können. Anna bringt mich immer mal wieder dazu, Dinge nochmal aufzugreifen, wenn ich merke, dass meine Tochter meine Reaktion in der Situation so nicht nachvollziehen konnte. Oder mich auch mal hinterher zu entschuldigen, wenn ich vorschnell geurteilt habe oder in der Wortwahl danebenlag.


Alles in allem genieße ich Annas Gegenwart. Es ist ja auch nicht selbstverständlich, der Ehre einer unsichtbaren Freundin zuteil zu werden. Ganz abgesehen von der Katze und dem Baby. :D Ich staune manchmal über die lebhafte Fantasie meiner Tochter - und davon hat sie mehr als genug. In ihren Händen verwandeln sich Holzstücke, Bausteine, Bälle, Kiesel und noch vieles mehr in die unglaublichsten Dinge und ich glaube wirklich, ich habe von ihr noch nie das Wort "langweilig" gehört. Ihr fällt immer etwas ein. Sie sprudelt nur so vor Ideen. Allerdings arten diese Ideen manchmal in mehr Chaos im Haus aus, als in einem Familienhaushalt zumutbar ist - dann muss ich die Bremse ziehen. Aber meistens macht es einfach Spaß, ihr zuzusehen. Und mit ihr (und Anna) die Welt zu entdecken.


Auf den Bildern konntet ihr meine Große so nebenher in ihrer neuen Lieblingsbluse beobachten. Christina von rosarosa hat sich da wieder was wundervolles einfallen lassen. Die raffinierte Doppelfalte vorne und der Tropfenverschluss mit Bindebändchen hinten sorgen für eine tolle Optik, so dass der Schnitt gar nicht viel mehr Klimbim braucht, um zu wirken. Die Ärmel können auch als Puffärmel genäht werden und sind vorne mit einem Gummi gerafft. Unten kann die Bluse wahlweise offen getragen oder mit einem Gummi ein toller Balloneffekt erzielt werden - und Liz lässt sich auch als Kleid verlängern und mit Gürtel tragen. Und das beste ist, das Schnitt wirkt nicht nur mit Webware klasse, sondern lässt sich auch wunderbar aus Jersey nähen. Ein echter Kleiderschrankallrounder. <3 Wenn ihr einen genaueren Blick darauf werfen wollt - bis heute Abend findet ihr das Ebook noch zum Einführungspreis in Christinas Shop (*KLICK*) oder bei Dawanda!



Wie sieht es bei euch so aus? Haben/Hatten eure Kinder auch unsichtbare Freunde? Ich bin ja echt neugierig darauf, wie viele unsichtbare Seelentröster, Spielkameraden und Dialogpartner noch so unterwegs sind - erzählt doch mal!
Während ich hier so schreibe, ist die große Hasentochter außer Haus. Sie darf heute bei ihrer Oma übernachten. Anna hat sie vorsichtshalber mitgenommen - falls sie über Nacht doch ein bisschen Angst bekommt. Zum Glück braucht Anna nicht viel Platz, sie kuschelt sich in Omas Gästezimmer einfach auf der Couch zusammen und passt auf das schlafende Hasenkind auf. Da hat man doch als Mama gleich ein besseres Gefühl - und als Kind erst recht... Gut, dass wir Anna haben. :) Ich für meinen Teil freue mich, wenn morgen alle beide wohlbehalten wieder bei mir ankommen.

Hasenwilde Grüße
Johanna