Sonntag, 11. Oktober 2015

Wirbelwind

Dochdoch, ich bin noch am Leben. Das hasenwilde Leben hat mich voll im Griff. Wir genießen die Herbsttage, haben heute unser nicht-frostsicheres Gemüse geerntet, die große Hasentochter möchte jeden freien Augenblick zum Radfahren-trainieren nutzen, nachdem sie jetzt endlich auf ein "großes "16-Zoll-Radel umgestiegen ist und dazwischen rufen unzählige Abendtermine (schöne und anstrengende), die Nähmaschine, der Haushalt...


Und trotzdem finden sich inmitten dieses bunt wirbelnden Lebens, das manchmal ganz schön stressige Situationen mit sich bringt, immer wieder Momente zum Kraft tanken. Wenn ich mit der ganzen Familie am Tisch sitze, wir reden und lachen und ich mich einen Moment zurücklehne, um diesen Augenblick ganz fest in meinem Herzen zu speichern. Oder bei einem Abend auswärts mit meinem Mann und Freunden, an dem ich kurz innehalte, ein mentales Foto knipse und es in mein Erinnerungsalbum im Kopf klebe. Und ganz viele Augenblicke mit meinen Kindern, die mir so viel zurückgeben.


Heute möchte ich euch mal erzählen, was 2 Jahre für ein tolles Alter sind. Ich muss sagen, ich fand jede Altersstufe meiner Kinder auf ihre Art wundervoll - und die aktuelle ist meistens die süßeste (außer das entsprechende Kind liegt aufgrund eines monumentalen Wutanfalls auf dem Fußboden im Netto und brüllt dich die Seele aus dem Leib. DAS ist nicht süß. :D ). Anstrengend waren bisher auch alle Phasen, aber jede hat doch ihren eigenen Zauber. Nachdem heute meine Kleine auf den Fotos Modell steht, schauen wir uns doch die magischen zwei Jahre ein bisschen genauer an...


Unsere jüngste im Hause ist ein ausgesprochener Wildfang. Hier auf dem Bild seht ihr ihre größte Leidenschaft: Katzen. Denen rennt sie hingebungsvoll stundenlang hinterher, streichelt sie mit einer bewundernswerten Ausdauer, schleppt die Tiere auch mal von hier nach da und lässt sich auch von dem ein oder anderen Kratzer nicht beeindrucken. Überhaupt sieht das kleine Hasenkind eigentlich immer so aus, als hätte ich es verprügelt. Um es hier mal deutlich zu sagen: Ich wars nicht. :D


Aktuell ist ihr Gesicht von einer Bruchlandung zerschrammt, als sie versucht hat, im Schweinsgalopp über ein Brett zu rennen, das auf den Traktoranhänger aufgelegt war, damit man die Schubkarre da raufschieben kann. Die Schienbeine sind mehr blau als hautfarben und heute hat sich Madame jetzt endgültig das Lippenbändchen abgerissen, als sie versucht hat, eine Stange im Mund zu balancieren und damit versehentlich irgendwo dagegengerannt ist. Höher, schneller, weiter ist ihr Motto, und wenn sie sich auf ihr Laufrad schwingt und quietschend mit weit ausgestreckten Beinen jeden Berg im Rekordtempo hinunterrauscht, muss ich schon ganz schön treten, um ihr nachzukommen.


Die große Schwester ist ihr absolutes Idol, sie muss alles haben, machen, sagen was das große Hasenkind vormacht und legt dabei eine Loyalität an den Tag, die mich wirklich verblüfft. Bei dem Versuch, der Großen alles nachzumachen, überwindet die Kleine schon mal Grenzen, von denen ich nicht dachte, dass sie die knacken würde. Sie redet wie ein Weltmeister, baut auch gerne mal Fremdwörter ein, telefoniert mit Begeisterung und hat ein unglaublich ansteckendes Lachen, das den ganzen Tag aus irgendeiner Ecke zu kullern scheint.


Selbstverständlich sitzt in dem kleinen Kopf (wie in allen Köpfen der Familie Hasenwild, muss ich zugeben), ein unglaublicher Wille, der sich hin und wieder kein bisschen um den Verstand schert.... Der kleine Hase ist ganz groß im Theater machen, sich-auf-den-Boden-werfen, das Haus plattschreien oder gegen-Türen-hämmern. Aber sie kriegt sich auch schnell wieder ein und ist nicht nachtragend.


Und dann kommt irgendwann der Moment, in dem das Kind müde wird. Plötzlich wird aus dem Energiebündel eine Kuschelkatze, die sich auf Mamas Schoß verkriecht, mit den Händen in ihren Haaren spielt und die Nase fest in den Ausschnitt steckt. Wenn ich die Hasentochter aus dem Mittagsschlaf wecke, trage ich sie immer in mein Bett und dann gibt es eine Viertelstunde Kuschelzeit deluxe. Und so ein weiches, warmgeschlafenes, noch ein bisschen verdöstes Muckelchen, das sich ganz nah herkuschelt und den Moment in vollen Zügen genießt, das ist etwas wirklich wunderbares. Und das ist einer der Momente, in denen ich am liebsten die Zeit anhalten würde - und den ich ganz fest in mein Herz schließe, als heimlicher Vorrat für graue, stressige und anstrengende Zeiten.... <3


Doch, zwei Jahre sind ein wunderbares Alter. Der süße Räuberpulli, den das Hasenkind da trägt, nennt sich "Pully" und stammt aus der Feder von Annas Country. Der kuschelige Fuchssweat und die süße Appli haben es der Tochter und mir aber auch wirklich angetan - und der Kragen hält den Hals schön warm. Mit den Passen am Vorderteil, am Rücken und an den Ärmeln kann man so richtig schön farblich spielen und total witzige Effekte kreieren.

Hier könnt ihr euch das Ebook und einige Designbeispiele näher ansehen:

http://de.dawanda.com/product/87851431-e-bookanleitung-pully-56-158
 
 
Habt ihr auch so einen Wirbelwind daheim?
 
 
Hasenwilde Grüße
Johanna

Kommentare:

  1. Liebe Johanna,
    das hast du sehr sehr schön geschrieben!
    Was für ein Liebesbeweis!!!
    Mein zweijähriger Wirbelwind weilt gerade mit Papa bei den Großeltern - und auch wenn ich ein wenig die Ruhe genieße: ich vermisse ihn schon ziemlich doll!!!

    Liebe Grüße
    Lara

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    1. Das kann ich voll verstehen - ein bisschen kinderfreie Zeit ist etwas total wertvolles - aber mir gehen die zwei Räubertöchter dann auch ab... Ich glaube, das muss so sein. :D

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