Mittwoch, 30. September 2015

Herzensprojekt: Mein Dirndl

Diese Bilder enthalte ich euch schon viel zu lange vor. Dieses Prachtstück hier hängt nämlich schon seit Anfang März in meinem Kleiderschrank und hatte auch bereits den ein oder anderen Einsatz... :)


Ich sag's gleich dazu: Die Bluse ist gekauft. Aber das Dirndl ist Handarbeit. Mühsame. Stundenlange. :D Ich habe einen Kurs dazu besucht, in dem eine Schneidermeisterin eine Gruppe von 10 Leuten 6 Samstagnachmittage lang angeleitet hat.


Der Schnitt wurde individuell für jeden erstellt und dann beim Nähen nochmal angepasst, das fand ich klasse - die Länge, Ausschnittform und den Verschluss konnte sich dabei jeder selber aussuchen. Das war wirklich ne tolle Sache - und ich habe jetzt einen passenden Dirndlschnitt im Schrank! (Falls ich mir die Arbeit JEMALS nochmal antue... ;) )


Baumwolle an Bekleidungsstücken war bisher nicht mein bester Freund, gebe ich zu. Im Gegensatz zu Jersey verzeiht ein Baumwolloberteil halt wirklich keine Ungenauigkeiten... Gerade deshalb fand ich es wirklich spannend, mich an so einen Dirndlschnitt heranzutrauen - und ich habe wirklich viel gelernt in dem Kurs.


Ich habe mir das Nähen autodidaktisch beigebracht, mich von Ebook zu Ebook getastet und mit jedem Versuch und jeder Anleitung ein bisschen was dazugelernt. Aber es gibt einfach so Grundsätze, Techniken und auch Werkzeuge, die mir bisher noch nicht untergekommen sind. Der Umgang mit dem Handmaß gehörte da dazu, oder auch einen Saum unsichtbar von Hand umnähen, den Schürzenstoff von Hand reihen oder das Nähen der Schürzenbänder...


Ich gebe zu, ich habe massenhaft geschimpft, aufgetrennt, neu genäht und wieder aufgetrennt. :D Außerdem weiß ich jetzt, dass man den Schürzenstoff mit dem Bügeleisen schmelzen kann, wenn man nicht aufpasst und dass es auch bei bestickten Stoffen eine Vorder- und eine Rückseite gibt. (Wenn man nämlich die Schürze auf der falschen Seite reiht, muss man hinterher aaaaalleeeees wieder auftrennen und nochmal von vorne anfangen.... ;) )


Den Zeitaufwand habe ich definitiv unterschätzt. Abgesehen von den 6 Samstagnachmittagen war da auch noch jede Woche Hausaufgabe zu erledigen - ganz schön arbeitsaufwendig, so ein Dirndl. Aber den Aufwand wert.... Denn das ist ein Teil, das meinen Kleiderschrank so schnell nicht wieder verlassen wird. Traditionelle Kleidung ist zum Glück nicht den Modeerscheinungen unterworfen, und so kann ich mein Dirndl sicher auch noch in 10 Jahren tragen. Puffer zum weiter- und engermachen habe ich mal vorsichtshalber mit eingeplant... :D


Und Anlässe für mein Dirndl gibt es hier im Jahr einige - hier bei uns auf dem Dorf kommt die "Tracht" noch zu verschiedenen Anlässen aus dem Kleiderschrank - zu kirchlichen Feiertagen, aber auch zum Bockbierfest, zum Volksfest oder auch zu Hochzeiten (je nachdem, wer da heiratet :D ). Das ist keine Pflicht und kein Muss, aber eigentlich kommen (wenn das Wetter es zulässt) zu solchen Anlässen nach wie vor bestimmt 3/4 der Leute in Dirndl oder Lederhose, Kinder eingeschlossen, und das sieht wirklich richtig schön aus so in der Gruppe...


Nachdem ein halblanges Dirndl in grün schon in meinem Schrank hängt, war es mal Zeit für eine lange Version - und dass ich die Farbkombi orange-braun gerne mag, habt ihr hier ja schon öfter gesehen....


Jedenfalls schiebe ich die Fotos seit Anfang des Jahres vor mir her. Erst habe ich auf den Frühling gewartet, weil ich gerne Draußen-Fotos haben wollte. Dann auf den Sommer, weil es noch so kalt war. Und bis dann meine Schwester, die die Fotos machen sollte und ich endlich einen gemeinsamen Fototermin gefunden haben, war es dann auch schon Herbst... Aber sie hat ihre Sache wirklich toll gemacht und auch ich hatte echt Spaß am Shooting! Und irgendwie passen die Bilder ja jetzt doch gut in den Herbst - zur Oktoberfestzeit...


Mein Dirndl schicke ich auf alle Fälle zu RUMS und bin gespannt, was ihr dazu sagt - habt ihr vielleicht auch schon eins genäht?

Hasenwilde Grüße
Johanna

Mittwoch, 23. September 2015

Stil und Ehrlichkeit

DAS ist er. Das ist mein Stil. So will ich mich anziehen und so fühle ich mich wohl. Dieses Outfit ist absolut mein Ding. Meine Farben, genau das richtige Maß an Tüddelei, die für mich perfekte Rocklänge, lauter kuschelige Sweats, angenehm zu tragen, ohne einzuengen. Eben genau mein Stil.



Gar nicht so einfach herauszufinden, was "mein Stil" ist. Was zu mir passt. Zu meiner Art. Zu meiner Persönlichkeit. Mal davon abgesehen, dass sich "mein Stil" ja ständig ändert. Nicht dauernd und nicht grundlegend, aber ich trage heute nicht mehr die gleichen Sachen wie vor 10 Jahren. Und natürlich lasse ich mich beeinflussen - von der aktuellen Mode, von Leuten, die ich schätze und bewundere, von Designbeispielen, die mir so unter die Finger kommen. Aber ich versuche, aus all diesen Einflüssen etwas eigenes zu machen. Meinen Stil eben. Je weiter dieser "mein Stil" vom aktuellen Modefluss abweicht, desto mehr Mut braucht es dafür. Diesen Stil nicht nur zu entwickeln und zu finden, sondern auch in der Öffentlichkeit zu zeigen. In der Stadt, beim Bäcker, beim Spazierengehen. Und noch ein bisschen mehr Mut braucht es, die Sachen im eigenen Stil im Netz zu zeigen.



Ich liebe ja gerade die Seiten, deren Stil unverkennbar ist. Die ein bisschen extravagant sind. Besonders. Die aus der Menge stechen durch besondere Ideen, witzige Kombinationen, rasante Farbkombis. Die sich ihren Stil selber machen. Und ihn dann als Inspiration einem breiten Publikum im Netz zugänglich machen. Das sind manchmal auch Kleidungsstücke, die meinem Stil so gar nicht entsprechen und die ich so vielleicht nicht anziehen würde. Trotzdem kann ich sie schätzen - für die Idee, die dahintersteckt, für eine handwerklich saubere Arbeit, für den Charme, den sie ausstrahlen, für ihre Besonderheit, für die Art, wie sie fotografiert und in Szene gesetzt sind.



Jedes Mal, wenn ich hier einen Beitrag online stelle, schwingt da ein bisschen Nervosität mit. Ich präsentiere hier ja nicht nur Klamotten, sondern auch das, was dahinter steht - ganz viel Herzblut, Überlegung, Zeit und Liebe. Entsprechend freue ich mich natürlich, wenn das, was ich mache, bei euch gut ankommt. Wenn viele Leute meine Beiträge anklicken und lesen, wenn ich den ein oder anderen Kommentar darunter finde, sehe, dass sich jemand meine Sachen angesehen und sich damit beschäftigt hat. Manche Bilder kommen bei euch wahnsinnig gut an, obwohl ich gar nicht damit gerechnet hatte. Andere Outfits, die ich total liebe, bekommen wenig Rückmeldung. Das ist auch vollkommen in Ordnung so - Geschmäcker sind einfach verschieden. Und das ist wichtig und richtig.



Wo ich allerdings wirklich meine Fassung verlieren kann, sind die vernichtenden Kommentare, die sich oft unter Posts finden. Ich muss sagen, ich bin bisher größtenteils davon verschont geblieben (ich scheine ziemlich liebenswerte Leser in euch gefunden zu haben.... :D ) - aber ich lese sie immer wieder. In Nähgruppen. Oder unter Posts von Kreativseiten. "Gruselig" steht dann da unter einem Bild von einem genähten Rock, oder "´total altbacken", auch "der macht dich voll dick" und "schrecklich". Und wenn dann jemand Einspruch einlegt oder den Verfasser eines solchen Kommentares zur Rede stellt, lese ich immer und immer wieder: "Ich bin doch nur ehrlich."



Da stellen sich mir alle Nackenhaare auf. Ehrlich? EHRLICH? Nein, das ist nicht ehrlich. Das ist respektlos und unverschämt. Die Ehrlichkeit hat nämlich in einem sozialen Gefüge auch eine Grenze, und die nennt sich Respekt gegenüber dem Nächsten. Und so ein Kommentar, der unter der Gürtellinie trifft und dessen einziger Sinn es ist, jemanden damit zu treffen und zu verletzen ist vollkommen frei von Respekt. Ich glaube, im anonymen Netz vergessen manche Leute, dass hinter jedem Bild, das gepostet wird, ein Mensch steht. Jemand mit Gefühlen und Ängsten, jemand der lang hinter der Nähmaschine gesessen ist, um dieses Werk zu erschaffen. Jemand, der da Liebe und Zeit und Material reingesteckt hat und zurecht stolz darauf ist. Jemand, der hier seinen Stil erschaffen hat - auch wenn der vielleicht nicht jedermanns Geschmack trifft.




"Ehrlich kann eben auch mal unbequem sein" kommt dann. Stimmt. Eine eigene Meinung ist wichtig, und auch, diese vertreten zu können. Ohne ehrliche Kritik ginge in unserer Gesellschaft nichts voran. Wenn Missstände nicht angeprangert werden, wird auch nichts dagegen unternommen. Aber ehrliche, konstruktive Kritik hat immer ein positives Ziel. Will etwas verbessern. Etwas, das einem wichtig ist, das einem auf die Nerven geht, ein Zustand, der nicht haltbar ist. Ich glaube ein Kleidungsstück, das einem nicht gefällt, fällt nicht in diese Kategorie. Verlangt ja keiner, dass jemand in Lobeshymnen ausbricht, dem das Ding gar nicht gefällt. Aber dezentes Schweigen und Weiterscrollen ist ja auch eine Lösung - vor allem eine Lösung, die niemanden verletzt.... Ehrlichkeit hin oder her. Und wenn man sich schon gar nicht auf die Zunge beißen kann, dann macht auch die Formulierung ganz viel aus - konstruktive Kritik zeigt immer einen Weg auf. "Schrecklich" ist nicht konstruktiv. "Du könntest vielleicht nächstes Mal...." schon eher. Und wenn das dann noch begleitet wird von einem "Gut gefällt mir an deinem Teil...", ist das doch wesentliche leichter verdaulich als so ein Schlag mit dem Zaunpfahl.



Wahrscheinlich hätte ich euch das gar nicht erzählen brauchen. Wenn ihr, meine lieben Mitleser, nämlich Menschen wärt, die mit erniedrigenden und respektlosen Kommentaren um sich schlagen würden, dann hätte ich das sicherlich schon bemerkt. Trotzdem musste das mal raus - weil mich das wirklich betroffen macht, diese Art, mit anderen Menschen umzugehen. Und weil ich mich mit diesem Blogpost ganz öffentlich, ehrlich und mit meiner ganzen Überzeugung gegen diese Art stelle, miteinander umzugehen. Weil ich der Meinung bin, dass mein Stil und dein Stil, so unterschiedlich sie auch sein mögen, ganz wunderbar nebeneinander existieren können. Denn das macht die Welt bunt.



Und jetzt schlagen wir einen eleganten Bogen zurück zu meinem Stil und meinem Outfit, und vor allem zu dem gigantischen Stoff, den ich hier für Alles-für-Selbermacher vernähen durfte. "Nelvita" habt ihr bestimmt schon entdeckt, das ist der neue GOTS-Sweat von AfS - aus der Feder von Susn alias raxn. Susn ist eine der wenigen Nähkolleginnen, die ich auch persönlich und im realen Leben kenne, weil sie gar nicht so weit weg von mir wohnt - umso mehr freue ich mich, dass ich hier ihr Debüt-Textildesign in Szene setzen durfte. "Nelvita" trifft absolut meinen Nerv und gefällt mir wahnsinnig gut - mal davon abgesehen, dass oliv, weinrot und beere zu meinen Lieblingsfarben gehören. Und dieser Sommersweat vernäht sich wie Butter, außerdem ist er kuschelweich! <3 Kombiniert habe ich mit einem grünen Wintersweat mit weißen Punkten, der noch in meinem Stoffregal lagerte, einer glänzenden grünen Paspel für die Passe hinten und ein bisschen beerefarbigem Tüddelband unten.



Genäht habe ich hier den Sweatrock "MyHedy" von Petit et Jolie, der schon länger auf meiner Will-Haben-Liste stand. Ich bin total begeistert von dem Ebook - durch den Sweat fällt der Rock schön schwer und wandert im Gegensatz zu meinen vielen Sommerröcken auch nicht ständig die Leggings hoch - der ideale Herbst- und Winterschnitt und ganz sicher nicht der letzte seiner Art hier im hasenwildschen Kleiderschrank. :D Die Paspeltaschen brauchen etwas Zeit, sind aber supergut erklärt und machen echt was her auf dem fertigen Rock! Die Beanie ist - mal wieder - nach dem Tutorial von Hamburger Liebe genäht, die restlichen Teile sind aus meinem Kleiderschrankbestand.



Raxns "Nelvita" ist leider schon in zwei Farben ausverkauft - aber von diesem wundervollen olive gibt es noch etwas, also nichts wie hin da! Der Stoff ist als B-Ware ausgezeichnet, weil er kleine weiße Punkte haben kann - wobei ich auf meinem grünen Meter keinen einzigen entdeckt habe. Dafür ist der Preis unschlagbar!

Sweat - GOTS - Nelvita - Olive -raxn-kleine Fehler 

Mit diesem Outfit in meinem Stil und mit diesen meinen Gedanken zur Ehrlichkeit stelle ich meinen Post rüber zu RUMS. Und bin gespannt, was ihr so dazu sagt. :)


Hasenwilde Grüße
Johanna


Sonntag, 20. September 2015

Katzenliebeoutfit

Katze müsste man sein. Oder? Den ganzen Tag auf der faulen Haut auf der Ofenbank liegen und dann abends aus dem Haus schleichen und Party machen....


Ich stelle mir so ein Katzenleben wirklich easy vor. Zumindest, wenn man die richtige Familie für sich erwischt. Futter und Streicheleinheiten und aber maximale Freiheit - welches andere Haustier hat schon die Möglichkeit, zu kommen und zu gehen, wie es ihm beliebt? Gut, sehen wir mal von den reinen Hauskatzen ab - aber hier auf dem Dorf sind das die seltensten.


Ich muss sagen, ich bewundere die possierlichen Tiere. Nicht umsonst haben sie einen guten Ruf. Katzen stehen für Freiheit, für Stolz, für Eleganz, Geschmeidigkeit und Geschick - und ihr Dickschädel ist legendär. Eine Katze hält man sich nicht, eine Katze residiert bei einem, so heißt es.


Kein Wunder eigentlich, dass die kleine Hasentochter so fasziniert von diesen Geschöpfen ist. Während die Große eher der Typ "Pferd" ist (auch wenn sie Puppen komplett verweigert, in der Beziehung ist sie total Mädchen....), steht die kleine Schwester auf Katzen. Und zwar mit Herz und Seele.


Zugegebenermaßen haben es die hübschen Tiere nicht immer leicht mit Hasentochter 2. Mit ihren 2 Jahren ist sie - gelinde gesagt - noch recht grobmotorisch bei der Sache, wenn es um das gegenseitige Kennenlernen geht.... :D


So eine Katze muss schon was aushalten beim Hasenkind... Allerdings ist sie schon wesentlich sanfter bei der Sache als noch vor einem halben Jahr. Sie hat sich durchaus auch schon den ein oder anderen Kratzer eingefangen (diese Erfahrung muss man wohl hin und wieder einfach machen...), aber das schreckt das Kind nicht. Nach wie vor gibt's Freudengeheul, wenn sich nur von Ferne irgendwo ein winkender Katzenschwanz zeigt.


Interessanterweise scheint die Zuneigung aber trotz Hasenkinds manchmal etwas unsanfter Kontaktaufnahme von beiden Seiten auszugehen. Nicht nur die Hasentochter liebt Katzen, sondern Katzen lieben auch die Hasentochter. Da braucht im Sommer nur die Terrassentür offenstehen, schon sitzt Nachbarin "Mausi" in der Wohnung, geht zielstrebig auf die Suche nach dem Kind und legt sich schnurrend zu seinen Füßen nieder. Und die Tochter streichelt mit Hingabe. Lange. Seeeeeehr lange.


Und ich? Finde das gut. Solange keine toten Mäuse vor meiner Haustüre liegen zumindest. Ich glaube nämlich, dass Kinder von und mit Tieren unglaublich viel lernen können. Wenn ich sehe, wie vorsichtig inzwischen auch meine Zweijährige mit einer Katze umgehen kann (nicht immer, aber immer öfter... ;) ), wie sie anfängt, die Körpersprache der Katze zu deuten und sie nicht mehr als Kuscheltier, sondern als Lebewesen mit eigenem Sinn, Gefühl und Wert versteht, bin ich stolz auf mein Kind. Weil das der erste Schritt zu einem sorgsamen Umgang mit der Umwelt ist, mit Mensch, Tier und Pflanze. Und ich finde es super, dass ich das beobachten darf, ohne selbst Haustiere zu haben - das ist Luxus, oder? Luxus Dorfleben. :D


Kein Wunder jedenfalls, dass die katzenverliebte Maus ihr neues Outfit nur unter Zwang am Abend zum Bettgehen auszieht... In den Stoff haben wir uns beide verliebt - die Bio-Katzen von Paapi sind nicht nur kuschelweich, sondern haben mit der petrol-schwarz-weiß-grau-Kombi auch wunderbare Farben... Diesen Stoff durfte ich für Steffi von Charly, Jo und Co vernähen. Steffis kleinen Online-Laden kann ich euch nur wärmstens ans Herz legen - sie hat einen wahnsinnig guten Geschmack, was Stoffe betrifft, und ich könnte in ihrem Shop problemlos monatlich mein Konto leerkaufen. Ihr bekommt da lauter Biostoffe in wahnsinnig guter Qualität (und dass ich auf Bio stehe, habe ich euch ja schon oft genug erzählt.... ;) ) - ihr bekommt da aber auch Schrägband, Bommeln, Knöpfe und anderen Tüddelkram. Mein persönlicher absoluter Geheimtipp sind die Tüddelperlen für Kleidungsstücke. Ich LIEBE die Dinger. Fast an jedem Outfit von mir findet ihr die in letzter Zeit - ich hab mir da vor kurzem Mal ein ganzes Tütchen voll zugelegt. Auf der Sunje aus dem Katzenstoff zum Beispiel oder auf der Marie aus den Löwen könnt ihr nochmal gucken - ein richtig feines Extra für das letzte i-Tüpfelchen ist das. Und wenn man dann schon mal da ist, kann man sich auch gleich noch nicht nur mit Katzenstoff, sondern auch mit den vielen anderen tollen Biostoffen eindecken.... :D


Auch der Hosenschnitt ist neu - die TwoLegs von Sara und Julez ist ein absolutes Bequemhighlight, und mit den beiden Taschenvariationen, der Fakeknopfleiste und dem coolen Schnitt definitiv trotzdem keine Jogginghose, sondern auch durchaus kindergartentauglich. Die Potasche mit der Kellerfalte habe ich mir selbst gebastelt, aber im Schnitt ist auch eine einfache Poltaschenvariante dabei. Für diese hier ist ein Tutorial in Arbeit, das ihr euch in Kürze bei mir herunterladen könnt.


Auch der Schal ist eine Improvisation von mir - den Kleinkind-Schlaufenschals nachempfunden, die meine Tochter als Baby getragen hat und die ich so süß fand. :D Die Beanie ist nach dem Tutorial von Hamburger Liebe genäht, mein Lieblings-Beanie-Allroundschnitt. Und das Shirt ist auch vollkommen neu von Annas Country - aber nachdem dieser Post sowieso schon so lang ist, zeige ich euch das demnächst einfach nochmal extra im Detail!

Hier geht's zu den wundervollen Paapi-Katzen von Charly,Jo und Co:

Bio Jersey Katzen in Petrol von Paapii
 
 
Und hier geht's zum Ebook "TwoLegs" von Sara und Julez über Dawanda (auch über Makerist erhältlich!):
 
 
http://de.dawanda.com/product/87780303-ebook-twolegs-wohlfuehlhose-gr-56-bis-164
 
 
Sind eure Kinder auch so katzenverrückt wie meine Kleine? Welche Tiere sind bei euch der Renner?
 
Hasenwilde Grüße
Johanna

Mittwoch, 16. September 2015

Die goldene Stunde und so

Die Sonne lacht vom Himmel, es ist Donnerstag, der Wetterbericht meldet für heute 28 Grad und es wird höchste Zeit, euch meine letzten Sommerbilder zu zeigen!


Das Muckelie-Top! Der Schnitt ist perfekt für mich - er geht relativ lang über die Oberschenkel und mit der Knopfleiste (ihr könnt auch noch eine Fake-Paspeltasche nähen) auch einfarbig ein Hingucker!


Hinten hat das Top einen Racerback-Rücken, und seit ich so tolle BH-Klipse habe, mit denen man die BH-Träger einfach mittig zusammenklipsen kann, schaut da auch nix mehr raus! Nächstes Jahr fange ich definitiv früher an, Racerbacks zu tragen - damit der BH-Träger-Streifen auf der Haut auf knackig braun werden kann.... ;)


Als ich mit meiner Kamera und dem Selbstauslöser zum Selfie-Shooting für dieses Top abends aus dem Haus gehüpft bin, war die Sonne gerade tief am Himmel und hat ein wunderschönes warmes Licht verbreitet. "Perfekt", dachte ich mir "goldene Stunde - ideal für Fotos!". Pah, von wegen goldene STUNDE!



Bis ich die Kamera aufgebaut hatte und mit den ersten paar Fotos die perfekten Einstellungen gesucht, hatte sich Madame Sonne schon fast hinter den Horizont verkrochen... Im Schweinsgalopp habe ich die Bilder durchgeschossen, um zumindest ein paar ordentliche Fotos zu bekommen. Fazit: Die "goldene Stunde" dauert maximal 10 Minuten. Man unterschätze das nicht. :D


Meine Basicversion habe ich abgesehen von der Knopfleiste nur mit einem kurzen Streifen Webband und einer Ziernaht aufgepeppt. Mehr braucht das Top auch nicht, den Rest macht der Schnitt von ganz alleine.... :D Übrigens sind Tops für mich absolute Ganzjahreskleidungsstücke - ich trage auch unter langärmeligen Kleidungsstücken immer ein Top. Das mag ich lieber als ein Unterhemd, gerade lange Tops spitzen unten als Farbtupfer unter dem Shirt heraus und es hält schön warm. Und wenn ich Lust habe, trage ich es auch mal ÜBER dem langärmeligen Teil - perfekt für den Lagenlook!


Ihr bekommt den Schnitt mit allen drei Variationen - Basic, wie das meine hier, Sporty (mit eingesetzter seitlicher Passe, da zeige ich euch auch noch ein Exemplar) und High-Low mit Kellerfalte.

https://www.makerist.de/patterns/das-muckelie-top

Meinen Topbeitrag schicke ich zu RUMS und in das echte Teilchen werde ich jetzt schlüpfen, um die 28 Grad heute zu genießen!

Hasenwilde Grüße
Johanna

Mittwoch, 9. September 2015

Öfter mal was Neues - eine Wollwalkjacke für mich

Die letzte Woche der Sommerferien hier in Bayern. Ein bisschen traurig. Weil ich noch ewig so weitermachen hätte können. Ich habe zum Glück zwei Langschläferkinder, die sich in den Ferien gut auf 9.00Uhr/9.30Uhr aufstehen einpendeln. Wir genießen nach wie vor die Ruhe, die Freiheit, keine Termine oder Verpflichtungen zu haben, keinen Wecker morgens zu brauchen und hier und da den Tag einfach mit dem Mittagessen zu starten.


Ich hätte zugegebenermaßen schon noch eine Weile so weitermachen können. Aber dann, auf der anderen Seite, bringt das neue Kindergarten-/Schuljahr ja auch immer viel Neues und Spannendes mit. Aus meinem Kindergartenneuling wird ein "mittleres Kind". Die Kleine ist jetzt eine der Großen in der Waldspielgruppe, die sie zwei Vormittag in der Woche besucht. Vollkommen neue Startbedingungen. Und viele Chancen, die sich da auftun.


"Alles neu macht der...." nein, nicht der Mai, der Schulanfang. Auch für Nochnichtschulkinder. Und Eltern. Und das ist auch gut so. Denn wer nichts Neues ausprobiert, dem fehlt die Möglichkeit, neue Erfahrungen zu machen - gute und schlechte. Und daraus zu lernen, sich weiterzuentwickeln, zu wachsen.


Und die Chance, aus einer Herausforderung mit stolzgeschwellter Brust herauszugehen und zu sagen: "Das war nicht leicht. Aber ich hab's geschafft." Und so ein Moment ist wahnsinnig kostbar für das Selbstwertgefühl. Und das nicht nur für Kinder.


Ich stelle mich auch hin und wieder ganz gerne einer Herausforderung - natürlich immer dem Risiko ausgesetzt, dass die Sache ein furchtbarer Flop wird. Dieses Mal war es ein neuer Stoff, den ich zuvor noch nie vernäht hatte und an den ich mich getraut habe - Wollwalk. Und damit die Spannung auch richtig steigt, gleich noch in Kombination mit einem neuen Schnitt, den ich noch nie ausprobiert hatte. :D Wenn schon, denn schon.... Zugegebenermaßen hat meine Hand beim ersten Scherenschnitt ganz schön gezittert... :D


Aber ich finde, das Projekt ist gelungen! Auch wenn ich zwischendrin ein bisschen gekämpft habe. Nämlich mit den Knopflöchern. Die Knöpfe waren nämlich zu groß für die Knopflochautomatik meiner Nähmaschine, also musste ich die von Hand an die richtige Stelle nähen - das hat mich echt einige Stunden und Schweißperlen gekostet.... Aber letztendlich sind jetzt auch die Knopflöcher da, wo sie hingehören. :D


Der Schnitt ist der Mantel "Johanna" von farbenmix (passender Name, findet ihr nicht? :D ), und ich habe ihn zur Jacke gekürzt und mit einem weichen Interlock gefüttert. Ich hatte nämlich ein bisschen Angst, dass das eine recht kratzige Sache wird mit dem Wollwalk - wobei das nicht unbedingt hätte sein müssen, bei den Temperaturen, die eine Walkjacke erfordern, trägt man normalerweise ja sowieso was Langes drunter. Aber ich mag den frischen Farbkontrast des fliederfarbenen Interlocks sehr gerne, und muckeliger ist es so auf alle Fälle auch! "Johanna" passt jedenfalls ohne jede Änderung wie angegossen - da brauche ich auf alle Fälle auch noch einen richtigen Mantel in lang!

 
Wollwalk lässt sich eigentlich super verarbeiten - weil er nicht ausfranst, muss man nicht mal die Kanten versäubern, man kann ihn unten am Saum einfach nur abschneiden. Am Ärmelsaum sieht man das bei mir, da hab ich das so gemacht. Ein einfacher Geradstich ohne Versäubern reicht beim Nähen - da sind die Nähte ruckzuck gesetzt! Und weil sich der Wollwalk trotzdem ein bisschen mitdehnt, verzeiht er auch die ein oder andere Ungenauigkeit beim Zuschneiden. Ein tolles Material. Dass ich das nicht schon früher entdeckt habe!!
 
 

Passend zu meiner Walkjacke habe ich mich erstmals an meinen Lieblingsmützenschnitt "Resi und Hannes" von farbenmix in Erwachsenengröße getraut. In dem Fall ist es Hannes, weil ich den oberen Mützenteil nicht so extrem bauschig haben wollte. Die Mütze ist mit antistatischem Futter gefüttert, so kann auch nichts jucken oder kratzen, auch wenn man unter der Mütze schwitzt.


Den grünen Wollwalk mit den Blümchen durfte ich für Stoffversand4u vernähen, den beerefarbigen Kombiwalk habe ich aus dem Stoffladen um die Ecke. Habt ihr jetzt auch Lust auf was Neues bekommen? Wollwalk? Hier findet ihr meinen grünen Blumenwollwalk:

                           Viona Blumenwalk - Musterwalk Blumen grün

Und schaut euch auf alle Fälle HIER auch die restlichen Walkstoffe an - da ist sicher für jeden Geschmack etwas dabei!  Und aus 1,5m lässt sich schon so ein schickes Jäckchen nähen wie meines.... :D              
 
Meine Herausforderung mit dem neuen Schnitt und dem Wollwalk hat mir auf alle Fälle richtig Spaß gemacht. Und deswegen schicke ich meine neue Jacke auch sehr zufrieden mit mir zu RUMS. .D Jetzt sehe ich dem Ferienende nicht nur mit einem weinenden, sondern auch mit einem lachenden Auge entgegen. Her mit den neuen Herausforderungen! Lasst uns ein bisschen wachsen und lernen.... :D
 
Hasenwilde Grüße
Johanna