Mittwoch, 8. April 2015

gestickte Tradition

Hallo ihr Lieben!

Heute gibt's nur ein paar wenige Bilder, dafür sind sie von einem absolut einmaligem Herzensprojekt. (Einmalig heißt in diesem Fall: Einmal und sicher nicht so schnell wieder! :D) Ich habe heuer meine Energie in der Fastenzeit in ein besticktes Ostertuch investiert. Im Schweiße meines Angesichts. Eigentlich quasi ein Schweißtuch. :D :D :D


Ich hab's ja sonst eigentlich nicht so mit den langwierigen Handarbeiten. Sprich Stricken, Häkeln, Sticken.... Dinge, die eben einfach lang dauern. Ich bin da chronisch ungeduldig. Ich hab alles ausprobiert und beherrsche auch die Techniken - aber alles, was länger als zwei Wochen braucht, um fertig zu werden, landet irgendwann in der Ufo-Ecke. Wie die Babydecke, die ich stricken wollte. Oder der Schal. Oderoderoder.


Umso stolzer bin ich, dass dieses Ostertuch tatsächlich fertig ist. Fix und fertig. Lag hauptsächlich an der Deadline.... Und ich gebe zu, dass ich am Samstag vor der Osternacht noch schnell die letzten Fäden vernäht habe. *räusper*
Auslöser war ein Workshop, der hier bei uns im Dorf vom Obst- und Gartenbauverein angeboten wurde. Da konnte man dann die Materialien zum Sticken erwerben und auch passende Motive aussuchen. Ich hätte mich auch für ein Fähnchen entscheiden können. Ihr wisst schon, sowas, was man oben ins Osterlamm reinsteckt. Auch hübsch. Aber - ich bin nun mal keine Frau der halben Dinge.... :D :D Also habe ich mir das Tuch und die Stickvorlagen mitgenommen und wirklich viele viele Stunden da hineininvestiert. Kreuzstich über Kreuzstich. Inklusive Lochsaum.


Und warum das Ganze? Einerseits - weil es eine Herausforderung war. Und ich mag Herausforderungen. :) Und zweitens und wichtigstens - weil ich den Gedanken toll finde, da etwas geschaffen zu haben, was dauerhaft ist. Ostertücher sind Tradition, hier werden sie oft von einer Generation in die Nächste weitergereicht und viele Osterspeisenkörbe sind mit so einem Tuch bedeckt. Ich finde das wunderschön. Und wer weiß - vielleicht hält sich das Tuch lange genug in der Familie, dass irgendwann einmal meine Töchter damit ihre Osterspeisen zudecken. Oder die Enkel? Vielleicht liest irgendwann jemand in ferner Zukunft die Jahreszahl auf dem Tuch und sagt "Wow! Das Tuch hat ja schon einige Jahre hinter sich!". Und dann antwortet einer meiner Nachfahren: "Das hat meine Uroma damals selbst  bestickt." Ein schöner Gedanke, oder?


Jedenfalls habe ich meinen Osterkorb mit dem Ostertuch am Ostersonntag voller Stolz in die Kirche getragen. Bald wird es mit den Ostersachen liebevoll verpackt auf den Speicher wandern - damit ich mich nächstes Jahr wieder daran freuen kann, wenn ich es für das Osterfest 2016 auspacke....

Mein Herzens-Traditions-Ostertuch schicke ich heute noch zu RUMS und verschwinde wieder, die restlichen Ferientage und die passenden Sonnenstrahlen genießen.... :D

Hasenwilde Grüße
Johanna

Kommentare:

  1. Sehr schön gemacht. Mag es sehr wenn traditionen gepföegt werden. ich sticke auch ab und zu. Mag es was so entstehen zu lassen langsam Stich für stich.
    Ein gesegnetes wochenede dir!

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    1. Vielen Dank! Ich muss echt sagen, jetzt wo es fertig ist, geht mir die Stickerei fast ein bisschen ab. Es hat definitiv was, dass man die Sticksachen einfach so überall mit hinnehmen kann und daran weiterarbeiten, ohne Maschine und großes Gerät. Vielleicht muss ich mir doch ein Folgeprojekt suchen... :D

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  2. Hey,
    dein Oster-"Schweiß"tuch ist toll geworden. ;D
    Viele Grüße, Emmi

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