Donnerstag, 5. März 2015

Alva in Amsterdam

Hallo ihr Lieben!

Heute möchte ich euch mal ein Herzensprojekt vorstellen, das einzig und allein für mich entstanden ist. Ohne Probenähen, einfach so, nur für mich. Und weil dieses Projekt einen direkten Bezug zu einem wunderbaren verlängerten Wochenende mit meinen Schwestern hat, nehme ich euch jetzt einfach ein Stück weit mit. Und zwar geht es nach....


....Amsterdam. Venedig des Nordens, Stadt der Hausboote, Flüsse und Brücken, der Fahrräder, Tauben und Möwen. Eine wunderbare Stadt, ich hab mich total wohlgefühlt. Aber fangen wir von vorne an....


Ich habe drei (mehr oder weniger) kleine Schwestern, die ich alle drei sehr liebe. (Jaaaa, schon gut, auf dem Bild fehlt eine. Irgendwer musste ja das Foto schießen. :D) Inzwischen sind alle (auch mehr oder weniger) aus dem Haus, jede hat einen vollkommen anderen Lebensweg eingeschlagen und jede hat sich eine andere Stadt als (zumindest momentanen) Lebenssitz ausgewählt. Was heißt, dass wir uns tatsächlich nur noch selten alle vier gleichzeitig sehen. Es ist regelmäßig jemand da von den "Tanten", auf die sich meine Hasenmädels immer freuen wie Bolle, weil jede auf ihre Art einfach einzigartig und wunderbar ist. Aber dass wir alle um einen Tisch versammelt sind, kommt inzwischen nur noch an den großen Festen wie Ostern, Weihnachten, oder an manchen Geburtstagen vor - und da ist oft so viel los, dass wir gar nicht richtig zum Reden kommen. Um da Abhilfe zu schaffen, haben wir die "Schwesternfahrt" eingeführt.


Das heißt, wir nehmen uns ein (oft auch verlängertes) Wochenende im Jahr, um gemeinsam irgendwohin zu fahren. Nur wir vier. Zum Ratschen, Neuigkeiten austauschen, Diskutieren, Erinnerungen aufleben lassen - und natürlich, um eine neue Stadt mit ihren unterschiedlichen Facetten kennen zu lernen. Die Reiselust und das Fernweh haben wir von unseren Eltern in die Wiege gelegt bekommen, die selber begeisterte Urlauber sind, und so sprudeln die Ideen jedes Jahr nur so, welche Stadt ein würdiges Ziel für uns wäre.... :D :D Und heuer war eben Amsterdam dran. Amsterdam im November.


Wer eine Reise machen will, braucht Gepäck. Und eine ordentliche Handtasche ist das A und O. Finde ich zumindest. Ich habe im September eine "Alva" nach dem Ebook von Leni von "Tante Anton" für eine liebe Freundin von mir genäht. Weltbestes Taschenschnittmuster, übrigens. Und weil ich oft mal dazu tendiere, meine Nähprojekte an liebe Menschen zu verschenken und ich selber dabei irgendwie hin und wieder zu kurz komme (ich besitze zum Beispiel keine einzige Windeltasche, obwohl ich bestimmt schon zehn davon verschenkt habe... :D) dachte ich mir dieses Mal, ich mach das ganz schlau und schneide die Tasche gleich zweimal zu - so bekomme ich auf alle Fälle auch eine.


Gesagt, getan. Und dann lag der Zuschnitt da in meinem Nähzimmer, wurde von links nach rechts und wieder zurück geschoben und verschwand unter unzähligen neuen und dringenderen Projekten. Bis ich dann kurz vor dem Amsterdam-Trip festgestellt habe: Ich brauche eine Handtasche. Mit Kameraeinsatz, denn meine Spiegelreflex sollte natürlich auch mit. Gut, dass da schon eine zugeschnitten im Keller lag.... :D


In meinem optimalen Zeitmanagement, das ja so mein ständiger Begleiter ist, habe ich die Nacht vor der Abfahrt im Nähzimmer verbracht.... :D :D Die letzten Einzelteile wurden dann eine halbe Stunde vor Abreise fertig. Aber sie wurde fertig. Meine eigene Alva. Und sie war perfekt und hat mich nicht nur in Amsterdam auf jedem Schritt begleitet, sondern ist seither auf fast jedem Ausflug dabei. Weil einfach uuuuunglaublich viel reinpasst. Den Kameraeinsatz habe ich jetzt nicht fotografiert, aber der passt genau hinein, fasst meine Kamera, ein Extraobjektiv und sämtliche Speicherkarten und sonstige Zusatzutensilien, die Frau so braucht. Das Tutorial, das genau zur Alva passt, habe ich von Rosaweich und Kuschelrot, falls ihr auch Bedarf habt!


Insgesamt eine ganz schlichte Tasche in meinen Lieblingsfarben - und mit einem der hasenwilden Aufnäher verziert, die ich bei Frau Scheiner gewonnen habe. Einfach mein Ding. Und irgendwie untrennbar mit meiner Erinnerung an den Amsterdam-Trip verbunden.
Ich will euch jetzt nicht mit einer exakten Sightseeing-Beschreibung langweilen (ehrlich gesagt kann ich mir Namen von Sehenswürdigkeiten sowieso nicht besonders gut merken, ich müsste die alle erst mal nachschlagen... :D :D), sondern zeige euch nur ein paar Schnappschüsse und Eindrücke von Dingen, die mich beeindruckt haben und die mir lebendig in Erinnerung geblieben sind.


Fahrräder. Amsterdam wimmelt nur so von Fahrrädern und Fahrradfahrern. Die Fahrradwege sind unglaublich gut ausgebaut, und das beste - es geht immer geradeaus. Es geht so dermaßen flach geradeaus, dass ich in Amsterdam kein einziges Fahrrad mit Gangschaltung gesehen habe. Das ist für jemanden wie mich ein Traum, weil es von uns aus gefühlt in jede Richtung bergauf geht. Hinwärts und Heimwärts.... ;)  Und es gibt so wahnsinnig viele Räder in Amsterdam. Sie parken überall. Wir haben sogar eine Fahrrad-Park-Hochgarage gesehen. Wir haben uns einen Tag lang Räder gemietet (selbstverständlich ohne Gangschaltung) und Amsterdam per Muskelkraft erkundet - super. Kann ich nur empfehlen. Man kommt überallhin, ist total flexibel und sieht wahnsinnig viel.


Unsere Wohnung. Wahnsinn. Wir haben uns ein Zimmer per AirBNB gebucht - das heißt, da stellen Menschen in ihrer Wohnung übrige Zimmer für Touristen zur Verfügung. Wir haben bei einer Fotografin mitten in der Stadt gewohnt, in einem dieser wahnsinnig hohen, schmalen Häuser die innen erst einmal mit einer unendlichen Treppe anfangen. Wir hatten einen Wohnraum mit zwei Schlafgelegenheiten, ein Schlafzimmer mit Doppelbett, eine winzige Küche und ein Bad mit einer Badewanne auf Löwenfüßen im obersten Stockwerk, also direkt über der Wohnung "unserer" Fotografin. Wahnsinn, sag ich euch. Die Möbel, die Einrichtung, alles irgendwie schrullig und Retro, total zusammengewürfelt, aber trotzdem passend wie die Faust aufs Auge. Geschwungene Sessel mit gemusterten Polstern, haufenweise Bücher, eine uralte Singer-Nähmaschine mit Handantrieb und eine Schallplattensammlung auf einem Regal über der winzigen Küche sind mir da in Erinnerung geblieben. Außerdem der alte gemütliche Holztisch in einem Erker mit hohen Fenstern, an dem wir die ein oder andere Flasche Wein geköpft haben.... Man konnte eine Leiter von der Decke herunterlassen und dann durch ein Fenster oben direkt auf eine kleine Dachterasse hinaussteigen. Mit Wahnsinnsaussicht. Das war echt ein Jackpot. :D


Die Papageien, die mitten in der Stadt in den Bäumen wohnen, fand ich auch total faszinierend. :D

Eine kleines Missgeschick ist mir auch noch passiert. :D Irgendwas ist ja immer, oder? Kennt ihr diesen Moment, in dem ihr etwas kommen seht, bevor es passiert ist, es aber nicht mehr aufhalten könnt? Ja? So ging's mir mit meinem Kameradeckel. Man sollte einen Kameradeckel auch nicht mit Handschuhen abnehmen - schon gar nicht, wenn man mitten auf einer Brücke steht.... Ich habe ihn wirklich ins Wasser fallen sehen, bevor er unten war, aber ich konnte nichts dagegen tun. Er ist mir einfach aus der Hand gerutscht, über den Boden gerollt und -platsch- ins Wasser geplumpst. Ihr müsst euch das jetzt bildlich vorstellen, wir vier Schwestern nebeneinander an der Brüstung, schweigend, den Blick aufs Wasser und den schwimmenden Deckel gerichtet. Bis eine zu kichern anfing und alle angesteckt hat... :D Tja. Blöd. Wir standen dann da so rum, haben dem Deckel beim Schwimmen zugesehen, kein Weg führte nach unten und ich konnte mich irgendwie nicht überwinden, ihn da alleine zurückzulassen.... Bis dann die Rettung kam...


... und zwar in Form eines cowboyhuttragenden Hausbootbewohners, der seine Freundin mit dem Boot ausgeführt hat. Oder so. Jedenfalls haben wir den armen Mann mit viel Gewinke und Geschrei aufgehalten und ihm mit Händen und Füßen verständlich gemacht, dass wir diesen Kameradeckel wahnsinnig gerne wiederhätten... :D Bis der gesehen hat, worauf wir so wild deuten... :D Er hat dann mit Hilfe einiger waghalsiger Manöver (ich hatte zwischendrin echt Angst, dass er gegen einen der Brückenpfeiler knallt, weil er vor lauter Fixierung auf den Deckel kein bisschen auf das Wasser geschaut hat... :D) das Ding aus dem Wasser gerettet und wieder nach oben geworfen. Mein Held im Cowboyhut. Hach.

 
 
Ich könnte euch noch tausend Dinge erzählen. Von dem Blumenmarkt in den Hausbooten. Von Kirchen, Museen, leckerem Essen, von Buchgeschäften (auch eine Leidenschaft die ich mit meinen Schwestern teile), wunderbaren Gesprächen, Cannabis-Eis, und auch der ein oder anderen heißen Diskussion (wir sind alle vier mit einem beachtlichen Dickschädel gesegnet, der hin und wieder zum Vorschein kommt :D. Wir sind aber auch die besten Versöhner der Welt... :D). Aaaaber das würde zu weit führen. Nur so viel: Amsterdam ist auf alle Fälle eine Reise wert. Schreibt euch das auf eure Da-will-ich-hin-Liste, sofern ihr eine führt. Und - nehmt eure Schwestern mit. Die werten so ein Wochenende um so wahnsinnig viel auf.... <3 <3 <3
 
Hasenwilde Grüße
Johanna
 
Meine Alva mitsamt dem Wochenende schicke ich jetzt noch zum donnerstäglichen "RUMS"!

Kommentare:

  1. Eine sehr schöne Tasche hast du dir da genäht. Kein Wunder, das sie dich überall hin begleitet. Vor allem, wenn sie so schön groß ist, das alles hineinpasst.
    Viele Grüße
    Christine

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  2. hallo, das ist eine tolle tasche, ich habe schon seit wochen stoff für eine tasche liegen, doch die näht sich leider nicht von selbst***lg barbara

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