Freitag, 5. Mai 2017

halbkrank

Heute habe ich Stubenarrest. Was heißt, dass ich mit dem Laptop auf den Knien tatsächlich mal wieder Zeit für einen ausführlicheren Blogbeitrag habe. Die meisten Dinge im Leben haben ja auch die ein oder andere positive Seite, so ätzend sie sein mögen.


Eingebrockt hat mir meinen Stubenarrest die kleine Tochter, die unvorsichtigerweise ein paar blöde Viren mit nach Hause gebracht hat und jetzt fiebernderweise das Sofa hütet.


Nein, es ist eigentlich gar nicht schlimm. Sie ist nicht mal erkältet. Nur leichtes Fieber. Allerdings kann das ja durchaus noch werden, nicht wahr? Ich bin ja froh, dass es ihr soweit ganz gut geht - aber dieses "nur ein bisschen krank" hat auch durchaus seine Tücken...


Zu krank für den Kindergarten, aber zu gesund um zu schlafen. Bedeutet für mich nicht nur vier abgesagte Termine heute, sondern eben auch Stubenarrest um's Wohnzimmer herum. Zu krank, um sich alleine zu beschäftigen, aber zu gesund, um sich beschäftigungslos nicht furchtbar zu langweilen ist sie nämlich auch.... ;)


Ich meine, solange sich diese Krankheitstage nicht übermäßig häufen, ist das ja auch alles ganz ok. Es hat was, alle Tagestermine absagen zu müssen und zum chillen verdammt zu sein... ;) Wir haben Lotti Karotti gespielt, ich habe zwei Bücher vorgelesen, ein bisschen fernsehen war natürlich auch drin (das ist der Patientenbonus hier), und ganz viel Kuscheln auf dem Sofa.


Im Moment läuft die Lieblings-Donikkl-CD, die Tochter ruht mit dem Kopf auf mir und ich tippe nebenher. Auch gut. Nutzen wir den Tag eben zum Kraft tanken. Oma hat Apfelstrudel für's Mittagessen vorbeigebracht, was dann auch noch die mittägliche Kocherei erspart und den Instrumentalunterricht, den ich normalerweise nachmittags gebe, habe ich abgesagt.


Ich hatte Zeit für einen gemütlichen Kaffee, eine ausführliche Blogrunde - und nicht zu vergessen diesen Blogpost hier. Wenn später die große Tochter aus dem Kindergarten kommt, bin ich vielleicht dann auch wieder ein bisschen entbehrlicher hier auf der Wohnzimmer-Krankenstation und schaffe ein wenig Haushalt. Und mehr muss es heute dann auch gar nicht sein.


Nachdem mir die kleine Tochter hier immer wieder über die Schulter schaut, darf es heute dann auch eines ihrer Lieblingsteile sein. Hihi, dass ich das mal von einem Kleidungsstück behaupten darf, welches KEIN Kleid ist, hätte ich ja auch nicht für möglich gehalten.... :D :D Aber Tatsache, diese Sweatjacke ist der absolute Renner - und wir beide warten sehnsüchtig auf etwas wärmeres Sweatjacken-Wetter, damit sie auch wieder mehr nach draußen darf, die Jacke.


Genäht habe ich auf den Tipp einer Freundin hin "Bandito", ein Papierschnittmuster von Farbenmix. Ich finde das Schnittmuster mit den schicken Passen total süß. Eigentlich ist die Jacke im Original noch kürzer - ich habe ein bisschen verlängert. Ich habe da dank meiner Oma ein wenn-die-Nierengegend-nicht-komplett-unter-der-Jacke-versteckt-ist-wirst-du-in-Kürze-einen-qualvollen-Tod-sterben-Trauma.... :D :D Jedenfalls sitzt die Jacke total gut. Auch von Farbenmix ist das Tutorial, wie man bei einer einlagigen Jacke den RV innen mit Webband abschließen kann. Das ist ganz easy, sieht sehr ordentlich aus und sorgt nochmal für einen Extra-Hingucker, wenn die Jacke oben nicht ganz geschlossen ist. Die Blockstreifen sind mein letztes Vernäh-Werk von Stoffversand4u, und die wunderschöne Appli-Datei mit dem Elefanten und der Nerdy-Eule namens "Elifunt" habe ich mir bei Emma&Pünktchen gekauft. Und die ist definitiv auch der Hauptgrund, warum das Kind die Jacke so abgöttisch liebt.... Der Elefant und die Eule sind aber auch zu süß... <3
Hier findet ihr das Tutorial von farbenmix: *KLICK*


Ich widme mich dann mal wieder dem halbkranken Hasenkind und schiebe Omas Apfelstrudel in den Ofen. Und genieße die Ruhe und das heruntergefahrene Tempo heute. Man muss nehmen, was man kriegt, oder was meint ihr?

Hasenwilde Grüße
Johanna

Montag, 24. April 2017

Ferienvergnügungen

Hach, jetzt sind sie schon wieder vorbei, die Ferien. Schade eigentlich. Ich hätte schon ganz gut noch zwei Wochen so weitermachen können. Aber gut. :D Mein Vorteil ist ja, dass ich montags frei habe und damit immer noch einen Tag dranhängen kann, um die Kurve zwischen Ferien und Schule zu kriegen. Einen Tag, um die letzten Dinge zu erledigen, die in den Ferien erledigt werden sollten, um die Unterrichtsvorbereitung wieder auf Vordermann zu bringen und den Haushalt wieder auf Arbeitsmodus umzustellen. Und vielleicht, um noch schnell einen Blogpost dazwischenzuschieben. :D


Schön waren sie, unsere Ferien. Die erste Woche war, wie jedes Jahr, geprägt von den österlichen Vorbereitungen. Eier färben, Osterfladen backen, all diese schönen Ostersachen, an denen nicht nur die Kinder, sondern genauso ich Freude haben. Der Ostersonntag wird dann traditionell bei meiner Familie verbracht und es gibt ein großes Osterbrunch.


Meine Schwestern reisen an, die sonst in ganz Deutschland verteilt sind, meine Großeltern sind da, die Kinder wuseln dazwischen und es gibt ein richtig fettes Frühstücksbüfett, bei dem für alle was dabei ist. Von vegan über vegetarisch über Osterschinkenliebhaber bis hin zum Käsefetischisten bleiben da keine Wünsche offen. Mmmmmh. :D Hinterher dürfen die Kinder ihre Osternester suchen und man ratscht sich mit gut gefülltem Bauch fröhlich durch den Nachmittag. Schade eigentlich, dass Ostern nur einmal im Jahr ist. :D


Heuer gab's für die Kinder ein besonderes Highlight - wir waren am Ostersonntagabend bei einer lieben Freundin zum runden Geburtstag eingeladen. Sie wohnt im Allgäu, etwa zweieinhalb Stunden Fahrstrecke von hier, und so haben wir  uns das Wohnmobil von Oma und Opa ausgeliehen und einen Kurzurlaub dort geplant.


Die Feier selber fand in einem Jugendhaus mit Übernachtungsmöglichkeit statt - da durfte das Wohnmobil unbewohnt vor der Tür stehen bleiben. Schon eine tolle Sache, eine Feier mit Übernachtung im Haus. Die Kinder sind fröhlich zwischen Zimmer und Feierlichkeiten hin und her gewuselt und konnten es gar nicht erwarten, endlich zum Schlafen in die Stockbetten (!!) gebracht zu werden - und wir Großen konnten danach noch ohne Stress und schlechtes Gewissen in Reichweite der Mädels ein bisschen weiterfeiern.


Am nächsten Tag gab's noch ein gemeinsames Frühstück, dann sind wir ins Wohnmobil umgestiegen. Leider hat uns das Wetter einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Termperaturen lagen um die Null Grad, und begleitet wurden wir von anhaltendem Schneeregen. Bäh. Aus der Bergwanderung, die uns eigentlich vorschwebte, ist also nichts geworden. Stattdessen haben wir den WoMo-Stellplatz der Therme in Bad Wörishofen angefahren. Leider sind da Kinder erst ab 16 Jahren erlaubt, und das sogenannte "Sport-und Spaßbad" entpuppte sich als relativ unspektakulär und dafür recht hochpreisig. Da wollten wir eigentlich dann nicht rein. Nachdem wir zwei Stunden im Wohnmobil verbracht und auf besseres Wetter gewartet hatten (welches nicht in Sicht war), haben mein Mann und ich beschlossen, uns dem Mistwetter zu ergeben und nach Hause zu fahren.


Ha, habt ihr schon mal versucht, mit Kindern einen Urlaub zu kürzen? Ja? Ihr hättet die Gesichter sehen sollen. "Aaaaaber ihr habt es uns versprooochen! Und es ist doch schon alles hergerichtet! Und wir würden doch so gern im Wohnmobil schlafen!". Das ganze mit tränendurchflossenem Dackelblick mal zwei. :D Naja, und eigentlich soll man sich vom Wetter schließlich auch nicht aufhalten lassen. Wir haben also kurzentschlossen die Badetaschen gepackt und doch noch eineinhalb Stunden im Bad verbracht, was dann auch echt okay war. Immerhin gab's zwei Rutschen, die die Damen ausführlich genutzt haben. Abends sind wir mitsamt Wohnmobil in die Stadt hineingefahren und haben uns eine leckere Pizzeria gesucht. Und hinterher die Zeit im gut geheizen Wohnmobil mit Spielen und Lesen verbracht. Ein leckeres Frühstück am nächsten Tag war auch noch drin, und nach einem Besuch im riesigen Dehner-Gartencenter auf dem Heimweg waren alle Beteiligten dann doch sehr glücklich mit dem gewonnenen Urlaubstag. Hatten sie Recht, die Kinder. Was stört uns das bisschen Eisregen. :D


Die restliche Woche hatte der Göttergatte frei, und wir haben die Zeit genutzt, um einiges Abzuarbeiten, was schon lang auf der To-Do-Liste steht. Begleitet von jeweils einem gemütlichen Ausschlaf-und-dann-ordentlich-Frühstücken-Tagesstart. Kann man wieder machen, ganz ehrlich! :D


Nachdem jedenfalls der April so wechselhaft wie eh und je daherkommt und von morgendlichem Frost bis Kurze-Ärmel-Temperaturen in der windstillen Ecke so ziemlich alles dabeihat, zeige ich euch heute ein besonders wandelbares Outfit. Die "Sommerliebe ^3" von der Drahtzieherin war letztes Jahr schon einer meiner Lieblingssommerschnitte - und die Tunikaversion gefällt mir und den Mädels am besten. Schon, weil der Sweety-Kitz-Stoff, den Nikiko für Alles-für-Selbermacher designt hat, mit den Glitzerrehen ein absoluter Mädchentraum ist... :D Wie so oft machen die Tüddeleien aus dem Namijda-Shop das Tüpfelchen auf dem i aus - das cognacgelbe Minischleifchen, die Perlmuttperlen an den Trägern oder die Häkelborte unten an der Tunika. <3 Kombiniert mit der stylischen BiGGi-Bikerleggings von Feefee (ich liebe ja die Bieseneinsätze) und einem Langarmshirt im Moment auch bei frischeren Temperaturen gut tragbar - und im Sommer dann mit kurzer Leggings oder "ohne alles" im Einsatz. Die Tunika wächst durch die Spaghettiträger zum Binden auch total gut mit, die wird uns sicher noch eine ganze Weile begleiten. Heute musste sie trotz Tomatensuppen-Flecken unbedingt mit in den Kindergarten. Mal sehen, ob ich sie zumindest heute Abend in einem unbeobachteten Moment in die Waschmaschine bugsieren kann... ;)


Hier findet ihr den supersüßen Sweety-Stoff mit den Glitzerrehen:

Jersey - Sweety - Glitzer - HafenKitz - NIKIKO

Hier geht's zur Bikerleggings BiGGi (bei Feefee gibt's übrigens grade 15%, habe ich gesehen - falls ihr die Gelegenheit gleich schnell nutzen wollt! :D Und den Schnitt gibt's auch für uns Große!!):


Und da gibt's die Sommerliebe:

Sommerliebe³  Anleitung und Schnitt für ein Trägertop/-Tunika/-Maxikleid - Nähanleitungen bei Makerist sofort runterladen


Ich widme mich dann mal wieder meinem Übergangstag und stimme mich mental wieder auf das Schulleben ein... Ommmmm.... :D

Hasenwilde Grüße
Johanna

Dienstag, 4. April 2017

Frühlingsanpfiff

Kommt, wir pfeifen den Frühling an! Das erste selbstgebaute Osterhasennest ziert unseren Garten (es waren auch schon zwei klitzekleine Schokoeier drin!) und endlich spitzen auch bei uns die ersten Blüten und Knospen von den Zweigen (nicht umsonst nennen meine Eltern unser kleines Dorf am Ende der Welt "Sibirien".... ;) )


In unserem Garten wird schon fleißig gewerkelt. Nein, nicht was ihr denkt - wir legen unseren Garten ja erst an. Jedes Jahr wird in mühevoller Handarbeit weitergewerkelt, werden große Jurasteine gesetzt, Erde hin und her gefahren und jedes Jahr bekommt der Garten ein bisschen mehr Struktur.


Unser Garten erstreckt sich um drei Seiten unseren Hauses. Das schmalste Stück ist schon komplett fertig, die Rückseite ist begradigt, angelegt und bepflanzt und wartet auf den Rasensamen und die Vorderseite, das größte Stück - naja. Das wartet eben noch. Da soll ein Gemüsegarten entstehen, eine Feuerstelle und ein Sandkasten.


Manchmal frustriert es mich schon, dass alles so lang dauert, wenn man es selbst macht. Auf der anderen Seite schadet es gar nicht, ein wenig Geduld zu üben. Es hat irgendwie schon auch seinen Reiz, etwas wachsen zu sehen. Ganz langsam. Stück für Stück. Man würdigt die einzelnen Stadien eher, schätze ich. Ich freue mich also an der Hausvorderseite, den sprießenden Krokussen und den herausspitzenden Tulpenblättern, den ersten Narzissenköpfchen und den feinen Knospen an meinem Maulbeerbaum.


Freue mich über jeden gesetzten Stein, jeden gepflanzten Busch und jedes Stück rasenfertige Fläche. Und gebe mir die allergrößte Mühe, geduldig zu sein. Meine große Stärke, ne. :D :D


Jedenfalls ist es schön, dass schön langsam auch hier bei uns der Frühling ankommt. Wir wohnen hier offensichtlich auf einem besonders kalten Stück Erde, auf dem sich im Winter der Schnee ewig hält - aber auf dem die Frühlingsblüher auch echt Zeit brauchen, um aus dem Winterschlaf aufzuwachen. Sibirien halt. :D Aber inzwischen sieht es schon genug nach Frühling aus, dass ich schon die komplette Wintergarderobe (zumindest jacken-, kopfbedeckungs- und schuhtechnisch) gewaschen und verstaut habe.
Braucht mir gar keiner mehr daher kommen und eine Winterjacke wollen. Zwei Lagen Übergangsjacken halten auch warm. :D


Es wird also Frühling rund ums Haus Hasenwild. Schön. Hier läuft es schön langsam wieder etwas entspannter. Unser angehendes Schulkind hat seinen Weg gefunden (davon erzähle ich euch ein anderes Mal), die Osterferien stehen an und mein Schulleben hat sich gut eingependelt. Zeit, ein bisschen Frühlingsluft zu schnuppern und den Blog zu entstauben. Mache ich hiermit.


Und zur Einstimmung reiche ich heute mal ausnahmsweise keine Herbstbilder nach, sondern zeige euch etwas brandaktuelles: Nagelneu im Ebookgeschäft findet ihr das Röckchen "Thilda" von FinnLeys. Ich muss ja echt sagen, ich stehe total auf Katrins coole Schnitte und ich besitze jeden einzelnen, habe auch fast alle mit probegenäht. Der FinnLeys-Style ist unverkennbar - lässig, praktisch, für coole Kids und Rabaukenprinzessinnen, aber auch immer mit ganz viel Luft für Tüddelkram. Thilda mit der asymmetrischen Passe wird sicherlich ein Lieblingssommerteil hier im Haus - ich habe jeder der Damen ein Exemplar genäht, und beide wurden schon fleißig in den Kindergarten ausgeführt. Jetzt noch mit Strumpfhose oder Leggings drunter, im Sommer dann luftigleicht ohne alles - ich mag ja so Schnitte total gern, die einen durch das ganze Jahr begleiten können! Genäht habe ich dieses schicke Exemplar aus Double Gauze von der Eulenmeisterei (da gab's letztens Prozente, die musste ich dringend ausnutzen... ;) ) - die fühlt sich total angenehm an, ist Bio und deswegen auch super für nackte Kinderbeine geeigent und fällt ganz leicht!


Im Moment gibt es Thilda von Gr 80 - Gr 146, aber wenn ich das richtig verstanHier findet ihr den aktuellen Schnitt:

den habe, sind sowohl die Teenie-Größen als auch eine Erwachsenenversion schon in Planung.

Cover 1kl


Ich kann euch Thilda echt nur ans Herz legen - damit lässt sich der Kleiderschrank auf alle Fälle schon mal gut für die wärmeren Tage füllen. Und die kühleren. Ganz egal. :D
Genießt den Frühlingsanpfiff, wir lesen uns bald wieder!

Hasenwilde Grüße
Johanna

Sonntag, 5. März 2017

Knigge vs. Ellenbogen

Letztens war ich mit Freundinnen auf einem Vortrag im Nachbardorf. Es ging um Knigge. Um gute Manieren, gutes Benehmen in der Öffentlichkeit, um How-Tos und Not-Tos.



Das meiste kannte ich schon, manches war mir nicht so bewusst, manches fand ich auch überspitzt pingelig. Insgesamt glaube ich, dass ich sagen kann, dass mir die Knigge-Grundbegriffe geläufig sind und ich versuche, diese meinen Kindern zu vermitteln. Bitte und Danke. Teilen. Abgeben. Hinten anstellen. Sich nicht mit den Ellbogen holen, was man möchte, sondern fragen. Und auch mal zurückstecken. Solche Dinge.


Daraus hat sich eine sehr interessante Diskussion hinterher zwischen mir und meinen Freundinnen entwickelt. Erziehungstechnisch liegen wir ziemlich auf der gleichen Wellenlänge, muss ich sagen. Ich würde die Kinder meiner Freundinnen als sehr wohlerzogen betiteln und es ist mir ein Vergnügen, sie um sich zu haben. Obwohl fast alle älter als meine beiden Damen, nehmen sie die beiden mit und lassen sie mit einkommen. Meine beiden Mädels nehmen so viel mit von diesen Treffen, beobachten, lernen, übernehmen und bewundern und lieben ihre großen Freunde über alles. Sie agieren rücksichtsvoll untereinander, teilen, helfen, warten. Eine wunderbare Gruppendynamik zwischen unterschiedlich alten Kindern.


Leider funktioniert das nur, wenn alle Kinder sich an die gleichen Regeln halten. Und darum drehte sich unsere Diskussion. Benachteiligen wir unsere Kinder, weil man mit zu viel Manieren und Rücksichtnahme einfach zu nichts kommt? Weil in einer Ellbogengesellschaft untergeht, wer keine Ellbogen hat? Weil man sich heutzutage lautstark präsentieren muss, um gesehen zu werden?


Ein Beispiel: Jedes Jahr im Sommer veranstaltet einer der Vereine hier am Ort eine Radtour für Kinder und Familien. Es werden drei unterschiedliche Schwierigkeitsgruppen gebildet, denen man sich anschließen kann, und nach der Radtour gibt es ein gemeinsames Essen am Spielplatz - und als Belohnung hinterher ein Eis für alle Kinder. Da kommt dann also jemand mit einer dicken Kühlbox, vollbepackt mit "Steckerleis" (Eis am Stiel). Es macht PUFF und alle Kinder stürmen auf diese Eisbox zu. Schieben, drängeln, brüllen von hinten "Ich will einen Tornado!" "Ich will ein Colaeis!", greifen in die Kiste und wutschen davon. Die meisten nicht grob, aber sehr energisch und bestimmt. Hinten steht meine große Tochter. Versucht, in dem Kreis um die Eisbox das Ende der Schlange auszumachen. Stellt sich irgendwo an. Ein Eis nach dem anderen geht weg, die Kinder rutschen auf, der Kreis bleibt dicht. Meine Tochter steht an. Hinten. Bis fast alle anderen weg sind. In der Kiste liegen dann noch ein paar übrige Eis am Stiel - manche, weil sie abgebrochen sind, andere, weil sie keiner wollte. Die Tochter sucht sich eines aus, bedankt sich höflich und kommt zu mir zurück. Und fragt flüsternd, warum sie eigentlich nie ein Eis mit Gummibärchen im Stiel bekommt.


Versteht mich nicht falsch, ich mache den übrigen Kindern keinen Vorwurf. Sie haben gelernt, dass es bei einer begrenzten Menge Ressourcen eben Sinn macht, sich seinen Platz in der Reihe zu erkämpfen. Schnell zu sein. Dass man in der Situation mit Rücksichtnahme und Hinten-Anstellen in den sauren Apfel (oder das abgebrochene Eis) beißt. Und sie haben vollkommen Recht damit. Nur, was mache ich jetzt mit meiner Tochter, die sich eigentlich nur akribisch an meine Regeln hält?


Ich konnte diese Frage bisher für mich noch nicht zufriedenstellend beantworten. Vielleicht wird meine Tochter im Laufe der Zeit die ein oder andere Überlebensstrategie entwickeln, um nicht leer auszugehen. Vielleicht wird sie ihre Ellenbogen für sich entdecken. Was ich dann mache? Keine Ahnung. Hoffentlich situationsangemessen und kindgerecht reagieren. Auf dem Grat zwischen Manieren und Ellenbogen balancieren und versuchen, nicht herunterzufallen.


Schnell noch ein paar Infos zu dem wunderschönen Schnitt, den meine Tochter da trägt: Das Kleid Winterhude von Pech und Schwefel gibt es jetzt endlich auch für Kinder - und als Drehkleid ist es prädestiniert für die Damen im Haus Hasenwild. :D Der amerikanische Ausschnitt bringt noch ein bisschen Pepp ins Spiel - und so ist ruckzuck ein all- und feiertagstaugliches Teil fertig. Übrigens lassen sich Rock und Oberteil auch einzeln nähen um die Frühjahrsgarderobe aufzustocken! <3
Hier findet ihr das Schnittmuster:
https://www.pechundschwefel.eu/shop/winterhudemaedchen/


Und jetzt erzählt doch mal! Wie steht ihr zu der Manieren-Ellenbogen-Problematik? Kennt ihr das Problem? Wie geht ihr damit um?


Hasenwilde Grüße
Johanna

Montag, 27. Februar 2017

Leopard

Bevor der Fasching vorbei ist, noch schnell ein paar Fotos vom aktuellen Lieblingskostüm der Großen. Frisch genäht und heiß geliebt - ein Leoparden-Romp*ee.


Eigentlich bin ich nicht der große Faschingsfan. Ich bin aber auch kein Faschingsmuffel. Hauptsächlich mag ich einfach bequeme Kleidung - und kratzige Perücken, juckende Glitzerstrumpfhosen und ein bemaltes Gesicht fallen aus dieser Kategorie ziemlich raus - muss ich nicht dauernd haben. Auch wenn ich einen Faschingsabend mit Freunden oder meinem Mann schon mal genießen kann.


Mit den Kindern zählt das Faschingsprogramm aber schon zu den "Must Do's", auch wenn wir uns dabei auf die wichtigsten Punkte beschränken - der Kinderfasching hier im Ort, ein Faschingsumzug, das Faschingstreiben vor Ort und der Kinderfasching im Kindergarten. Dazwischen darf es gern ein paar faschingsfreie Tage geben. So wie heute. Morgen starten wir mit dem Kinderfasching nochmal durch, und dann ist aber auch gut mit Fasching.


Jedenfalls gebe ich mir die größte Mühe, die Verkleidungswünsche der Damen möglichst zu erfüllen. Die Kleine wollte heuer gern als Fee gehen und hat ein wunderbares Feen-Drehkleid aus Satin und Organza bekommen. Leider ist der Organzastoff von wirklich mieser Qualität und fusselt an allen Ecken und Enden aus den Nähten. :( Ich habe den Überrock schon mehrfach geflickt, und leider ist er inzwischen nicht mehr wirklich fototauglich. Sehr ärgerlich, wenn man die Arbeit und das Geld bedenkt, die in das gute Stück geflossen sind. Ich denke, ich werde die Tage versuchen, den Organzarock vom Kleid zu trennen und das Satinkleid vielleicht mit einer schönen Schleife aufwerten - dann geht es zumindest noch als schickes Sonntags-Drehkleid durch. Falls das so klappt, wie ich mir das vorstelle, präsentiere ich euch sicherlich auch noch Fotos davon. :)


Das Leopardenkostüm ist aus Viskosejersey mit Leo-Druck von Buttinette entstanden. Ich habe das Schnittmuster "Romp*ee" von NipNaps genutzt, das trägt meine Tochter sowieso sehr gerne und frei Schnauze Ohren und Schwanz mit eingebaut. Mehr braucht das gute Teil dann auch gar nicht - ich habe es etwas größer zugeschnitten, so dass für den Karnevalsumzug gut noch Strickpulle und Fleecejacke drunterpassten. Die Bündchen halten Arme und Beine trotzdem gut an ihrem Platz, und der Leopard kann noch ein Weilchen mitwachsen.


Hier nochmal der Link zum Schnittmuster - falls ihr für nächstes Jahr gleich schon Ideen für den Karneval sammeln wollt:
https://www.makerist.de/patterns/teen-romp-ee

Ich tauche wieder in die langersehnte Ferienwoche ein - wie immer am Anfang der Ferien ist hier großes Räumen und Putzen angesagt. Heute werde ich mich mal über mein Arbeitszimmer machen, und dann schreit das Nähzimmer noch laut um Hilfe... Ich kremple also schon mal die Ärmel hoch und wünsche euch von Herzen einen tollen Faschingsendspurt!

Hasenwilde Grüße
Johanna

Montag, 6. Februar 2017

Geschwisterigkeiten

Hahaaaaa! Da staunt ihr, oder? Ich schon wieder! :D :D
Ich habe euch ja schon von kranken Kindern und so erzählt, und dass die Zeit dann immer langsamer läuft. Und ich plötzlich Zeit für Dinge habe, die ich sonst nicht schaffe. Weil ich meine Schwerpunkte anders setze. Der Haushalt darf mal liegen bleiben und die das-kann-ich-auch-in-Rufweite-vom-Sofa-tun-Jobs treten an erste Stelle. Darf auch mal sein, oder?


Wobei ich zugeben muss, so krank ist das große Kind gar nicht. Eigentlich kaum. Oder nicht mehr. Aber lasst mich von vorne anfangen.


Gestern haben wir uns einen wunderbaren Sonntagnachmittag gemacht. Ich hatte mit den Mädels Karten für ein Kinderkonzert des Georgischen Kammerorchesters, welches wirklich klasse war und die Kinder total begeistert hat. Es ging um Felix Mendelsson-Bartholdy, seine Musik, seine Reisen und seine Schwester. Wunderbar umgesetzt von zwei singenden Schauspielern (oder schauspielernden Sängern) und einem Teil des georgischen Kammerorchesters. Meine Mädels konnten sich gerade in die geschwisterlichen Kabbeleien total reinversetzen. :D Der Göttergatte hat in der Zeit einen Freund besucht, uns dann wieder abgeholt und abschließend waren wir noch richtig schick Eis essen (dank den frühlingshaften Temperaturen. Also über null Grad. :D ).


In letzter Zeit immer wieder, aber besonders gestern ist mir aufgefallen, dass die Kleine im Haus hasenwild den Platz auf Mamas Schoß doch ganz schön eifersüchtig verteidigt. Sie liebt ihre große Schwester, keine Frage, und sie macht nach wie vor alles genauso wie sie - aber sie kann die Große nicht bei mir kuscheln sehen, ohne sich selber dazwischenzuquetschen. Sofort. Immer. Woraufhin die Große sich trollt. Auch immer. Lange Zeit ist mir das gar nicht so aufgefallen, aber in letzter Zeit sehe ich das einfach mehr. Meine große Tochter beschwert sich nicht, sie geht einfach. Trotzdem kann ich manchmal in ihrem Blick sehen, dass sie die Kuscheleinheit mit Mama jetzt auch gebraucht hätte. Gesucht hätte. Warum ist mir das bisher nicht aufgefallen, frage ich mich? Das ist sicherlich nicht erst seit gestern so. Wahrscheinlich, weil die Große das ohne großen Kommentar, ohne Trara und Getue einfach wegsteckt. Wie so viele Dinge. Manchmal muss man bei ihr schon genau hinsehen, damit sie nicht zu viel schluckt. Denn manchmal kommt sie aus lauter Höflichkeit und Rücksichtnahme einfach nicht zu Dingen, die ihr durchaus zustehen würden. Das ist leider nicht nur zuhause so.


Ich versuche also, zwischen den beiden zu vermitteln. Versuche zu erreichen, dass die Kleine auch mal neben mir sitzen bleibt, wenn die Große auf meinen Schoß rutscht. Passiert sowieso nicht mehr so oft. Trotzdem stelle ich fest, dass die Kleine sich wesentlich mehr intime Mama-Zeit für sich reserviert als meine große Tochter. Schon allein dadurch, dass sich meine kleine Maus jede Nacht in mein Bett einschleicht und die halbe Nacht in engem Körperkontakt mit mir verbringt. Wenn ich dann morgens zur Großen ins Bett schlüpfe, um sie wachzukuscheln, ist die Kleine oft auch schon wieder mit von der Partie.


Ich habe also beschlossen, meiner großen Tochter auch hin und wieder ein bisschen Mama-Allein-Zeit einzuräumen. Weil sie das manchmal einfach noch braucht. Auch wenn sie schon ein Vorschulkind und ganz schön groß ist (und auf ihren Geburtstag am Wochenende hinfiebert... :D ). Nachdem mein großes Hasenkind also gestern Abend leicht Temperatur hatte und dann noch ganz schön fies auf einer Eisplatte aufs Steißbein gekracht ist, habe ich beschlossen, dass sie den Vormittag heute daheim verbringen darf. Obwohl beim abendlichen Stirntemperaturcheck eigentlich schon abzusehen war, dass sie heute wieder fit ist. Es hat einfach gut gepasst. Montag ist mein freier Vormittag (der einzige) und ich bin sowieso daheim.


Wir haben vorhin schon auf dem Sofa gekuschelt, die Maus hat sich bequem gewandet und genießt jetzt in vollen Zügen die Zeit für sich. Im Gegensatz zu ihrer Schwester, die ihr den ganzen Tag auf den Fersen ist, beschäftigt sie sich nämlich auch sehr gern allein - und ich glaube, dass ihr das manchmal fehlt. Vor allem, weil ihre kleine Schwester seit September ja auch schon im Kindergarten dabei ist und die beiden so den ganzen Tag miteinander verbringen. Meistens tun sie das auch gerne und spielen ganz viel miteinander - aber ich schätze, es wird trotzdem an der Zeit, die ein oder andere Ruheoase für die Große zu schaffen. Wie macht ihr das so? Habt ihr spezielle Mamazeiten für die Kinder? Wie schafft ihr es, dass das eine Kind das Zimmer des anderen Kindes als Privatsphäre respektiert, die man nicht einfach so betreten darf? Erzählt doch mal!


Weil sich die Große jedenfalls vorher zielsicher den Romp*ee nach dem Schnittmuster von NipNaps gegriffen hat, als ich ihr gesagt habe, sie darf sich aus ihrem Kleiderschrank "irgendwas bequemes" aussuchen, zeige ich euch jetzt gleich die passenden Bilder. Und bequem ist er, da gibt es gar keine Diskussion. Es rutscht nichts hoch, es rutscht nichts runter, es drückt vor allem nichts (und das ist für die große Hasentochter nach wie vor ein wichtiges Kriterium) und die langen Bündchen halten Ärmel und Beine schön an ihrem Platz. Der Romp*ee ist bei uns oft im Einsatz - gerade abends, nach dem Baden, oder an Wochenend-Gammelnachmittagen das ideale Kleidungsstück. Unseren Rompee habe ich aus Doubleface-Sweat aus dem Stoffladen hier in der Nähe genäht und dabei einfach beide Musterseiten genutzt. In Kombination mit den sandsteinfarbenen Bündchen (von afs) ein absolut zeitloses Teil, finde ich.

Hier findet ihr das Ebook "Teen Romp*ee" ab Größe 122 - Romp*ee gibt es aber auch als Kidsversion in den Größen 56-116!

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Hasenwilde Grüße
Johanna